Toyota Landcruiser – kraftvolle Alternative zum amerikanischen Jeep

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Toyota Landcruiser – kraftvolle Alternative zum amerikanischen Jeep

Wenn man mit einem Auto dahin will, wo normal kein Fahrzeug hingelangt, benötigt man ein dementsprechend robustes Vehikel. Abseits der asphaltierten Straßen und gepflegten Wege sind meistens die Geländewagen die einzige Möglichkeit vorwärtszukommen. Eines dieser Autos stammt aus dem Hause Toyota und nennt sich Land Cruiser.

Geschichte und Entstehung des Toyota Land Cruiser

Die Geschichte des Toyota Land Cruiser beginnt im Zweiten Weltkrieg, interessanterweise auf den Philippinen und nicht in Japan. Als japanische Truppen im Jahre 1941 den Inselstaat, der bis dahin unter amerikanischer Kontrolle war, besetzten, fiel ihnen ein Bantam Mk II in die Hände. Bei diesem handelt es sich um das Fahrzeug, das später unter dem Namen Jeep weltbekannt werden sollte. Der Bantam Mk II wurde nach Japan gebracht, wo die Militärbehörden Toyota beauftragten, ein vergleichbares Fahrzeug zu konzipieren. Dieser sollte im Militär für leichte Transportaufgaben eingesetzt werden. Das AK10 getaufte Fahrzeug wurde im Jahr 1942 fertiggestellt, kam aber in der japanischen Armee nur selten zum Einsatz.

Nach dem Krieg setzte Toyota die Planung dieses Typs von Fahrzeug fort, als 1950 eine Ausschreibung für Geländewagen der nationalen Polizeireserve einging. Das Ergebnis war der BJ, der als Vorgänger des Land Cruisers fast ausschließlich in Japan zum Einsatz kam. Nur vier Exemplare wurden exportiert. 1954 schließlich begann Toyota, diesen Geländewagen für den Export und den zivilen Einsatz zu produzieren. Der BJ wurde in Land Cruiser umbenannt und komfortabler ausgestattet, um den Ansprüchen der internationalen Käuferschaft gerecht zu werden.

Ab 1977 wurde der Land Cruiser auch in Deutschland verkauft. Es handelte sich dabei um das Modell Land Cruiser J4, das zwischen 1960 und 1984 von Toyota gebaut wurde. Damals existierten noch zahlreiche unterschiedliche Karosserieformen, die den Land Cruiser in Unterklassen aufteilten. So existierten ein Buschtaxi, ein Pick-up mit einer kurzen Ladepritsche oder ein fünftüriger Station, der den heutigen Modellen des Land Cruiser ähnelte.

Interessantes und Kurioses über den Toyota Land Cruiser

Ein Geländewagen muss nur selten zeigen, wie er mit Extremsituationen umgehen kann. Jedoch sollte er diese im Fall der Fälle dann souverän meistern, schließlich ist dies der Sinn eines Fahrzeugs dieses Typs. Dies wollte auch der englische Fernsehsender BBC testen, daher startete er Ende April 2007 mit einem Toyota Land Cruiser zu einem extremen Test. Mit spezieller Ausrüstung, Sonderreifen und kleinen Umbauten begann eine Expedition zum Nordpol. Am 2. Mai, nach rund sechs Tagen Fahrt, erreichte der Land Cruiser Modell J12 als erstes Kraftfahrzeug der Welt den magnetischen Nordpol.

Auch verschiedene Organisationen greifen auf den Land Cruiser zurück, besonders wenn der Einsatz in unwegsamem Gelände nötig wird. So beispielsweise die Bergwacht in Bayern, die einen Land Cruiser J7 zur Bergung und den Transport von Verletzten einsetzt.

Modelle vom Toyota Land Cruiser und deren Leistungsfähigkeiten

Toyota bietet in der Regel zwei unterschiedliche Versionen von Land Cruisern an, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. So existierten zwischen 1998 und 2002 die Modelle J9 und J10. Der Land Cruiser J9 ist dabei das kleinere und günstigere Fahrzeug, muss dabei aber auch auf viele Extras verzichten. In Deutschland erfolgt die Vermarktung dieser Modelle unter dem Namen „Land Cruiser", während die besser ausgestatteten Varianten als „Land Cruiser V8" erhältlich sind.

