Tipps zum Kauf von Steuererklärungs-Software für Privat und Business

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Steuerklärung leicht gemacht – so finden Sie die passende Steuererklärungs-Software für Privat und Business

Wer eine Steuererklärung in welcher Form abgeben muss, ist gesetzlich geregelt. Zwar sind Arbeitnehmer zunächst einmal grundsätzlich nicht verpflichtet, diese an das jeweils zuständige Finanzamt weiterzuleiten: Wo es Regeln gibt, gibt es allerdings auch die viel zitierten und berühmten Ausnahmen. Nachfolgend einige Beispiele, ohne dass die Liste einen Anspruch auf Vollständigkeit hat, sie dient lediglich als Anhaltspunkt:

  • Der Nebenverdienst übersteigt die 410 Euro Grenze
  • Es wird ein steuerlicher Freibetrag geltend gemacht
  • Verschiedene Konstellationen beim Ehegatten-Splitting (Steuerklasse III und V zum Beispiel).

Im Gegenzug sind aktuell etwa Alleinstehende von der Pflicht zur Steuererklärung befreit, sofern die Einkünfte ausschließlich aus nicht selbstständiger Tätigkeit erzielt werden. Sollten Sie sich diesbezüglich unsicher sein, wird das zuständige Finanzamt oder ein Steuerberater sicher behilflich sein. Oft hilft es zudem, sich über verschiedene Ratgeber in Buchform zu informieren, um mögliche Fallstricke zu umgehen oder ganz schlicht und einfach, um typische Fehler zu vermeiden.

Für Unternehmen, für Selbstständige und Freiberufler sieht die Sache bis auf wenige Ausnahmen zumeist genau umgekehrt aus: Fast alle sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, die sich nach der Art der Erhebung zudem noch unterscheiden, was sich in der möglichen Auswahl der entsprechenden Finanz-Software niederschlägt.

Warum eine Steuererklärung freiwillig abgeben?

Für die freiwillige Abgabe einer Steuererklärung gibt es so einige gute Gründe: Es besteht die Möglichkeit, dem Finanzamt auch als Arbeitnehmer gegenüber Kosten geltend zu machen, die mit zu einer Steuerminderung beitragen und zu Rückzahlungen führen können. Das sind zum Beispiel die täglichen Fahrtkosten zum Arbeitsplatz, vor allem für Pendler interessant, die längere Strecken zurücklegen müssen. Eine weitere Option wäre die Arbeitnehmerpauschale - offiziell als Werbekostenpauschale bezeichnet - die mit einem gesetzlich festgelegten Betrag für das jeweils vergangene Fiskaljahr geltend gemacht werden kann. Wird ein höherer als der vorgegebene Betrag angegeben, muss dies auf Nachfrage durch Belege nachvollziehbar dargestellt werden.

Dies sind nur zwei von vielen Beispielen, die es nahelegen, eine freiwillige Steuererklärung abzugeben - in professioneller Steuererklärungs-Software werden alle weiteren Möglichkeiten mit einbezogen, sodass Sie bei sorgfältiger Vorbereitung sehr gute Chancen haben, Geld zurückerstattet zu bekommen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2011 wurden im Schnitt knapp über 1.100 Euro rückerstattet - ein Betrag, für den es sich auf jeden Fall lohnt, sich die entsprechende Zeit zu nehmen.

Wie Sie die passende Steuererklärungs-Software finden

Wie bei jedem anderen Vorhaben auch, muss man sich erst einmal klar darüber werden, worin genau die Aufgabe besteht und wie sich die Zielsetzung gestaltet. Zum Beispiel stellt sich die Frage, ob Sie die Steuererklärung komplett von A bis Z selbst vorbereiten und an das für Sie zuständige Finanzamt weiterleiten möchten. Die andere Variante wäre, dass Sie bestimmte Teilbereiche bearbeiten und dann möglicherweise an Ihren Steuerberater abgeben.

Ein weiterer Aspekt besteht darin, in welcher Art Beschäftigungsverhältnis Sie selbst stehen oder ob Sie einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen. Prinzipiell kann folgendermaßen unterschieden werden:

  • Arbeitnehmer mit einer nicht selbstständigen Tätigkeit
  • Freiberufler
  • Gewerbetreibende/Unternehmer.

