Trauerschmuck - ein hochinteressantes Sammelthema

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Als im Jahre 1861 ihr geliebter Ehegatte, Prinz Albert verstarb, ordnete  Königin Viktoria  eine strenge Trauer an. Am  Hofe durfte z.B. nur noch schwarzer Schmuck getragen werden. Auch die Queen selbst  trug nur noch schwarzen Schmuck.

Aufgrund dieser Anordnung entstand in Yorkshire gleich eine fast schon so zunennende Industrie.  Aus Jett bzw. Gagat (schwarze Braunkohle, auch Pechkohle, also fossiles Holz) wurden Schmuckstücke nach dem Vorbild normaler Stücke, nun in schwarz hergestellt.

Der Jett bzw. Gagat wurde poliert, geschliffen, teils facettiert etc. und dann zu Schmuck verarbeitet.

Da der englische Hof eine Vorbildfunktion hatte, schwappte diese Art des Schmuckes natürlich auch nach Europa über und von nun an gehörte es sich für den Hinterbliebenen in der Trauerzeit, die schwarze Kleidung mit entsprechend schwarzen Schmuck zu unterstreichen. Die  Tradition des Tragens von Trauerschmuck in der Trauerzeit entstand auch in Deutschland und wird teils vereinzelt heute noch gepflegt.

Es sei noch erwähnt, dass bereits in der Bronzezeit und z.B. in der Römerzeit schwarzer Schmuck aus Jett hergestellt wurde.

Auch in Deutschland wurde im Umkreis von Kohleförderungsgebieten der Jett schon immer entsprechend bearbeitet.

Also gab es auch schon vor der Anordnung der Queen, schwarze Schmuckstücke, oft z.B. auch im Bereich des Trachtenschmuckes. Aber das bewusste Tragen als Trauerschmuck entstand erst nach 1861.

Über die Zeit hinaus fanden aber auch andere Materialien Verwendung zur Anfertigung von schwarzen Schmuck, wie schwarzes Haar, Holz oder Glas.

Wohl durch das vermehrte Tragen von Trauerschmuck nach Ende des 1. Weltkrieges, wurde zu Beginn der wilden 20er Jahre, dann der Trauerschmuck zur Mode und das Tragen von schwarzen Schmuck galt als Chic, völlig unabhängig von einer  Trauerzeit.  Und auch in den 50er Jahren gab es eine Renaissance dieser Mode.

Dementsprechend wird nun folgend in den 60er bis 90er Jahren immer wiedermal eine entsprechende Mode ausgerufen. Dies hat nun zur Folge, dass wir Sammler nun auch mal mit Kunststoff in der Anfertigung von schwarzen Schmuck zutun bekommen, für den erfahrenden Sammler dann oft ungewollt.

Wobei ich hochwertige und ausgefallene Stücke aus Kunststoff ohne weiteres auch für sammelwürdig halte.

Sammelwürdig ist ja auch nicht mit einen wirklichen Wert, wie bei Gold oder Edelsteinen gleichzusetzen.

Ein wirklicher Wert ist auch bei Jett nicht gegeben - Jett ist und bleibt halt in Massen vorhandene Kohle, die normalerweise im Ofen verbrannt wird...

Dementsprechend hat ein schönes perfekt bearbeitetes Stück aus schwarzen Glas doch auch evtl. sogar einen höheren tatsächlichen Wert als ein Stück aus Jett.

Aber welcher echte Sammler von alten Antik- oder Modeschmuck interessiert sich schon für den tatsächlichen Wert. Ausschlaggebend, wenn überhaupt, sei hier der Sammlerwert. Alter Trauer- bzw. Modeschmuck bis sagen wie mal 1960, ist halt unwiederbringlich..

Wirklich alter Trauer- oder schwarzer Modeschmuck (bis ca. 1960) wird immer einen steigenden Sammlerwert aufweisen können und es sind international gesuchte Stücke.

Gruß

Sammlerberater


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