Tragbare Industrienähmaschinen

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Tragbare Industrienähmaschinen - Sackzunähmaschinen - Handnähmaschinen - Fischbein - Fischbein-Klone - GK25 - GK26 - GK9-2 - Union Special 2200 - Union Special 2000 - Union Special 3000 - Union Special 4000 - Newlong - China - Indien - Taiwan

 

Hallo, liebe interessierte eBayer,

wir bieten hier bei eBay zuweilen tragbare Industrienähmaschinen an.

Die Fragen, die uns in dem Zusammenhang dann recht oft gestellt werden, haben mich bewogen, einen kurzen "Ratgeber" zu verfassen. Vielleicht hilft Ihnen dieser auf der Suche nach der für Sie passenden Nähmaschine weiter. Ganz besonders oft werden wir nach "Billig-Nähmaschinen" gefragt. Hierzu finden Sie einige Hinweise in diesem Ratgeber und auch in unserem weiteren Ratgeber "Neue Erkenntnisse zu tragbaren Industrienähmaschinen".

In unsere Nähmaschinenwerkstatt werden regelmäßig tragbare Nähmaschinen zur Reparatur gebracht, bei denen wir nur bedauernd den Kopf schütteln können. Lesen Sie hierzu die von mir verfaßte Glosse (leider keine Glosse, sondern bittere Realität) über Sacknähmaschinen für 120 Euro .


Wie sind tragbare Nähmaschinen aufgebaut?

Im Prinzip wie jede andere elektrische Nähmaschine.
Der Antrieb erfolgt über einen Elektromotor, welcher den Nähmechanismus in Bewegung versetzt. Das Ein- und Ausschalten geschieht über einen Taster, welcher am Handgriff angebracht ist.

Im Gegensatz zu Tischnähmaschinen für den Haushalt oder die Schneiderei arbeiten Sackzunähmaschinen in der Regel mit einem Faden (Einfaden-Einfachkettenstich nach ISO 4915-101). - Beim Nähvorgang wird durch die gegenläufige Bewegung von Nadel und Greifer eine Fadenkette gebildet. - Es sind jedoch auch tragbare Nähmaschinen am Markt, die mit 2 Fäden arbeiten (Zweifaden-Doppelkettenstich nach ISO 4915-401).

Was für Arten von tragbaren Nähmaschinen gibt es überhaupt?

Die gebräuchlichste Anwendung ist das Zunähen von Säcken. Deshalb wird oftmals von "Sackzunähmaschinen" oder (nicht ganz zutreffend) von "Sacknähmaschinen" gesprochen. Auch der Begriff "Handnähmaschine" ist gebräuchlich.

Wie schon der Begriff sagt: die Nähmaschinen sind tragbar. Je nach Fabrikat und Ausstattung liegt das Gewicht zwischen ca. 4 kg und 7 kg. - Beim Zunähen von Säcken wird die Maschine über den stillstehenden Sack hinweggeführt und die Vernähung erfolgt während des Führens über den Sack.

Eine wenig verbreitete Sonderform der tragbaren Nähmaschine ist der Einbau der Nähmaschine in einen Rahmen. Der zu vernähende Sack fährt auf einem Transportband durch die Nähmaschine; im Durchlauf erfolgt dann die Vernähung. Da der Anwender beide Hände braucht, um den Sack vor dem Einlauf in die Nähmaschine zu straffen, wird der Nähvorgang bei derartigen Anwendungen nicht durch den Taster ausgelöst, sondern i.d.R. durch einen Fußschalter. - Bei Benutzung eines angetriebenen Transportbandes (dessen Arbeitsgeschwindigkeit ist zur Durchlaufgeschwindigkeit der Nähmaschine synchronisiert) kann der Nähvorgang auch durch den durchlaufenden Sack ausgelöst werden, indem der Sack einen Endschalter berührt. Der Endschalter startet i.d.R. ein Zeitrelais, das nach der Nähzeit wieder abfällt und den Motor abschaltet.  Hierbei handelt es sich um eine kleinwirtschaftliche Kopie einer großen Sackzunähanlage.

