Tonbandspieler haben einige Komponenten, die gepflegt werden müssen

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Tonbandspieler haben einige Komponenten, die gepflegt werden müssen

Tapedecks/Tonbandspieler – wie Sie die Tonqualität verbessern

Aus heutiger Sicht könnte man meinen, dass die Verwendung von Tonbandgeräten und Kassettenspielern nur noch etwas für Nostalgiker ist. Die technische Entwicklung hat auch vor diesen Audiogeräten nicht haltgemacht.

Heutzutage bestimmen MP3 Musikdateien, Downloadplattformen im Internet und Musik-Streaming-Dienste die Hörgewohnheiten der Menschen. Dazwischen befindet sich auch immer noch die Compact Disc (CD). Aber auch diese wird wahrscheinlich in absehbarer Zeit vom Markt verdrängt werden, um in einer Nische weiterhin genutzt zu werden.

Um zu der Ausgangsfrage zurückzukommen: Ja, Tonbandgeräte und Kassettendecks sind für Nostalgiker da. Sie sind aber auch für all diejenigen da, die vielleicht einen zufälligen Dachbodenfund gemacht haben. Oder für diejenigen, die schlicht und ergreifend noch mal in ihre alte Kassettensammlung hineinhören wollen.

Viele sind aber auch schon dabei, ihre Tonbänder und „Compact Cassetten“ in das digitale Zeitalter zu überführen. Auch für sie könnte dieser Ratgeber interessant sein. Denn eins ist sicher: Das Abspielen dieser alten Tonträger muss meistenteils mit gebrauchten Geräten erfolgen.

Tapedecks und Tonbandspieler für den Consumerbereich werden eigentlich nicht mehr hergestellt. Deswegen ist es um so wichtiger, die alten Geräte zu pflegen, damit sie die bestmögliche Tonqualität erreichen können. Dafür stehen unterschiedliche Möglichkeiten bereit, die Sie ausprobieren können.

Der Ratgeber wird Ihnen dabei sicherlich nicht alle Tipps und Tricks liefern können. Er kann Ihnen nur einige – vielleicht entscheidende – Hinweise geben, falls die Tonqualität Ihres Bandlaufwerks leidet.

Wenn man wissen will, wie man sein Tonbandgerät in Schuss und den Ton sauber hält, dann sollte man auch eine Grundvorstellung von seiner Funktionsweise haben. Dabei hilft manchmal schon ein kleiner Ritt in die Geschichte.

Eine kleine Geschichte des Tonbandgeräts

Die ersten Tonträger, die ein magnetisches Aufnahmeverfahren verwendet haben, benutzten Stahldraht als magnetisierbaren Speicher. Bei diesen sogenannten Drahttongeräten war ein Stahlband auf die Spulen gewickelt.

Ihre Nachfolger wurden in den 1930er Jahren hergestellt. Diese Vollspurgeräte benutzten ein magnetisierbares Band aus Acetat mit einer Breite von 6,5 mm. Die Geräte nutzten die gesamte Breite des Tonbandes zur Aufnahme.

Zu Beginn der 1940er Jahre kamen die ersten Halbspurgeräte auf den Markt. Bei diesen Modellen wurde im ersten Banddurchlauf die erste Hälfte der Bandbreite bespielt. Nach dem Wenden der beiden Auf- bzw. Abwickelspulen wurde im zweiten Durchlauf die andere Hälfte des Bandes in Gegenrichtung bespielt. Die Spielzeit wurde so auf einen Schlag verdoppelt.

In den 1950er Jahren wird der Markt für Tonbandgeräte auch im Heimbereich reichhaltiger und die Preise werden niedriger. Hier entwickeln sich auch die ersten Stereo-Tonbandgeräte. Und gegen Ende des Jahrzehnts werden die ersten Viertelspurgeräte vorgestellt.

Im professionellen Bereich ging die Entwicklung noch weiter. Hier wurden Mehrspurtongeräte mit bis zu 48 Spuren entwickelt. Dies ermöglichte die Aufnahme von 48 verschiedenen Tonquellen, was das nachträgliche Abmischen sehr erleichterte.

Ab den 1960er Jahren wurde das klassische Spulentonbandgerät besonders durch die Einführung des Audio-Kassetten-Tonbands nach und nach zurückgedrängt. Allerdings verlor es erst in den 1980er Jahren bei Einführung der Compact Disc in zunehmendem Maße seine Bedeutung.

