Tokina AT-X Pro SV f2,8 / 28-70mm mit EF-Anschluss

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Dieses Objektiv wurde von Tokina für das KB-Format (24x35mm) gerechnet, ist also ein heute sogen. Vollformat-Objektiv mit dem klassischen mittleren Brennweitenbereich vom leichten WW (28mm) bis zum leichten Tele (70mm) bei durchgehend guter Anfangsblende von 1:2,8. Besitzer von D-SLR's mögen bitte ihren jeweiligen Crop- (Verlängerungs-) Faktor berücksichtigen. Dieser ist für das digitale Canon SLR-System 1,6, und damit erreichen wir bildwirksame Abbildungen wie mit ca. 45-112mm, also ungefähr Normalbrennweite bis zum leichten Telebereich (Porträtbrennweite). Ich habe es auf diesem Marktplatz für den Gebrauch an einer Canon EOS 20D gekauft, bei der durch den Aufnahme-Chip im APS-C Formfaktor nur der innere Teil des erfaßten Bildes gebraucht wird, welcher auch der qualitativ beste ist. Meine Erfahrungen und eigenen Tests beziehen sich entsprechend auf die Verwendung an einer digitalen SLR mit APS-C-Chipformat. Grundsätzlich kann es aber auch z.B. an einer Canon 5D (eben mit einem sogen. Vollformat-Chip) benutzt werden, wobei sich erfahrungsgemäß die optischen Leistungen dann ganz anders darstellen. Dies will heißen: Was an einer 20D, 30D, 300D oder 350D hervorragend und brillant funktioniert hat, ist u.U. eine üble flaue Gurke an einer D-SLR mit Vollformat-Chip. Hier wäre es interessant, wenn noch jemand eben diesen Praxis-Test machen könnte, und hier ergänzend einen Gebrauchsbericht einstellen würde. Der besagte EF-Anschluß ist das aktuelle Canon AF-Bajonett für Spiegelreflexkameras, sowohl den neuen digitalen, als auch den etwas älteren "analogen" mit Autofokus. Die Aussagen, die ich hier treffe, möchte ich schwerpunktmäßig auf das dedizierte Canon AF-System verstanden wissen. In wie weit man sie auf die anderen SLR-Systeme mit anderen Anschlüssen übertragen kann, weiss ich nicht. Theoretisch ist eine Übertragbarkeit bei den Leistungen und zum größten Teil der Handhabung jedoch denkbar. Das Tokina AT-X 287 Pro SV (wie es Tokina nennt) steht in direkter Konkurrenz zu den Produkten von Canon, Sigma und Tamron, sowie dem AT-X 280 AF Pro aus dem eigenen Haus (mit Brennweiten von 28 bis 80mm, neueres Modell). Dabei zeichnet es sich durch seine sehr gute Verarbeitung in massiver Metallausführung aus, was zu einem Gewicht von 719g führt. Es ist damit über 200g schwerer als das Sigma und das Tamron, aber mit besserer Verarbeitung. Das Gewicht wirkt sich bei korrekter Kamerahaltung durchaus stabilisierend aus, was zu ruhigerer Haltung und weniger Verwacklungsunschärfe führt. Ein Aspekt, der heute immer weniger bekannt und akzeptiert ist. Man erhält quasi einen kostenlosen "Bildstabilisator" bei korrekter Verwendung aufpreisfrei mitgeliefert. Von der Handhabung her ist der Zoomring in drehbarer Ausführung als sehr gut und gleichmäßig gängig zu bezeichnen. Viele Neu-Besitzer sprechen von schwergängig. Das ist meiner Beobachtung nach aber nur nach dem Kauf oder längerem Liegen der Fall. Im regelmäßigen Gebrauch läuft der Zoomring dann leichter und weich, aber niemals unpräzise oder gar hakelig. Ich würde ihn vielleicht als gewöhnungsbedürftig bezeichnen, aber in hohem Maß gebrauchstüchtig, alltagstauglich und schließlich auch angenehm präzise. Er besteht aus einem breiten sehr gut griffigen Gummiring. Problematischer mag da die Umstellung vom Autofokus zur manuellen Scharfeinstellung erscheinen. Hier genügt nicht die Umschaltung über den kleinen Schiebeknopf, wie bei Canon allerseits üblich, sondern muß zusätzlich der mächtige, griffig gummierte Scharfstellring, welcher sich sonst leicht aber sinnlos drehen läßt, in Stellung "MF" zurückgezogen werden. Und