Tipps zur Auswahl von sportlichen Schalensitzen für Ihr Auto

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Tipps zur Auswahl von sportlichen Schalensitzen für ein perfekte Sitzgefühl in Ihrem Auto

Deutschland ist eine Autonation, die ihresgleichen sucht und wohl allein mit den USA zu vergleichen ist. Kaum ein anderes Land der Erde ist so autovernarrt wie eben die Bundesrepublik, was durch die große Anzahl an deutschen Autobauern, Zulieferern und Tunern nur zu deutlich untermauert wird.

Gerade Letztgenannte erleben seit einigen Jahren einen wahren Boom, denn wo Autos beliebt sind, ist es nicht weit zum Tuning. Das Thema bietet viele Ideen, egal ob Motortuning, Fahrwerkstuning oder Interieurtuning – den zahlreichen Möglichkeiten sind nur wenige Grenzen gesetzt. Billig ist Tuning zwar nicht immer, trotzdem wirken die mitunter hohen Preise nicht unbedingt abschreckend.

Viele Tuningfans stecken nicht nur viel Geld in ihr Fahrzeug, sondern schrauben auch selbst. Tatsächlich können Sie beim Tunen Ihres Autos vieles selber machen, was für viele Hobbyschrauber einen gewissen Spaßfaktor bedeutet. Und genau darum geht es in diesem Ratgeber: Hier finden Sie Tipps zur Auswahl von sportlichen Schalensitzen für ein perfektes Sitzgefühl in Ihrem Auto.

Was sind Schalensitze überhaupt?

Zuerst einmal ist es wohl nötig, den Begriff Schalensitz zu erklären. Der Schalensitz ist nichts anderes als ein Autositz, allerdings kein gewöhnlicher. Sind bereits Autositze halbwegs ergonomisch geformt, um dem Insassen ein hohes Maß an Komfort und Bequemlichkeit zu gewähren, wird das von einem Schalensitz noch einmal deutlich überboten.

Gerade vorne und somit für Fahrer wie auch Beifahrer sind gut „geformte" Sitze nötig. Denn auf längeren Fahrten machen sich schlechte Sitze schnell bemerkbar, bestimmte Körperteile werden gedrückt oder falsch belastet, es kommt zu Verspannungen und schlimmstenfalls sogar zu Krämpfen oder ernsthaften Schmerzen. In gute Autositze hingegen können sich Fahrer bzw. Beifahrer regelrecht hineinschmiegen und erleben auf diese Weise eine Fahrt ohne Verspannungen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Ein Schalensitz setzt dem Autositz sozusagen die Krone auf – und tatsächlich könnten Schalensitze als die Könige der Autositze bezeichnet werden. Schon optisch stellen Sie deutliche Unterschiede zwischen einem regulären Autositz und einem besonders geformten Schalensitz fest. Während der normale Autositz mit dem bequemen Sessel in der heimischen Stube vergleichbar wäre, ist der Schalensitz ein regelrechter Thron, der obendrein „passgenau" designt ist.

Ihren Ursprung haben Schalensitze übrigens im Motorsport, was kaum überraschend ist und die Beliebtheit unter Tunern erklärt.

Sinn oder Unsinn: Wozu ein Schalensitz dient

Tatsächlich kommen Schalensitze aus dem professionellen Rennsport, weswegen diese besonderen Autositze auch häufig als Sportsitze bezeichnet werden. Doch selbst hier zeigen sich gewisse Unterschiede, die den Führungsanspruch als „Königssitz" unterstreichen. Schalensitze zeigen beispielsweise eine deutlich tiefere Sitzposition als herkömmliche Autositze, was natürlich einen bestimmten Sinn hat. Die tiefere Sitzposition erlaubt dem Fahrer nämlich einen tieferen Schwerpunkt, was rein physikalisch wieder dem Fahrverhalten des Autos zugute kommt.

