Tipps zum Sammeln italienischer Briefmarken

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Wie man deutsche Briefmarken aus der Nachkriegszeit auf eBay findet

Philatelie der Nachkriegszeit - Postgeschichte und Briefmarken in den alliierten Besatzungszonen

Der Zeitraum vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland von 1945 – 1949, auch bekannt als Nachkriegs- oder Besatzungszeit, bietet Philatelisten ein interessantes Betätigungsfeld. Nicht nur durch die Einführung besonderer Briefmarken durch die Besatzungsmächte Großbritannien, USA und Sowjetunion, sondern auch durch die postgeschichtlichen Hintergründe dieser Epoche. Frankaturwaren und Ganzsachen aus dem Nachkriegsdeutschland geben interessante Einblicke in die Lebensumstände und Umbrüche der damaligen Zeit. Das Thema ist daher bei Anfängern und Profis gleichermaßen beliebt. Lesen Sie hier, welche Besonderheiten Briefmarken der Nachkriegszeit und insbesondere Briefmarken aus Deutschland für Sie bereithalten, und wie Sie die Sammlung aufbauen können.

Deutschland im Umbruch – Postgeschichte der Besatzungszonen

Nach dem offiziellen Kriegsende in Europa am 8. Mai 1945 wird Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt und von den alliierten Besatzungsmächten Frankreich, Großbritannien, USA und UDSSR verwaltet. Jede der Siegermächte kontrolliert nun einen Sektor. Die UDSSR erhält den Osten, die USA den Westen, Großbritannien den Norden und Frankreich den Südwesten des Landes. Neben der gesamten Verwaltung unterliegt auch das Post- und Nachrichtenwesen der Kontrolle der Alliierten. Durch auftretende Unstimmigkeiten unter diesen verbündeten Ländern kommt es dabei zu völlig unterschiedlichen Handhabungen des Nachrichten- und Briefverkehrs und damit zu interessanten Besonderheiten bei Briefmarken und Stempelungen.

Nachrichtensperre und schrittweise Wiedereinführung des privaten Briefverkehrs

Zu Anfang arbeiten die vier Besatzungsmächte noch zusammen und verfolgen gemeinsame Ziele. Dazu gehört auch die Einführung einer totalen Nachrichtensperre, bis die ersten Wirren nach Kriegsende geordnet sind. Dann wird Schritt für Schritt ein Botendienst für Verwaltungspost eingeführt. Private Sendungen müssen noch etwas länger warten, bis ab Oktober 1945 auch sie innerhalb aller Besatzungszonen befördert werden. Zuerst sind bei dieser Privatpost nur Postkarten erlaubt. Im Laufe des Jahres 1946 folgen dann auch Briefe und Päckchen. Zudem gelten für dieses erste Nachkriegsjahr zahlreiche Sonderregelungen. Unter anderem für das Rote Kreuz, diverse Behörden sowie Fremdarbeiter und deutsche Kriegsgefangene, die Kontakt mit ihrer Heimat aufnehmen möchten. Ab Mitte 1946 verfügen alle vier alliierten Besatzungszonen über ein funktionierendes Postnetz innerhalb der jeweiligen Zonengrenzen. Planung und Aufbau einer zentralen Postverwaltung für alle Besatzungszonen scheiterten am Nichterscheinen von Frankreich und der UDSSR zu der geplanten Zusammenkunft. Die USA und Großbritannien beschließen daraufhin allein ein solches Abkommen und gründen die 'Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des amerikanischen und britischen Besatzungsgebiets'. Damit gibt es ab diesem Zeitpunkt drei unterschiedliche Postzonen: die britisch-amerikanische Zone sowie die französische und die sowjetische Zone.

Gemeinschaftsausgaben und Eigenproduktionen - Briefmarken in der Besatzungszeit

Bis zur Abspaltung der Sowjetunion im Jahre 1948 nutzen drei der Besatzungsmächte Gemeinschaftsausgaben, die in der britischen, amerikanischen und zum Teil auch in der sowjetischen Besatzungszone Gültigkeit haben. Nur Frankreich stellt sich neben der Idee für eine zentrale Postverwaltung auch gegen die Gemeinschaftsausgaben, da es die zentrale Verwaltung Deutschlands nicht für gut heißen kann. Hier werden stets eigene Briefmarken gedruckt und ausgegeben. Sie gelten auch ausschließlich in der französischen Besatzungszone.

