Tipps zur Auswahl von Schneidebrettern: Küchenbrettchen aus Glas, Holz und Kunststoff

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Ratgeber für die Auswahl von Schneidebrettern: Küchenbrettchen aus Glas, Holz und Kunststoff

In keiner Küche dürfen Sie fehlen: die Schneidebretter. Ob sie nur zum Schneiden von Lebensmitteln vor der Verarbeitung verwendet werden oder als Frühstücksbrettchen statt des Tellers, sie sind überall vorhanden. Da sie aus der Küche nicht wegzudenken sind und in täglicher Benutzung stehen, müssen Sie auch ab und an ausgetauscht werden. Manche Schneidebretter gehen kaputt, weil sie einmal zu oft heruntergefallen sind, andere haben vom jahrelangen Schneiden bereits tiefe Kerben und sehen nicht mehr gut aus. Wenn neue Schneidebretter gekauft werden sollen, stehen viele Menschen aber vor einem Dilemma. Was soll es für ein Schneidebrett sein? Eines aus Holz oder Kunststoff oder doch lieber aus Glas? Und wenn es ein Holzbrett werden soll, welche Art von Holz? Diese und einige andere Fragen zum Thema Schneidebretter beantworten wir in diesem Ratgeber.

Die ewige Materialfrage: Holz, Glas oder Kunststoff

Was die richtige Materialwahl von Schneidebrettern betrifft, gibt es viele Ansichten und noch mehr Weisheiten. Die einen schwören auf ihre Holzbretter, die anderen finden diese unhygienisch und benutzten lieber Schneidebretter aus Kunststoff. Wieder andere verwenden nur Schneidebretter aus Glas, weil diese sich perfekt abwaschen lassen. Freunden scharfer Messer läuft es beim Anblick eines Glasbrettes jedoch eiskalt den Rücken hinunter. Wer sich Rat einholen will, kann auf verhärtete Fronten stoßen und danach mehr Fragen haben als zuvor. Wir möchten daher in den folgenden Abschnitten näher auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Materialien eingehen.

Auf diese Eigenschaften kommt es bei der Auswahl an

Bevor Sie sich mit den einzelnen Materialien befassen, sollten Sie sich zunächst einmal überlegen, welche Eigenschaften Ihr Schneidebrett haben soll. Vielleicht verwenden Sie es sehr häufig zum Schneiden von Gemüse, Obst und Fleisch, vielleicht schneiden Sie auch größtenteils Brot darauf oder schmieren sich Schnitten. Bei Schneidebrettern kommt es in allererster Linie auf drei Eigenschaften an:

  • Entstehen beim Schneiden Kerben, in denen sich Bakterien absetzen könnten?
  • Hinterlassen stark färbende Lebensmittel wie rote Beete farbige Rückstände?
  • Nimmt das Material Gerüche auf? (z. B. von Zwiebel oder Knoblauch)

Aus diesen drei Aspekten lassen sich Fragen der Lebensmittelhygiene ableiten. Lassen sich die Bretter gut reinigen, sodass keine unhygienischen Rückstände oder Bakterien bleiben? Welche Art der Reinigung ist die beste? Auf diese und andere Aspekte im Bezug auf die Materialwahl kommt es beim Kauf an. 

Schneidebretter aus Glas: Optimale Hygiene auf hartem Untergrund

Ungeschlagen im Bereich Hygiene sind die Schneidebretter aus Glas. Auch, wenn man solche Bretter in Haushalten eher als Ausnahmeerscheinung betrachten muss. Verfechter der Glasbretter führen als herausragende Eigenschaft immer wieder die optimale Hygiene von Glasbrettern an. Dadurch, dass die Oberfläche des Brettes sehr hart ist und von einem Messer nicht zerschnitten werden kann, bieten sich hier keinerlei Kerben oder Angriffsflächen für Bakterien. In einem Glasbrett setzen sich also keinen schädlichen Speisereste ab. Auch die Reinigung ist denkbar einfach und kann mit gleich sauberem Ergebnis sowohl von Hand als auch in der Spülmaschine erledigt werden. Außerdem können sich auf Glasbrettern auch keine unangenehmen Gerüche stark riechenden Schneidgutes festsetzen. Ebenso bleiben auch keine Verfärbungen zurück.

