Tipps zum Kauf von Teilen zur Dämpfung und Federung des Gilera Runner

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Sinnvolle Überlegungen vor dem Kauf von Teilen zur Dämpfung und Federung Ihres Gilera Runner

Bekannt für seine Roller und Motorräder dürfte in der Motorrad-Szene jedenfalls der italienische Hersteller Piaggio sein, welcher in dem südeuropäischen Land quasi eine ähnlich dominierende Rolle wie Fiat im Automobilsektor zukommt. Tatsächlich gehören zum Piaggio-Konzern noch etliche weitere Marken, beispielsweise Namen wie Moto Guzzi oder Aprilia. Außerdem Derbi, Laverdi und schließlich Gilera.

Letztgenannter Hersteller baute früher vor allem hubraumkleinere Motorräder sowie Motorroller und eben von einem solchen, nämlich den Gilera Runner, handelt dieser Ratgeber. Er erklärt, was Sie tun müssen, um bei Bedarf neue Dämpfer und Federn für Ihren Gilera Runner zu erhalten.

Wenig bekannt: der Hersteller Gilera im Zeitraffer

Selbst in der Biker-Szene dürfte Gilera relativ unbekannt sein, was nicht überrascht. Tatsächlich besteht das Portfolio Gileras mittlerweile nur noch aus einem Modell, dem Runner. Der wird zwar mit 50 sowie auch 125 Kubik angeboten.

Dabei gilt Gilera als einer der ältesten Produzenten von Motorrädern in Italien überhaupt, denn gegründet wurde Gilera bereits in den 1900ern. Sein erstes Modell, die Gilera VT 317, stellte der Motorradbauer im Jahr 1909 auf die Räder. Weitere Entwicklungen folgten, bis Gilera in den 1920ern seinen ersten Vierzylinder entwickelte. Dieser leistete aus 490 Kubik immerhin 28 PS. Quasi um den Motor herum entstand schließlich die GRB, benannt nach ihren drei Erfindern Gianni, Remor und Bonmartini.

Mit dem Motor wagte Gilera sogar den Einstig in den Rennsport und wurde prompt zum dominierenden Hersteller, trotzdem wurde die Technologie später an MV Agusta veräußert. In den 1980ern wurde Gilera schließlich von Piaggio übernommen, was Gilera neuen Schwung verlieh. Beispielsweise wurde eine 600er Enduro entwickelt, die mehrmals die Rallye Paris-Dakar gewinnen konnte.

Gilera Runner: moderner Motorroller aus Italien

Trotz seiner Erfolge in höheren Klassen wandelte sich Gilera mehr und mehr zum Hersteller von Motorrollern und Kleinkrafträdern, was heute vor allem im genannten Runner gipfelt. Auf den Markt kam der Gilera Runner bereits 1997, als der Roller direkt zum Verkaufsstart vor allem mit seiner modernen Optik begeisterte. Angeboten wird oder wurde der Gilera Runner obendrein in verschiedenen Versionen, die sich grob in die Modelle mit 50 und 125 Kubik unterteilen, daneben gab es zudem einige Sondermodelle.

Allen Versionen des Gilera Runner gemein ist bis heute der verbaute Zweitakter, wobei in Deutschland vor allem das 50er Modell mit 49 Kubik beliebt ist. Tatsächlich ist der Gilera Runner 50 sogar mit einer modernen Einspritzanlage zu ordern, parallel ebenso mit einem typischen, aber mittlerweile weniger modernen Vergaser.

Seit 1997 in Produktion: die Geschichte eines Motorrollers

Wie bereits erwähnt, kam der Gilera Runner 1997 auf den Markt. Der Runner 50 ist allerdings das neueste Modell, wobei Gilera seinen kleinen Scooter über die Jahre immer wieder modifizierte und zu verbessern suchte. Die meisten Neuerungen erfuhr der Gilera Runner seit 1999 und 2000, als beispielsweise der Tank von 8,5 auf 12,5 Liter Fassungsvermögen vergrößert wurde.

