Top-10 Verstärker-Marken: Voll aufdrehen zum kleinen Preis

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"Englische Einstellung" heißt für Gitarristen: alle Potis nach rechts – voll aufdrehen. Zumindest trifft das auf die Vollröhren-Amps zu. Röhren klingen unter Volllast nun mal am wärmsten. Seit Jahrzehnten lassen geniale Konstrukteure sich weitere innovative Varianten einfallen: Transistor-Verstärker, Hybriden, die mit einer Vorstufenröhre ausgestattet sind, Modeling Amps mit leistungsfähigen Prozessoren. Wer sich einen Amp gebraucht zulegen möchte, sollte unbedingt auf den Zustand achten. Wie überall gibt es Komponenten, die mühelos repariert werden können –  und diejenigen, bei deren Beschädigung Endstation angesagt ist. Am Gebrauchtmarkt sind derart viele Modelle verfügbar, dass jeder das passende Schnäppchen finden kann. Hier die Top 10 Verstärker-Marken.
Anschalten, aufwärmen, abrocken (Foto: Thinkstock)
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Anschalten, aufwärmen, abrocken (Foto: Thinkstock)

Top 1 – Marshall

Zu den absoluten Klassikern zählen die Amps von Marshall. Das klassische Marshall-Setup ist ein Vollröhren-Topteil mit einer 4x12''-er Box darunter. Das puristische 1959er-Top oder das High-Gain-Top JMP 2203, der Verkaufsschlager damaliger Zeiten – das JCM 800 – und viele weitere Verstärker sind mit vollem Recht überaus beliebt und haben sich einen Ehrenplatz in der Amp-"Hall of Fame" gesichert. Mögliche Gebrauchspuren verleihen den Verstärkern ihre Seele. Kein Grund, von einem Kauf Abstand zu nehmen. Die Röhren sind Verbrauchsteile, die vom Fachmann simpel ausgewechselt werden können. Der Amp kann schnell wieder mit voller Soundausbeute punkten. Analog gilt das für sämtliche Röhren-Verstärker.
Kompromisslos: Top-Teil und 4x12er-Box (Foto: Thinkstock)
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Kompromisslos: Top-Teil und 4x12er-Box (Foto: Thinkstock)

Top 2 – Fender

Während Marshall eher auf brettharte Sounds im High-Gain-Modus für Humbucker-Klampfen setzte, waren die Verstärker von Fender auch für cleane oder angezerrte Sounds perfekt. Wer einen Fender Twin Reverb oder einen Blues Deville entdeckt, kann ein Stück Musikgeschichte ergattern. Das Chassis sollte auch hier frei von Rost sein. Andernfalls liegt die Vermutung nahe, dass der Verstärker in feuchter Umgebung wurde. Fotos sollten also auch vom Innenleben vorhanden sein.

Top 3 – Line6

Einer der Vorreiter der Modeling-Amps ist Line6. Das Besondere der Modeling-Verstärker: Sie imitieren mit entsprechenden Presets die Klassiker und lassen sich inklusive Speaker-Simulation und Emulation in vielen Bereichen bearbeiten. Die klanghaften Namen der aktuellen Modelle lauten beispielsweise Line6 Amplifi 30, Line6 Spider Jam oder der kleinere Bruder, der Line6 Spider IV 15. Das wichtigste Bauteil von Line6-Amps ist eigentlich die interne Elektronik. Der sollte beim Gebrauchtkauf besonderes Augenmerk gewidmet werden. Ein Update ist machbar, aber nicht immer ganz einfach.
Modelling ist auf dem Vormarsch. (Foto: Thinkstock)
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Modelling ist auf dem Vormarsch. (Foto: Thinkstock)

Top 4 – Peavey

Peavey befindet sich unter den Top-Verstärkerherstellern, zumal die Marke hochklassig professionelle Verstärker, wie den 5150 – einst mit dem legendären Eddy van Halen als Endorser -, und zugleich wirklich toll klingende Einsteiger-Amps, wie den Peavey Rage 158, auf den Markt gebracht hat. Der 5150 punktet mit druckvollstem Hammersound; die kleinen 158er-Zwerge geben Musikschülern bei ihren ersten Schritten ein gutes Gefühl. Speziell bei den günstigen Schüler-Amps sollten beim Einschalten keine Knack- oder Brummgeräusche auftreten. Schon die Fehlersuche stünde in keinem Verhältnis zum Kaufpreis.

