Traditioneller Armschmuck für Trachten und Volksfeste

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Traditioneller Armschmuck für Trachten und Volksfeste

Traditionellen Armschmuck gibt es in einer Vielzahl von Anfertigungen. Es kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz, die oft regionsbedingt erfasst werden, bzw. von den Rohstoffen des jeweiligen Ursprungsgebietes abhängig sind. Dazu kommen die Unterschiede in der Art der Herstellung, in Farben und Form sowie dem Brauch, dem der jeweilige Armschmuck zugrunde liegt. In diesem Ratgeber sollen Sie einen Auszug über den Zusammenhang von Tradition und Armbandanfertigung erhalten, und im besten Fall genau den Impuls, den sie für die Auswahl eines Armschmuckes benötigen.

Armschmuck und seine Vergangenheit

Schon vor etwa 7000 Jahren wurde Armschmuck getragen. Die ersten Materialien, aus denen Armschmuck hergestellt wurde, waren Muscheln und Gräser. Kupfer und Bronze fanden etwas später ihre Verwendung. Gold und Silberfertigungen erfassten dann das darauf folgende Zeitalter. In Griechenland war es in seiner Hochkultur ein Brauch, Krieger mit Leder- und Metallarmschmuck auszustatten. Diese Tradition wurde später von den Römern übernommen. Bei ihnen galt der aus Gold bestehende, in Schlangenform gewundene Armschmuck als beliebt. Der Armschmuck aus Gold galt auch in China als Hauptelement in den Materialien. Der aus grüner Jade geschnitzte Armschmuck galt weiter als ergänzendes Detail. Der Armschmuck aus Gold wurde mit Gravuren, Fabelwesen, Ornamenten und Tieren gestalterisch abgerundet. Diese Form der Armschmuckgestaltung galt übrigens auch in Indien als verbreitet.

Armschmuck und seine Tradition

Der Armschmuck erhielt in der Zeit des Mittelalters nur eine geringfügige Verwendung. Er hatte kaum einen Stellenwert. In der Renaissance änderte sich dies schlagartig, hier begann man, aufwendig verarbeitete Goldarmreifen zur Schau zu stellen. Auch Perlenarmschmuck galt als übliches Schmuckstück, gerade im südlichen Europa. Ab dem 16. Jahrhundert wurden Armbänder und Armreifen aus Edelstein und Emailmalerei getragen und im Anfang des 17. Jahrhunderts trug man eine Vielfalt dünner Armreifen gleichzeitig. Im 19. Jahrhundert gab es wohl die größte Auswahl an Armschmuck in Anfertigung und Auswahl. Hier wurde Armschmuck noch zusätzlich mit Medaillons, Kameen und Elfenbein ausgestattet. Über die Erweiterung des Imports der unterschiedlichsten Rohstoffe und Materialien gibt es heute eine umfassende, oftmals qualitativ hochwertige Produktpalette. Von Edelmetallen wie Gold und Silber reicht das Angebot über Holzanfertigungen, Perlen, Glas- und Kupfer sowie dem Einbringen unterschiedlicher gestalterischer Elemente, beispielsweise Holzschnitzarbeiten oder eines Schmucksteines wie dem Türkis. Die Navajo-Indianer fertigen damals wie heute Armreifen und Armschmuck aus den Komponenten Silber und Türkis.

Unter einem Brauch oder einer Tradition versteht sich die Überlieferung alter Gebräuche, Sprachen, landesüblicher Tänze, Rituale und Riten. Auch das Feiern von Naturereignissen oder Ernteerträgen, sowie die Lebensweise und die Art der Ausübung von Kunst und Handwerk, die Art des sich Kleidens, die ausgeübte Religion, die von Generation zu Generation in mündlicher oder schriftlicher Form weitergereicht bzw. fortgeführt werden.

Traditionelle Armbänder aus Schweden

Als Spiegel von Tradition in Verbindung mit Leder- und Naturbelassenen Farben gibt es in Schweden die Saami-Armbänder. Diese in Flechtmustern und Zinndrahtfäden gefertigten, variantenreichen Bänder werden oftmals in Kombination mit anderen Naturmaterialien und Perlen angeboten. Der Saami-Armschmuck ist häufig in einer hohen Qualität zu erhalten. Die Rückseiten der Armbänder werden oft in extra robusten Fäden und engstichig genäht. Die Saami-Bänder erhält man auch nickel- und chromfrei.

