Tipps zum Kauf von restaurierten und unrestaurierten Audi Coupés

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Audi Coupé – Wann sollten Sie den designstarken Oldtimer restauriert oder unrestauriert kaufen?

Das Audi Coupé war ein zweitüriger Sportwagen, der in zwei Baureihen zwischen 1980 und 1995 hergestellt wurde. Besondere Schmuckstücke waren dabei die Topmodelle Urquattro und S2, welche ausschließlich mit Allradantrieb produziert wurden. Danach wurde es sehr still um die großen zweitürigen Coupés von Audi und der Audi TT rutschte in diese Lücke. Erst elf Jahre später kam mit dem Audi A5 wieder ein großes Coupé von Audi auf den Markt. Wenn Sie sich für ein Coupé von Audi interessieren, lohnt sich ein Blick auf das große Angebot an restaurierten und unrestaurierten Fahrzeugen bei eBay.

Die Anfänge nahm das Audi Coupé B2 in den frühen 80er Jahren

Das erste Audi Coupé wurde 1980 vorgestellt. Es teilte sich die technische Plattform mit dem ab 1978 erhältlichen Audi 80 Typ 81. Die Front war bis auf die Scheinwerfer identisch. Der Audi 80 hatte große Einzelscheinwerfer auf jeder Seite, das Coupé dagegen kleinere mit Chrom eingefasste Doppelscheinwerfer im Design des Audi 200. In der Topmotorisierung mit 136 PS war das Audi Coupé ein durchaus sportliches Fahrzeug. Ab dem Jahr 1985 war das Audi Coupé dann auch gegen Aufpreis mit dem Allradsystem des Quattro erhältlich, allerdings nur in der 136-PS-Variante. In diesem Jahr wurde auch ein größeres Facelift durchgeführt: Das Coupé erhielt neue Stoßstangen und Seitenverkleidungen und auch die Doppelscheinwerfer wurden wieder zu Einzelscheinwerfern. Die Fenster erhielten eine schwarze Einfassung, welche auch die B-Säule mit einschloss. So erhielt das Fahrzeug eine schöne, große und optisch durchgängige seitliche Fensterfläche.

Sehr hartnäckig hält sich ein Missverständnis um die Typenbezeichnung bei Coupé und der Audi 80 Limousine. Viele glauben, Fahrzeuge bis zum Modellwechsel sind vom Typ 81, alle Fahrzeuge nach dem Facelift vom Typ 85. Das stimmt so aber nicht, Typ 81 waren die frontgetriebenen Fahrzeuge. Alle allradgetriebenen Autos dieser Serie sind vom Typ 85. B2 kennzeichnet dabei die Baureihe, wohingegen Typ 81/85 die werksinterne Bezeichnung für die technische Basis ist.

Urquattro – der erste Audi mit Allradantrieb entstand in den späten 70ern

Im Winter 1977 führte das Audi Team bei skandinavischer Eiseskälte einige Erprobungsversuche durch. Dabei fiel immer wieder ein dort zufällig anwesender VW Iltis mit seinem Allradantrieb auf, der allen anderen Fahrzeugen mit Frontantrieb davonfuhr. In Versuchsleiter Jörg Bensinger reifte daraufhin die Idee, die deutlich leistungsstärkeren Audis ebenfalls mit Allradantrieb auszustatten. Zurück in Deutschland gab Ferdinand Piëch, der damalige Vorstand der Entwicklungsabteilung grünes Licht und der erste Prototyp wurde gebaut. Im April 1978 tritt der Prototyp gegen einen Porsche 928 in Hockenheim an. Der Quattro erreichte auf Anhieb die gleichen Rundenzeiten wie der Porsche 928, bis man die Straße nass gemacht hat, dann sah der Porsche kein Land mehr.

Der aus dem Prototyp entstandene Audi Quattro mit 200 PS stand dann 1980 zeitgleich mit dem Audi Coupé im Laden zum Verkauf. Urquattro wurde er erst einige Generationen später genannt. Der Preis bewegte sich mit 49.900 Mark auf Augenhöhe mit einem Porsche 911 SC. Auffälligstes Merkmal gegenüber dem Audi Coupé waren die ausgestellten Kotflügel. Der Innenraum kam eher im spartanischen Look des Audi 80 daher. Man wollte einen Wagen, dessen Schwerpunkt auf der wegweisenden Antriebstechnik lag, und nicht auf schicker und luxuriöser Innenausstattung. Und natürlich hat auch der Sound des 5-Zylinders dazu beigetragen, den Urquattro zur Legende zu machen. In einem Interview sagte Werksrallyefahrerin Michèle Mouton einmal kopfschüttelnd: „You will never forget the noise of the Quattro". Ursprünglich wollte man nur 400 Stück bauen, um die Homologationsvorschriften für den Rennsport zu schaffen. Im Endeffekt wurden vom Urquattro jedoch über 10.000 Stück gebaut.

