Tips zum Schlangenkauf - Die Schlange als Haustier!

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Wo kaufe ich am besten eine Schlange?

 

Diese Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: Am besten auf einer der mehrmals jährlich stattfindenden Reptilienbörsen, bei Privatzüchtern, bzw. bei Zoohändlern, die sich auf Reptilien/Schlangen spezialisiert haben (diese sind aber leider noch dünn gesät).
Eine gute Adresse ist sicherlich die Terraristika in Hamm (findet halbjährlich statt) oder der Snake-Day in Houten/Holland. Wenn man dort ein Tier kauft, ist die Wahrscheinlichkeit größer, ein gesundes, nachgezüchtetes Tier zu erwerben, an dem man lange seine Freude hat. Viele der Züchter können auch gute Tipps zur weiteren Haltung seiner neuen Pfleglinge geben, die man in einem Zooladen, der Reptilien nur sporadisch verkauft, kaum bekommt.

Wenn man noch wenig Erfahrung in der Haltung von Schlangen besitzt, ist es wenig ratsam, sich eine Schlange aus einem der großen Zoogeschäfte zu besorgen. Die Terrarien sind häufig nicht den Bedürfnissen der Art entsprechend eingerichtet, mit Tieren überfüllt (meist auch noch mit verschiedenen Arten) und unhygienisch. Da die angebotenen Tiere meist Wildfänge sind und oft schon krank in die Hände des Händlers gelangen, kann man sich schon denken, dass man meist ein Tier erwerben wird, welches die die verschiedensten Krankheiten und Parasiten beherbergt. Für einen Anfänger ist die Behandlung dieser Krankheiten meist schwierig bis unmöglich und für den Zoohändler ist einfach der Aufwand zu groß. Das Resultat ist meist ein schneller Verlust des Tieres.

Dazu noch eine kleine Geschichte:

Mein erstes Terrarientier war einer dieser beschriebenen "Zoohandel-Wildfänge)" ... das Tier (eine Gelbhalswassernatter) erschien mir auf den 1. Blick gesund zu sein und zu meiner großen Freude nahm sie auch am nächsten Tag bereits Futter an. Einige Wochen später habe ich allerdings festgestellt, dass haufenweise kleine schwarze Punkte im Terrarium umherliefen: das Tier war mit Miben befallen, ein häufiges Problem bei Wildfängen, die massenweise in Terrarien zusammen untergebracht werden.
Da ich damals von dieser Plage noch wenig Ahnung hatte, bin ich in den Zooladen gegangen und habe dort ein Mittel empfohlen bekommen, welches "auf rein pflanzlicher Basis" die Schädlinge beseitigen sollte. Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen, dass dieses Mittel absolut unwirksam war und sich die Milben sich in der Zwischenzeit fröhlich weitervermehrten.
Eigentlich wird man mit Milben relativ leicht fertig, man muss nur wissen, wie. Der betreffende Zooladen wusste darauf aber leider keine Antwort. Wenn man als Anfänger seine Schlange z. B. bei einem Züchter oder einer Börse erwirbt, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, auf solche Probleme zu treffen, bzw. wenn doch (ein Restrisiko besteht natürlich immer), so wird man meist kompetenter beraten, als im "Zoofachhandel". Irgendwann hat mir dann ein anderer Schlangenhalter das Mittel "Neguvon" gegen Milben empfohlen und ich habe es mit Erfolg angewendet.

Der Kauf einer Schlange sollte also wohlüberlegt sein und nicht spontan erfolgen. Anstelle in einem Laden sofort zuzugreifen, empfiehlt es sich, lieber etwas zu warten und sich ein wenig Wissen über seine "Wunsch-Schlange" anzulesen. Wenn man dann eine Reptilienbörse besucht, kann man sich "seine" Schlange dann direkt aussuchen, es gibt dort eine sehr große Auswahl an nachgezüchteten Arten und man findet eigentlich alle für die Terrarienhaltung geeigneten Schlangen.
Trotzdem sollte man auch hier beim Erwerb vorsichtig sein. Auch auf Börsen gibt es mittlerweile leider einige "schwarze Schafe", die dem unerfahrenen Käufer Wildfänge als Nachzuchttiere andrehen wollen, oder einem Jungtiere verkaufen wollen, die noch nicht freiwillig gefressen haben und dies auch meist beim neuen Besitzer nicht ohne weiteres tun werden. Deshalb sollte man nicht unvorbereitet auf Schlangenkauf gehen und am besten jemand mitnehmen, der etwas von Reptilien versteht!

