Tolles Hobby: Sammeln von Flugpost-Briefmarken

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So findet man Flugpost-Briefmarken auf eBay

Flugpost-Briefmarken – eine ganz besondere Sammlerleidenschaft

Die Flugpost, auch Luftpost genannt, hatte ihre Anfänge schon im 18. Jahrhundert. Damals wurden Postgüter mit den ersten Heißluftballons befördert. Der Vorteil lag klar auf der Hand: Auf dem Luftwege erreichte die Post ihre Empfänger schneller und unkomplizierter als auf den oft beschwerlichen Landwegen. Mit Erfindung des Flugzeuges brach dann die goldene Zeit der Flugpost an, die bis heute eine zuverlässige Möglichkeit ist, Sendungen innerhalb kürzester Zeit zuzustellen. Und natürlich gilt seit jeher auch für die Flugpost eine Frankierpflicht. 1917 kamen in Italien die ersten Flugpostmarken zum Einsatz, und im Laufe der Jahre entwickelte sich das Sammeln von Flugpostbriefmarken zu einer ganz eigenen Sammelleidenschaft, bekam sogar einen eigenen Fachbegriff: die Aerophilatelie. Das Internet ist unter Sammlern mittlerweile als Kauf- und Tauschbörse anerkannt und bietet eine große Auswahl an Flugpost-Briefmarken aus verschiedenen Zeitepochen und Ländern. Im folgenden Ratgeber finden Sie einige Hinweise und Tipps zum Einkauf von Flugpost-Briefmarken.

The Inverted Jenny – der Star unter den Flugpostmarken

Eigentlich ein Fehldruck, heute eine der teuersten und seltensten Briefmarken der Welt: 1918 wurde in den USA eine neue Marke zur Frankierung der inländischen Flugpost eingesetzt, die eine Curtiss JN-4 zeigte, ein Flugzeugmodell jener Zeit, das im Volksmund auch "Jenny" genannt wurde. Die Marke hatte einen Postalwert von 24 Cent, was für damalige Verhältnisse ein überaus hoher Preis für die Frankierung war. Aufgrund der zweifarbigen Gestaltung – das Markenbild mit dem Flugzeug wurde in Blau gedruckt und der Rand in Rot – musste der Druckvorgang in zwei Phasen vorgenommen werden. Während dieses Wechsels passierte dann der wohl aufregendste Fehldruck in der Geschichte der Aerophilatelie, denn auf einem der Bögen mit 100 Marken standen alle Flugzeuge auf dem Kopf, der Rand war hingegen korrekt abgedruckt. Ein Briefmarkensammler namens Robey erstand jenen Bogen und verkaufte ihn weiter. Innerhalb kürzester Zeit avancierte der Bogen mit der "Inverted Jenny", also der auf dem Kopf stehenden Jenny, zu einem heiß begehrten Sammlerobjekt und erzielte noch im Jahr des Druckes einen Sammlerwert von über 20.000 US-Dollar. Heute liegt der Preis für eine original "Inverted Jenny" natürlich noch weit über jenem Betrag, denn weltweit sind nur jene 100 Exemplare der Marke erhältlich. Im Laufe der Jahrzehnte entstanden immer wieder Reproduktionen der "Inverted Jenny", die heute ebenfalls einen gewissen Wert aufweisen. Allerdings sind auch etliche Fälschungen aufgetaucht und immer wieder in Umlauf gebracht worden. Achten Sie also beim Kauf einer "Inverted Jenny" darauf, ob Ihnen ein Original oder ein Replika angeboten wird.