Im Jahre 2002 ersetzte der Land Cruiser J12 den J9, der außerhalb Deutschlands auch oft als Toyota Land Cruiser Prado vermarktet wird. Dieser wurde bis 2009 gefertigt und dann durch das Modell J15 ersetzt. Der Nachfolger des J10 wurde im Jahr 2008 der Land Cruiser J20. Auch wenn diese älteren Land-Cruiser-Modelle nicht mehr über die Toyota-Händler zu beziehen sind, finden Sie bei eBay noch zahlreiche Gebrauchtwagen dieser Klassen. Da die Dieselmotoren für ihre Langlebigkeit bekannt sind, kann dies eine günstige Wahl und Alternative für die Anschaffung eines Geländewagens sein. Wo die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen liegen und welcher passend für Ihre Anforderungen ist, wird im Folgenden erläutert.

Alle Land Cruiser verfügen über einen Allradantrieb, sodass auch in schweren Geländen eine optimale Kraftübertragung gewährleistet ist. Beide Varianten sind mit einer Sechsstufen-Automatik-Gangschaltung erhältlich, bei dem Land Cruiser in der Standardversion steht darüber hinaus ein manuelles Schaltgetriebe mit fünf Gängen zur Auswahl. Auch das Fahrwerk unterscheidet sich: Während beim Land Cruiser ein Doppel-Querlenker an der Vorderachse zum Einsatz kommt, besitzt das V8-Modell eine Querlenkerachse. Die Hinterachse ist in beiden Fällen starr. Bei der maximalen Zuladung gibt es ebenfalls abweichende Grenzen. Der Land Cruiser kann so bis zu 820 Kilogramm zuladen und hat eine Dachlast von 80 Kilogramm. Der Land Cruiser V8 hingegen kann bis zu 200 Kilogramm Last auf dem Dach transportieren, insgesamt jedoch nur bis zu 765 Kilogramm zuladen. Die maximale Zuladung wird ebenfalls durch optionale Extras beeinflusst und kann variieren. Ebenfalls besitzt der V8 mit 655 Litern den größeren Kofferraum, denn das Standardmodell hat einen nur 621 Liter großen Laderaum.
Der Land Cruiser ist als Drei- oder Fünftürer erhältlich. Der größere Land Cruiser V8 hingegen ausschließlich mit fünf Türen. Darüber hinaus besitzt die V8-Variante zahlreiche Extras, die Ihnen das Fahren im Gelände erleichtern. Wie etwa die Lenkwinkelanzeige, die Ihnen immer Informationen darüber gibt, in welchem Winkel Ihre Vorderräder eingeschlagen sind. Die elektronische Berganfahrkontrolle ist ebenfalls nur in dem Land Cruiser V8 vorhanden und verhindert das Zurückrollen an Steigungen sowie ermöglicht ein kontrolliertes Anfahren an rutschigen und steilen Hängen. Auch das von Toyota Crawl-Control genannte System erleichtert Ihnen das Fahren im Gelände. Dieses hält im Gelände sowie an Steigungen und Gefällen eine konstante Geschwindigkeit. Weitere elektronische Hilfen wie der Offroad-Wende-Assistent oder die Niveaukontrolle sind ebenfalls serienmäßig im V8 Land Cruiser eingebaut.

Diese Geländeextras ermöglichen es dem Land Cruiser V8, mit verschiedensten Extremen umzugehen. So ist das Fahrzeug in der Lage, Steigungen bis hin zu 45 Prozent zu meistern. Auch der Wendekreis ist mit 11,9 Metern für ein Fahrzeug dieser Größenordnung sehr klein. Der Kippwinkel beim Fahren kann bis zu 44 Grad betragen und der Land Cruiser V8 besitzt eine Bodenfreiheit von 22,5 Zentimetern. Gewässer bis zu einer Tiefe von 70 Zentimetern können problemlos durchfahren werden. Diese Eigenschaften prädestinieren den V8, wenn Sie ein Fahrzeug suchen, welches auch unwegsame Gelände abseits der Straßen befahren soll.