Mit dem Sport Quattro legte Audi im Jahr 1984 noch eins drauf

1984 stand der Sport Quattro, oft auch nur 'der Kurze' genannt, im Laden. Dieser hatte gegenüber dem Urquattro einen kürzeren Radstand und eine Leistung von 306 PS. Mit einem Kaufpreis von 195.000 DM war der Sport Quattro damals das teuerste Serienfahrzeug aller Zeiten. Für das gleiche Geld hätte man damals auch zwei nagelneuen Porsche Turbo haben können. Audi verkaufte damals lediglich 220 Einheiten, um die Homologation für die Gruppe B zu bekommen. Die kurze Karosserie wurde dadurch erreicht, dass man vom Audi 80 die Front bis hin zur B-Säule verwendete. Dadurch, dass der viertürige Audi 80 kürzere Fahrertüren hat, fiel hier schon mal ein bisschen Länge weg. Das Heck wurde wieder vom Urquattro verwendet, wobei man einen Großteil des Blechs zwischen hinterem Radlauf und der B-Säule weggelassen hat. Die Frontscheinwerfer waren etwas kleiner und auf der Motorhaube waren Lüftungsschlitze eingearbeitet. Front und Motorhaube wurden gerne auch verwendet, um die Optik des Urquattros aufzuwerten. Der Sport Quattro war die Basis für das Rallyefahrzeug Audi S1, das mit seiner Leistung von über 500 PS und Walter Röhrl am Steuer Rallyegeschichte geschrieben hat. 30 Jahre nach seiner Einführung muss man für einen gut erhaltenen Sport Quattro mindestens 70.000 Euro auf den Tisch legen. Wenn man das Privileg hat, einen angeboten zu bekommen. Der Sport Quattro ist der Großvater des Audi R8.

Das Audi Coupé eignete sich auch als Rallyeauto

Nachdem man nun ein Fahrzeug mit überlegenem Antriebskonzept gebaut hatte, wollte man bei Audi natürlich wissen, wo man steht, und ist 1981 direkt in den Rallyesport eingestiegen. Ein Jahr später gewann Audi direkt die Markenweltmeisterschaft und noch ein Jahr später bekam Hannu Mikkola den WM-Fahrertitel. Als die Konkurrenz dann langsam mit reinen Rennmaschinen nachzog, konnte der auf einem Serienfahrzeug basierende Urquattro nur noch schwer mithalten. Man entschied sich also, den Sport Quattro zu entwickeln, mit dem dann Walter Röhrl 1984 direkt an den Start ging. Es folgte bis 1986 ein Erfolg nach dem anderen. Im Laufe der Zeit hatte das Interesse am Rallyesport derart zugenommen, dass es vermehrt zu Problemen kam. Die Zuschauermassen waren so begeistert, dass sie die Straßen verstellten und erst in letzter Sekunde, kurz vor den heranrasenden Rallyewagen, auf die Seite sprangen. Nach einem schweren Unfall eines anderen Teams auf der Portugalrallye 1986, fuhren die Fahrer von Audi die Rallye nicht mehr zu Ende. Audi zog sich aus dem Rallyesport zurück. Von dem Ruhm und dem Kult, der damals um den Audi Quattro entstanden ist, zehrt Audi noch heute.

Die zweite Generation folgte im Jahr 1988 mit dem Audi Coupé B3

1988 kam das B3 Coupé auf den Markt. Dieses legte den kantigen Look ab und war deutlich runder geformt. Obwohl natürlich optische Parallelen zum Audi 80 B3 vorhanden waren, war das Coupé B3 eine eigenständige Entwicklung. Zum Einstieg war das Coupé in Deutschland mit 2.0 Liter Vierzylinder und als Fünfzylinder 2,3 Liter 20V Saugmotor zu haben. 1991 erhielt das Audi Coupé wieder ein Facelift. Das Erscheinungsbild der Front wurde dabei an die herunter gezogene Motorhaube vom Audi 80 B4 angeglichen, der zeitgleich auf den Markt kam. Dass dies nur eine optische Angleichung war, zeigte sich dadurch, dass das Audi Coupé weiterhin die Typenbezeichnung 89 trug. Ab dem Facelift waren für das Audi Coupé dann auch zwei Sechszylindermotoren erhältlich. Sie wurden aus dem Audi 100 übernommen und leisteten 150 und 174 PS bei 2.6 und 2.8 Litern Hubraum. Die V6 Motoren ersetzten den Fünfzylinder 20V Motor.

