Tipps zum Kauf von markenspezifischen Gebraucht-Teilen für Bimota Motorräder

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Tipps zum Kauf von markenspezifischen Gebraucht-Teilen für Bimota Motorräder

Während gewisse Hersteller von Motorrädern wie Honda, Suzuki, Yamaha, Ducati oder BMW weltweit einen klingenden Namen haben, sind andere Produzenten lediglich in der Biker-Szene bekannt. Selbstredend ist das keinesfalls abwertend – viele kleinere Zweiradhersteller zielen auf eine ganz bestimmte Klientel und sind nur in bestimmten wie ebenso recht kleinen Kreisen bekannt.

Zu diesen eher kleinen Kreisen dürfte ein Hersteller aus Italien zählen, nämlich Bimota. Zur Jahrtausendwende ging der italienische Produzent sogar pleite und war ganze fünf Jahre verschwunden. 2005 wagten die Südländer einen Neustart, was wohl nicht nur die alten Fans der Marke freuen dürfte. Seit seinem Comeback setzt Bimota jedenfalls auf eine kleine, dafür aber feine Palette. So bauen die Italiener heute Sportbikes, Naked Bikes, aber auch schnelle Superbikes.

Wenn Sie sich spezifische Bimota Ersatzteile für Ihr Motorrad kaufen wollen, so erfahren Sie im folgenden Ratgeber wie Sie das am besten machen können.

Italienisches Flair auf zwei Rädern: die Geschichte Bimotas

Doch zuerst etwas italienische Geschichte, denn Bimota ist für Fans wie ebenso Neukäufer ein interessanter Name. Die Entstehung des Unternehmens geht nämlich zurück auf einen Unfall, genauer auf einen Sturz von Designer Massimo Tamburini. Der verunglückte auf seiner Honda CB, was laut Tamburini vor allem an besagter Honda lag. Die hatte für ihre Leistung nicht das passende Fahrwerk, also setzte sich Tamburini selbst ans Zeichenbrett.

Kurzum: Der Verunglückte entwickelte ein Fahrwerk, das seiner Meinung nach besser zu dem Motor passte. Das Ergebnis ging schließlich als erste Bimota in die Geschichte ein, in Form der HB1. Das Kürzel ließ sich recht schlicht „übersetzen" und stand für Honda Bimota, Modell Nummer eins.

Mit der Bezeichnung legte Bimota prompt den Grundstein für künftige Modellnamen. Der erste Buchstabe sollte auch später für den Motorenproduzenten, der zweite für Bimota selbst stehen. Die Zahl gibt schließlich Auskunft, wie viele Modelle in der Kombination bereits auf die Räder gestellt wurden. Tatsächlich sollte Bimota im Laufe der Jahre nicht allein auf Honda-Motoren vertrauen, sondern ebenso auf Aggregate von BMW, Ducati, Gilera, Kawasaki, Suzuki, Yamaha und sogar Harley-Davidson. Bei Motoren aus der US-Schmiede kombinierte Bimota allerdings drei Buchstaben, und zwar HDB – um Verwechslungen mit Honda-Bimota oder eben HD zu vermeiden.

Fünf Jahre Pause: Bimota geht in Insolvenz und wagt Neustart

Seinem Erstlingswerk HB1 ließ Tamburini weitere Motorräder folgen. Der vielleicht etwas ungewöhnliche Firmenname beruht übrigens auf den drei Gründern des Unternehmens, denn Tamburini stemmte die Idee eines eigenen Motorradbaus nicht allein. Tamburinis Partner hießen mit Nachnamen Bianchi und Morri, der Name leitet sich von den jeweils ersten zwei Buchstaben der Familiennamen Bianchi, Morri und Tamburini ab: BI-MO-TA oder zusammen Bimota.

Gegründet wurde Bimota schon 1973. Ab den 1980ern bauten die Italiener vor allem die Spitzenmodelle von Honda, Kawasaki und Suzuki um. Während Motor und Getriebe kurzerhand von den eigentlichen Herstellern – meist allerdings getunt – übernommen wurden, produzierte Bimota Rahmen und sonstiges Zubehör im eigenen Haus. Im engeren Sinne war Bimota somit eigentlich nichts anderes als ein Tuner, der quasi das „halbe" Motorrad neu aufbaute. Anno 2000 gerieten die Italiener in Schwierigkeiten und mussten schließlich in Insolvenz gehen. 2003 kauften Investoren die Namensrechte von Bimota, 2005 kehrte die Marke tatsächlich zurück.