Das Tonband als magnetisierbarer Audio-Speicher

Wie kommt der Ton auf das Band? Um es einfach zu sagen: Die Audiosignale werden magnetisch auf das Tonband geschrieben. Oder: Das Tonband wird magnetisiert. Dafür muss es gewisse Eigenschaften besitzen.

Die Tonbänder bestehen zum großen Teil aus Kunststoff. Auf dieser Kunststoffbasis befindet sich eine spezielle Beschichtung, die sich magnetisieren lässt. Von diesen Beschichtungen gibt es unterschiedliche Ausführungen. Sie können mit Eisen-, Eisenoxid- und/oder Chromoxidkristallen beschichtet sein.

Je nach dem welche Bandbeschichtung vorhanden ist, kann diese Einfluss auf die Tonqualität bzw. den Klang haben. In vielen Fällen ist das aber auch eine Frage des individuellen Hörens.

Wie sind Tonbandgeräte eigentlich aufgebaut?

Am Tonbandgerät befinden sich standardmäßig zwei Spulen: Links die Abwickel-, rechts die Aufwickelspule für das Tonband. In der Mitte befinden sich die Tonköpfe, die das Band magnetisieren bzw. entmagnetisieren.

Ein Motor lässt die Spulen rotieren und führt das Band an den Tonköpfen vorbei. Zur Bandaufzeichnung dienen zwei Magnettonköpfe. Der eine ist der sogenannte Löschkopf. Hier wird das Band zuerst entlanggeführt und für die neue Aufnahme gelöscht, bzw. entmagnetisiert.

Hinter dem Löschkopf befindet sich der Sprech- bzw. Aufnahmekopf, der die eigentliche Aufzeichnung leistet. Dieser magnetisiert das Band mit den elektrischen Toninformationen.

Ein dritter Magnetkopf, der Wiedergabe- bzw. Hörkopf, liest die in der Magnetschicht gespeicherten Signale und wandelt diese in elektrische Signale um. Diese werden verstärkt und im Lautsprecher wiederum in akustische Signale gewandelt.

Tonbandgeräte besitzen, je nach Alter und Modell, unterschiedliche Bandgeschwindigkeiten zur Aufnahme und Wiedergabe. Zuerst hatte die Firma AEG eine Bandgeschwindigkeit von 77 Zentimetern pro Sekunde definiert.

Mit der Verbesserung des Bandmaterials und der Elektronik konnte die Geschwindigkeit immer mehr reduziert werden. Tonbandgeräte für den Heimbedarf haben in der Regel eine Standardbandgeschwindigkeit von 9,5 Zentimetern pro Sekunde.

Die Audiokassette als Tonband wurde von Philips 1963 auf der Berliner Funkausstellung vorgestellt. Die sogenannten „Compact Cassetten“ sind wesentlich kleiner als die „normalen“ Spulentonbänder und sind durch Ihre Unterbringung in einem Kunststoff- oder Metallgehäuse sehr einfach zu handhaben. Dennoch funktionieren Sie nach demselben Prinzip.

Audiokassetten besitzen ein wesentlich schmaleres Band. Am Anfang machte sich dieses Faktum durch eine schlechte Tonqualität bemerkbar. Damals wurde die Kassette auch eher für Sprachaufnahmen und weniger für die Aufzeichnung von Musik verwendet.

Mit der Entwicklung von Magnetbandbeschichtungen auf Chromoxidbasis verbesserte sich die Qualität zusehends. Besonders durch die Einführung der tragbaren Radiorekorder und des Walkmans, gelangte die Audiokassette zu immer größerer Verbreitung. Besonders bei Jugendlichen war sie beliebt.

Die Audiokassette besaß allerdings auch – wie ihre großen Brüder, die Spulentonbandgeräte – einige Nachteile. Häufiger „Bandsalat“ durch einen unsteten Banddurchlauf oder Qualitätseinbußen durch unbeabsichtigte Magnetisierung kommt des öfteren vor.

Im Zuge der 1980er und besonders 1990er Jahre war der Audiokassette das gleiche Schicksal beschieden, wie den Spulentonbandgeräten. Sie wurden zum aller größten Teil durch den neuen digitalen Tonträger CD verdrängt.

Wenn Sie vorhaben, ältere Tonbänder noch einmal zu hören, Neue aufzunehmen oder diese sogar zu digitalisieren, sind sie auf die bestmögliche Tonqualität angewiesen. Unter anderem wesentlich für die Tonqualität bei einem Tonbandgerät – bei Kassettendeck oder beim klassischen Spulentonbandgerät – sind konstante Bandgeschwindigkeit, Bandbeschichtung sowie der Zustand der Tonköpfe.

