Tipps zum Kauf von gebrauchten Glasbausteinen

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Gebrauchte Glasbausteine sind regelmäßig vom Anbieter irgendwo im Haus ausgebaut worden. Der Ausbau verursacht meist Schäden an den Kanten. Darüber hinaus können die Oberflächen der Steine während der Nutzung oder späteren Lagerung zerkratzt worden sein. Auch Risse sind nicht selten. Deshalb hier folgende Tipps:

1. Lagerung beim Anbieter:
Ist auf dem Foto zu sehen, dass die Steine flach ohne Zwischenlage von Karton oder Stoff aufeinander liegen, sind die Oberflächen mit großer Wahrscheinlichkeit zerkratzt. Wenn nur ein Sandkorn dazwischen liegt und der obere Stein etwas verschoben wurde, ist ein Kratzer drin. Da gebrauchte Steine irgendwo ausgebaut wurden, ist das Vorhandensein von Mörtelresten an den Steinen sehr wahrscheinlich. Lagern die Steine flach ohne Zwischenlage auf einer Palette ist es womöglich besonders schlimm. Sollte nämlich die Palette befördert worden sein haben die Steine aneinander gerieben.
Bei durchsichtigen Steinen bleiben Kratzer für immer sichtbar. Für die Anwendung in Garagen, Kellern, Hallen etc. spielt es keine große Rolle. Zerkratzte Steine im Wohnbereich sind m.E. nicht hinzunehmen. Wenn die Sonne durchscheint sieht man jeden Fehler.

2. Anzahl der Steine:
Die angegebene Anzahl ist meist brutto zu verstehen. D.h. der Anbieter hat keine weiteren Steine dieser Art. Auch wenn der Anbieter zusichert, dass alle Kanten und Außenflächen fehlerfrei sind, rechnen Sie mit einem Ausschuss von 10 %. Das ist nicht übertrieben. Ursache ist, dass die Anbieter meist stolz auf ihre Steine sind und Sie es vielleicht in Ihrem Haus auch mit anderen Dingen nicht so genau nehmen. Hat der Anbieter die Steine flach gelagert, weiß er vermutlich selbst nicht, dass viele dadurch zerkratzt wurden.
Vereinbaren Sie mit dem Anbieter, dass Sie nicht benötigte oder beschädigte Steine zurück lassen dürfen. Glasbausteine sind so genannter Bauabfall und müssen meist kostenpflichtig entsorgt werden.

3. Abholung:
Nehmen Sie ausreichend Verpackungsmaterial mit. Ich transportiere die Steine im Kofferraum liegend. Dazu muss jede Schicht mit Stoff oder sauberer Pappe abgedeckt werden. Keine Fremdkörper unter den Steinen!! Die Steine müssen auch seitlich getrennt werden, damit sie während der Fahrt nicht zusammenstoßen. Das geht einfach mit Zeitungspapier, Karton, Styropor oder Holzleisten.
Man kann auch viele kleine Pappschachteln mitnehmen und die Steine vor Ort einfüllen. Auch hier müssen alle Steine mit Karton separiert werden. Beachten Sie auch das Gewicht. Es beträgt für Steine von 19x19 cm 2 kg und für Steine 24 x 24 cm 4 kg.
Schauen Sie beim Einladen jeden Stein genau an. Die Flächen dürfen nicht zerkratzt sein, die Kanten nicht gebrochen.
Zu Hause sollten die Steine hochkant aufgesetzt werden, wie eine Pyramide. Dadurch werden die Flächen geschont.

4. Reinigung:
Vor dem Einbau müssen die Stirnseiten grob gereinigt werden. Ich verwende eine Drahtbürste. Insbesondere die Kanten müssen frei von Mörtelresten sein, sonst kann man später nicht sauber ausfugen. Die Kanten reinigt man am besten mit Stahlwolle. Leider sitzen an den Kanten meist Reste von Ausfugmörtel. Der hält besonders gut.
Die Stirnseiten müssen ggf. neu gestrichen werden. Wenn die Mörtelschutzfarbe fehlt, sieht man später den grauen Mörtel durchscheinen. Ich verwende als Anstrich weißen Putzgrund. Man kann auch jede weiße Farbe nehmen, die auf Glas haftet.

5. Einbau:
Zum Setzen der Steine gibt es im Baumarkt speziellen Mörtel. Er ist mir zu teuer. Deshalb verwende ich normalen Kalk-Zement-Mörtel und gebe ca. 10% billigen Fliesen- und Baukleber zu. Das erleichtert das Mauern. Angerührt wird er erdfeucht; gerade so viel Wasser, dass er klumpt.
Ohne Schalung kann auch der Fachmann keine Glasbausteine setzen. Die senkrechten Fugen müssen mit geraden Holzleisten hinterlegt werden, damit einerseits der Mörtel nicht heraus fällt und andererseits man eine senkrechte Wand hinbekommt. Die Fugen plane ich mit 10 mm. Damit beim Setzen die Abstände gleich sind, lege ich einen 10 mm dicken Holzstab als Abstandhalter in die Fuge. Wenn der Stein sitzt, ziehe ich das Holz wieder heraus.
Ich lege in jede zweite Horizontalfuge ein 6 mm Rundeisen, das seitlich in die Wand hineinreicht. Wenn es kein rostfreier Stahl ist, sollte man die Stäbe anstreichen. An der linken oder rechten Seite lege ich einen 8 mm dicken Streifen aus Styropor mit in die Vertikalfuge, damit Druckkräfte aus der Wand nicht auf die Glasbausteine übertragen werden können. Das empfiehlt sich auch für die oberste Horizontalfuge.
Nachdem alle Steine gesetzt sind kann man die Schalung entfernen. Nun müssen auf beiden Seiten alle Fugen gefüllt werden. Ein Fugeneisen von 8 mm ist sehr hilfreich. Der Mörtel muss ca. 5 mm von der Vorderseite der Steine zurückstehen, damit genug Platz bleibt für das Ausfugen. Ich verwende weiße Ausfugmasse wie bei normalen Fliesen auch.

6. Preis:
Bedenken Sie, dass die Abholung auch Geld kostet. Die Reinigung macht sehr viel Arbeit. An einem Stein sind 4 Seiten und 8 Kanten zu säubern. Dazu noch 2 Flächen. Der Kauf macht nur Sinn, wenn es sich um alte Steine mit außergewöhnlichem Dekor oder Farbe handelt. Steine mit Wolkendekor kauft man besser im Baumarkt.

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