Selbstverständlich ist es in der heutigen Zeit häufig der Fall, dass sich die Tätigkeiten vermischen, wenn neben der Arbeit im Angestelltenverhältnis noch ein Nebengewerbe betrieben wird oder umgekehrt. Entsprechend der persönlichen Konstellation können sich die Anforderungen an die Steuererklärungs-Software unterscheiden. Die Anbieter entsprechender Produkte haben sich längst auf diese Bedingungen eingestellt.

Vorbereitende Maßnahmen ergreifen

Die Steuererklärung selbst ist genau genommen der letzte Schritt, bei dem alle Zahlen und Daten erfasst werden, die zuvor zusammengetragen worden sind, um diese dann endgültig an das zuständige Finanzamt zur Prüfung weiterzuleiten. Rein psychologisch gesehen zählt die Steuererklärung dabei häufig zu den ungeliebten Aufgaben des Arbeitnehmers, denn spätestens zum gesetzliche vorgeschriebenen Abgabetermin muss man alles an Zahlen zusammengetragen haben, um die Erklärung abzugeben.

Geschickter und empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang, die kompletten Finanzen über das Jahr hinweg möglichst konsequent zu protokollieren, aus zwei Gründen: Zum einen behält man den Überblick über den eigenen Status und kann schneller und besser auf drohende Engpässe reagieren, zum anderen lassen sich die notwendigen Zahlen schnell evaluieren. Auch auf diese Anforderungen haben sich die Hersteller mit spezieller Software eingestellt, die die Finanzverwaltung spürbar erleichtern. Einige Beispiele etwa sind die Software-Produkte Quicken von Lexware, das Steuersparbuch von WiSo oder die Tax Steuererklärung von Buhl.

Nachfolgend noch ein kurzer Überblick in Listenform über die wichtigsten Steuerarten:

  • Einkommenssteuer
  • Körperschaftssteuer
  • Gewerbesteuer
  • Umsatzsteuer.

Möglicherweise kommen bei Ihnen noch andere Besteuerungsarten zum Tragen - sofern Sie sich bei diesem Thema unsicher sind, sollten Sie einen Fachmann konsultieren.

Was eine Steuererklärungs-Software können sollte

Eines der wichtigsten Kriterien für die Steuererklärungs-Software: Diese sollte möglichst einfach und vor allem intuitiv bedienbar sein, indem die einzelnen Punkte selbsterklärend sind und während der Arbeit alle für die Steuererklärung relevanten Informationen zur Verfügung gestellt werden - wichtig für alle, die diese komplett selbst übernehmen möchten. Zumeist sind dafür verschiedene Lexika hinterlegt, die per Mausklick aufgerufen werden können, bei einigen Produkten sind zudem Videos integriert, in denen die wichtigen Punkte sachlich und leicht verständlich erläutert werden.

Ein weiteres wichtiges Thema sind die vorhandenen Schnittstellen, denn reine Insellösungen sind längst nicht mehr zeitgemäß. Um die Arbeit zu erleichtern, sollte auf jeden Fall eine Schnittstelle zu den sogenannten Elster-Formularen vorhanden sein (siehe nächster Abschnitt), über die die zusammengetragenen Informationen über das Internet online zum Finanzamt übertragen werden können - ein praktischer Service, der viel Zeit spart.

Die Auswertung der eingegebenen Daten und Zahlen nach den jeweils aktuell geltenden steuerlichen Richtlinien gehört ebenfalls mit zu den wesentlichen Aufgaben einer guten Software. Ist man gezwungen, komplizierte Berechnungen selbst zu machen, erhöhen sich Zeitaufwand und unter Umständen die Fehlerquote gleichermaßen, womit der nächste Punkt gleich angesprochen werden kann: die Plausibilitätsüberprüfung. Diese Prüfung verhindert, dass Sie unter Umständen mit versehentlich falsch eingetragenen Zahlen oder ähnlichen Fehlern weiterarbeiten und das Ergebnis am Ende bei weiten nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht.

Für Selbstständige und Gewerbetreibende kommt noch ein weiterer Faktor dazu: Je nach Firmengröße oder Umsatz muss die Umsatzsteuervoranmeldung in einem regelmäßigen Turnus an das Finanzamt weiter geleitet werden - gehören Sie zu dieser Gruppe, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Funktion integriert ist. Als Beispiel können an dieser Stelle die Produkte Tax Professionell von Buhl (nicht Tax Steuersoftware) oder die Steuersparerklärung von der Akademischen Arbeitsgemeinschaft genannt werden.