Einziges Manko des Glasbrettes: Es ist schlecht für die Messer

Auch wenn sie bei der Hygiene punkten, ist dies ein recht großer Nachteil. Denn auch gute Messer sind weicher als Glas und nutzen sich an einer Glasoberfläche sehr schnell ab. Sie werden dann stumpf und müssen oft nachgeschärft werden. Das verkürzt ihre Lebenszeit deutlich. Viele Menschen empfinden das Schneiden auf einem Glasbrett auch als unangenehm. Wer sich für ein Glasbrett entscheidet, sollte sich also bewusst sein, dass Messer darunter sehr leiden. Als Frühstücksbrettchen sind Glasbretter daher sicher noch am besten geeignet, denn die Messer kommen so kaum mit dem Glas in Berührung. Und man nutzt die optimale Hygiene des Glasbrettes aus.

Kunststoffbretter: Besser oder schlechter als ein Holzbrett?

Die Schützengräben im Bereich Schneidebrett ziehen sich eindeutig zwischen den Kunststoffbrettern und den Holzschneidebrettern. Manche argumentieren nur entlang ökologischer Gesichtspunkte. Denn Kunststoff ist kein natürliches Material und wird unter Zuhilfenahme von Erdöl hergestellt. Es verrottet nie und bleibt jahrhundertelang als Sondermüll liegen, wenn es einmal ausgedient hat. In anderen Aspekten unterscheiden such Kunststoffbretter jedoch kaum von Holzbrettern. Beide haben ähnliche Eigenschaften in punkto Hygiene, Geruchsbildung und Reinigung. Lange Zeit galten Kunststoffbretter allerdings als hygienischer als Holzbretter. Dies hat sich mittlerweile als Trugschluss herausgestellt und es wurde sogar das Gegenteil bewiesen. Auch in Kunststoffbrettern sammeln sich Bakterien, denn die Oberfläche ist weich genug, um durch das Schneiden mit Messern Schäden davonzutragen. Dort setzen sich dann Bakterien besonders gerne ab. Zur wirklich hygienischen Reinigung ist es daher nötig, ein Kunststoffbrett in den Geschirrspüler zu geben. Eine hygienische Reinigung per Hand ist beinahe unmöglich.

Kunststoff hat gegenüber Holz dennoch einen Vorteil

Denn daran bleiben lästige Gerüche und Verfärbungen nicht so einfach hängen. Im Test zeigt sich dieser Vorteil besonders deutlich. Wenn Kunststoffbretter mit stark riechenden Lebensmitteln wie Zwiebeln und Knoblauch in Kontakt kommen, lassen sich schon mit einer Handwäsche Gerüche deutlich einfacher als bei Holzbrettern entfernen. In der Spülmaschine bleiben keinerlei Gerüche zurück. Noch deutlicher wird der Vergleich bei farbigen Rückständen. Auf Dauer bleiben an Kunststoffbrettern keine Verfärbungen zurück, egal ob per Hand oder in der Geschirrspülmaschine gereinigt wurde. Holzbretter weisen dagegen deutliche Farbspuren auf, wenn sie eine Weile benutzt wurden. Wer großen Wert auf möglichst sauber aussehende Bretter legt, sollte daher zu einem Schneidebrett aus Kunststoff greifen und es aus hygienischen Gründen in der Spülmaschine reinigen. Eine große Auswahl an Kunststoffbrettern biete der Hersteller Tupperware.

Schneidebretter aus Holz: Hygienisch und ansprechend

Lange Zeit für unhygienisch gehalten, haben Holzbretter wieder ihren Platz in den offiziellen Empfehlungen der Lebensmittelbehörden gefunden. Auch beim Schneiden von Holzbrettern entstehen genauso wie bei Schneidebrettern aus Plastik Kerben und Unebenheiten im Material. Die Messer sind eben schärfer. Wird anschließend etwas auf dem Brett geschnitten, können Lebensmittelreste eindringen und die Bildung von Bakterien fördern, die sich in den Kerben angesammelt haben. Man hielt dies besonders bei offenporigen Materialien wie Holz für gefährlich. Studien haben seitdem aber gezeigt, dass Holz sogar hygienischer ist als Plastik. Obwohl Bakterien in die Kerben des Holzes vordringen können, sind die Bedingungen dort nicht so förderlich, wie man zunächst annahm.