Verschiedene Motorenvarianten des Toyota Land Cruiser

Ursprünglich wurde der Land Cruiser nur mit einem Dieselmotor ausgestattet, da es sich um ein militärisch genutztes beziehungsweise um ein Polizeifahrzeug handelte. Jedoch bot Toyota bereits im Jahr 1956 auch Fahrzeuge mit Benzinmotoren an. Diese Zweigleisigkeit hat sich bis heute erhalten und so haben Sie nach wie vor die Wahl, ob Ihr Toyota Land Cruiser über ein Diesel- oder Benzinaggregat verfügen soll. Das Modell J20, das seit 2008 gebaut wird, ist so wahlweise mit einem 5,7-Liter-Benzinmotor oder einem Dieselaggregat mit einem Hubraum von 4,5 Litern erhältlich. In Deutschland sind vor allem die Dieselmotoren verbreitet. Der V8-Dieselmotor im Land Cruiser V8 verfügt über eine Leistung von 272 PS. Dieser beschleunigt das Fahrzeug innerhalb von 8,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer. Bei dem Land Cruiser hingegen wird ein Vierzylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von 190 PS verbaut. Dieses Aggregat bringt den Land Cruiser auf eine Höchstgeschwindigkeit von 175 Stundenkilometer und beschleunigt innerhalb von 11 Sekunden von 0 auf 100.

Ersatzteile für Fahrzeuge vom Typ Toyota Land Cruiser

Bei eBay finden Sie auch zahlreiche Ersatzteile für Ihren Toyota Land Cruiser, ungeachtet dessen, wie alt das Fahrzeug bereits ist. Sollten Sie selber Hand anlegen wollen und die Reparaturen in Eigenregie durchführen, empfiehlt sich eine passende Anleitung. Aus Werkstatthandbüchern zum Toyota Land Cruiser erfahren Sie, wie Sie vorgehen müssen bei den unterschiedlichsten Wartungen und Reparaturen, die bei dem Geländewagen anfallen können.

Obwohl die Motoren und das Getriebe des Fahrzeugs als sehr langlebig und robust gelten, kann es notwendig sein, diese zu wechseln. Achten Sie beim Kauf eines Land Cruiser-Motors oder eines Getriebes dabei darauf, dass es sich um ein zu Ihrem Modell passendes Teil handelt. Im Laufe der Jahre verbaute Toyota viele unterschiedliche Motoren. Es bestehen sogar Unterschiede zwischen einigen europäischen Ländern, so wurden in Portugal und Italien teilweise Aggregate des Herstellers Stabilimenti Meccanici verbaut. Sie finden auch spezielle Einzelteile für den Motor, wie beispielsweise Zylinderköpfe für verschiedene Land-Cruiser-Motoren.

Ebenfalls finden Sie bei eBay passende Felgen für Ihren Toyota Land Cruiser. Dabei verwendet Toyota je nach Modelltyp zwei unterschiedliche Systeme, die untereinander nicht kompatibel sind. Felgen der Land Cruiser-Modelle J12 und J15 beispielsweise werden über sechs Schrauben befestigt, während die Land Cruiser J7, J8 und J9 über Fünflochfelgen verfügen.

Durch spezielle Bausätze zur Spurverbreiterung können Sie das Fahrverhalten des Toyota Land Cruiser verändern. Diese werden zwischen Felge und Radhalterung montiert und erhöhen den Abstand zwischen den beiden Rädern. Dies verbessert die Fahrstabilität und verringert die Seitenneigung. Achten Sie beim Kauf dieser Sätze aber unbedingt darauf, dass eine Zertifizierung nach DIN ISO EN 9001 vorliegt. Ansonsten ist die Verwendung einer Spurverbreiterung nicht legal.

Den passenden Land Cruiser für Ihre Bedürfnisse finden

Wie deutlich wird, gibt es einige gravierende Unterschiede zwischen den beiden Modellen des Land Cruiser. Gerade in den Extras, die für das Fahren im Gelände wichtig sind, bringt der Land Cruiser V8 eine deutlich bessere Ausstattung mit. Diese vereinfachen Ihnen zwar das Fahren in schwerem Gelände, werden aber auf ausgebauten Straßen nicht benötigt. Da diese Extras das Fahrzeug im Vergleich zur Basis-Variante deutlich verteuern, sollten Sie nur zu dem V8 greifen, wenn Sie wirklich häufig vorhaben, mit dem Fahrzeug im Gelände unterwegs zu sein. Von der sonstigen Technik und der Ausstattung unterscheiden sich die beiden Versionen sonst kaum. Auch der Kauf eines gebrauchten Land Cruiser ist eine Option.

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