Tipps zur Auswahl von Gefrierbeuteln: Darauf sollten Sie beim Einfrieren von Lebensmitteln achten

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Tipps zur Auswahl von Gefrierbeuteln: Darauf sollten Sie beim Einfrieren von Lebensmitteln achten

Seit der Erfindung des Kühlschranks und des Tiefkühlfachs, gibt es die Möglichkeit Lebensmittel länger haltbar zu machen, indem man sie einfriert. Dies gilt nicht nur für bereits zubereitete Speisen, sondern auch für frische Zutaten, die in zu großen Mengen gekauft wurden oder im heimischen Garten geerntet werden. Manchmal wird versehentlich zu viel gekauft, ein andermal ist man einem Schnäppchen erlegen. In allen Fällen ist es zu schade, die Lebensmittel wegzuwerfen, nur weil man sie nicht rechtzeitig aufbrauchen kann. Häufig spart es auch einfach Zeit, Lebensmittel auf einmal zu schneiden oder zu portionieren und dann schon küchenfertig vorbereitet einzufrieren. So hat man später Frisches zur Hand ohne es noch schneiden oder portionieren zu müssen.

Alles zum Thema Einfrieren verschiedener Lebensmittel und zur Auswahl der richtigen Gefrierbeutel erfahren Sie hier in diesem Ratgeber.

Warum Einfrieren besser ist als einkochen

Viele kennen es vielleicht noch von früher und vom Keller der Großeltern oder Eltern. Reihen bunter Einmachgläser mit eingekochten Lebensmitteln. Seit Kühlschränke verbreitet sind, hat diese Technik der Aufbewahrung von Lebensmitteln jedoch nachgelassen, denn die Methode des Einfrierens ist weniger aufwendig und für die Lebensmittel auch schonender. Werden industriell Lebensmittel durch Schockfrosten haltbar gemacht, nennt man dies Tiefgefrieren, wird es in privaten Haushalten vorgenommen, bezeichnet man es als einfrieren. Die Methode ist dabei sogar besser als ihr Ruf, denn eingefrorene Lebensmittel bleiben frischer als zum Beispiel Lebensmittel, die als Konserven angeboten werden und lange erhitzt wurden. Vor allem Vitamine bleiben dadurch erstaunlich gut erhalten und sogar besser als bei lange gelagertem Gemüse. Schon nach nur zwei Tagen im Kühlschrank reduziert sich der Vitamingehalt in Erbsen zum Beispiel fast um die Hälfte. Tiefgekühlte Erbsen aus der Tüte dagegen haben fast noch genauso viele Vitamine wie frisch geerntete Erbsen. Mit Konserven geht so etwas nicht.

Was ist eigentlich Schockfrosten?

Beim Einfrieren gefriert der Wasseranteil eines Lebensmittels in dessen Zellen. Alle vorhandenen Bakterien und ähnliche Mikroorganismen, die ein Verderben des Lebensmittels hervorrufen könnten, werden dabei zwar nicht abgetötet, jedoch am Weiterwachsen gehindert. So kann der natürliche Alterungsprozess des Lebensmittels sich nicht fortsetzen. Die Industrie bedient sich der besonders effektiven Methode des Schockfrostens. Trotz des Namens ist diese Methode am schonendsten für die Lebensmittel, denn es bilden sich dabei keine großen Eiskristalle, die die Qualität des Lebensmittels nach dem Auftauen negativ beeinflussen. Schockfrostung findet statt, indem das Lebensmittel innerhalb von Minuten auf die erwünschte Tiefkühltemperatur abgesenkt wird. Da kaum Zellen innerhalb des Lebensmittels auf diese Art platzen, werden sie nach dem Auftauen nicht matschig. Zudem bleiben Nährstoffe in den Zellen eingeschlossen und das Aroma gut erhalten. Beim heimischen Einfrieren ist es oft nicht möglich, die Lebensmittel schnell abzukühlen und der Prozess zieht sich im Tiefkühlfach oft über mehrere Stunden hin. Dadurch entstehen sehr große Eiskristalle im Lebensmittel, die dann die Zellstruktur zerstören. Folge dessen ist Matschigkeit beim Auftauen, was sich besonders bei sehr wasserhaltigen Lebensmitteln ungünstig auswirkt. Betroffen sind vor allem Obstsorten und manche Gemüsesorten.