Obwohl das Zunähen von Säcken das Haupt-Einsatzgebiet ist, werden tragbare Nähmaschinen auch durchaus für andere Näharbeiten eingesetzt:

  • Herstellung/Reparatur von Segeln, Markisen, Zeltbahnen usw.
  • Reparatur/Anfertigung von Lederwaren, z.B. für den Reitsport
  • Zusammennähen von Planen
  • Zusammenähen von Vliesstoffen, Filtermatten usw.


Bei der Standardanwendung, d.h. Vernähen von Säcken, wird die Nähmaschine vertikal geführt: der Sack (bzw. das Nähgut) steht aufrecht. - Bei liegend zu vernähendem Material (wie bei einer Tischnähmaschine) wird entweder die Maschine um 90°geschwenkt, oder es wird von vornherein eine horizontal arbeitende tragbare Nähmaschine eingesetzt. Diese Anwendung kommt z.B. vor in der Teppichindustrie, Herstellung von Vliesmatten usw.

Was kann so eine tragbare Nähmaschine denn sonst noch?

Nun, sie näht natürlich. Für tragbare Nähmaschinen gibt es, je nach Fabrikat, einige Varianten und Sonderausstattungen, hier eine Auswahl:

  • Einfachkettenstichnaht nach ISO 4915 - 101 (mit 1 Faden)
  • Doppelkettenstichnaht nach ISO 4915 - 401 (mit 2 Fäden)
  • Aufsetzen und Aufnähen eines Reiterbandes (bei staubigen Produkten)
  • Automatischer Fadenketten-Abschneider
  • Sonderantrieb, z.B. Akkuantrieb (speziell für die Landwirtschaft bei Feldeinsatz)
  • Sonderantrieb mit Luftmotor (in ex-gefährdeten Bereichen)
  • Aufhängevorrichtung - Federzugaufhängung
  • u.v.m.


Wer stellt solche tragbaren Nähmaschinen her?

Dazu muß man ein wenig zurückblättern:

Die ersten tragbaren Nähmaschinen wurden (und werden bis heute) von zwei führenden US-Herstellern gebaut:

  • Union Special, Inc., Lewis, Ill., USA
  • Dave Fischbein Co., Minneapolis, Min., USA


                   

Union Special                                    Fischbein Modell "F"
Klasse 2200AS


Die bekannteste tragbare Nähmaschine von Union Special ist die Klasse 2200 AS. (das Vorgängermodell 2100 unterscheidet sich vom aktuellen Klasse 2200 nur durch einen anderen Antriebsmotor). Das ist eine Doppelkettenstichnähmaschine. Als einzige tragbare Nähmaschine weltweit verfügt dieses Gerät über einen kombinierten Ober- und Untertransport. d.h. das Nähgut wird von beiden Seiten ergriffen und durch die Maschine geführt. Alle anderen tragbaren Nähmaschinen verfügen nur über einen Untertransport.

Die Firma Union Special ist einer der renommiertesten Nähmaschinenhersteller überhaupt. Gegründet 1880 in Lewis/Ill., USA, wurde bereits im Jahre 1901 ein deutsches Zweigwerk in Stuttgart eröffnet. Vor einigen Jahren ist Union Special ins benachbarte Möglingen umgezogen.

Nach wie vor ist Union Special der Tradition verpflichtet, Maschinen nicht für eine Saison oder 5 Jahre oder 10 Jahre Gebrauchsdauer zu bauen, sondern Union Special-Nähmaschinen sind für jahrzehntelangen Gebrauch ausgelegt. Nicht zuletzt deshalb wurde seinerzeit der deutsche Standort bewußt im Schwäbischen - dem Kernland deutschen Präzisions-Maschinenbaus - angesiedelt.

Die ersten Union Special-Nähmaschinen wurden um 1880 für die Sackherstellung entwickelt und gebaut. Säcke waren und sind Massenprodukte, bei denen ein größtmöglicher Ausstoß, also höchtmögliche Arbeitsgeschwindigkeit von entscheidender Bedeutung ist, um kostengünstig produzieren zu können. - Die erste "Union Bag Machine" war bereits doppelt so schnell wie die damals erhältlichen Wettbewerbsmodelle. Diesen Vorsprung hält Union Special bis heute. Im Laufe der Zeit wurden weitere Nähautomaten auch für weitere Industriezweige entwickelt. Aufgrund der unerreichten Qualität, Präzision, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit findet man Union Special-Nähmaschinen heutzutage in allen Industrien, in welchen genäht wird.


