Tipps zur Auswahl eines neuen Sofas

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Kaufratgeber für Sofas

Welches Sofa passt zu Ihnen?

Seitdem das Wort „Sofa“ im 17. Jahrhundert erstmals im deutschen Sprachraum auftauchte, hat es eine beachtliche Karriere hingelegt. Heute kennt nicht nur jedes Kind den Begriff, auch in nahezu jeder Wohnung findet sich ein solch gemütliches Möbelstück. Doch was macht ein gutes Sofa eigentlich aus? Schließlich sind die Auswahlmöglichkeiten hier äußerst vielfältig. Wie Sie das passende Sofa für Ihre Bedürfnisse finden und worauf Sie unbedingt achten sollten, wenn Sie Sofas kaufen erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Das richtige Sofa finden: Erstellen Sie eine Checkliste

Um das richtige Sofa für Ihr Zuhause zu finden, müssen Sie zunächst einige grundlegende Fragen klären. Damit Sie dabei nichts Wichtiges vergessen, legen Sie sich am besten eine Checkliste an, auf der Sie alle wichtigen Punkte notieren. Zu den Fragen auf einer solchen Checkliste sollten unbedingt gehören:

  • Wofür soll das Sofa genutzt werden? Als reines Sitzmöbel oder beispielsweise auch als ausziehbares Gästebett? Soll es eher repräsentativ wirken oder hauptsächlich als gemütliches, großes Familiensofa für den Fernsehabend dienen?
  • Wie viel Platz steht für das Sofa zur Verfügung?
  • Welche Sitzhöhe beziehungsweise Sitztiefe soll das Sofa haben?
  • Aus welchem Material soll das Sofa bestehen?
  • Welche Beschaffenheit muss der Bezug des Sofas haben?
  • Wie sieht der finanzielle Rahmen für den Sofakauf aus?
  • Wenn das Sofa selbst aufgebaut werden muss: Welche Werkzeuge werden benötigt?

Erst wenn diese grundlegenden Fragen beantwortet sind, ist es sinnvoll, sich nach einem passenden Sofa für das eigene Zuhause umzuschauen.

Sofas mit verschiedenen Funktionen

Sofas warten heutzutage mit einer Vielzahl an Funktionen auf. So gibt es beispielsweise Sofas mit schwenk- und klappbaren Lehnen, die sich mit wenigen Handgriffen vom Zweisitzer in ein Familiensofa verwandeln lassen. Auch ausziehbare Fußstützen gehören bei vielen Sofas heute zum Standard. Darüber hinaus lassen sich viele Sofas mit wenig Aufwand in ein komfortables Gästebett umwandeln. Brauchen Sie diese Funktionen wirklich alle – und haben Sie auch den Stellplatz dafür? Sofas mit zusätzlichen Funktionen sind in der Regel etwas größer als ein Sitzsofa und benötigen unter Umständen Platz zum Rangieren. Aus diesem Grund ist es wichtig, das neue Sofa nicht nur als Sitzmöbel zu begutachten, sondern auch ausgeklappt oder mit herausgeschwenkter Lehne. Nur so kann man feststellen, ob das gute Stück wirklich in die Wohnung passt.

Wo soll das Sofa stehen?

Ob ein Sofa in die Wohnung passt, liegt nicht nur an den Merkmalen, mit denen das Möbelstück ausgestattet ist. Auch der Standort muss bei einem Sofakauf berücksichtigt werden. Ist die Couch beispielsweise für ein geräumiges Wohnzimmer bestimmt, kann eine große Eckcouch genau das richtige Möbelstück sein. Soll das neue Sofa dagegen als hübscher Blickfang im Gästezimmer stehen, ist die Eckcouch eher ungeeignet.

Bevor Sie sich endgültig für ein Sofa entscheiden, messen Sie mit dem Zollstock genau aus, wie viel Platz für das neue Sofa bereitsteht und fertigen Sie eine kleine Skizze mit den entsprechenden Maßen an. So sehen Sie mit einem Blick, ob Ihr Wunschsofa die notwendigen Maße aufweist. Wichtig ist dabei, dass Sie bei der Zeichnung den Platz neben und hinter dem Sofa mitrechnen. Auch die Sonderfunktionen wie schwenkbare Lehnen oder die Liegefläche von Bettsofas müssen bei diesen Berechnungen mit bedacht werden. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr neues Wunschsofa nicht vielleicht doch zu groß oder zu klein ist, besorgen Sie sich doch einfach die Maße und bauen Sie das Sofa am geplanten Standort zum Beispiel mit Umzugskartons nach. So können Sie auf einen Blick erkennen, ob das Sofa passt oder nicht und wie es im Raum insgesamt wirkt.

Auf die richtige Polsterung kommt es an

Ein Sofa soll vor allem gemütlich sein. Darüber entscheidet unter anderem die Polsterung. Dabei unterscheidet man bei einem Sofa zwischen einer so genannten legeren und einer straffen Polsterung. Eine legere Polsterung zeichnet sich dabei durch ihre Flauschigkeit aus und kann durchaus auch Falten oder Wellen werfen. Daher bietet sich ein Sofa mit legerer Polsterung vor allem als komfortables Familiensofa an, auf dem man es sich vor dem Fernseher gemütlich machen kann. Eine straffe Polsterung dagegen ist nahezu vollständig glatt. Ein straff gepolstertes Sofa ist eher für offizielle Räume geeignet. Es kann auch gewählt werden, wenn das Sofa weniger als Sitzmöbel denn als stylisher Blickfang dienen soll.