Was man Zuhause einfrieren kann und was nicht

Da man Zuhause kein professionelles Schockfrosten betreiben kann, gibt es einige Lebensmittel, die sich nur wenig zum Einfrieren eignen. Andere können problemlos auch Zuhause eingefroren werden. Unter den Gemüsesorten sollten Sie von besonders wasserhaltigen die Finger lassen. Dazu gehören vor allem Gurken, Tomaten und Radieschen; sie sind nach dem Auftauen zu matschig, um noch appetitlich zu sein. Viele andere Gemüsesorten wie Erbsen und Möhren lassen sich aber sehr gut einfrieren. Sie müssen nur zuvor kurz blanchiert werden. Das heißt, sie werden kurz gekocht und dann kalt abgespült, bevor man sie abtropfen lässt und in den Gefrierbeutel steckt. Diese Methode ist schonender als das Gemüse vollständig vorzugaren und dauert auch nicht so lange. Auf diese Art können auch viele andere feste Gemüsesorten wie Brokkoli, Kohlsorten und Fenchel eingefroren werden.

Auch roh können einige Gemüsesorten eingefroren werden. Es eignen sich dafür zum Beispiel Zucchini, aber auch Pilze bleiben so schön frisch. Es ist immer ratsam Gemüse geputzt und geschnitten einzufrieren, da große Stücke länger zum gefrieren brauchen und dadurch an Qualität verlieren. So hat man nach dem Auftauen außerdem kochfertiges Gemüse zur Hand.

Fisch und Fleisch friert man roh und in Stücken ein, möglichst mit abgeschnittenen Fettteilen. Brot, Backwaren und sogar Torten können ebenfalls erfolgreich eingefroren werden und schmecken danach noch sehr gut. Nur Milchprodukte profitieren vom Einfrieren meist nicht. Zwar lässt sich Butter auf diese Weise gut haltbar machen, doch Milch, Joghurt und Käse eignen sich nur sehr bedingt zum Einfrieren.

Tipp: Damit Lebensmittel wie Torten, Kekse und Ähnliches beim Einfrieren nicht aneinander kleben bleiben, sollte man sie zunächst getrennt voneinander auf einem Blech ins Tiefkühlfach stellen. Erst wenn sie an der Oberfläche gefroren sind, rückt man sie zusammen, und verstaut sie nur durch eine Folie getrennt.

Die Gefahr des Gefrierbrands und worum es sich dabei überhaupt handelt

Von Gefrierbrand hat sicher jeder schon einmal gehört. Die meisten Menschen sind sich jedoch nicht sicher, was genau Gefrierbrand eigentlich ist. Gefrierbrand tritt als weiße oder graubraune Verfärbung an eingefrorenen Lebensmitteln auf, wenn sie falsch oder zu lange gelagert wurden. Es handelt sich dadurch eigentlich nur um ausgetrocknete Stellen, die durch Temperaturschwankungen entstehen. Das Lebensmittel verdirbt dadurch zwar nicht und es ist theoretisch unbedenklich, es noch zu essen. Jedoch leidet der Geschmack empfindlich, weil das Eiweiß im Lebensmittel denaturiert und Fett oxidiert. Lebensmittel mit Gefrierbrand sind deshalb ungenießbar.

Grund für den Gefrierbrand sind steigende Temperaturen, die eine Verdunstung von Wasser aus dem Lebensmittel verursachen. Dieses Wasser gefriert bei wieder sinkenden Temperaturen jedoch und lagert sich in Form von Eiskristallen wieder ab. Das Lebensmittel an sich trocknet dabei aus. Derartige Temperaturschwankungen können bei industriellen Produkten vor allem durch die Kühlkette auftreten. Zuhause Eingefrorenes leidet jedoch meist an Gefrierbrand, wenn es falsch gelagert wurde. Gut geeignet zur Vermeidung von Gefrierbrand sind Gefrierbeutel, die als wasserdampfdichte Verpackung dienen und möglichst nah am Gefriergut anliegen.

