Tipps zur Auswahl der richtigen Matratze

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Das sollten Sie beim Kauf von Matratzen beachten

Wenn man sich eine Matratze kaufen möchte und bereit ist, etwas mehr Geld zu investieren, dann sollte es die Matratze auch wert sein. Immerhin verbringt der Mensch rund ein Drittel seines Lebens im Bett. 2.500 bis 3.000 Stunden sind es bei Erwachsenen pro Jahr, bei Kindern und Säuglingen sogar noch deutlich mehr. Aber was macht eine gute Matratze eigentlich aus? Eine Frage, die sich trotz gegenteiliger Behauptungen in der Regel nicht pauschal beantworten lässt, weil beim Matratzenkauf viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Ganz wichtig ist zum Beispiel, dass die Matratze zu ihren Schlafgewohnheiten passt. Und da die Schlafgewohnheiten und damit auch die Anforderungen an eine Matratze von Mensch zu Mensch variieren, ist es eine Herausforderung, die richtige Matratze für die eigenen Bedürfnisse zu finden. Wie Sie die passende Matratze finden und auf was Sie beim Matratzenkauf unbedingt achten sollten, das erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Welcher Schlaftyp sind Sie?

Um die passende Matratze für Ihre Bedürfnisse zu finden, sollten Sie wissen, in welcher Lage Sie normalerweise schlafen. Experten haben herausgefunden, dass sich nachts nicht nur unsere Muskeln und Gelenke, sondern auch unsere Knochen erholen und regenerieren. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Matratze Muskeln, Knochen und Gelenke optimal stützt. Matratzen, bei denen das nicht der Fall ist, können unter anderem permanente Rückenschmerzen verursachen. Daher lohnt es sich, beim Matratzenkauf nicht auf das erste preiswerte Angebot zu setzen, sondern etwas Zeit in die Suche nach der richtigen Matratze zu investieren. Zwar ist die Matratze am Ende dann ein bisschen teurer, aber dafür können Sie sich dann aber auch sicher sein, dass Sie die richtige Matratze für Ihren Schlaftyp gefunden haben. Einem erholsamen Schlaf steht dann nichts mehr im Wege.

Die verschiedenen Schlaftypen

Insgesamt unterscheidet man drei verschiedene Schlaftypen: den Rückenschläfer, den Seitenschläfer und den Bauchschläfer. Die Rückenschläfer, zu denen etwa 20 Prozent der Bevölkerung gehören, schlafen insgesamt sehr ruhig und verändern ihre Lage während der Nacht kaum. Für sie kommen also Matratzen infrage, die Hohlstellen in der Gegend der Lendenwirbel vermeidet. Bauchschläfer dagegen, die ebenfalls rund 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen, verändern nachts oft ihre Lage und rutschen mitunter auch in die Rücken- oder Seitenlage. Hochelastische Matratzen sind für diesen Schlaftyp eher ungeeignet. Seitenschläfer wiederum sind die aktivsten Schläfer, denn sie verändern in der Nacht mehrmals ihre Schlafposition. Ihre Schlafposition erinnert ein wenig an die stabile Seitenlage aus dem Erste-Hilfe-Kurs. Seitenschläfer nutzen oft zusätzlich einen Arm oder eine Hand, um den Kopf zu stabilisieren und vermeiden so, dass die Wirbelsäule überstreckt wird. Rund 60 Prozent der Bevölkerung gehören zu den Seitenschläfern. Wegen ihrer besonderen Schlafposition ist es für Seitenschläfer besonders wichtig, dass die Matratze sowohl die Schulterzone als auch den Mittelbereich, also den Körperschwerpunkt, stützt.

Weil die Schlafposition einen so großen Einfluss auf den Matratzenkauf hat, wird sich ein kompetenter Verkäufer in einem Fachgeschäft zunächst immer nach Ihrer Schlafposition erkundigen, bevor er Ihnen die erste Matratze empfiehlt. Erst danach wird er nach weiteren wichtigen Faktoren wie beispielsweise Körpergröße, Gewicht oder gewünschtem Härtegrad fragen. Auch hier gibt es lediglich Faustregeln. So bemisst sich die optimale Länge einer Matratze aus der Körpergröße plus 20 Zentimetern.