Die Herstellung der traditionellen schwedischen Saami-Armbänder gehört zum Handwerk der Lederverarbeitung und des Zinnfaden-Handwerks. Zur Herstellung der als filigran zu bezeichnenden Bänder wird, sofern es sich um „echte Originale" handelt, ein echter Zinnfaden mit vier Prozent Silberanteil eingearbeitet.

Übrigens: Eine weitere Tradition in Schweden stellen die Pelzschaf-Produkte der dort heimischen Gotlandschafe dar, die mit ihrem silbrig, seidigen Fell eine Produktquelle liefern sowie die Grundlage von Rentierlederprodukten darstellen.

Traditionelle Armbänder aus Lappland

Traditionelle Armbänder aus Lappland bestehen aus Rentierleder. Dieser Brauch der Fertigung stammt in seinem Ursprung aus der samischen Kultur. Sie sind daher oft unter dem Begriff „Saami-Armband" zu ordern. Wie die Armbändern aus Schweden sind auch diese Bänder unter Einbringung eines Zinnfadens gefertigt. Der Zinnfaden ist hier in unterschiedlichen Techniken verflochten und wird danach auf das Lederband gebracht. Der Verschluss der Armbänder ist eine Schlinge, diese wiederum ist aus Leder gefertigt, während der Knopf aus Rentierhorn besteht. Armbänder aus Lappland gelten als traditionell und dennoch modern und edel. Es gibt sie in zahlreichen Variationen und Ausführungen. Oft sind die Lederbänder in den Farben Schwarz, Mittelbraun und Beige erhältlich. Verzierungen von Ornamenten runden die hübsche Optik der Bänder ab.

Traditionelle Armbänder aus Bulgarien

Marteniza ist die Bezeichnung für ein traditionelles Armband in Bulgarien, das jedes Jahr im März nach seinem Brauchtrum von allen Einwohnern getragen wird. Das Marteniza hat die Farben Rot und Weiß und ist in verschiedenen Varianten zu tragen. Es gibt sie als schlichte Stoffarmbänder, als Bänder mit Quasten und Püppchen sowie aus Wolle oder Baumwolle. Die Marteniza gelten auch als Freundschaftsbänder. In ihrer weiteren Bedeutung gelten die Martenizas als Talismane, die für ein langes Leben und Gesundheit sorgen sollen. Die Farbe Rot in der Anfertigung des Armbandes steht hier symbolisch für die roten Wangen. Die Farbe Weiß für den „Greis" und für weißes Haar und ein hohes Alter. Der Talisman wird bis zum Auffinden eines ersten Frühlingsboten bei sich getragen. Zu diesen Boten gehören ein blühender Baum, der Storch und die Schwalbe. Dann werden sie auf einem Baum oder unter einem Stein gelegt, und dabei ein Wunsch ausgesprochen. Zum 1. April spätestens werden dann auch die Glücksbringer abgelegt, falls keiner der drei Frühlingsboten gesichtet wurde.

Hinweis: Die Tradition des Marteniza ist gleichartig mit der in Moldawien und Rumänien. Dort ist sie unter dem Ausdruck Martisor bekannt.

Traditionelle Armbänder aus Asien

In Asiens Tradition werden Schmuckstücke wie Armbänder und Armreifen oft unter Einbringung von Symbolen, Zahlen und Göttern gefertigt. Der chinesische Drache ist hier ein beliebtes Zeichen. Zu den traditionellen asiatischen Armbändern gehören auch die gestrickten Schnurambänder, Armbänder, sowie Armschmuck aus Holz, Samen, Perlen und Muschelarmbänder. Der asiatische Armschmuck aus Holz ist häufig aus Rosenholz, Teakholz oder Sandelholz gefertigt.

Als Weitere im Brauchtum gefertigte asiatische Bänder gelten auch der Armschmuck aus Stein, wie Onyx, Jade, Granat oder Türkis. In Tibet verwendet man u. a. Koralle und Bernstein und Knochen des Yak-Rindes.

Als ein besonderer Armschmuck in seiner Ausführung gilt der mit Jade. Der Jadestein gilt in Asien als Heil- und Zauberstein sowie als „Stein der Weisen". Zahlreiche Anfertigungen sprechen für die Beliebtheit dieses Edelsteines. In der Neuzeit erscheinen immer öfter Armbänder aus Türkis und Silber in unterschiedlichen Varianten und Ausführungen in den Produktpaletten. In der Mongolei und in Tibet findet der Türkis häufig eine Verwendung in Kombination mit Koralle, Silber und Goldelementen. Grünere Steine des Türkis sind hier als bevorzugt. In der Anfertigung wird der Türkisstein grob zu Cabochons poliert.