Neu waren außerdem die hydraulische Teleskopgabel oder die ebenfalls hydraulische, hintere Scheibenbremse samt dem Hinterrad in der Größe 130/60-13. Der Akkumulator wanderte unter die Rücksitzbank, jedoch wurden auch die Modelle Gilera Runner FX und Gilera Runner FXR gestrichen. 2002 erfuhr der Gilera Runner erneut eine umfassende Modellpflege, die sich vor allem mit einer größeren Sitzbank, neuen Blinkern und einem Spoiler am Heck zeigte. Obendrein bekommt das 50er-Modell seither einen neuen Vergaser verbaut.

Drei Jahre später und somit anno 2005 wurde dem Gilera Runner ein komplett neues Design verliehen, der Luftfilter wurde ebenfalls optimiert.

Mit Vergaser oder Einspritzanlage: Gilera Runner 50

Mittlerweile ist der italienische Motorroller als Runner 50 und Runner 125 erhältlich, wobei die Zahl natürlich für die Kubik des Motors steht. Bei dem setzt die Piaggio-Tochter nach wie vor auf einen Zweitakter, der entweder 49 oder 124 Kubikzentimeter aufweist. Besagter Motor wird übrigens vom Mutterkonzern Piaggio geliefert und treibt beispielsweise auch die Modelle Aprilia SR 50 R/Factory, Aprilia SR 50 Street oder Piaggio NRG Power 50 DT an.

Eine kleine Besonderheit sind die zwei verschiedenen 50er-Versionen des Runners, der entweder als Runner 50 PJ oder Runner 50 SP angeboten wird. Während der Motor der gleiche ist, zeigen sich die Unterschiede in der Benzinzufuhr via Einspritzer oder Vergaser. Die Einspritzer-Version PJ leistet wohl auch wegen der moderneren Technik 1,5 PS mehr und kommt somit auf 6,0 PS statt 4,5 PS.

Damit sind die Unterschiede der 50er-Modelle aber schon erklärt, denn die Fahrdaten sind wieder jeweils die gleichen. Tatsächlich sind beide Varianten des Gilera Runner 50 auf maximal 45 km/h ausgelegt, sodass der Italiener ein typischer Roller für die City ist.

Nackte Zahlen: Technische Daten des Gilera Runner

Beide Modelle erfüllen zudem die Abgasnorm Euro-2 und zeigen ebenso die jeweils gleichen Abmessungen von etwa 1,84 Meter Länge sowie ein zulässiges Gesamtgewicht von 295 Kilogramm. Der Startvorgang des Gilera Runner erfolgt selbstredend elektrisch, auch das Getriebe ist automatisiert.

Die 125er Version des Gilera Runner kommt hingegen auf 11,0 kW beziehungsweise 15 PS bei einem maximalen Drehmoment von 12,0 Nm. Gegenüber dem 50er Modell zeigt sich das deutliche Leistungsplus wenig überraschend mit besseren Fahrleistungen, sodass die 125er-Variante beispielsweise eine Spitze von 108 km/h ermöglicht. Obendrein erfüllt die größere Maschine sogar die Euro-3-Norm. Preislich zeigt sich der Unterschied der Runner-Modelle schließlich in rund 1.200 Euro. Kostet der Gilera Runner 50 um die 2.800 Euro, startet der Gilera Runner 125 anno 2013 erst bei knapp 4.000 Euro. Frühere Runner-Varianten wie FR oder FRX können übrigens von genannten Daten abweichen.

Verschleiß: Defekte Dämpfer und Federn am Runner erkennen

Jedenfalls zeigt der italienische Motorroller einen interessanten Vorteil, den Sie nicht unterschätzen sollten. Denn da der Gilera Runner nach wie vor produziert wird und auch kein allzu baldiges Ende der Produktion abzusehen ist, ist die Ersatzteillage quasi vorbildlich. Geht etwas an Ihrem Runner entzwei, dürften Sie mit nötigen Ersatzteilen kaum Probleme haben.