Der Naturstoff Holz wirkt sogar antibakteriell

Bakterien dringen zwar in die Kerben und in das Innere des Brettes ein, vermehren sich dort aber nicht, sondern sterben nach und nach ab. Zu diesem Zeitpunkt sind auch keine Bakterien mehr an der Oberfläche des Brettes zu finden und das Brett müsste gespalten werden, um noch Bakterien aufzuspüren. Holz ist hier im Vorteil, weil auch alte gebrauchte Bretter mit vielen Schnitten nicht mehr Bakterien aufwiesen als neue, glatte Bretter. Bei Plastik hingegen fanden sich deutliche Unterschiede zwischen neuen Brettern und solchen mit Gebrauchskerben. Wer gerne das naturfarbene Aussehen von Holzbrettern in der Küche hat, kann sich also ruhigen Gewissens ein Holzbrett kaufen. Die Auswahl besteht zwischen vielen verschiedenen Holzarten, z. B. Olivenholz, Bambus, Hirnholz, Eiche, Buche und viele mehr. Achten Sie auf möglichst hartes Holz, dass nicht so schnell Furchen vom Schneiden bekommt. Bretter aus dem Ganzen sind zudem haltbarer als solche, die geleimt wurden.

Schneidebretter aus Stein: Granit und andere Materialien

Mitunter sieht man auch Angebote von Schneidebrettern aus Steinmaterialien wie Granit. Diese haben ähnliche Eigenschaften wie Glas, wenn Sie glattpoliert sind. Das Material ist so fest, dass sich Messer daran sehr schnell stumpf schneiden. Hygiene ist allerdings gewährleistet, weil keine Bakterien ins Innere eindringen können. Von unpoliertem Stein als Schneidebrett, kann allerdings nur abgeraten werden.

Weitere vorteilhafte Eigenschaften von Schneidebrettern

Wenn Sie sich ein Schneidebrett kaufen, ist es ratsam auch über folgende Eigenschaften nachzudenken:

  • Ist das Brett spülmaschinenfest?
  • Kann das Brett in der Mikrowelle verwendet werden?
  • Ist das Brett rutschfest
  • Ist das Brett pflegeleicht?

Je nach Verwendung in Ihrem Haushalt sind diese Eigenschaften unterschiedlich wichtig. Holzbretter sind in der Regel nicht spülmaschinenfest, Kunststoffbretter dagegen schon. Wer die Mikrowelle häufig verwendet, sollte ein Brett kaufen, dass auch eine kurze Reise in die Mikrowelle verkraften kann. Wer auf Schneidebrettern viel abrutscht, für den empfiehlt sich ein rutschfestes Schneidebrett mit Noppen.

Hygienetipps: Getrennte Schneidebretter für Speisen und mehr

In der Gastronomie weiß man es schon lange. Bakterien und Salmonellen lassen sich am besten durch die richtigen Hygienemaßnahmen verhindern. So werden in Gaststätten zum Beispiel getrennte Bretter für verschiedenen Lebensmittel verwendet. Das heißt ein Brett wird nur zum Schneiden von Fleisch verwendet, eine anderes nur für Gemüse und wieder ein anderes nur für Milchprodukte oder Eier. Um leicht erkennen zu können, welches Brett wofür verwendet werden soll, sind die Bretter in unterschiedlichen Farben gehalten. So etwas lässt sich auch für den Privathaushalt machen. Es gibt Schneidebretter-Sets mit Brettchen in rot, grün und anderen Farben. So können vor allem besonders gefährliche Bakterien aus Fleisch und anderen tierischen Produkten, wie Kolibakterien und Salmonellen nicht an andere Lebensmittel geraten und sich verbreiten.
Neben diesen Maßnahmen ist es auch wichtig die Bretter nach der Benutzung möglichst schnell und heiß abzuwaschen. So haben Bakterien gar nicht erst die Gelegenheit sich lange anzusiedeln. Bei Kunststoffbrettern sollte trotzdem eine Reinigung in der Spülmaschine folgen. Wenn die Bretter irgendwann so alt sind, dass sie sehr tiefe Furchen haben, kaufen Sie trotzdem am besten neue. Wer an einem alten hübschen Holzbrett hängt, kann es alternativ aber auch glatt schleifen lassen.

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