Gefrierbeutel für den besten Erfolg beim Einfrieren

Um Lebensmittel einzufrieren, ist es empfehlenswert diese in einer Gefrierdose oder einem Beutel aufzubewahren. Gefrierbeutel eignen sich dazu hervorragend, weil sie Gefrierbrand verhindern. Sie bestehen nämlich aus einem reißfesten und kältebeständigen Kunststoff, der für diese Zwecke geeignet ist. Zudem können sie in unterschiedlichen Größen gekauft werden. Es gibt Gefriertüten mit nur 1 Liter Inhalt bis zu Gefriertüten mit 3 Litern oder 6 Litern Fassungsvermögen. So ist es möglich, unterschiedlichste Lebensmittel in der Tiefkühltruhe haltbar zu machen. Die meisten Lebensmittel können 3 Monate auf diese Art haltbar gemacht werden, bevor sie geschmackliche Verluste erleiden, einige andere halten sich sogar bis zu 6 oder 10 Monate. Danach sollte man aber auch Eingefrorenes nicht mehr verwenden. Das Gefriergut sollte beim Einfüllen in den Gefrierbeutel möglichst Zimmertemperatur oder weniger haben. Heiße Speisen brauchen länger zum Gefrieren und leiden dadurch geschmacklich. Außerdem erhöht dies die entstehenden Stromkosten des Kühlschranks.

Einmal eingefüllt ist es wichtig, dass der Gefrierbeutel möglichst eng am Lebensmittel anliegt, um Gefrierbrand zu verhindern. Um das zu erreichen, streicht man die Tüte so glatt wie möglich vor dem Schließen. Ist Glattstreichen nicht möglich, weil das Gefriergut zu stückig, nicht fest genug oder gar flüssig ist, können Sie zu einem Trick greifen. Den Beutel fast vollständig schließen und nur eine kleine Lücke freilassen. Dort wird ein Strohhalm hineingesteckt, mit dem Sie nun die verbleibende Luft aus dem Gefrierbeutel saugen können. Dann schnell den Beutel schließen. So liegt der Beutel sogar an allen Stellen an, wenn er mit geschnittenem Gemüse gefüllt ist.

Der Verschluss – Klemme, Druckverschluss oder Reißverschluss

Nach dem Befüllen müssen Gefrierbeutel natürlich fest verschlossen werden, um den maximalen Effekt zu haben. Dafür gibt es drei verschiedene Arten von Verschlüssen: Klemme oder Clip, Druckverschluss oder  Reißverschluss. Beutel mit Klemmen und Clips sind meist nicht zur Wiederverwendung gedacht und werden nach Gebrauch weggeworfen. Es gibt sie daher in großen Packungen mit bis zu 250 Beuteln selbst für private Haushalte. Sie ähneln Frischhaltebeuteln für den Kühlschrank. Manchmal gibt es bereits in den Packungen statt Clips auch kleine Verschlussdrähte mit Plastikumhüllung, die sich verzwirbeln lassen. Andere Beutel haben die typischen Druckverschlüsse, die sich einfach an der Oberseite durch darüberstreichen wieder verschließen lassen. Manchmal wird dies auch als „Zipper" oder „Zip" bezeichnet. Auch diese Beutel sind meist zum Wegwerfen gedacht. Beide Arten von Beuteln sind jedoch recht stabil und können durch Auswaschen durchaus mehr als einmal verwendet werden.

Umweltfreundlicher sind die Gefrierbeutel mit Reißverschluss, welche wiederverwendet werden können. Diese Beutel sind oftmals teurer als andere Gefrierbeutel, verschließen dafür aber optimal und bestehen häufig auch aus robusterem Material. Durch Waschen lassen sie sich viele Male wiederverwenden und mithilfe des Reißverschlusses auch hundertprozentig abdichten.

Einige hochwertige Gefrierbeutel sind auch mikrowellengeeignet und überstehen schadlos heißes Wasser.

Beschriftung: Immer wissen, wann eingefroren wurde

Im Gegensatz zu Gefrierdosen besteht bei Gefrierbeuteln auch der praktische Vorteil, dass sie beschriftet werden können. Besonders dann, wenn sie vorhaben, viel einzufrieren, kann sich das als äußerst nützlich erweisen. Kaum jemand schafft es, ohne Beschriftung noch den Überblick in seiner Tiefkühltruhe zu behalten. Und vor allem altes Gefriergut sollte nicht mehr gegessen werden. Deshalb sollten Sie beim Einfrieren immer einen wasserfesten Stift zücken und das Datum des Einfrierens auf den Beutel schreiben. So haben Sie später immer den Überblick, wie lange ihre eingefrorenen Lebensmittel schon lagern - und genießen frische Lebensmittel aus dem Tiefkühlfach.

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