Tipps zum Verkauf von Tasteninstrumenten

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Da viele Verkäufer von Tasteninstrumenten anscheinend gar nicht genau wissen, was Sie da eigentlich verkaufen wollen, hier ein paar Tipps:

Keyboard

Als Keyboard wird normalerweise ein portables Tasteninstrument mit nur einer Tastatur bezeichnet.
Es verfügt über verschiedene Sounds (Klänge) und Styles (Begleitrhythmen) und eine sogenannte Begleitautomatik, mit deren Hilfe die mit der linken Hand gegriffenen Akkorde in eine rhythmische Begleitung umgesetzt werden.
Wichtige Angaben sind in erster Linie der Hersteller (z. B. Yamaha, Roland, Korg etc.) und die Typenbezeichnung (z. B. PSR 600, E 20 etc.); die zusätzliche Angabe der Anzahl der Tasten (weiße und schwarze Tasten gesamt, z. B. 49 Tasten) sowie deren Größe (Normalgröße oder Minitasten) ist auch ganz hilfreich.

Synthesizer

Nicht jedes Keyboard ist ein Synthesizer! Nur Instrumente, die auch wirklich über Synthesefunktionen, also Möglichkeiten für die Erstellung neuer Klänge oder tiefergehende Änderung bestehender Klänge verfügen, sind Synthesizer.
Normalerweise verfügt diese Instrumentengattung nicht über eine Begleitautomatik.

Orgel

Eine Orgel hat üblicherweise (mindestens) zwei Manuale (Tastaturen) und ein Pedal (Fuß-Tastatur).
Man unterscheidet zwischen den großen und schweren Standmodellen und den leichteren und transportablen Comboorgeln; diese haben oft nur ein Manual und ein optionales, externes Pedal.
Wichtige Angaben sind - neben Hersteller und Modellbezeichnung - auch die Maße der Orgel und evtl. deren Gewicht, wobei sich dieses nur schwer schätzen lässt; verlässlicher ist immer die Gewichtsangabe laut Bedienungsanleitung.
Wichtig: nicht jede elektronische Orgel ist eine Hammondorgel - diese Bezeichnung steht ausschließlich Instrumenten des Herstellers Hammond zu! Eine Aussage wie "eine Hammondorgel des Herstellers Yamaha" ist also der gleiche Unsinn wie "Ein Audi-Auto von BMW"...

Klavier

Ein Klavier verfügt definitiv über nur eine Tastatur, deren Umfang normalerweise 88 Tasten beträgt.
Es gibt das herkömmliche akustische Klavier (großes und schweres Möbelstück, läuft ohne Strom!), als besondere Ausführung davon den Flügel (sehr groß, typische Flügelform), und die moderne Variante, das Digitalpiano (relativ leicht zu transportieren, läuft nur mit Strom!), wobei hier noch anzumerken ist, dass Clavinova eine geschützte Bezeichnung ausschließlich für Digitalpianos der Firma Yamaha ist!

Akkordeon

Ein Akkordeon ist ein Instrument, das "man sich vor den Bauch schnallt und beim Spielen auseinanderzieht und zusammenschiebt".
Streng genommen spricht man auch nur von einem Akkordeon, wenn das Instrument für die rechte Hand über Tasten verfügt (chromatisches Akkordeon); sollten hier auch Knöpfe sein, handelt es sich (meistens) um ein Diatonisches Instrument (z. B. Steirische Harmonika, Clubmodell etc.)


ZUSAMMENFASSUNG:

- Wichtigste Angaben: Hersteller und Modellbezeichnung
- sehr wichtig: Fotos! Eine Totalansicht des Instruments von vorn (natürlich nicht mit geschlossenem Deckel!) und nach Möglichkeit mehrere Detailaufnahmen der Bedienelemente etc.
- Wenn man sich nicht sicher ist, um welche Art Instrument es sich handelt: "Tasteninstrument" ist immer richtig!
- Bezeichnungen wie "Top-Instrument" oder "Profi-Synthesizer" etc. sind absolut unnötig und oftmals irreführend - wer sich für das Angebot interessiert, weiß im Normalfall über das Instrument Bescheid!
- wichtig ist immer die Angabe des mitgelieferten Zubehörs (z. B. Netzadapter, Notenhalter, Case, Handbuch, Ständer, Bank, Software etc.)
- Aussagen über Funktion und optischen Zustand des Instruments sollten selbstverständlich immer der Wahrheit entsprechen!
- leidiges Thema Versandkosten: Dass eine Standorgel am Besten abgeholt wird, ist klar, aber fast jedes Keyboard kann normalerweise zu vernünftigen Preisen, d. h. deutlich unter 15€, verschickt werden...
- sollte z. B. eine Orgel nicht verkauft werden können, kann man diese immer noch (sorgfältig) zerlegen und die Einzelteile anbieten, da diese Teile von Elektronikbastlern sehr gesucht sind!
- Jeder kann natürlich selbst entscheiden, zu welchem Preis er seine Ware verkauft, aber ein zehn Jahre altes Keyboard für den halben Neupreis anzubieten ist wohl nicht sehr reell und aussichtsreich...

Hoffentlich bringt dieser kleine Ratgeber etwas Licht ins Dickicht der Tasteninstrumente, damit dem geneigten Käufer in Zukunft Angebote wie "Hammondorgel von Yamaha" oder "Profisynthesizer mit 29 weißen Tasten, aber ohne Foto" erspart bleiben...




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