Der Audi S2 als Nachfolger des Urquattro und andere Coupés

Das Nachfolgemodell des Urquattro war ab 1990 bereits mit der Front des ein Jahr später erschienenen Audi 80 B4 zu bekommen. In dieser Version leistete der S2 220 PS. Ab 1993 wurde der S2 auch als Limousine und Avant angeboten. Zeitgleich wurde die Leistung auf 230 PS angehoben und der S2 bekam einen sechsten Gang spendiert. Durch den Turbolader eignet sich der S2 sehr gut zum Tuning. Das geht schon bei Steuergeräten los, die erst bei einem höheren Ladedruck abschalten. Viele haben aber gleich einen größeren Turbolader aufgesetzt. Der Audi S2 lässt sich so relativ leicht auf über 500 PS aufblasen. Entsprechend schwierig ist es, einen S2 im originalen Zustand zu finden. Im Prinzip sind fast alle Fahrzeuge am Gebrauchtwagenmarkt mehr oder weniger frisiert, haben große Laufleistungen und sind ziemlich stark ausgefahren. Ende 1995 wurde der S2 zugunsten des Audi TT eingestellt.

Natürlich war das Audi Coupé nicht das einzige Coupé von Audi. So gab es Anfang der 70er Jahre den Audi 100 als Coupé. Ein bildschönes Fahrzeug, bei dem Sie heute schon einem italienischen Supersportwagen danebenstellen müssen, um ihm die Schau zu stehlen. Außerdem gibt es natürlich noch den relativ neuen A5 und den TT, der die Lücke zwischen Audi Coupé und A5 füllt. Das ab Werk unter dem Namen Audi Coupé verkaufte Fahrzeug waren aber nur die zwei beschriebenen Baureihen zwischen 1980 und 1995.

Eine wichtige Frage beim Gebrauchtwagenkauf: Restauriert oder unrestauriert?

Nach so viel Geschichte bleibt nun noch die Frage, ob man das Audi Coupé restauriert oder unrestauriert bei einem Händler oder auch bei eBay kaufen soll. Wie bei allen Oldtimern ist ein original belassenes Fahrzeug im ersten Lackgewand natürlich das Maß aller Dinge. Diese Fahrzeuge, besonders wenn es sich um die höheren Motorisierungen einer Baureihe handelt, haben das größte Wertsteigerungspotenzial. Natürlich werden solche Fahrzeuge immer seltener und sind irgendwann trotz hoher Summen nicht mehr zu bekommen. In dem Fall müssen Sie auf restaurierte Fahrzeuge ausweichen. Neben den normalen technischen Überprüfungen wie Fahreigenschaften, Motor, Getriebe, Bremsen und dergleichen, sollten Sie besonders darauf achten, wie die Karosseriearbeiten durchgeführt worden sind. Als erstes Indiz können Sie mit einem Lacktiefenmesser überprüfen, ob Unfallschäden mit viel Spachtelmasse überdeckt worden sind. Auch bei der Innenausstattung sollten Sie genau hinsehen. Ist sie beschädigt, kann ein Ersatz sehr schwierig zu bekommen sein. Da diese Teile zum technischen Betrieb nicht zwingend erforderlich sind, werden sie meist zuerst aus der Ersatzteilversorgung des Herstellers gestrichen.
Hinweis auf ein ordentliches Fahrzeug kann ein Wertgutachten vom TÜV oder der DEKRA sein. Weiter beinhaltet eine professionelle Oldtimerrestauration immer auch eine Fotodokumentation, damit ein potenzieller Käufer im Nachgang die Qualität der Restauration in allen Einzelschritten ausreichend überprüfen kann. Kaufen Sie trotzdem ein so altes Fahrzeug nie ohne einen Fachmann, der Sie begleitet. Wenn Sie keinen zur Hand haben, bestehen Sie auf einer Prüfung in einer nahe gelegenen Werkstatt. Bei einem nur oberflächlich restaurierten Fahrzeug kann schnell man sehr viel Geld verlieren.

Ob sich ein Audi Coupé grundsätzlich als Wertanlage eignet, bleibt fraglich. Denn die Wertsteigerung macht sich ja erst dann bemerkbar, wenn man das Fahrzeug wieder verkauft. Aber wenn Sie ein gut erhaltenes Audi Coupé zu Hause haben, werden Sie es nie mehr hergeben wollen.

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