Top 5 – Engl

Engl war von Anfang an kompromisslos. Bereits der erste Combo, der Engl Straight, spielte sich in Herz und Magen der Musiker zugleich. Keine Spur von Zurückhaltung, sondern Volldampf mit angenehmen Mitten im Klangspektrum.

Top 6 – Mesa Boogie

Mesa Boogie hat die Ractifier Topteile wieder zum Leben erweckt. Der geradezu unfassbare Röhrensound auch bei moderaten Lautstärken ist möglich durch die Umschaltbarkeit der Endstufe zwischen 100 und 50 Watt, wodurch die Vorstufe schnell an den Lastpunkt getrieben werden kann.
Retro ist angesagt – puristischer Röhrensound. (Foto: Thinkstock)
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Retro ist angesagt – puristischer Röhrensound. (Foto: Thinkstock)

Top 7 – Hughes & Kettner

Hughes & Kettner Verstärker haben gerade deutschlandweit für Furore gesorgt. Das Beeindruckende: Sie waren die Ersten, die Transistor-Amps hierzulande bühnen- und proberaumtauglich machten. Der Hersteller hatte den Mut zum eigenen Klangbild – und damit auf ganzer Linie gewonnen.

Top 8 – Vox

Der Vox-Renner aller Jahre: der Gitarren-Combo AC30. Zur Perfektion mit diesem Verstärker hat es Brian May von Queen gebracht: Der Ausnahmegitarrist stellte gleich neun davon neben- und übereinander. Cool ist auch die Vox VT Serie: Modeling-Combos der Extraklasse.

Top 9 – Blackstar

Ebenfalls aus der Vollröhren-Fraktion stammen die Amps von Blackstar. Die Firmengründer sind einstige Mitarbeiter von Marshall und lassen ihr gesamtes Know-how in Vollröhren-Topteile wie den HT Metal 100, den Artisan 15H, den HT5-H oder Combos wie den HAT Stage 60, den Club oder den Modeling-Amp ID:Core Stereo 10 mit einfließen.

Top 10 – Roland

Der Spezialist für Clean-Sound ist Roland. Der Hersteller profitiert von den digitalen Kenntnissen der Keyboard-Abteilung und ist vor allem in der Unterhaltungs- und Tanzmusik angesagt. So punktet der Roland JC-120 mit glasklarem Klang und kann auch als Keyboard-Amp genutzt werden.
Platz für Dynamik – ein wenig geht noch. (Foto: Thinkstock)
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Platz für Dynamik – ein wenig geht noch. (Foto: Thinkstock)

Welcher Verstärker ist der Richtige?

Bei der Wahl des Verstärkers stehen verschiedene Aspekte im Mittelpunkt: Zunächst sollte man sich darüber Gedanken machen, welchen Musikstil man überhaupt spielen möchte. Wer Metal spielt, braucht Highgain-Amps – ohne Vollröhre geht da gar nichts. Wer eher Mainstream, Jazz oder modernen Pop spielt, kann gut einen Modeling-Amp oder einen Verstärker mit weniger Gain in der Vorstufe nutzen. Country verlangt nach cleanem Sound. Es muss jedem zwingend klar sein, dass ein Verstärker lediglich ein Verstärker ist – ein Teil des Gesamtsystems. Vorne kommt raus, was die Finger reinspielen. Auf dem Weg dahin gibt es noch viele weitere Komponenten, die für den gewünschten Gesamtsound sorgen.
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