Luftpostmarken – die offiziellen Amtswertzeichen

In den Glanzzeiten der Luftpost unterschied man zwischen Luftpostmarken und Flugmarken. Luftpostmarken wurden von offizieller Stelle vergeben, Flugmarken wurden von privater Hand vertrieben. Die ersten Luftpostmarken erschienen, wie bereits erwähnt, 1917 in Italien. Hier wurde bei den Luftpostmarken ein höheres Porto veranschlagt, damit die besondere Transportart und bessere Serviceleistung sich auch im Preis niederschlugen. Meist zeigten die Marken von Anfang an Motive aus der Luftfahrt. Piloten, Flugzeugmaschinen, Turbinen oder Propeller sind die dabei am häufigsten verwendeten Abbildungen. Aber auch Flügel oder Vogelmotive sollten an die Freiheit des Fliegens erinnern und wurden gerne gedruckt. Nach und nach entwickelte sich ein lukratives Geschäft mit der Luftpost, und so war die Sendungsart bald in vielen Ländern der Erde ein gerne genutzter Weg, um Sendungen rasch an ihr Ziel zu befördern.

Unter den Luftpostmarken aus der ganzen Welt  sind auch besondere Editionen erhältlich, denn einige Länder vergaben unterschiedliche Marken für In- und Auslandssendungen. Auch Nachtluftpostdienste erforderten andere Marken als die regulären Luftpost-Amtswertzeichen.

Flugmarken – die halbamtlichen Wertzeichen

Flugmarken wurden von privater Seite vergeben. Diese Marken sind streng genommen keine regulären Briefmarken, sondern Klebevignetten, die dem Erscheinungsbild von amtlichen Briefmarken ähneln. Flugmarken waren allerdings schon vor den amtlichen Luftpostmarken erhältlich und wurden eingesetzt, um Flugveranstaltungen zu finanzieren. Im Rahmen dieser Festivitäten wurde die Postbeförderung mit aufgenommen, sodass hier auch ein privater Luftpostservice genutzt werden konnte. Die Marken waren beim Veranstalter erhältlich und galten nur für die in dessen Verantwortungsbereich liegenden Flüge. Wer die Luftpost noch weiter schicken wollte, musste zusätzlich auf amtliche Wertmarken zurückgreifen. Bis in die dreißiger Jahre hinein waren solche Veranstaltungen sehr beliebt und wurden gerne genutzt, um Luftpost auf den Weg zu bringen. Nach und nach schwand allerdings das den Flugzeugen anhaftende Flair des Außergewöhnlichen – sie wurden zunehmend als alltäglich angesehen. So endete auch Mitte der dreißiger Jahre die Beliebtheit der Flugveranstaltungen; die letzten Flugmarken stammen aus der Zeit um 1933. Oft wird den Flugmarken ein Sammlerwert abgesprochen, da die Marken keine postalische Verwendung im amtlichen Sinne hatten. Allerdings mussten die Marken von der Post bewilligt werden, sodass man Flugmarken als "halbamtlich" bezeichnet. Somit besteht durchaus eine Berechtigung zur Sammlung von Flugmarken.

Luftpostaufkleber – keine Marke und dennoch begehrt bei Sammlern

Luftpostklebezettel sind, genau genommen, keine Briefmarken. Aufgrund ihres Aussehens und weil Sie oft eine Zähnung aufweisen, sind sie Briefmarken zwar sehr ähnlich, haben allerdings keinen postalischen Markenwert. Sie dienen lediglich dazu, die Sendungen zu kennzeichnen, die als Luftpostsendung verschickt werden sollen. Aufgrund ihrer Gestaltung, die meist in den typischen Luftpostfarben Blau und Rot gehalten und ohne Motiv, dafür aber mit einer bestimmten Typografie versehen ist, sind sie optisch sehr begehrt. Meist ziert der Schriftzug "Mit Luftpost – Par Avion" den Aufkleber. Der französische Ausdruck ist auf den meisten Luftpostaufkleber zu sehen, da im 19. Jahrhundert die französische Sprache als Weltpostsprache festgelegt wurde. Viele Sammler legen zwar keinen besonderen Wert auf die Luftpostklebezettel, sie sind allerdings oft Zeugnis historischer Zeiträume und werden deshalb gerne als gestalterisches Mittel in eine Sammlung aufgenommen. Sie erhalten Luftpostaufkleber aus verschiedenen Dekaden zu relativ günstigen Preisen, mitunter werden diese etwas höher ausfallen, wenn die Aufkleber gestempelt wurden.