Traditionelle Armbänder aus Indien

An dieser Stelle sind die sog. Ziehharmonika- bzw. Spiralarmbänder zu benennen. Diese hübschen Accessoires sind oft aus Holzperlen oder bunten Glassteinchen gefertigt. Daneben gibt es die Mondsteinarmbänder, Bänder mit Halbedelsteinen oder auch echten Heilsteinen wie dem Achat sowie schlichtere Reifen aus Messing und in zahlreichen Farbnuancen. Auf eBay finden Sie eine große Auswahl an Armbändern unterschiedlichster Produktionsweisen und Ursprünge.

Traditioneller Armschmuck aus Afrika

Afrikanische Anfertigungen in Armbändern gelten als ausdrucksstark und farbenfroh. Von breiten Armreifen aus Kupfer-Metallen über filigranere Varianten aus Pflanzensamen und Hülsen, Glasperlen, Holz-und Steinperlen, Silbereinsätzen, Hornperlen und Horn, sowie Glasstücken, Messing, Münzen und Motiven jeglicher Form findet sich für jeden Geschmack etwas Geeignetes. Auch Edelsteine wie das Tigerauge oder der Olith werden häufig verwendet. Bei eBay finden sie eine große Auswahl afrikanischen Armschmucks.

Traditionelle Armbänder aus der Karibik

Bei den Maoris wird der traditionelle Maoriarmschmuck häufig unter Verwendung von Holzelementen, Knochen, Bracelett und Haifischzahn gefertigt. Anfertigungen dieser Art sind oft unter dem Begriff „Surferschmuck" erfasst.

Traditionelle Armbänder aus Mexiko

Armbänder aus Mexico gibt es in verschiedenen Variationen. Einmal gibt es sie in klassischen Edelmetallen wie Silber und der Einbringung von Edelsteinen wie dem Türkis oder dem Karneol. Auch Rauchquarz und Koralle finden in der mexikanischen Schmuckanfertigung Verwendung. Zum anderen fallen einem bei mexikanischen Armbändern sicherlich schnell farbenfrohe Web- und Bettelarmbänder mit Ornamenten, Glasperlen, Farbsteinen und Verzierungen ein.

Traditionelle Armbänder aus Deutschland

Denkt man an deutsche Brauchtümer, fällt einem sicherlich schnell das Oktoberfest ein. Welche Armbänder werden hier generell als traditionell betrachtet?

Das Edelweißsymbol gehört ganz sicher zu Trachtenart und Brauchtum des Oktoberfestes - und damit zu dem Bundesland Bayern in Deutschland. Armschmuck mit dem Edelweiß gibt es zahlreich und in verschiedenen Variationen zu erwerben. Ob am silbernen Bettelarmband oder als Elfenbein- oder Hornarmband, das Edelweißsymbol gehört hier einfach dazu. Auch kleine Kuhglöckchen oder Schellen treten oft in Erscheinung. Ein schöner Blickfang, wenn auch nicht ganz dem Traditionsschmuck entsprechend, aber dennoch immer wieder gerne getragen, sind Perlmutt, Koralle- und Muschelarmbänder. Gerne getragen werden Bettel-, Freundschafts- und Lederarmbänder, auch Armbänder in der Machart eines Charivaris, also eines Schmuckstückes, das in der Produktion umfangreich mit Tierprodukten wie Zahn, Gamsbart, Kralle und Horn von Jagdtieren arbeitet. Die Jagd gilt seit Jahrhunderten als Brauchtum- und auch als Tradition in fast allen Ländern. Leicht nachvollziehbar, dass auch Elemente aus der Jagdzunft in der traditionellen Schmuckherstellung ihre Anwendung finden.

Armbänder heute

In der Moderne gelten die Lederbänder mit Metall Chunks in verschiedenen Farben und Ausführungen als „trendig". Die Chunks, also Applikationen, bestehen hier nicht immer ausschließlich aus Metall, sondern können auch aus aufgesetzten Strasssteinen oder weiteren Materialelementen wie Kunststoff, Perlen, Holzelementen oder Glas bestehen. Lederarmbänder im Allgemeinen, ob geflochten oder schlicht, werden zu jedem Anlass gerne getragen.

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