Tips und Bonmots

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Einkauf in USA, Import nach Deutschland Häufig versendet der Anbieter mit USPS (United States Postal Service, das ist die amtliche US-Post), die üblicherweise kleinteiligen und leichtgewichtigen Sachen aus der Welt der Computer (IT) und der Kommunikationstechnologie (IKT): Speicherkarten, Prozessoren, Kontroller, Laufwerke, Händies udgl. Der Transport vom Abgangspostamt zum Flughafen dauert teilweise lange, mehrere Tage. Denn was ist, wenn der (vll. private) Verkäufer irgendwo auf einer Farm in der Prärie haust und das Zeugs erst mal zwischen Herden und Maisfeldern hindurch zum nächsten Flughafen in ein paar hundert Meilen Entfernung geschippert werden muss? Dem Umschlagpostamt in 500 Meilen Entfernung schickt man auch ganz gewiss keinen 12-Tonner LKW hinterher mit nur 10 Paketen drauf! Bis da was zusammenkommt an Fracht, dauert's also schon wieder Tage... Das Paket oder Päckchen - das kann auch ein mehr oder minder dicker Brief sein - wird nun erst mal vom US-Zoll (CS, Custom Service) am Flughafen auf gefährliche oder rechtlich unerlaubte Inhalte untersucht, gewisse Technikprodukte benötigen eine Ausfuhrgenehmigung. Vor 2 Jahrzehnten etwa durften Festplatten mit 20 MB (Megabyte!) offiziell nicht in die Sowjetunion exportiert werden, wenn überhaupt, dann nur mit schriftlicher Genehmigung der US-Behörden. Also einem speziellen Adapterkabel, Händi-Kopfhörer oder einer Kontrollerplatine, wo ja vll. schon "Made in China" oder "Made in Japan" draufsteht, für den heimischen Desktop, sieht auch der dämlichste Beamte sofort an, DAS darf mit - schmeißt er demnach sofort in die Kiste fürs Flugzeug! Wo's eben nicht so einfach ersichtlich ist, kann's sich ein paar Tage hinziehen, vll. ist der Fachmann des Zoll gerade beim Zahnarzt oder seine Tochter heiratet. Wenn die Kiste für Deutschland voll ist, ist noch lange nicht "Abflug"! Die Kiste geht jetzt in die Hände der US-Postler zurück, die das richtige Flugzeug mit Platz im Frachtraum suchen! Denn: die Maschine nach Frankfurt, München oder Hamburg geht vll. erst am Mittwoch - tja, und so schimmelt die volle Kiste erstmal 2 volle Tage im abgeschlossenen Frachtlager vor sich hin. Kann man alles sehr schön in der Sendungsverfolgung des USPS sehen. Dann fliegt die Kiste endlich, der Flug nach Deutschland kann aber auch tagelang dauern, denn das Dingens geht ja nicht unbedingt im Direktflug nach Rhein-Main. In Deutschland ausgeladen geht das Päckchen natürlich in die Hände der deutschen Postler über, also DHL-Inland. Darum kann und sollte man die Sendung auch in beiden Trackingsystemen der Geschäftspartner gleichzeitig verfolgen. In Deutschland ist der Weg deines Packerls ggf. nicht minder kompliziert. Das kann zwischen mehreren zig Kilometer auseinanderliegenden Verarbeitungszentren der Post hin und her geschickt werden, bspw. wird geprüft, ob der Artikel zoll- und steuerfrei eingeführt werden darf, je nach Wert der Ware usw. usf. und danach ist dann vll. ein anderes Paketzentrum zuständig. Mal angenommen, der Postler an der Kiste mit den Packerln aus Amerika meint: verzollen! Ok, dann geht dieses Paket/Päckchen/Warensendung nun an das dem Empfänger nächstgelegene Zollamt. Der Empfänger der Sendung bekommt dann von diesem Zollamt mit der normalen Briefpost eine Benachrichtigung, das sind so farbige Vordrucke u.a. aus grünem Papier. Falls der Empfänger eine Rechnung hat, geht er damit zum Zollamt und holt sein Päckchen dort ab. Hat er keine Papiere, druckt er sich das beendete eBay-Angebot aus oder er druckt ein ähnliches Angebot von eBay aus. Es geht um den Zollwert der importierten Ware aus Amerika, also es sollte ein plausibler Preis (auch ohne Versandkosten) ersichtlich sein. Wenn man gar nichts hat, nimmt man was von einer anderen Auktionsplattform, auch ein Angebot mit Bild aus dem Ottokatalog etc. pp geht in Ordnung. Außerdem ist der deutsche Zollbeamte idR fähig, den Wert des Objektes zu schätzen! Die Versandkosten errechnet er schlimmstenfalls aus den aufgeklebten Briefmarken der Sendung. Also, nochmal: Unterlagen zum Wert der Sendung, die Benachrichtigung des Zolls und einen amtlichen Ausweis mitnehmen und ab zum Gestellungszollamt. Jugendliche nehmen zudem eine Vollmacht des Erziehungsberechtigten mit oder schicken gleich die Frau Mama zum Zoll. Die Telefonnumern der Zollämter finden sich per Suchmaschine: 'Hauptzollamt+Buxtehude' bspw. eingeben. Außerdem hat der deutsche Zoll seine eigenen Homepage oder einfach mal lieb den Spediteur um die Ecke im Gewerbegebiet gefragt. Beim Zollamt schließlich muss der Abholer die Verpackung der Sendung selber öffnen und den Inhalt dem Zöllner (oft auch Zöllnerinnen) zeigen, damit der sich von der sog. Nämlichkeit der Ware überzeugen kann. Dokumente/Unterlagen/mündliche Erklärungen sowie Art und Zustand der importierten Sache müssen übereinstimmen! Wenn dabei der Wert für Zollfreiheit überschritten wird, wird nun je nach Warengruppenverzeichnis und Tarif meist so um die 8 Prozent Einfuhrabgaben erhoben (die Versandkosten werden vorher dem eigentlichen Warenwert zugeschlagen), sowie darauf kommt dann die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) von derzeit 19 Prozent. Ein Unternehmer kann diese Kosten meist absetzen, der Privat vll. auch (in der Einkommenssteuererklärung). Kommt drauf an. Beispielrechnung: Der Verkäufer rechnet 119,- US-Dollar für ein Motorola-Smartphone + 39 Dollar für Expressmail mit USPS (US-Post), macht 158,- Dollar Gesamtwert der Sendung. Jetzt Umrechnung in Euro, nehmen wir mal an, Dollar 1,20 sind 1,- Euro. Auf diesen Wert in Euro, den ihr euch selber ausrechnen werdet (mein Taschenrecher ist kaputt), schlägt der Zoll mit - sagen wir mal 8 Prozent - ein. Zu dem nunmehr ermittelten Einfuhrwert kommen schließlich die 19 Prozent Einfuhr-Umsatzsteuer (oder schlicht Mehrwertsteuer) hinzu - und fertig ist die Rechnung. Gezahlt wird an die Zollkasse hinter schussicherem Panzerglas. Wer glaubt, daß der Zöllner sich verrechnet oder falsch geschätzt hat, kann Einspruch einlegen. Für komplizierte, teure Importe, wo viel zu beachten ist und echte Dokumente und Anträge vorzulegen sind, geht man am besten gleich zum Spediteur und lässt den die sog. Verzollung machen, kostet ca. 20 Euro. (alles ohne Gewähr, wird gelegentlich weiter bearbeitet)
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