Welche Matratze eignet sich für welchen Schlaftyp?

Hat man herausgefunden, welcher Schlaftyp man ist, gibt dies bereits erste Hinweise auf die richtige Matratze. Erfahrungsgemäß sind für Seitenschläfer besonders Naturlatex- oder Kautschukmatratzen geeignet. Wichtig ist, dass diese Matratzen über eine hohe Punktelastizität verfügen. Das bedeutet, dass die Matratze tatsächlich auch nur an den Stellen nachgeben sollte, an denen Druck ausgeübt wird und nicht über eine größere Fläche. Die Punktelastizität kann man beim Kauf einer Matratze ganz einfach überprüfen, indem man mit dem Finger in die Matratze sticht. Bildet sich dabei ein steiler Trichter, verfügt die Matratze über eine sehr hohe Punktelastizität. Rückenschläfer sollten von einer Matratze mit einem hohen Härtegrad absehen, da bei einer solchen Matratze die Rückenmuskulatur nicht genügend in die Matratze einsinkt. Für Bauchschläfer wiederum ist eine harte Matratze optimal. Wie bei vielen anderen Details, gibt es aber auch beim Härtegrad einer Matratze lediglich Erfahrungswerte. Eine pauschale Antwort, welcher Härtegrad sich für welchen Schlaftyp eignet, gibt es nicht. Gerade bei Ihnen könnte es auch anders sein.

Unterschiedliche Matratzentypen testen

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Arten Matratzen, die alle ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben. Die gängigste Form ist die Federkernmatratze. Sie sind vergleichsweise robust, behält auch über Jahre ihre Form und eignen sich besonders für Menschen, die nachts viel schwitzen. Latexmatratzen sind, anders als die Federkernmatratzen, äußerst punktelastisch. Wer sich für eine Latexmatratze entscheidet, sollte darauf achten, dass die gewählte Matratze über eine Perforierung im Innern der Latexschicht verfügt. Nur dann ist ein optimaler Feuchtigkeitsaustausch möglich. Bei den Latexmatratzen wird zwischen synthetischen Matratzen und Naturlatex unterschieden. Matratzen aus Naturlatex sind weniger haltbar, dafür qualitativ aber deutlich hochwertiger.
Zu den hochwertigsten Matratzentypen zählen Kaltschaum- beziehungsweise Schaumstoffmatratzen. Diese sind in verschiedene Zonen eingeteilt, was den Schlafkomfort deutlich erhöht. Der Vorteil: Diese Matratzen passen sich hervorragend an die Körperformen an und verfügen mit über die höchste Punktelastizität. Außerdem eignen sich gerade diese Matratzen besonders gut für Allergiker, da sie in der Regel weniger anfällig für Milben sind als andere Matratzenformen. Eine moderne Matratzenart ist die so genannte viskoelastische Matratze. Sie ist vergleichsweise teuer und verfügt über einen eher schlechten Feuchtigkeitstransport. Dafür reagieren viskoelastische Matratzen jedoch auf Körperwärme. An warmen Stellen sinken diese Matratzen also ein und passen sich optimal an jede Schlafposition an, auch wenn diese in der Nacht mehrmals gewechselt wird. Auch die Punktelastizität ist bei dieser Matratze sehr hoch.

Auch der richtige Lattenrost ist beim Kauf entscheidend

Wer sich eine neue Matratze kaufen möchte, der sollte sich bei der Kaufentscheidung nicht allein auf die Matratze konzentrieren. Das klingt paradox, hat aber einen durchaus ernsten Hintergrund. Die beste Matratze nützt nichts, wenn das Drumherum nicht stimmt. Dazu gehört vor allem der richtige Lattenrost. Nicht jeder Matratzentyp eignet sich auch für jeden Lattenrost. Für einen erholsamen Schlaf ist es also wichtig, Lattenrost und Matratze möglichst „aus einem Guss“ zu kaufen. Das weiß auch der Fachverkäufer, der Sie bei einer kompetenten Beratung immer auch nach dem bereits vorhandenen Lattenrost fragen wird.