    

Eine weitere tragbare Nähmaschine von Union Special: Modell 3000. Diese Maschine arbeitet mit 1-Faden-Technik. Sie gilt mit weniger als 4 kg Betriebsgewicht als die leichteste tragbare Nähmaschine (ABS-Gehäuse). Unter dem Gehäuse verbirgt sich solide und langlebige Technik. Wie alle anderen Union Special-Maschinen wird auch der Typ 3000 in den USA gefertigt.

Der Vorläufer der Klasse 3000 ist die Klasse 2000 (kleines Bild). Die beiden Modelle sind absolut baugleich und unterscheiden sich nur durch die Gehäusefarbe: das Vorläufermodell 2000 ist rot, das aktuelle Modell 3000 hat ein grünes ABS-Gehäuse. - Union Special hat allerdings die Ersatzteil-Nummern geändert: wer ein Ersatzteil für eine 2000 bestellt, erhält das entsprechende Teil für die 3000. Da die Modelle absolut baugleich sind, spielt das für den Kunden keine Rolle. Lediglich das Gehäuse des Typs 2000 ist nicht mehr lieferbar: wer für seine 2000 ein neues Gehäuse benötigt, erhält das grüne Gehäuse für den Typ 3000 geliefert. Allerdings ist dieser Fall eher unwahrscheinlich, denn das ABS-Gehäuse der Reihen 2000/3000 ist nahezu unverwüstlich.

Qualität hat natürlich ihren Preis. Die aktuelle tragbare Nähmaschine 2200 AS kostet heute (Stand Februar 2011) rund 2360 Euro einschl. MWSt.
Die leichte "3000" liegt bei ca. 860 Euro einschl. MWSt. Hinsichtlich Leistung entspricht sie weitestgehend den Kenndaten der Fischbein-Nähmaschine und deren diverser Kopien.

Die erst kürzlich hinzugekommene Union Special Klasse 4000 haben wir im Nachfolgenden zwar unter der Rubrik "Fischbein und seine Klone" einsortiert, was jedoch keineswegs eine Qualitätskennzeichnung bedeuten soll. Klicken Sie, um eine ausführliche Beschreibung der Union Special 4000  in meinem Ratgeber zu dieser Maschine zu lesen.

Die tragbaren Nähmaschinen von Fischbein (das aktuelle Modell Fischbein "F" ist eine 1-Faden-Kettenstichnähmaschine mit Untertransport) werden heute weltweit in mannigfaltigen Nachbauten ("Klonen") produziert und angeboten. Diese Klone erreichen natürlich nicht die hohe Qualität wie das Original -Ausnahmen: die japanische Newlong NP-7A, sowie die neue Union Special 4000, -, sind jedoch erheblich preiswerter (zwischen 25 % und 75 % des Verkaufspreises von Fischbein) und sind, entsprechende Wartung und Pflege vorausgesetzt, annähernd genauso haltbar wie das Original von Fischbein; Ausnahmen: NP-7A (Newlong), die Union Special 4000, sowie die in Taiwan gefertigten Maschinen, die dem Fischbein-Original annähernd ebenbürtig sind.

Hinsichtlich Verarbeitungsqualität, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit halten wir die Union Special 4000 für den besten Maschine in der Fischbein-Klasse. Preislich liegt dieses Gerät bei ca. 650 Euro einschl. MWSt.  Die in Japan gefertigte Newlong NP-7A ist ca. 20 % teurer.

Die D-Kopie aus Indien liegt mit rund 250-300 Euro am unteren Ende der Preisskala. Die Maschinen aus Indien sind übrigens erstaunlicherweise sehr robust und zuverlässig und bewegen sich hinsichtlich Qualität und Zuverlässigkeit auf einem weit höheren Niveau als die "GK26" aus der VR China. Hier ist ganz deutlich der von der früheren Kolonialmacht Großbritannien aufgebaute effiziente indische Maschinenbau spürbar: die indischen Erzeugnisse halten europäischen Qualitätsstandards ohne weiteres stand.  Die uns bekannten (und getesteten) indischen Maschinen sind ihr Geld mittlerweile allemal wert: alle von uns erprobten und zum Verkauf angebotenen Maschinen aus Indien entsprechen sowohl den EMF-Vorschriften als auch den CE-Zertifizierungsrichtlinien. Ferner sind die indischen Hersteller ferner nach ISO 9001/9002 zertifiziert.