Welche Polsterung man bevorzugt, hängt ganz vom individuellen Geschmack und Komfortempfinden ab. Hierfür gibt es keine Norm. Achten Sie vor dem Kauf auch darauf ob die Rücken- und Armlehnen die richtige Höhe haben und ob die Neigung der Rückenlehne angenehm ist. Experten raten beispielsweise, dass die Rückenlehne sich mindestens auf Schulterhöhe befinden sollte, um nicht nur gemütliches, sondern auch gesundes Sitzen zu ermöglichen. Achten Sie besonders auf die Sitzhöhe des Möbels. Je niedriger die Sitzfläche des Sofas ist, desto schwerer fällt das Aufstehen. Für die Sitzhöhe gelten 40 Zentimeter und für das aufrechte Sitzen eine Sitztiefe von 55 Zentimetern als Richtmaße. Doch vor allem ältere Menschen haben bei niedrigen Sitzhöhen Probleme beim Aufstehen. Auch die Körpergröße spielt eine große Rolle für die Höhe der Sitzfläche. Außerdem sollte man beim Probesitzen möglichst viele unterschiedliche Sitz-, Liege- und Lümmelpositionen ausprobieren, um einen umfassenden Eindruck zu bekommen.

Der Bezug: Stoff oder Leder?

Wer sich ein neues Sofa zulegen möchte, der muss sich in der Regel zwischen einem Stoff- und einem Lederbezug entscheiden. Die Vorlieben der Verbraucher halten sich dabei die Waage, denn knapp die Hälfte der in Deutschland verkauften Sofas hat einen Lederbezug. Neben den persönlichen Vorlieben sollte bei der Kaufentscheidung die Frage der Pflege Berücksichtigung finden. Ledersofas sind atmungsaktiv und passen sich der Körpertemperatur an, sofern es sich um naturbelassenes Leder handelt. „Gedecktes“ Leder, also gefärbtes Naturleder, sieht zwar gut aus und ist in der Regel auch etwas günstiger. Dafür fehlt hier aber der Temperaturausgleich, da durch das Auftragen der Farbe auch die Lederporen geschlossen wurden. Der gleiche Effekt stellt sich übrigens bei Kunstleder ein, welches im Allgemeinen aus PUR oder PVC besteht. Nicht atmendes Leder kann schnell zu unangenehmem Wärmestau führen.
Bei einem Ledersofa sollte man außerdem beachten, dass naturbelassenes Leder vergleichsweise pflegeintensiv ist und beispielsweise Schweiß, Creme oder Flüssigkeiten sofort sichtbare und meist auch dauerhafte Flecken hinterlassen können. Eine Möglichkeit, das neue Ledersofa zu schützen, ist eine spezielle Imprägnierung. Da sich aber nicht jede Imprägnierung auch für jedes Leder eignet, fragen Sie am besten direkt den Verkäufer nach der richtigen Pflege. Eine solche Imprägnierung gibt es übrigens auch für Stoffbezüge.

Die Vor- und Nachteile von Stoffbezügen

Stoffbezüge sind in der Regel unempfindlicher und deutlich robuster als Leder. Bei Sofas mit Stoffbezug sollten Sie sich nach der Haltbarkeit des verwendeten Gewebes erkundigen, die in Scheuertouren gemessen wird. Bei einem Velourbezug sollte dieser Wert bei mindestens 20.000 liegen, bei einem Flachgewebe ist ein Wert von 10.000 ausreichend. Als Faustregel gilt: Je enger ein Stoff gewebt ist, desto weniger empfindlich ist er auch. Darüber hinaus sind auch der Lichtechtheitswert sowie der Reibechtheitswert wichtige Faktoren. Auch hier sollte Ihnen ein kompetenter Verkäufer Auskunft geben können. Beim Lichtechtheitswert liegt der beste Wert bei 6, beim Reibechtheitswert bei 5. Die strapazierfähigsten Fasern für den Stoffbezug eines Sofas sind synthetische Fasern, zu denen unter anderem Viskose oder Polyamid gehören. Naturfasern, also beispielsweise Leinen, Baumwolle oder Wolle, sind dagegen etwas empfindlicher. Gegenüber den synthetischen Fasern haben sie jedoch den Vorteil, dass sie – genau wie Naturleder –atmungsaktiv sind. Wer sein Sofa stark beanspruchen wird, für den eignet sich ein Sofa mit einem abnehmbaren Stoffbezug. Der kann in die Waschmaschine gepackt werden, und Flecken sind kein großes Drama.

Die richtige Farbwahl

Ob Leder, Kunstleder oder Stoffbezug: Das neue Sofa soll optisch zur restlichen Einrichtung passen. Besonders ausgefallene Stoffmuster können schnell disharmonisch wirken und außerdem das Auge überfordern. Für große Polstermöbel wie beispielsweise ein Familiensofa oder eine Eckcouch eignen sich einfarbige Bezüge gut. Extravagante Muster sollte man sich für Blickfänge wie kleinere Beistellhocker oder den passenden Sessel zum Sofa aufheben.

 

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