Bei Seitenschläfern ist es besonders wichtig, dass sich nicht nur die Matratze, sondern auch der Lattenrost den wichtigen Druckpunkten an Schultern und Hüften optimal anpasst. Sind die Schläfer besonders groß oder breitschultrig, kann es sogar sinnvoll sein, einen Lattenrost mit absenkbaren Schulterpartien zu kaufen. Für Rückenschläfer sollten die Lattenroste über eine Beckenunterstützung verfügen, am besten aus gewölbten Federleisten, da hier die Unterstützung am höchsten ist. Bauchschläfer wiederum sollten bei ihrem Lattenrost auf eine Mittelzonenverstärkung achten. Lattenroste mit einer solchen Verstärkung verfügen unter den eigentlichen Leisten über sechs zusätzliche Leisten in der Mitte des Lattenrostes. Mithilfe eines Schiebereglers können die Leisten entsprechend hart oder weich eingestellt werden. So entsteht eine so genannte „Bauchschläfer-Brücke“, die verhindert, dass das Becken zu tief in die Matratze einsinkt und der Schläfer in eine Hohlkreuzlage gerät. Die ist häufig Ursache für morgendliche Rückenschmerzen.

Matratze nicht nur im Geschäft probeliegen

Ob eine Matratze tatsächlich zu Ihnen passt, merken Sie am besten beim Probeliegen. In Fachgeschäften ist ein solches Probeliegen jederzeit möglich. Um dabei tatsächlich ein Gefühl für die Matratze zu bekommen, ist es wichtig, dass Sie beim Probeliegen nicht zu dick angezogen sind. Schließlich gehen Sie zuhause ja auch nicht mit der dicken Winterjacke ins Bett. Dicke Kleidung kann beim Probeliegen das Ergebnis verfälschen, weil aufgrund des Gewichts falsche Körperpartien gestützt oder eben nicht gestützt werden. Ein weiterer Tipp: Beim Probeliegen nützt es nichts, wenn man sich „nur mal eben kurz“ auf die Matratze legt. Um einen richtigen Eindruck zu bekommen, sollte man sich tatsächlich so auf die Matratze legen, wie man in der Regel auch schläft, und einige Zeit so liegenbleiben. Noch besser ist es, den Matratzenfavoriten im eigenen Bett ausprobieren zu können. Nur nach einigen Nächten auf einer Matratze kann man wirklich sicher sein, dass die Matratze zum eigenen Schlaftyp passt.

Checkliste zum Matratzenkauf

Apropos Service: Wenn Sie Geld in eine neue Matratze investieren wollen, dann sollten Sie auf jeden Fall gut ausgerüstet auf die Suche nach der richtigen Matratze gehen. Basteln Sie sich eine Checkliste. Auf dieser Checkliste sollten dann folgende Punkte stehen:

  • Was ist meine bevorzugte Schlafposition?
  • Welche Körperpartien sollen / müssen besonders gestützt werden?
  • Aus welchem Material soll die Matratze sein?
  • Passt die Matratze zum Lattenrost?
  • Muss ich auf Besonderheiten, wie beispielsweise eine Allergie, Rücksicht nehmen?
  • Kann ich die Matratze zum Probeschlafen mit nach Hause nehmen?
  • Wie sieht die Garantieleistung für die Matratze aus?
  • Wie sind Umtausch und / oder Rückgaberecht geregelt?

So können Sie sicher sein, dass Sie keine wichtigen Punkte vergessen. Ein Fachverkäufer wird sich zudem von Ihren Fragen nicht herausgefordert fühlen, sondern sich im Gegenteil freuen, dass Sie als Kunde Interesse zeigen und er mit seinem Fachwissen punkten kann. Wenn es um den eigenen erholsamen Schlaf geht, kann man schließlich nicht wissbegierig genug sein.

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