Auch einige Geräte aus Taiwan lassen sich durchaus als beachtenswerte Fischbein-Klone klassifizieren. Die bekannteste Maschine dieser Art aus Taiwan ist die Siruba AA. Die Taiwan-Erzeugnisse liegen preislich in der Größenordnung zwischen 330 und 500 Euro.


                         

                                                       Drei Fischbein-"Klone" von vielen:

links die "GK26-1a",                               in der Mitte Modell "D"           rechts: noch ein Fischbein-
hergestellt in der VR China.                     von Daichi International           Klon ????                       
                                                                 (Indien). Daichi-Produkte         Jawohl, Sie sehen richtig!!
                                                                 werden lt. herstellereigenen
                                                                 Angaben nach UKAS-                   Die Union Special 4000
                                                                 zugelassenen                             wird seit Spätsommer 2009
                                                                  Standards gefertigt (UKAS      ebenfalls für die Fischbein-
                                                                  ist das britische Gegenstück     interessierten Anwender  an-
                                                                  zum Deutschen Kalibrier-        geboten.
                                                                  dienst).                                     Natürlich auch bei uns
                                                                                                                   erhältlich!                                                                                            

Vielfach werden tragbare Nähmaschinen nur für gelegentliche Arbeiten oder Saisonarbeiten verwendet. Daher entscheidet sich eine große Zahl Anwender lieber für eine "billige Kopie".

Für den harten täglichen Dauereinsatz, besonders im rauhen Betrieb, kann aber nur das Original von Fischbein oder eine Union Special (ggf. die Union Special 4000 oder eine Newlong NP-7A oder eine indische D-Kopie oder eine Maschine aus Taiwan) empfohlen werden.

Fischbein und seine Klone - die wohl meistkopierte Nähmaschine der Welt...

Es gibt z.Zt. diese Fischbein-Kopien am Markt (die Liste ist nicht vollständig; außerdem kommen ständig neue Markenbezeichnungen hinzu und andere verschwinden wieder über Nacht): 

  • Beta-F (Taiwan/Niederlande) - siehe nachfolgende Erläuterung
  • Daichi "D" (Indien)
  • Gemsy "GEM26" (VR China) - Kopie einer Kopie
  • GURU "D" (Indien)
  • Jincheng "GK26" (VR China) - Kopie einer Kopie
  • Mareew "GK26-1a" (VR China) - Kopie einer Kopie
  • Newlong "NP-7" (Japan)
  • Sandeep "GK26" (VR China) - Kopie einer Kopie
  • Siruba "AA" (Taiwan)
  • Yuki "GK26" (VR China) - Kopie einer Kopie
  • Union Special Klasse 4000 (USA)
  • Yao Han (Taiwan)
  • Pfaff-Zoje (VR China) Kopie einer Kopie - siehe nachfolgende Erläuterung
Eine ungefähre Übersicht über die Herstellerpreise (fob Exporthafen bzw. ab Werk):

China - ca. 50 US-$
Taiwan - ca. 120...250 US-$
Indien - ca. 150 US-$
Newlong - ca. 700 € (ab Lager Niederlande, zzgl. MWSt/EUSt)
Union Special - ca. 540 € (ab Werk Deutschland, zzgl. MWSt)

"Kopie einer Kopie" - was soll das nun wieder bedeuten?


Die China-Produkte "GK-26", "SK26", "ZJ26" und wie sie sich alle nennen, sind tatsächlich Kopien von einer Kopie, und zwar kopiert von der Newlong NP7, die ja selbst auch eine Kopie der Fischbein D ist.

Der wesentliche Unterschied zwischen einer Newlong NP7 und der Original-Fischbein ist der Greiferantrieb. Während die Greiferwelle bei Fischbein schräggestellt ist und von einer Kurvenscheibe angetrieben wird, ist bei der Newlong die Greiferwelle parallel zur Hauptwelle angeordnet. Die (radiale) Greifbewegung,d.h. die Übernahme der Fadenschlinge von der Nadel wird durch einen Nocken auf der Hauptwelle ausgelöst. Die (axiale) Lenkbewegung, d.h. das Absenken des Greifers vor und hinter der Nadel löst einen weiterer Nocken auf der Hauptwelle aus. Während bei Newlong und dessen China-Raubkopien also die Greiferwelle vor und zurück und auf und nieder bewegt werden muß, kommt Fischbein dank der Schrägstellung der Greiferwelle mit nur einer Bewegung aus: vor und zurück.

