Tipps zum Kauf von Pflege- & Schmiermittel für das Motor- oder Kraftrad

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Wie findet man bei eBay Pflege- & Schmiermittel für das Motor- oder Kraftrad?

Einkaufsratgeber für Pflege- und Schmiermittel für Motor- und Krafträder

Unterschiedliche Techniken bei Motor- und Krafträdern machen verschiedene Schmiermittel erforderlich. Wer sich nun auf die Suche nach dem entsprechenden Mittel für sein eigenes Motor- oder Kraftrad macht, sollte genau wissen, welches Schmiersystem dabei zum Tragen kommt. Hier bestehen teilweise gravierende Unterschiede.

Auch bei der Auswahl des passenden Motoröls sollten die jeweiligen Herstellerhinweise genau beachtet werden. Außerdem muss bei manchen Motorrädern zusätzlich zum Motor auch die Kette regelmäßig geschmiert werden.

Etwas einfacher ist es, die passenden Pflegemittel zu finden. Sie sind universell einsetzbar und müssen nicht unbedingt herstellerspezifisch angeschafft werden.

Dieser Einkaufsratgeber informiert über die wichtigsten Schmiersysteme für Motorräder und bietet einige interessante Hinweise auf notwendige Pflegemittel.

Die Schleuderschmierung – früher häufig verwendet, heute eher eine Seltenheit

Es ist nicht selten so, dass Motorräder sehr lange gefahren und auch gebraucht gekauft werden. In den 80er-Jahren wurden viele Maschinen mit einer sogenannten Schleuderschmierung ausgestattet. Dadurch war die heute übliche Ölpumpe überflüssig, und auch ein Ölfilter wurde nicht benötigt.

Das im Kurbelbetrieb aufgeschleuderte Öl sollte ausreichen, um alle beweglichen Teile zu schmieren. Diese sogenannte Spritzöltechnik hatte aber auch entscheidende Nachteile. Das Ölvolumen war äußerst gering, sodass es keine kühlende Wirkung hatte. Dadurch entstanden häufig thermische Überbelastungen, die durch die normale Luftkühlung nicht ausgeglichen werden konnte.

Andererseits funktionierte die sogenannte Spritzölschmierung dafür technisch relativ einfach. Das Öl, das sich im Kurbelraum befand, wurde über eine Membran zur Steuerkette geleitet. Die Steuerkette führte das Öl dann nach oben, damit Nockenwellen und Kipphebel geschmiert werden konnten. Das Öl musste jedoch durch das Fehlen eines Ölfilters relativ häufig ausgewechselt werden. Anderenfalls drohten die Ablagerungen im Öl die relativ empfindlichen Pleuel- und Kurbelwellen zu beschädigen.

In modernen Motorrädern wird deshalb ausschließlich mit einer Ölpumpe und einem Ölfilter gearbeitet. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Arten der Motorschmierung. Die beiden häufigsten Arten sind:

  • die Nasssumpfschmierung und
  • die Trockensumpfschmierung.

Die Nasssumpfschmierung – einfach und sehr zuverlässig

Heute ist die Nasssumpfschmierung bei Motor- und Krafträdern ein zuverlässiger Standard. Von außen gibt es nur die Schlauchverbindung zum Ölkühler, alle anderen Komponenten befinden sich im Inneren des Motorgehäuses. Vorteilhaft ist es, wenn die Ölwanne groß genug konzipiert ist, damit sich das Öl auch im laufenden Betrieb immer wieder entsprechend abkühlen kann. Außerdem sind die Ölbehälter in der Regel so großzügig bemessen, dass die Oberfläche genügend Raum bietet, damit sich die im Öl vorhandenen Gas- und Luftblasen auflösen können.

Inzwischen sind die Motoren meist so entwickelt, dass sich der sogenannte Ölsumpf wesentlich tiefer befindet als die beweglichen Bauteile der Motoren. Meistens sind zudem Schwallbleche eingebaut, die dafür sorgen, dass kaum noch Luft in das Öl gelangt und der Motor gut geschützt ist und kein Öl verbrannt wird.

Es besteht allerdings die Gefahr, dass bei sehr langen Bremsmanövern aus einer hohen Geschwindigkeit heraus das Öl aus der Ölwanne nach vorne oder nach hinten in den Motorraum gelangt. In diesem Extremfall kann es dazu kommen, dass die Ölpumpe Luft ansaugt anstelle von Motoröl. Das ist zum Beispiel mit ein Grund dafür, warum bei Rennmaschinen die Ölwanne extrem tief eingebaut wird.