Außerdem ist ein Schalensitz mit stabilen Seitenteilen ausgestattet, die ein regulärer Autositz nicht mitbringt. Diese zusätzlichen Seitenteile haben ebenfalls einen bestimmten Zweck: Sie sollen dem Fahrer während der Fahrt mehr Stabilität verleihen. Was sich zuerst etwas kurios anhört, ist alles andere als das. Sicherlich haben Sie schon mal eine Kurve schnell und sogar zu schnell genommen. Was passiert? Ihr Körper wird zur Seite gedrückt, was an den Fliehkräften liegt. Die zusätzlichen Seitenteile am Schalensitz gewähren dem Fahrer jedoch mehr Stabilität und halten ihn in fester Position.

Kurven können also schneller gefahren werden, was gerade auf der Rennstrecke nötig ist. Da manche Schalensitze diese zusätzlichen Seitenteile sogar im Kopfbereich aufweisen, ist der Fahrer komplett „verpackt". Schalensitze garantieren somit in schnellen Kurven ein Optimum an Halt und Sicherheit, was natürlich auf der normalen Straße ebenfalls nicht unerwünscht ist.

Rein theoretisch hört sich das für Unkundige sicherlich mehr als ungewöhnlich und wohl sogar unglaubwürdig an. Doch schon so mancher Autofahrer hat nach einem kurzen Probesitz in einem Schalensitz seine Meinung schnell geändert und die Seiten – respektive den Sitz – gewechselt. Rein vom ergonomischen Standpunkt kommt wohl kein normaler Autositz an den Schalensitz heran, was sich insbesondere beim Fahren bemerkbar macht. Mehr Passform bedeutet selbstverständlich mehr Komfort und Bequemlichkeit, selbst wenn die Sitze beim ersten Anblick vielleicht nicht danach ausschauen.

Mehr Halt: Schalensitze für behinderte Autofahrer

Wegen seiner ergonomischen und passgenauen Form ist der Schalensitz übrigens nicht nur eine Idee für besonders sportliche Fahrer. Beispielsweise stellen Schalensitze auch für Autofahrer mit einer körperlichen Behinderung eine interessante Alternative zum herkömmlichen Autositz dar.

Der Grund ist eigentlich der gleiche wie beim sportlich betonten Fahrer und liegt im besseren Halt. Zugegeben ist der Sportsitz gegenüber einem normalen Autositz um einiges teurer, das Geld dürfte allerdings gut angelegt sein. Gerade Körperbehinderte profitieren von der guten Ergonomie der Schalensitze, was natürlich besonders beim Fahren gilt. Statt haltlos und damit unsicher im Sitz hin und her zu schaukeln, garantieren Schalensitze dank der zusätzlichen Seitenteile einen guten Halt, die den Insassen regelrecht fixieren.

Ein Schalensitz ist somit eine interessante Alternative für Körperbehinderte, die einen solchen Sitz zumindest einmal ausprobieren sollten. Im Fazit dürfte der Zugewinn an Sicherheit jedenfalls nicht zu verachten sein, zumal Mobilität in der heutigen Zeit eine gewisse Unabhängigkeit garantiert, die gerade bei behinderten Mitmenschen leider nicht immer gegeben ist. Extra angepasst werden müssen die Sitze übrigens nicht.

Schlussendlich sind Schalensitze bei schnellen Fahrten ein Garant für mehr Sicherheit, seinen Gasfuß kann wohl kaum ein Autofahrer permanent kontrollieren. Dabei bieten Schalensitze übrigens noch einen weiteren Vorteil. Der Fahrer kann sein Fahrzeug nämlich besser „spüren", was wiederum schnellere Reaktionen ermöglicht. Kombiniert mit einem speziellen Hosenträgergurt oder 6-Punkt-Gurt statt dem eigentlichen 3-Punkt-Gurt wird die Sicherheit von Fahrer und Beifahrer sogar noch mal erhöht. Gegenüber herkömmlichen Sitzen sind die Sportsitze obendrein deutlich leichter, was wieder Gewicht und Schwerpunkt entgegenkommt. Wobei letztgenannter Punkt in einem Serienauto zugegeben kaum ins Gewicht fällt.

Trotzdem zeigen Schalensitze gleich einige Vorteile, die allesamt auch Autofahrern mit einer Behinderung mehr Sicherheit und Fahrfreude versprechen. Ein Grund mehr, dass Sie sich mal einen solchen Schalensitz genauer anschauen.