Elster - der Formularservice der Verwaltungsbehörde

Um es vorwegzunehmen: Prinzipiell lässt sich die komplette Steuererklärung über Elster abwickeln, auch wenn es sich primär um ein Eingabeformular handelt. Naturgemäß werden dabei keine Steuertipps oder Ähnliches berücksichtigt, schließlich ist es Aufgabe des Finanzamtes, so viele Steuern wie möglich zu generieren. Hinweise als Hilfestellung für das Ausfüllen sind selbstverständlich enthalten, mehr aber wie gesagt nicht.

Elster ist vor allem dazu gedacht, die Daten elektronisch weiterzuleiten, um Ihnen den direkten Gang zum Finanzamt zu ersparen, zudem kann die Steuererklärung dadurch ohne Papierkrieg abgewickelt werden. Wie bereits im Abschnitt zuvor erwähnt, bieten die meisten Steuerberechnungs-Programme die entsprechende Schnittstelle, sodass die Abwicklung insgesamt deutlich erleichtert wird - zu Ihrem Vorteil.

Ähnlich wie bei der Steuererklärungs-Software selbst, gibt es auch bei Elster eine Plausibilitätsüberprüfung vor dem Versand, um mögliche Fehler zu vermeiden, was zunächst einen zeitlichen Mehraufwand bei der Bearbeitung bedeutet, allerdings nach hinten hinaus möglichen Ärger zu vermeiden hilft.

Spezielle Software für spezielle Anwendungen

Eine Steuererklärung muss unter Umständen aus vielen verschiedenen Bereichen zusammengestellt werden - vor allem, wenn es über eine Erwerbstätigkeit im Angestelltenverhältnis weit hinausgeht. Als Unternehmer kann es durchaus sein, dass Sie zum Beispiel die Lohnbuchhaltung für Angestellte führen müssen. Als Lösung könnte in diesem Fall die Lohn Gehalt Software von Lexware herhalten, um nur ein Beispiel zu benennen. Ebenfalls sehr spezielle Anforderungen benötigt es bei der Berechnung der Kennzahlen, sollten Sie im Besitz einer oder mehrerer Immobilien sein, hier eignen sich Programme wie etwa der WiSo Hausverwalter, um die Arbeit zu erleichtern und die Kennziffern stets parat zu haben.

Rechtssicherheit - ein wichtiges Thema

Wer im Internet sucht, wird sicher Steuererklärungs-Software zum kostenlosen Download finden; die entscheidende Frage dabei ist, welcher Funktionsumfang geboten wird und inwieweit die Programme jeweils aktualisiert und damit auf den neuesten Stand gebracht werden? Die Krux dabei: Im Steuerrecht kommt es häufiger zu Änderungen, die bei der Steuererklärung mit berücksichtigt werden müssen - hier liegen kostenpflichtige Programme mit regelmäßigen Updates sowie einem auf das Fiskaljahr bezogenen Major-Update klar im Vorteil. Die jeweils aktuelle Version erkennen Sie immer an den für das Produkt mit angegebenen Jahreszahlen.

Um Rechtssicherheit geht es zudem auch bei einem eventuell anstehenden Schriftverkehr mit dem Finanzamt, sofern sich dieser als notwendig erweist - dafür kann es viele Gründe geben: Das beginnt bei der Fristverlängerung für die Abgabe der Steuererklärung bis hin zu einem Einspruch gegen den Einkommenssteuerbescheid, der Ihnen zu gesendet worden ist. Weitere Beispiele für Mustervorlagen wären einfache Adressänderungen oder die Umstellung auf eine neue Bankverbindung und - in manchen Fällen durchaus relevant - ein Antrag auf Ratenzahlung.

Professionelle Steuererklärungs-Software bietet in aller Regel die jeweils gegebene Rechtssicherheit, sodass Sie am Ende auf der sicheren Seite stehen - und letztlich durch die zahlreichen Hilfestellungen effektiv Steuern sparen können. Wie bereits erwähnt, liegen diese im Schnitt etwa bei 1.100 Euro, was eine Investition zum Bruchteil des Betrags immer wieder lohnenswert macht.

Wer mehr zu den Themen rund um die Steuererklärung wissen möchte, findet auf eBay zahlreiche Ratgeber in Buchform mit weiter führenden Informationen.

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