Die Trockensumpfschmierung – aufwendiger, aber zuverlässig in jeder Situation

Die Vorteile einer Trockensumpfschmierung liegen auf der Hand. Es wird am Motorgehäuse keine Ölwanne benötigt, dadurch steigt die Bodenfreiheit. Für die Trockensumpfschmierung kann das Ölreservoir als Blechtank direkt am Rahmen, in den Rahmenrohren oder auch unmittelbar angrenzend an den Motorraum untergebracht werden. Es ist völlig unerheblich, ob der Öltank hoch oder tief liegt, weil eine zweite Pumpe, die auch als Druckpumpe bezeichnet wird, das Öl aus dem Tank ansaugt und erst dann in den Ölkreislauf pumpt, wo sie von der eigentlichen Ölpumpe weiter verteilt wird.

Durch die Variabilität beim Einbau des Reservoirs haben die Hersteller wesentlich mehr Spielraum, die Schwerpunktlage und die Massenkonzentration der Motorräder zu gestalten.

Und noch einen weiteren Vorteil bietet die Trockensumpfschmierung: Das Öl wird schon vor dem Eintreten in den Ölkreislauf in eine leichte Drehbewegung versetzt. Außerdem können selbst extreme Fahrsituationen nicht dazu führen, dass das Öl aus der Ölwanne in den Motorraum gelangen kann und die Ölpumpe Luft ansaugt.

Allerdings verringert der Betrieb der zusätzlichen Druckpumpe die Motorleistung um etwa 0,2 kW, und der Einbau für die Ölleitungen und den zusätzlichen Tank treibt auch die Kosten für das Motorrad entsprechend in die Höhe.

Motorradöl muss ganz besondere Voraussetzungen erfüllen

Wenn ein Motorrad mit einer Nasssumpfschmierung arbeitet, sollte es auf keinen Fall mit synthetischem Motoröl betrieben werden, das auch bei Autos in der Leichtlaufklasse verwendet wird. Diese Öle enthalten einen sogenannten Reibwertverminderer, der beim Pkw zum Rutschen der Kupplung führt. Beim Motorrad hingegen sorgen sie dafür, dass die Kraftübertragung reduziert wird. Auch Auto-Mehrbereichsöle sind ungeeignet, weil ihnen spezielle Zusatzstoffe zur Verdünnung des Öls beigefügt werden. Bei einem Motorrad kann dies zu einer Verringerung der Schmierfähigkeit des Öls führen und im schlimmsten Fall sogar den Schmierfilm reißen lassen. Vorzeitiger Verschleiß und Motorschäden sind die Folge. Auch herkömmliche Mineralöle für Autos sollten nicht verwendet werden, weil sie zum Verkleben der Kupplungslamellen führen können. Motoröl für Motor- und Krafträder müssen also in jedem Fall spezielle Additive enthalten.

Gutes Motoröl für Motor- und Kraftrad hat folgende Eigenschaften:

  • Der Schmierfilm muss eine hohe Druckfestigkeit aufweisen.
  • Das Öl sollte eine hohe thermische Stabilität und ein gutes Wärmeleitvermögen haben.
  • Spezielle Zusätze müssen die Bildung von Schaum verhindern und eine Anti-Korrosionwirkung gewährleisten.
  • Das Verhältnis zwischen Viskosität und Temperatur muss optimal sein, damit das Getriebe leicht schaltbar bleibt.

Die Ölmenge, die für ein Motorrad benötigt wird, ist wesentlich geringer als beim Auto. Das Öl muss also seine volle Leistungsfähigkeit zeigen und dafür sorgen, dass der Ringspalt zwischen Kolben und Zylinder gut abgedichtet wird.

Wichtig zu wissen ist, dass besonders bei luftgekühlten Motoren das Öl thermisch extrem belastet wird. Deshalb sollte es ein gutes Reinigungsverhalten haben und die Ablagerung von Verbrennungsrückständen verhindern.

Hinweis: Es gibt Motorrad-Hersteller aus dem Ausland, die einige Arten von Motorenölen nicht oder nur bedingt zulassen. Die Webseite der Motorradproduzenten gibt Aufschluss darüber, welches Motorradöl für die jeweiligen Motorräder empfohlen wird.