das geht, je nach Brennweite, nur in einer bestimmten Stellung der Entfernungsskala. Allerdings kann man sich sehr wohl daran gewöhnen, wenn man nur will. Ich würde das nicht als entscheidendes Ausstattungsmanko bezeichnen, eher als Unschönheit, die uns die Tokina-Ingenieure da hinterlassen haben. Dafür wird man dann mit einem immer noch sehr schön und präzise manuell zu fokussierenden Objektiv belohnt. Der Verstellungsbereich ist noch angenehm weit, um auch ohne große Schwierigkeiten damit umgehen zu können. Dabei wird man wohl nicht oft darauf zurückgreifen müssen, denn der AF ist mit seiner Geschwindigkeit noch als gut einzustufen. Nicht so schnell, wie die auf AF-Geschwindigkeit getrimmten L-Optiken von Canon, aber auch nicht so langsam, daß man ihn nur noch für Stillleben vom Stativ aus einsetzen könnte, eben wirklich alltagstauglich und auch genau. Die optischen Leistungen sehen auf einem Prüfstand immer anders aus, als auf einem anderen, und im Alltag, in Benutzung bei Freunden und Nachbarn, wird sie wieder anders bewertet. Es gibt im Internet auch diverse Tests zum Tokina, ich habe einige gelesen, und diese vielen durchweg gut aus. Demnach ist es keine Spitzenoptik für Messingenieure mit Genauigkeit bis in den Nanometerbereich, aber sehr gut zu brauchen für die typische Alltagsfotografie des Hobbyisten. Wie üblich ist die getestete Abbildungsleistung bei Offenblende (2,8) nicht so gut, recht flau und fade was Kontrast und vor allem Schärfe betrifft. Dies bessert sich zur Blende 8,0 hin bis Blende 16, bei Blende 22 fällt es dann schon wieder ab, was aber ebenfalls übliches Verhalten ist. Dieser Bogen zieht sich so etwa durch alle Brennweitenbereiche. Getestet habe ich das Objektiv mit einem völlig planen Objekt mit sehr feinen präzisen Strukturen bedruckt, also auch nicht erhaben (nicht 3-dimensional). In der Fotopraxis wird es wohl sehr selten mit derart provokanten Abbildungsvorderungen konfrontiert. Ich kann mich jedenfalls über die Abbildungsleistungen in der Praxis nicht beschweren. Zu erwähnen wäre noch, daß man einen Mindestabstand von 70cm berücksichtigen muß, es über eine Innenfokussierung verfügt und serienmäßig mit Gegenlichtblende ausgeliefert wird. Das Filtergewinde nimmt Filter mit riesigem 77mm-Gewinde auf. Beim Zoomen zieht sich die Frontlinse zu den langen Brennweiten hin in's Objektivgehäuse zurück. Weder beim Fokussieren noch beim Zoomen dreht sich das Filtergewinde mit. Damit ist der Einsatz von Polarisationsfiltern problemlos möglich. Die serienmäßige Gegenlichtblende ist relativ wirkungslos beim Einsatz an Kameras mit APS-C-Formfaktor, da sie die KB-Weitwinkelbrennweite von 28mm auch berücksichtigt, die hier nicht mehr gilt (dann sind es nämlich ca. 45mm!). Ich empfehle, eine separate einschraubbare Gegenlichtblende für "digitale SLR's" (Tulpenform) für eben ab 45mm Brennweite oder eine Metallgegenlichtblende (kurze Ausführung, durchgehend einheitliche Länge) nachzukaufen. Lichteinfall auf die Frontlinse beim Fotografieren wirkt sich sogar qualitätsmindernd aus, wenn er nicht direkt zu sehen ist. Zum Schluß noch das Beste: Der Preis! Gehen wir nicht von der UVP des Herstellers aus, sondern von den Marktpreisen, so bekam man es NEU im Versandhandel 05/2006 für sensationelle 209,- Euro, während die Konkurrenz von Sigma nicht unter 295,- Euro gehandelt wurde. Auch für das preiswertere Tamron sollten noch 280,- Euro gezahlt werden. Was Canon für adäquate Optiken zu der Zeit verlangt hat, braucht hier gar nicht erwähnt zu werden. Für jeden Käufer, für manche ganz besonders, ist schließlich auch der Preis sehr kaufentscheidend! (geschrieben am 10.06.2006 / 17:25)
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