Stars: die berühmtesten Modelle von Bimota Motorrädern

Schon in seiner ersten Periode hatte Bimota zahlreiche Modelle hervorgebracht, die noch heute die Fans begeistern. Zu erwähnen sind hier sicherlich die Typen SB1 und SB2, wobei das erste Modell ein reines Rennmotorrad, das zweite eine Straßenversion war. Bei der SB2 diente die Suzuki GS 750 als Basis, deren Motor aus 759 Kubik 68 PS lieferte und über 200 km/h erlaubte – wohlgemerkt Ende der 1970er.

Der ersten Suzuki-Bimota folgten weitere, beispielsweise die SB3 oder SB4 bis hin zur SB9 K. Daneben brachten die Italiener weitere Modelle auf den Markt, etwa die YB9 oder die YB11 jeweils mit Yamaha-Motor. Von den meisten seiner Kreationen verkaufte Bimota immer nur wenige Hundert Stück, manchmal sogar deutlich unter einhundert Modellen. Bimota war somit tatsächlich eher ein kleiner Hersteller, was allerdings durchaus den Kunden zugutekam. Denn wenn Motorräder von Bimota eines nicht waren, dann Massenware. Halter und Fahrer einer Bimota konnten und können sich somit einer gewissen Exklusivität rühmen, was letzten Endes aber wohl auch zur 2000er-Insolvenz geführt haben mag.

Bei der Motorrad-Familie der Neuzeit und ergo seit Wiederauferstehung anno 2005 setzt Bimota erneut auf eine eher kleine Palette, dafür verschiedene Segmente wie Superbike oder Naked Bike. Obendrein scheinen die Italiener neuerdings vor allem auf Ducati-Motoren zu setzen, etwa beim nur leicht verkleideten Sportbike DB5S oder der DB7. Letztgenanntes Motorrad ist eine Neuentwicklung und gilt als stärkste Bimota der gesamten Firmengeschichte, natürlich ebenfalls dank eines Ducati-Triebwerks.

Aufgepasst: Hier droht bei Bimota-Motorrädern Verschleiß

Trotz der für Bimota eher typischen Produktion in Kleinserien scheinen Motorräder der Marke keine größeren Probleme zu haben als die Modelle der großen Hersteller. Vereinzelt gibt es Berichte über Abstimmungsprobleme, eine mangelhaft arbeitende Benzindirekteinspritzung oder Defekte an Gabeln beziehungsweise Bremsen. Allerdings geht es hier um Einzelfälle, die im Grunde jedes Motorrad treffen und somit kaum als Qualitätsmanko seitens Bimota gelten können.

Somit unterliegen Bimota-Bikes keinem anderen und ergo weder mehr noch weniger Verschleiß als andere Motorräder, zumal die Motoren nach wie vor nicht aus eigenen Hause stammen. Eventuelle Motorenprobleme sind daher wohl nicht oder zumindest nicht allein Bimota anzulasten, sondern ebenso dem ursprünglichen Produzenten. Der Verschleiß betrifft somit die typischen Teile wie Motorradreifen, Elektrik und Zündung, Bremsen, Federn und Dämpfer, Beleuchtung oder die Abgasanlage. Wobei Elektrik und Zündung wohl ebenfalls eher zum Motor gehören.

Spar-Alternative: Welche Gebrauchtteile sind bei Bimota sinnvoll

Aufgrund der bereits genannten Kleinserien scheint die Versorgung mit Ersatzteilen jedenfalls nicht ganz so einfach, weswegen auch die Preise nicht gerade im unteren Segment liegen. Ein Ausweg – zumal selbst das deutsche Händlernetz nicht allzu groß ausschaut – bieten daher unter Umständen gebrauchte Ersatzteile, die besonders im Netz mehr oder weniger schnell zu finden sind. Und oft vernünftige Preise haben.

Doch gerade bei Gebrauchtteilen gilt generell eine gewisse Vorsicht, denn gebraucht ist nun mal nicht neu. Obendrein lohnen gebrauchte Bauteile nur in einigen bestimmten Bereichen, andere Teile wie Luftfilter oder Bremsen wären kaum als Gebrauchtware geeignet. Motorenteile oder ebenso Getriebe, Rahmen, Sitzbank, Tank oder Felgen sind hingegen durchaus als Gebrauchtteile zu verwenden und versprechen quasi eine Art Spar-Alternative zu nagelneuen Ersatzteilen frisch aus der Fabrik.