Typisch Zweirad sind es wie üblich vor allem Reifen, Elektrik und Zündung oder Bremsen, die eventuell Defekte zeigen und eher dem Verschleiß zum Opfer fallen. Bei der Version mit Vergaser kommt obendrein das entsprechende Bauteil hinzu, das öfters gereinigt werden muss. Die Dämpfer und Federn des Rollers können ebenfalls verschleißen, was sich jedoch mit gewissen Symptomen zeigen dürfte.

Entsprechende Anzeichen präsentieren sich beispielsweise in einer zu harten oder zu weichen Federung, wobei hier nicht unbedingt ein wirklicher Defekt vorliegen muss. Möglicherweise ist in der vorderen Gabel lediglich zu viel oder zu wenig Öl aufgefüllt, was sich direkt auf die Dämpfung des Motorrollers auswirkt. Ebenso kann die Dichtung leck sein und Öl austreten lassen, sodass wieder zu wenig Öl vorhanden wäre.

Beim hinteren Federbein können wiederum Spannung oder Dämpfung verstellt sein, weswegen bereits die Bewegung der entsprechenden Verstellschraube Besserung bringen kann. Gleiches gilt bei quietschenden Federn, die oft nur von losen Muttern oder Schrauben verursacht werden. Erste Hilfe: Prüfen Sie die Verbindungen und ziehen Sie die Muttern beziehungsweise die Schrauben nach.

Hier finden Sie neue Dämpfungen und Federungen für den Gilera Runner

Weitere Symptome bei defekter Dämpfung oder Federung könnte Ihr Gilera Runner mit einem pumpenden Heck oder einer durchschlagenden Front äußern. Im Fazit machen sich Defekte an Dämpfer und Federn somit deutlich bemerkbar, wobei die Bauteile ab und an einfach komplett ermüdet sind. In solchen Fällen helfen nur noch neue Ersatzteile, die für die alten Federn und Dämpfer eingebaut werden.

Da der Motorroller bis heute in Produktion steht, sind derartige Teile relativ einfach zu kaufen. Die erste Möglichkeit wäre es, den Hersteller beziehungsweise dessen Partner und Händler zu kontaktieren. Allerdings geht es durchaus günstiger: mit einem Kauf über das Internet. Beispielsweise ist ein entsprechendes Roller-Federbein online schon für rund 25 bis 40 Euro zu ordern, während Sie woanders 50 Euro und „offline" sogar noch mehr ausgeben könnten.

Allerdings stellt sich Ihnen nun die Frage, wie Sie als Laie im Internet das passende Ersatzteil finden. Auch dies gestaltet sich nicht wirklich schwierig, denn in der Regel genügt bereits die Nennung des Herstellers, des Modelltyps und eventuell des Baujahrs. Eine Hilfe gewährt Ihnen außerdem Ihr Zulassungsschein.

Wichtig: Neue Teile für den Gilera Runner immer mit ABE kaufen

In besagten Papieren finden Sie nämlich hinter dem Datum der Erstzulassung zwei Nummerncodes: die sogenannten Schlüsselnummern. Diese Nummern, in einer Suchmaske eingegeben, werden Ihnen auf jeder Seite die exakt passenden Bauteile für Ihren Gilera Runner anzeigen, sodass Sie quasi gar nichts falsch machen können.

Wichtig beim Kauf neuer Federbeine und Dämpfer ist jedoch ein anderer Punkt, die ABE. Das Buchstaben-Trio steht für „Allgemeine Betriebserlaubnis" und verrät Ihnen, ob die Bauteile für Ihren Roller zugelassen sind. Kaufen Sie die Teile ohne ABE, müssen Sie beim TÜV vorbeischauen und Ihren Runner neu abnehmen lassen. Fazit: Ersatzteile mit ABE sparen Geld und Nerven. 

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