Tipps zum Kauf von Elektroflugzeugen

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Tipps zum Kauf von Elektroflugzeugen

Elektrisch, praktisch – fliegt!

Der Hobbykeller ist das Refugium für Männer jeden Alters. Dort sitzen sie und bauen an Modellen. Seien es Auto- oder Flugzeugmodelle, eines haben sie gemeinsam: Sie müssen sie bewegen. Dafür gibt es verschiedene Antriebsarten. Die simpelste ist der gute alte Gummimotor: Man windet einen Gummistrang einfach so lange auf, bis er unter starker Spannung steht. Die Entspannung beim Loslassen verursacht letztlich die Drehbewegung des Motors. Diese Art von Motor ist sehr einfach, hat allerdings den Nachteil, dass sie nur für wenige Sekunden funktioniert. Dann muss neu „aufgeladen" werden.

Welcher Motor ist empfehlenswert?

Wer etwas länger fahren oder fliegen möchte, der braucht einen anderen Motor. Im Flugmodellbau hat man jetzt die Qual der Wahl. Man kann sich entscheiden zwischen einem Elektromotor, dem etwas aufwendigeren Verbrennungsmotor oder – für ganz experimentierfreudige Modellbauer – dem Jet-Motor.
Wenn Sie ein Einsteiger in das weite Gebiet des Modellbaus sind, dann empfiehlt sich ein elektrischer Motor. Dieser hat den Vorteil, dass er preiswert und leicht zu handhaben ist. Stufenlos kann die Drehzahl eingestellt werden, und Ihr Modell fliegt ohne große Probleme. Einen Haken hat der elektrische Antrieb jedoch, und zwar die Energiespeicherung. Die Speicherung elektrischer Energie erfolgt mit Akkus. Trotz großer technischer Fortschritte in den letzten Jahren sind diese immer noch relativ schwer und können Energie nicht so effizient speichern, wie flüssiger Treibstoff das für Verbrennungsmotoren tut. Man kommt nicht umhin, einen schweren Akku einzubauen, der vom Modell getragen werden muss. Der fortgeschrittene Modellbauer hat deswegen einen oder mehrere Ersatzakkus dabei. Diese können an der Autobatterie wieder aufgefrischt werden. So können Sie ungetrübten Flugspaß genießen, während der Ersatzakku aufgeladen wird. Abhängig von der Kapazität des Akkus können Sie nun zwischen 10 und 30 Minuten Ihre Runden drehen.

Eine besonders energiesparende Form des Flugmodells stellt der Motorsegler dar. Wurde mithilfe des Motors genug Höhe gewonnen, dann kann dieser ausgeschaltet werden, und das Modell fliegt als Segler weiter. Mit minimalen Geräuschemissionen und ganz ohne Abgase ist der Elektromotor wohl die umweltfreundlichste Wahl für den Antrieb eines Modellflugzeugs. So haben Sie nicht nur eine Menge Geld gespart, Sie können sich auch der Sympathie der Zuschauer und Anwohner gewiss sein.

Fertigmodelle

In wenigen Minuten startklar, sind diese Modelle eher etwas für Ungeduldige. Die Packung enthält alles, was Sie brauchen: Den Rumpf, die Tragflächen, einen bereits installierten Motor mit Regler und Akku, den Funkempfänger und die bereits eingebauten Servos. Außerdem enthalten ist natürlich die Fernbedienung. Das Einzige, was Sie separat kaufen müssen, sind üblicherweise die Batterien für die Fernbedienung. Das Wort „Fertigmodell" ist insofern irreführend, als dass Sie um einen gewissen Mindestaufwand an Eigenleistung nicht herumkommen. Die Flügel beispielsweise sind bei nahezu jedem Modell abnehmbar, weil das Modell ansonsten ein sehr sperriger und schwer zu transportierender Gegenstand wäre. Dabei geht es nicht nur um den Versand, sondern auch um den Transport zum Flugplatz, der Ihnen auf diese Weise erheblich erleichtert wird. Mit einer Spannweite, die meist mehr als einen Meter beträgt, ist es nur im demontierten Zustand möglich, das Modell in einem normalen PKW unterzubringen. Einen weiteren Vorteil hat die etwas flexible Montage der Flügel: Bei einem Absturz entsteht so eine Sollbruchstelle, die größere Schäden zu vermeiden hilft.