Schmier- und Pflegemittel zugleich: Kettenfett

Um einen vorzeitigen Verschleiß der Motorradkette zu verhindern, sollte sie regelmäßig mit einem geeigneten Schmiermittel gepflegt werden. Relativ einfach ist dabei die Verwendung von Kettenspray. Man macht sich nicht die Finger schmutzig, und der gesamte Vorgang ist in wenigen Sekunden erledigt.

Tipp: Kettenspray sollte mindesten 15 Minuten einwirken, bevor die Maschine in Gang gesetzt wird.

Grundsätzlich sollte mit Schmiermitteln für die Motorradketten sparsam verfahren werden. Es ist besser, die Kette öfter zu schmieren, als auf einmal zu viel Schmiermittel zu verwenden. Überschüssiges Fett fliegt ohnehin weg und kann zu Verklebungen am Ketten- und Ritzelkasten und bei Felgen und Reifen führen.

Hinweis: Kettenspray sollte nie zu seitlich gegen die Kettenglieder und auf gar keinen Fall gegen die Reifen gesprüht werden. Von außen genügt ein hauchdünner Schmierfilm, um die Kette wirkungsvoll zu pflegen.

Wer keine Lust hat, sich ständig um eine vernünftige Kettenschmierung zu kümmern, kann auch ein vollautomatisches System einbauen lassen. Es wird fest am Motorrad installiert.

Weitere Öle und Pflege- & Schmiermittel zur optimalen Motorradpflege:

  • Universalöl zur Lack- und Felgenreinigung sowie zum Versiegeln von Zündschlössern, Sicherungskästen und Batteriepolen. Außerdem können mit Universalöl alle Kunststoff- und Gummiteile gereinigt und gepflegt werden.
  • Elektronik-Versiegelungsspray zu Schutz aller elektrischen Schalt- und Steckkontakte. Das Spray hinterlässt einen durchsichtigen und elastischen PVC-Film. Es ist beständig gegen Gase, Salzwasser, sauren Regen und UV-Strahlen.
  • Bowdenzug-Pflegeset: zum Schutz von mit Teflon beschichteten Bowdenzügen. So lassen sich Bowdenzüge leichter bedienen und halten länger.
  • Hochleistungsfett in der Tube, geeignet für alle Stellen am Motorrad, die gefettet werden müssen. Die Paste ist thermisch besonders hoch belastbar und verträgt Einsatztemperaturen zwischen minus 30 und plus 150 Grad Celsius.
  • Luftfilteröl: Es erhöht die Filterwirkung und bietet auch beim Offroad-Einsatz eine hohe Zuverlässigkeit. Die Motorleistung wird so deutlich erhöht. Luftfilteröl eignet sich ausschließlich für Luftfilter mit Schaumstoff- oder Metallgewebe. Es ist nicht verwendbar bei Papierfiltern.
  • Anti-Quietschpaste für die Bremsen eignet sich für die gesamte Bremsanlage. Es schützt vor Korrosion und unterstützt die einwandfreie Wirkung des Bremssystems. Vor der Anwendung sollten alle Bremsbestandteile gründlich gereinigt werden.
  • Rostlöser: Er durchdringt festsitzende Teile und sorgt dafür, dass sie sich lösen lassen. Rostlöser kann auf Metall, Metalllegierungen, Plastik und Gummi sowie auf den meisten Lackierungen verwendet werden. Er beinhaltet einen Wasserschutz zur Verhinderung weiterer Korrosionen.
  • Kontaktspray entfernt Öl, Schmutz, Oxidationsrückstände und Anhaftungen von Flussmitteln an elektrischen oder elektronischen Bauteilen sowie bei Kunststoff und Gummi.
  • Motorrad-Universalreiniger ist ein wirksamer Lösungsmittelreiniger. Damit werden Öl, Fett und Schmutz rückstandslos beseitigt. Es ist für die meisten Oberflächen geeignet und schädigt auch keine Lackierungen.

Fazit

Es gibt eine Reihe spezieller Pflege- und Schmiermittel für Motor- und Krafträder, die Sie verwenden können. Besonders bei den Schmiermitteln sollten Sie sich vergewissern, welche Öle und Fette der Hersteller empfiehlt. Anhand der technischen Datenblätter dieser Mittel können Sie vergleichen, ob das von Ihnen gewählte Produkt über dieselben Eigenschaften verfügt.

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