Für und Wider: Vor- und Nachteile von Bimota Gebrauchtteilen

Trotzdem gilt es, das Für und Wider abzuwiegen. Zuerst die Vorteile: Erstes Pro von Bimota Gebrauchtteilen ist vor allem der günstigere Preis. Viele Teile wie Motor oder Getriebe versprechen außerdem eine lange Lebensdauer, was durchaus als zweites Pro gelten kann. Damit sind die Vorteile allerdings schon aufgezählt.

Auf der anderen Seite stehen ebenfalls einige Punkte. Als Kontra gilt die bereits geleistete Laufleistung des Ersatzteils, die nicht immer bekannt ist oder sogar von unseriösen Verkäufern verfälscht werden kann. Ein gebrauchter Bimota-Rahmen kann durch einen früheren Unfall beschädigt sein, möglicherweise gar nicht mehr für den Gebrauch taugen. Hier gibt zumindest eine professionelle Rahmenvermessung Aufschluss.

Clever eingekauft: wo Sie Gebrauchtteile für Bimota-Motorräder finden

Wer daher clever ist, kauft eher bei einem gewerblichen Händler. Der dürfte nämlich gleich einige Vorteile gegenüber einem Privatverkäufer bieten. Zum einen muss der gewerbliche Anbieter eine Garantie gewähren, außerdem ein Umtauschrecht; vor allem bei einem Fernkauf über das Internet. Obendrein leben gewerbliche Händler von ihrem guten Ruf, schwarze Schafe werden schnell enttarnt und können sich in der Regel nicht lange im Geschäft halten; außer mit ständigen Namenswechsel. Recherchieren Sie über den Verkäufer daher ruhig mal im Internet.

Entsprechende Händler finden Sie übrigens gerade im Netz schnell. Hilfreich sind zudem Bimota-Foren oder Auktionshäuser. Geht es um Ersatzteile für Motor und Getriebe oder sogar komplette Motorblöcke, lohnt sogar die Anfrage beim jeweiligen Motorenhersteller. Gebrauchte BMW-Motoren, Kawasaki-Motoren oder Harley-Motoren sind ebenfalls schnell im Internet gefunden. Gleiches gilt für die Getriebe der genannten Hersteller.

Optik entscheidet: Nur gepflegte Bimota-Gebrauchtteile kaufen

Beim Kauf sollten Sie schließlich Ihren Augen vertrauen. Achten Sie vor allem auf die Optik der gebrauchten Motorrad-Ersatzteile. Sind die Bauteile in gutem Zustand? Oder mit Kratzern oder gar Beulen und Dellen übersät? Schaut der Motor „trocken" aus? Oder ist das Austauschaggregat ölverschmiert und macht einen eher verwahrlosten, um nicht zu sagen verdreckten Eindruck?

Lassen Sie sich Bilder zeigen. Und zwar von mehreren Seiten. Ein Tank, der von links gut ausschaut, kann von rechts ganz anders aussehen. Apropos Tank: Gerade der Tank gilt beim Motorrad als typischer Problemfall, da der Tank durch den nahen Motor ständig wechselnden Temperaturen ausgesetzt ist. Das fördert Kondenswasser und somit wieder Rost. Schauen Sie also auch in den Tank.

TÜV: Wann müssen Bimota-Gebrauchtteile abgenommen werden?

Originale Gebrauchtteile – und wohlgemerkt keine speziellen Tuningteile – können ohne TÜV-Abnahme verbaut werden. Ausnahme wären stärkere Motoren oder sonstige leistungssteigernde Ersatzteile, welche dann doch in den Papieren Ihrer Bimota verewigt werden müssten. In dem Fall ist vor allem die ABE – das steht für allgemeine Betriebserlaubnis – interessant. Lassen Sie sich diese vom Verkäufer aushändigen, ansonsten ist ein Besuch beim TÜV oder einer gleichwertigen Organisation Pflicht. Ohne ABE kann es zudem Probleme geben, denn eine Abnahme der Teile und somit die nötige Betriebserlaubnis sind nicht garantiert.

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