Eine konstante Bandgeschwindigkeit ist wichtig für eine qualitativ gute Aufnahme. Die Bandgeschwindigkeit wird bei Tonbandgeräten durch die Capstan- bzw. Tonwelle sichergestellt. Gibt es hier Probleme, bzw. variiert die Geschwindigkeit bei Aufnahme oder Wiedergabe, ist die Tonqualität stark beeinflusst.

Die magnetisierbare Schicht beim Tonband bzw. der Kassette ist auch in nicht unwesentlichem Maße für die Tonqualität verantwortlich. Damit ist allerdings ein objektiv messbarer Unterschied gemeint. Der Klang eines Bandes kann vom Ohr natürlich auch unterschiedlich „ästhetisch“ wahrgenommen werden.

Besonders auf eines sollte man achten. Welchen Bandtyp Sie auch immer verwenden: Bewahren Sie in nicht in unmittelbarer Nähe zu starken Magnetquellen auf.

Einige Tonband- und Kassettengeräte besitzen auch eine spezielle Einmessfunktion. Damit können Sie einstellen, welches Band gerade verwendet wird. Das Gerät „weiß“ dadurch, welche magnetischen Eigenschaften das eingelegte Band besitzt.

Großen Wert sollten Sie weiterhin auf die Pflege des Gerätes und besonders der Tonköpfe legen. Sind diese nur gering verschmutzt, hat auch das große Qualitätseinbuße zur Folge. Für Kassettendecks gibt es beispielsweise spezielle Reinigungskassetten. Bei Spulenonbandgeräten sind Reinigungssets erhältlich.

Rauschreduzierung ist ein weiteres Verfahren zur Verbesserung der Tonqualität

Bei vielen Tonbandgeräten, im Besonderen aber bei den beliebteren Kassettendecks, haben sich in den Jahren verschieden Verfahren zur Rauschreduzierung herausgebildet. Das bekannteste System in diesem Bereich ist Dolby.

Rauschreduzierungsverfahren eliminieren das Grundrauschen eines Bandes bis zu einem Minimum. Dabei werden bei der Aufnahme leise Töne in der Lautstärke angehoben und bei der Wiedergabe um den gleichen Betrag gesenkt. Das Bandrauschen wird dadurch gleichzeitig mit abgesenkt.

Das bekannteste Verfahren in diesem Bereich war Dolby-B. Sein Nachfolger Dolby-C erlangte eine ähnlich weite Verbreitung. Dessen Nachfolger Dolby-S kam nicht mehr richtig zum Zug. Bei seiner Einführung war schon die digitale CD auf dem Vormarsch.

Andere Rauschreduzierungsverfahren erlangten weite weniger Bedeutung und geringere Verbreitung. So zum Beispiel High Com von Telefunken oder Dbx und DNL von Philips.

Mehr Qualität im Nachhinein: Digitale Tonbearbeitung

Sollten Sie Ihre Musik bereits mithilfe Ihres Computers vom Band auf die Festplatte gebannt haben, können Sie es natürlich im nachhinein noch bearbeiten. Dafür steht Ihnen eine ganze Fülle von verschiedenen Programmen zur Auswahl.

Diese erstreckt sich von guten und auch kostenlosen Programmen bis hin zu großen Software-Suiten an professioneller Soundbearbeitung. Die Vorstellung dieser Programme würde jedoch den Rahmen dieses Ratgebers bei Weitem sprengen.

Dieser Ratgeber konnte Ihnen hoffentlich einen kleinen Überblick zu Tonbandgeräten und Kassettenspieler geben. Zur Identifikation möglicher Quellen von Qualitätseinbußen ist das Verständnis des Funktionsprinzips eines Tonbandgerätes sehr wichtig.

Der Ratgeber konnte Ihnen einige verbreitete, doch bei Weitem nicht alle potenziellen Störquellen vorstellen. Dabei hat sich gezeigt, dass man besonders auf eine konstante Bandgeschwindigkeit und eine korrekte Magnetisierung bzw. Entmagnetisierung des Bandes achten sollte.

Weiterhin ist ein eine gute Pflege der Gerätemechanik sowie der Tonköpfe äußerst wichtig. Verschiedene Angebote von Reinigungssets und Reinigungskassetten finden Sie bei eBay

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