Bei der Newlong ist durch gute Werkstoffe und präzise Verarbeitung der Greiferantrieb selten ein Grund zur Klage. Bei den China-Maschinen hingegen ist der Greiferantrieb eine derjenigen Baugruppen, die schon nach kurzer Zeit aussteigen, hervorgerufen durch zu große Toleranzen, Erlahmung der Rückholfeder, Abreißen von Schrauben, und...und...und


Erläuterung zur "Beta-F"

Die Fischbein-Kopie "Beta-F" war eine "Ausnahme"-Kopie: Die Komponenten wurden in Taiwan gefertigt, wobei die Herkunft nicht genau zu ermitteln ist, dem Augenschein nach scheinen die meisten Teile von der renommierten Maschinenfabrik Yao Han zu stammen. Die Qualität dieses Fischbein-Klons ist außergewöhnlich gut; nicht zuletzt offensichtlich deshalb, weil die Maschine in Europa endmontiert und qualitätsgeprüft wurde, genauer gesagt, in den Niederlanden. Die "Beta-F" war sowohl als 1-Faden-Maschine wie auch als 2-Faden-Maschine am Markt. Die 2-Faden-Maschine hat es hier in Deutschland sogar bis in den "öffentlichen Dienst" geschafft: eine ganze Reihe von Beta-F-2-Faden-Maschinen waren und sind bei der Deutschen Bundesbank und den angeschlossenen LZBs als Geldbeutel-Verschließmaschinen im Einsatz. Diese Geräte liegen preislich in der Größenordnung um die 800-1.000 €. Gebrauchtmaschinen aus Bundesbank/LZB-Besitz sind "scheckheftgepflegt", außerordentlich selten und daher sehr gefragt.

Technisch war die 1-Faden-Variante der "Beta-F" ein 1:1-Kopie der mittlerweile nicht mehr hergestellten Fischbein ECR (das Fischbein-Modell ECR wurde 1999 durch die aktuelle Fischbein "F" abgelöst). Im Gegensatz zu den meisten Fischbein-Klonen sind die Ersatzteile zwischen Fischbein ECR und Beta-F uneingeschränkt austauschbar; eine Fischbein ECR kann mit Beta-F-Teilen ebenso bestückt werden wie umgekehrt. - wer also eine Fischbein ECR in Betrieb hat und an eine "Beta-F" herankommen kann (hier bei Ebay wird die "Beta-F" zuweilen noch angeboten), erschließt sich damit ein preiswertes "Ersatzteillager".

Erläuterung zur "Pfaff-Zoje"

Der Markenname der Fischbein-Kopie "Pfaff-Zoje" ist ein wenig irreführend (gewollt? ungewollt?):

Das Traditionsunternehmen Pfaff (Kaiserslautern), das in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in eine wirtschaftliche Schieflage geraten war, versuchte ab 2002, auf dem asiatischen Markt Fuß zu fassen und ging eine Kooperation mit dem chinesischen Nähmaschinenhersteller Zoje Sewing Machine Co.Ltd. ein.

Die in China gefertigten Nähmaschinen tragen zwar bis auf weiteres noch den Namen "Pfaff-Zoje", jedoch handelt es sich um rein chinesische Produkte, bei denen zweifelhaft ist, ob tatsächlich Pfaff-Engineering und Pfaff-Qualität dahinterstehen.

Wie lange der Name Pfaff noch Bestand haben wird und wer die Namensrechte künftig nutzen darf, ist ungewiß. Die Pfaff Industrie Maschinen AG, Kaiserslautern, wurde lt. Mitteilung des Insolvenzverwalters an die Pfaff-Aktionäre aufgelöst (Mitteilung an die Pfaff-Aktionäre vom 30.03.2009, auch nachzulesen auf der Pfaff-Internetseite).

Am Beispiel "Pfaff-Zoje" ist zu erkennen, daß chinesische Hersteller sich offensichtlich sehr bemühen, ihre Erzeugnisse mit bekannten Namen zu "schmücken"; oftmals handelt es sich dabei um eher fragwürdige Aktivitäten. Die China-Marke "Yuki" beispielsweise erinnert sehr auffällig an den renommierten japanischen Nähmaschinenhersteller "Juki".