Nicht ausschneiden – Luftpostsendungen als philatelistische Zeitzeugen

Die meisten Aerophilatelisten sind lediglich an den Flugpost-Briefmarken interessiert. Deswegen landen die zugehörigen Umschläge häufig im Papierkorb. Sicher: Der Sammler selbst entscheidet, worin seine Leidenschaft liegt – allerdings werden intakte Wurfsendungen und Umschläge philatelistisch meist unterschätzt. Experten sprechen zwar nicht von einem philatelistischen Wert, legen allerdings das Augenmerk auf die historische Wertigkeit der Dokumente. Von einer intakten Wurfsendung kann abgelesen werden, wann der Brief in welchem Postamt aufgegeben wurde, welche Fluglinie die Sendung transportierte und welche Art von Flugpost-Service zum Einsatz kam. So sind auf Briefumschlägen von Luftpostsendungen der Deutschen Lufthansa in den 1960ern besondere Stempel und Vermerke angebracht worden, beispielsweise bei der Einführung des innerdeutschen Luftverkehrs, der Eröffnung des Nachtluftpostdienstes oder bei Erstflügen auf Auslandsrouten. Diese Stempel und Hinweise sind besondere Zeugnisse und post- wie auch zeitgeschichtlich sehr interessant. Besonders bei Marken mit geringerem Wert kann eine aerophilatelistische Briefmarkensammlung eine Aufwertung erfahren, wenn die Marken nicht herausgeschnitten, sondern mit dem Brief aufgenommen werden. Auch optisch sind intakte Luftpostsendungen interessant, da je nach Land auch besondere Luftpostumschläge oder Aufkleber zum Einsatz kamen. Achten Sie daher auf Angebote, die Ihnen eine Auswahl an intakten Sendungen bietet, wobei Sie dann selbst je nach Sammelwert und -Handhabung entscheiden können, sie entweder ganz zu Ihrer Sammlung hinzuzufügen oder lediglich die Marken herauszutrennen.

Flugpost-Briefmarken kaufen – Augen auf!

Durch das Internet können Sie sich weltweit mit anderen Sammlern austauschen, Marken kaufen und eintauschen. Bequem holen Sie sich so Ihre ganz persönlichen philatelistischen Momente nach Hause und sind nicht abhängig von Tauschbörsen oder Kongressen.

Besorgen Sie sich vor dem Einkauf einen aktuellen Katalog von Flugpost-Briefmarken. So wissen Sie schon vorab über die aktuelle Marktsituation Bescheid und können besser einschätzen, ob der Preis im jeweiligen Angebot angemessen ist oder ob eine Marke einen generellen postalischen Wert überhaupt aufweist. Achten Sie beim Kauf von Briefmarken der Flugpost auf besondere Editionen oder genannte Fehldrucke, die als Wertanlage angesehen werden sollten. Beachten Sie finden Sie etliche Sets, Briefpakete, Flugpostmarken-Kollektionen und attraktive Angebote.

Suchen Sie ganz in Ruhe nach Ihren Marken und erkundigen Sie sich getrost auch bei anderen Sammlern und Fachleuten nach deren Einschätzung oder Erfahrung bezüglich bestimmter Händler oder Angebote. Die Echtheit einer Flugpost-Briefmarke ist hingegen das A und O, an dem kein Weg vorbeiführt, wenn Sie eine fundierte Sammlung aufbauen möchten. Lassen Sie sich die Echtheit der Luftpost-Wertzeichen in jedem Fall bescheinigen. Dies kann entweder durch ein Zertifikat geschehen, das der Marken-Lieferung beiliegt, oder Sie lassen die Marken selbst von einem Experten schätzen, prüfen und den Wert bestimmen. Solche Fachleute können Ihnen auch Informationen darüber geben, ob ein Angebot im Internet wirklich angemessen ist. Wenn Sie einen Fachexperten zu Rate ziehen, vermeiden Sie, auf falsche Angaben oder gar wertlose Schätzungen hereinzufallen. Informieren Sie sich auch in aktuellen Marken-Magazinen nach neuen Marken, Preisen und Merkmalen echter Flugpost-Briefmarken.

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