Tokina AT-X Pro DX 12-24 mm F4 Canon Erfahrungsbericht

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Kleiner Erfahrungsbericht.

Vorwort:
Ich denke (oder hoffe) einem potentiellen Interessenten an diesem Objektiv sind die technischen Fakten bekannt und so will ich mich mehr mit dem alltäglichen Umgang, einer Beschreibung der Ergebnisse und dem Handling der Bildergebnisse befassen.

Wie ich zu dem Objektiv kam:
Ich habe das Objektiv bei einem Freund an der Nikon D2X getestet und es dann in der Canonversion für meine bescheidene Flotte: Canon 300D, Canon 20D und Canon 450D gekauft. Vorher hab ich schön brav auf der Photokina sämtliche Sigmaobektive durchprobiert. Ich habe keine Ressentiments vor Fremdherstellerobjektiven, besitze von Tamron das 17-50, und, vorher genannt, von Sigma einige Schätzchen. Nur das Sigma 10-22 war mir etwas zu extrem. Ich bin zwar ein Weitwinkelfreund aber bei dem Sigma, was sicherlich auch ein gutes Objektiv ist, war mir im unteren Bereich der Brennweite die Bildmitte doch zu sehr gestaucht. Auch die sehr hohe Wertigkeit der Verarbeitung des Tamron und der an erster Stelle genannte Nachmittag mit der D2X und dem Tokina haben mich dann zielstrebig zu dieser Kaufentscheidung geführt.

Erste Ergebnisse:
Im Letzten Jahr war ich in Sachen Architekturfotografie unterwegs und mit dem Tamron 17-50mm 2.8 stand ich doch sprichwörtlich manchmal mit dem Rücken an der Wand. Also musste mehr Brennweite her. Der erste Eindruck war allerdings: Blende 4 ist nicht besonders Lichtstark. Da muss man sich schon ein Stück weit dran gewöhnen und die Belichtungszeit im Auge behalten. Vor allem wenn man dann aus der Hand abblendet braucht man gutes Wetter. Zuhause angekommen war ich überrascht, dass der Zuwachs an Brennweite doch nicht ganz so massiv ausgefallen war, wie erhofft. Es gibt halt doch immer Situationen in denen man mehr braucht...ja der Dom passt drauf, von der Seite im Querformat...unten wird dieser Aspekt wieder relativiert... Egal die leichten Farbsäume am Rand in Gegenlichtsituationen sind sicherlich normal, fallen weniger schlimm aus als befürchtet und stören mich somit überhaupt nicht. Abgeblendet (Blende 9-11) ist die Schärfe auch bei Gebäuden oben noch wirklich sehr gut, aber wie gesagt, Konzentration ist gefragt....wer im Programmmodus draufhält hat eventuell eine zu lange Belichtungszeit oder bei Blende 4 ist die Schärfe am Rand nicht mehr akzeptabel.

Kosequenzen:
12mm ist halt eine extreme Brennweite bei einem APS-C Sensor. Gefühlte Randunschärfe bei Offenblende scheint bei der 450D eher ins Gewicht zu fallen als bei der 20D (mehr Pixel sind hier scheinbar mal wieder nachteilig (mehr Pixel = grössere Flächen unscharf). Hochkantaufnahmen die wegen der extremen Brennweite nachträglich noch zusätzlich stark perspektivisch verzerrt werden, können da am Rand schon etwas leiden. Besser ist es sicher in den von mir beschriebenen Situationen eine Vollformatkamera mit einem Tilt-Shiftobjektiv zu verwenden, aber wer hat schon die 3500 Euro übrig? Noch mal kurz zurück zu dem Punkt von oben (der Dom passt drauf...): Brennweitengewinn gegenüber dem Tamron 17-55: auch nachdem ich feststellen musste, dass 5mm Brennweite einen Unterschied machen aber doch nicht so wahnsinnig ausfallen wie gedacht, will ich trotzdem nicht mehr Brennweite, weil man mit mehr Brennweite ernsthaft nichts mehr anfangen kann. Den Dom von der Seite fotografiert müsste man das Bild so stark entzerren, das es schon bei 12mm grenzwertig ist. So gesehen bin ich über das Objektiv, bezogen auf die Brennweite, voll zufrieden und werde wohl trotzdem weiterhin bei Architekturaufnahmen auf ein Stativ nicht verzichten können um eine gute Schärfe zu erzielen (...was eigentlich selbstverständlich ist).

Fazit:
Auch wenn ich das Objektiv hier sehr kritisch betrachtet habe, bin ich doch alles in allem sehr zufrieden. Die Verarbeitungsqualität sucht seinesgleichen und die Bildqualität ist hervorragend, wenn man mit seinem Equipment umzugehen weis. Ich bin sehr kritisch und trotzdem kann ich dieses Objektiv, jedem der Spass an Weitwinkelobjektiven hat, wärmstens empfehlen.
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