Die Gemeinschaftsmarken der übrigen Alliierten werden zum Teil in Berlin gedruckt, zum Teil jedoch auch in England und den USA. Daher kommt es bei diesen Ausgaben zu vielen Druckzufälligkeiten und Farbfehlern. Ein gutes Beispiel dafür ist die Dauermarkenausgabe 'AM-Post' von 1945/1946.

Ausnahmepartner Frankreich – besondere Marken für den Südwesten Deutschlands

Die Besonderheit der Postverwaltung in der Französischen Zone ist der föderalistische Aufbau, da sich Frankreich, wie schon erwähnt, gegen eine zentralisierte Verwaltung Deutschlands ausgesprochen hat. Daher werden neben einer ersten allgemeinen Ausgabe verschiedene Marken für die einzelnen Verwaltungsbezirke Baden, Württemberg sowie Rheinland-Pfalz gedruckt.

Briefmarken und Postwesen der Sowjetischen Zone

Ab 1948 gehen auch die UDSSR endgültig eigene Wege. Wachsende Unstimmigkeiten über die politische und wirtschaftliche Neuordnung Deutschlands haben letztendlich zur Abspaltung des ehemaligen Bündnispartners geführt und münden später in die Teilung Deutschlands und die Isolation des Kalten Krieges. Auch die Sowjetunion setzt bei der Einrichtung einer neuen Verwaltung in der Zone auf Dezentralisierung. Darunter fällt auch das Postwesen, das daraufhin in verschiedene regionale Verwaltungsdirektionen aufgeteilt wird.

Durch diese Trennung können Sammler heute auf ein breit gefächertes Sammelgebiet aus der sowjetischen Besatzungszone, der sogenannten SBZ-Philatelie, zurückgreifen. Dazu gehören Marken aus Berlin-Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern sowie der Gebiete Ost- und Westsachsen und der Provinz Sachsen. Ganzsachen und Frankaturware aus der Gründungszeit von BRD und DDR sowie etliche Dienst- und Sondermarken ergänzen das Angebot.

Briefmarken aus Berlin – ein eigenständiges Sammelgebiet

Unter den Briefmarken der Nachkriegszeit sind Berlin-Marken eines der Highlights. von den Briefmarken aus Deutschland. Das liegt unter anderem an der besonderen Stellung der Stadt unter den Alliierten. Wie im übrigen Deutschland besteht Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg aus vier Besatzungszonen. Zuerst besetzte die Truppen der UDSSR allein die Stadt, später folgen britische und amerikanische Verbände. Zuletzt übernehmen auch die Franzosen eine Verwaltungszone. Wie im übrigen Deutschland entsteht auch in der Hauptstadt Berlin eine Postverwaltung und Briefmarken für jeden Sektor. Darüber hinaus gelten auch Gemeinschaftsausgaben. Vor allem für den 1947 endlich bewilligten Paket- und Päckchenversand von Berlin aus in das übrige Deutschland. Als die UDSSR 1948 den Kontrollrat verlässt, ist Berlin erst einmal völlig abgeschnitten. Von der sowjetischen Seite werden keine Briefe und Pakete mehr in die westlichen Sektoren zugestellt. Auch der Versand in das westliche Deutschland ist unmöglich. Ost- und Westzone bleiben trotz einiger Vermittlungsversuche für den Postweg geschlossen. Erst die berühmte Luftbrücke der alliierten Westmächte macht diesem Zustand ein Ende. Zusammen mit Lebensmitteln und dringend benötigtem Heizmaterial werden nun auch Briefe und Pakete neun Monate lang nach Berlin gebracht oder von dort abgeholt und in den Westen geflogen.

Poststreit mit sonderbaren Entwicklungen – Berliner Marken mit speziellen Stempelungen

Das eisige Verhältnis zwischen Ost- und Westzone lässt sich auch durch philatelistische Besonderheiten gut nachvollziehen. So erklärt der Osten die 1947 und 48 herausgegebenen Briefmarken aus Westberlin einfach für ungültig und weigert sich außerdem, die Westberliner Postverwaltung anzuerkennen. Der Streit treibt weitere Blüten, denn nun werden in Westberlin die Briefe in die Ostzone mit speziell aus dem sowjetischen Sektor stammenden Briefmarken versehen. Die Westberliner Post akzeptiert diese Postwertzeichen und stempelt sie. Nun mussten wiederum die UDSSR gleichziehen und besorgten sich Briefmarken der Stadt Berlin. Sie bedruckten die roten Marken mit dem Berliner Bären mit der Kennzeichnung 'Sowjetische Besatzungszone' und nutzen diese Sondermarken von nun an zum Frankieren der Postsendungen nach Deutschland. Das brachte die Westalliierten in Aufruhr. Sie verboten die Marke mir der Begründung, sie erwecke den Eindruck, als befände sich ganz Berlin allein unter der Herrschaft der UDSSR.