Passgenau: Wie Sie den perfekten Schalensitz finden

Sind Sie schließlich überzeugt und zum Kauf bereit, stellen sich natürlich einige Fragen. Zum erstbesten Schalensitz sollten Sie keinesfalls greifen, einige Punkte gibt es schon zu beachten. In der Regel betrifft das weniger den eigentlichen Sitz – manch ein Hersteller garantiert seine Produkte passend jedes Auto –, sondern vielmehr Sie selbst. Entscheidend beim Erwerb eines entsprechenden Sitzes sind Körpergröße und Gewicht des Fahrers, also von Ihnen.

Aus dem Grund lohnt auch weniger der Blick auf den Preis des Sitzes. Manche Schalensitze sind bereits ab rund 100 Euro zu haben. Gute Modelle starten jedoch erst bei etwa 200 oder gar 300 Euro, nach oben sind die Investitionsmöglichkeiten offen. Wer lange Beine hat, ist zudem mit einem Fokus auf die Längsverstellung gut beraten. Nicht zuletzt sind auch die Halterungen und Konsolen wichtig. Manche Schalensitze werden unten befestigt, andere hingegen seitlich. Gleiches gilt für die spätere Gurtführung, vor allem, wenn Sie weiterhin auf die serienmäßige Ausstattung Ihres Fahrzeugs vertrauen wollen.

Wer die Möglichkeit hat, sollte auf jeden Fall Probe sitzen. Wie bei der neuen Couch für das Wohnzimmer verrät nur ein Probesitz, ob der Schalensitz wirklich passt oder nicht. Wenn es irgendwo zwickt, passt der Sitz wohl weniger. Bestellungen im Internet sind natürlich kein Problem, wenn Sie Ihr Wunschmodell kennen.

Ganz wichtig ist obendrein der TÜV. Unter Umständen muss ein neu installierter Schalensitz abgenommen und eingetragen werden, wenn keine Allgemeine Betriebserlaubnis und ergo ABE vorliegt. Daher könnte es schon beim Kauf ein guter Rat sein, auf eine solche ABE zu achten, um sich den späteren TÜV sparen zu können. Zumal eine Prüfung auch wieder einige Euro kostet.

Kauf und Einbau: Was Sie beim Schalensitz beachten sollten

Ist der neue Schalensitz endlich eingekauft, geht es an den Einbau des Sitzes ins Auto. Wichtig für den Einbau des neuen Sitzes ist die sogenannte Konsole oder vielmehr Sitzkonsole, welche sozusagen der Garant für feste Laufschienen ist. In der Regel wird diese Konsole am Fahrzeugboden verschraubt, wobei dieses Bauteil extra zu erwerben ist und nicht im neuen Schalensitz inbegriffen ist. Hier gilt also Obacht, denn nicht jeder Hersteller bietet diese Konsolen für jedes Fahrzeug an.

Wenn Sie sämtliche nötigen Bauteile zusammen haben, sollte jeder Hobbyschrauber anhand der Montageanleitung dazu in der Lage sein, Konsole – und somit Sitz – einzubauen. Eine konkrete Anleitung kann hier jedoch nicht gegeben werden, da der Einbau je nach Sitzmodell in Details unterschiedlich ausfallen kann.

Trotzdem zum Schluss des Ratgebers noch ein Tipp: Probleme beim Austausch der Sitze machen eventuell verbaute Airbags, die bekanntlich zur Sicherheit der Insassen dienen. Hier kommt erneut der TÜV ins Spiel – so mancher Schalensitz geht mit Änderungen der Airbags einher. Berücksichtigen Sie deswegen den Rat, beim TÜV nachzufragen, bevor Sie irgendetwas ändern. Bauen Sie erst alles um und besuchen dann den TÜV – wenn nämlich keine ABE vorliegt –, kann das ein großes und kostenintensives Problem werden. Also: erst TÜV, dann Umbau. Fragen kostet schließlich nichts – nicht zu fragen, kann hingegen teuer werden.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Umbau und noch mehr Fahrfreude mit dem neuen Schalensitz.

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