Wer dieses Hobby also ernsthaft und für längere Zeit betreiben möchte und vor allem Freude am Tier (und nicht Stress mit seinen Krankheiten) haben will, sollte auf keinen Fall einen Wildfang kaufen sondern immer eine Nachzucht!

 

 

Checkliste:
Woran erkennt man beim Kauf eine gesunde Schlange ?

 

Beobachtet das gewählte Tier lange in seinem Behälter, ist dieser überfüllt, verunreinigt, zu warm oder zu kalt? Liegen kranke oder gar tote Tiere im Terrarium herum? Sind Messgeräte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit vorhanden?

Wie verhält sich das Tier? Bewegt sich z. B. ein normalerweise nachtaktives Tier hektisch im Behälter umher, so ist meist Vorsicht geboten.

Schaut euch zunächst den Kopf des Tieres an, ist das Maul geschlossen, frei von Schleim/Sekret, sind Atemgeräusche zu vernehmen? Ist der Kopf komplett gehäutet, oder klebt noch Haut an den Augen? Ist die Schlange aufmerksam und züngelt lebhaft bei Veränderung ihrer Umwelt (vor allem, wenn ihr sie in der Hand haltet, oder wenn sich die Schlange im Behälter bewegt)?

Betrachtet die Region um die Augen - bei einem Milbenbefall kann man besonders in der Nähe der Augen Dutzende kleiner schwarzer Punkte hin- und herlaufen sehen. Eingesunkene oder geschwollene Augen sind ebenfalls Krankheitszeichen - beidseitig trübe Augen deuten nur auf eine bevorstehende Häutung hin, eine einseitige Trübung allerdings auf eine Entzündung.

Wie sieht der Körper aus, ist die Haut glatt und ohne Falten, ist die Schlange gut gehäutet, rollt sich das Tier in Ruhestellung ein? Ist es mager oder gar ausgestreckt liegend, dann sollte man besser die Finger von dem Tier lassen und auch das Tier nicht aus Mitleid kaufen. Eine derart kranke Schlange überlebt meist nicht lange.

Tiere die sich schlecht gehäutet haben und noch Hautreste auf dem Körper kleben haben, sind meist nicht artgerecht (zu trocken) gehalten worden. Diese Probleme lassen sich zwar meist mit einem Bad und einer manuellen Häutung beheben, kann aber auch weitere Probleme nach sich ziehen.

Bei Jungtieren sollte man besonders auf Wirbelsäulenverkrümmungen achten. Diese Fehlentwicklung, die meist durch falsche Inkubationstemperaturen bei der Eizeitigung entsteht, erkennt man häufig an kleinen Höckern auf dem Rücken.

Stehen einzelne Schuppen ab oder kann man kleine weiße Punkte auf der Haut sehen (Milbenexkremente)? Dann besteht Verdacht auf Milbenbefall.

Wie sieht die Kloakenregion aus, ist sie glatt oder eventuell verkrustet (Verdacht auf Darmparasitenbefall, Magen-Darm-Infektion)?

Ob eine Schlange beim Händler gefressen hat, kann man schlecht beurteilen, die Auskünfte der Verkäufer sollte man ruhig mal kritisch hinterfragen. Besonders, wenn ein importierter Königspython als guter Fresser dargestellt wird, sollte man an dem Wahrheitsgehalt der Auskunft zweifeln.

Zum Schluss sollte man das Tier aus dem Behälter nehmen und sein Verhalten beobachten, versucht es sich aus der Hand zu winden, oder gar zu beißen (wie viele Nattern)? Wickelt es sich kräftig um ein Körperteil (wie Boas und Pythons)? Oder ist es träge und liegt kraftlos in der Hand?

Wenn das Tier erst mal bei euch zu Hause ist, solltet ihr es in den ersten Wochen täglich beobachten und vor allem alleine halten. Viele Krankheiten werden erst nach einem längerem Zeitraum erkannt (z. B. Wurmbefall). Man sollte auch unbedingt den 1. Kot des Tieres von einem Tierarzt untersuchen lassen. Das kostet wenig, gibt aber über den Gesundheitszustand der Schlange Aufschluss.

 

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