Diese Querelen mit gegenseitiger Inakzeptanz der aktuellen Briefmarken als Zahlungsmittel setzt sich auch nach der Luftbrücke fort. Am Ende kommt es zur kompletten Verweigerung der Annahme von Ostpost in Westberlin und von Westpost in Ostberlin. Briefe, Pakete und Päckchen werden mit hohem Strafporto versehen oder direkt an den Absender zurückgeschickt. Die Bevölkerung erlebt eine sehr zermürbende Zeit mit einem nicht enden wollenden Hin und Her an Schikanen und gegenseitiger Gängelungen der beiden Berliner Postverwaltungen. Erst im September 1949 wird der Konflikt um die Briefmarken endgültig beigelegt. Es entstehen zwei unabhängige Postsysteme mit eigenständigen Marken. Diese werden endlich von Ost und West gegenseitig als Zahlungsmittel in der eigenen Zone akzeptiert.

Diese gespannte Lage macht das Berlin der Nachkriegszeit für Philatelisten zu einem interessanten Sammelgebiet. Dazu kommen weitere politische Brennpunkte wie die Teilung in Ost- und Westberlin, der Luftbrücke und später der Gründung der DDR und der Mauerbau. Jedes Kapitel ist anhand der Briefmarken belegt. Philatelisten können sich außerdem über ein breit gefächertes Angebot an Berliner Marken mit Abarten und Plattenfehlern freuen.

Briefmarken aus der deutschen Nachkriegszeit – so bauen Sie eine Sammlung auf

Für diese Epoche der deutschen Postgeschichte gibt es zahlreiche Vordrucke und Vordruckalben. Gerade, wenn Sie erst am Beginn einer Sammlung stehen oder wenn Sie wenig Hintergrundwissen zu diesem Thema haben, kann das Arbeiten mit Vordrucken hilfreich sein. Die einzelnen Seiten sind mit Bildern der jeweiligen Marken bedruckt, die zu einer vollständigen Kollektion gehören. Dadurch wissen Sie von Anfang an genau, welche Exemplare Sie noch besorgen müssen, um die Sammlung zu komplettieren. Allerdings bleibt bei dieser Sammelmethode nur wenig Raum für Plattenfehler, Abarten oder ganze Briefe und Postkarten. Sie können sich entweder mit zusätzlichen Blanko-Seiten der Vordruck-Hersteller behelfen, um diese besonderen Highlights im Album unterzubringen oder Sie gestalten eine freie Sammlung mithilfe von Einsteckalben, Sammelkartons oder Blanko-Alben mit lösemittel- und weichmacherfreien Schutzhüllen. Dieser Aufbau einer individuellen Sammlung hat den Vorteil, dass Sie sich auf die Schwerpunkte der Alliierten oder Sowjetischen Besatzungszone spezialisieren können, die Sie am meisten interessieren. Ob gestempelt oder postfrisch, Einzelmarke oder Heftchen, Sie bestimmen, was in Ihr Album kommt und wie es dort präsentiert wird.

Fazit:

Briefmarken aus der Nachkriegszeit sind richtiggehende Zeitzeugen. Sie geben Zeugnis ab von den Umbrüchen und Neuordnungen einer von Krieg gebeutelten Nation und den Problemen und Besonderheiten der vier Besatzungsmächte. Die besonderen Umstände machen diesen Zeitabschnitt für Philatelisten zu einem vielseitigen und lebendigen Sammelbereich. Auch die geschichtlichen Hintergründe sind mit geeigneter Literatur sehr gut zu rekonstruieren. Es gibt eine Fülle von Sachbüchern und Ratgebern über das Nachkriegsdeutschland sowie Ost- und Westberlin. Zudem ist Frankaturware bei eBay in großer Anzahl vertreten. Auch Kiloware und fertige Alben bergen noch den ein oder anderen Schatz. Diese guten Voraussetzungen und die zeitnahe, bewegende Epoche machen Briefmarken aus der Zeit der Besatzungsmächte zu einem empfehlenswerten Sammelbereich.

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