Service - W
artung - Ersatzteile

In besonderes auffälliger Weise werden Fischbein-Kopien als 1:1-Kopien des Originals beworben, wobei dem interessierten Käufer suggeriert wird, daß Ersatz- und Zubehörteile untereinander beliebig ausgetauscht werden können.

Dies trifft nur in einigen Ausnahmefällen zu:

  • einige Taiwan-Erzeugnisse sind kompatibel mit der Fischbein ECR
  • die indischen Guru "D", "DL" entsprechen weitestgehend der Fischbein D

Sämtliche 50-Dollar-Kopien aus der VR China (China-Typenbezeichung GK-26) jedoch sehen lediglich so ähnlich aus wie das Original, von dem sie abgekupfert worden sind. Weder passen die Ersatzteile untereinander, noch lassen sich Leistungsdaten miteinander vergleichen. Wer eine chinesische GK-26 anschafft, kann die evtl. vorhandenen Teile einer Fischbein-Maschine nicht weiterverwenden.


Was gibt es Neues auf dem Sektor Tragbare Industrienähmaschinen?

Eigentlich ist wenig neues zu berichten. Die täglich neu hinzukommenden China-Maschinchen unterscheiden sich voneinander kaum. Es werden zwar ständig neue "Markennamen" und Typenbezeichnungen verwendet, doch im Karton mit dem Polystyrol-Einsatz findet man letztendlich immer das gleiche Produkt mit immer dem gleichen Zubehör und immer der gleichen Bedienungsanleitung - welche übrigens bei Newlong "ausgeborgt" wurde. Die Ersatzteil-Nummern wurden auch von Newlong gepumpt....

Ein Lichtblick ist zur Zeit nur die neue Union Special 4000, die sich sehr gut eingeführt hat und eine echte Bereicherung der Fischbein-Klasse darstellt, hier eine detaillierte  Beschreibung der Union Special 4000 .

Zwar keine brandneue Maschine, aber trotzdem der Erwähnung wert:

Der in Deutschland noch nicht sehr bekannte renommierte Nähmaschinenhersteller METALPLAST (Italien) bietet eine superleichte tragbare Nähmaschine an, welche, ähnlich wie eine elektrische Handbohrmaschine oder Bohrhammer oder Akkuschrauber, mit einem "Pistolengriff" ausgestattet ist und die Nähmaschine dadurch zur echten Einhandmaschine macht.

Das Modell MP73 von Metalplast ist, wie erwähnt, superleicht: sie bringt weniger als 2 kg auf die Waage.





Wie alle renommierten Nähmaschinenhersteller hat auch Metalplast eine Verkaufs- bzw. Kundendienstniederlassung vor Ort. Die deutsche Vertretung hat ihren Sitz in Viersen und betreut Kunden in Deutschland und Österreich. In der Schweiz befindet sich die Vertretung in Zug.


Kaufentscheidung: Was für eine tragbare Nähmaschine soll ich denn nun nehmen?


Wie bei jedem Verbrauchsgüterkauf sollten Sie zunächst vergleichen:

  • Unterschiede zwischen den Fabrikaten
  • Preisunterschiede bei baugleichen Modellen ("Klonen")
  • Zubehör (wichtig bei Importgeräten aus Fernost)
  • Kundendienst = Instandsetzungen, Überholungen
  • Versorgung mit Ersatz- und Verschleißteilen
  • Nachkaufmöglichkeiten für Nähgarn, Zubehörteile usw.
  • nicht zu vergessen: lesbare Dokumentation, Anleitung, Teileliste
  • usw.


Wenn Sie eine Gebrauchtmaschine kaufen wollen, sollten Sie sich vor dem Kauf die Maschine anschauen und sich (am besten mit Ihrem eigenen zu vernähenden Material) vorführen lassen. Dies ist umso wichtiger, wenn es sich um ein Importgerät aus Fernost handelt.

Falls der Anbieter nicht in Ihrer Nähe ansässig ist, empfehlen wir, ihm ein Muster Ihrer Originalmaterials einzusenden und um Nähproben mit der angebotenen Nähmaschine zu bitten.


Weitere Fragen beantworten wir gern nach Möglichkeit.

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