Den richtigen Start hinlegen

Wer ein solches Fertigmodell gekauft hat, kann dieses nach Zustellung innerhalb kürzester Zeit montieren und auf die korrekten Funktionen testen. Dabei werden alle Funktionen der Fernbedienung am Boden ausprobiert. Wenn Seiten- und Höhenleitwerk korrekt arbeiten und der Motor sich starten und regeln lässt, dann steht dem Erstflug nichts mehr im Wege. Machen Sie Ihr Modell transportbereit, verstauen Sie alles im Auto und suchen Sie sich einen großen, übersichtlichen und möglichst windstillen Platz für den Jungfernflug aus. Dabei entscheidet die Größe und das Gewicht des Fliegers, ob Sie es aus der Hand starten, oder ob es wie im richtigen Leben von einer Startbahn selbstständig abhebt. Beide Startarten erfordern ein wenig Übung. Beim Handstart stellen Sie eine mittlere Drehzahl des Motors ein und halten das Modell mit Ihrer Wurfhand. Nun geben Sie ihm einen kräftigen Schubs nach schräg oben. Dabei sollte der Wind von vorn kommen.

Das Modell fliegen lassen

Nun gilt es, schnell die Fernsteuerung zu übernehmen und mit wenigen Korrekturen für einen stabilen Geradeausflug zu sorgen. Versuchen Sie zu Beginn keine Kunststücke, sondern testen Sie das grundlegende Flugverhalten Ihres Modells. Wenn sanftes Steigen und Sinken sowie leichte Kurven problemlos gelingen, können Sie etwas mutiger werden. Dabei kann es für den ungeübten Piloten etwas schwierig sein, sich in die Position des Fliegers hineinzuversetzen. Das gilt besonders dann, wenn das Modell Ihnen entgegenfliegt.

Die sichere Landung

Nun liegt die größte Herausforderung noch vor Ihnen: die Landung. Drosseln Sie die Motordrehzahl und fliegen Sie gegen den Wind. Auf die letzten Meter kommt es an: Versuchen Sie, die Sinkgeschwindigkeit fast auf Null zu reduzieren, um eine weiche Landung zu erreichen. Wenn Ihnen diese geglückt ist, können Sie sich selbst zum ersten erfolgreichen Flug gratulieren. Mit ein wenig Übung wird es Ihnen zunehmend besser gelingen, den Landeanflug so zu gestalten, dass der Flieger fast vor Ihren Füßen landet. So bleiben Ihnen längere Fußmärsche zum Landeplatz erspart.

Selbstbausätze für Modellflugzeuge

Üblicherweise enthalten Bausätze ebenfalls alles, was Sie für das fertige, flugbereite Modell brauchen. Allerdings müssen Sie mehrere Stunden einplanen, um die Komponenten zusammenzubauen. Meist sind alle Teile für den Rumpf und die Tragflächen vorgestanzt. Die üblichen Materialien sind dabei das besonders leichte Balsaholz, für besonders beanspruchte Teile Fichtenholz oder auch Aluminium. Sogenannte Servos in der richtigen Anzahl und Größe liegen bei: So werden die Miniatur-Motoren genannt, die für die Bewegung der Steuerelemente wie Leitwerk und Landeklappen zuständig sind. Ein kleiner Hebel am Servo nimmt dabei exakt die Stellung ein, die der Joystick der Fernbedienung vorgibt. Dieser Hebel wird mit einem filigranen Gestänge oder einem Seilzug mit dem jeweiligen Steuerelement des Fliegers verbunden, sodass der ferngesteuerte Flug möglich wird.
Die Fernbedienung funkt mit einer voreingestellten oder auch programmierbaren Funkfrequenz den Empfänger an, der sich im Modell befindet. Je nach Komplexität des Modells kann das auf zwei bis zu vier Kanälen erfolgen. Der Empfänger interpretiert die eingehenden Funksignale und wandelt sie in Steuerbefehle für die einzelnen Servos um. Handelsübliche Fernbedienungen haben eine Reichweite von ca. 100 m. Funkgeräte sind in Deutschland meldepflichtig. Praktischerweise erwerben Sie die entsprechende Lizenz gleich zusammen mit dem Modell. Bei einem gemeinsamen Fliegen mit anderen Modellpiloten gilt es jedoch, sich über die verwendeten Frequenzen abzustimmen, damit Ihre Fernbedienung wirklich nur Ihr eigenes Flugzeug steuert.

Scale Modelle

Elektro-Flugmodelle können so konstruiert sein, dass kompromisslos gute Flugeigenschaften möglich werden. In diesem Fall wird meist auf die Andeutung einer Passagierkabine oder Kanzel verzichtet. Alles wird der Funktion und einem gutmütigen Flugverhalten untergeordnet. Viele Modelle sind jedoch maßstabgetreue Nachbildungen von echten Flugzeugen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein Fertigmodell für Anfänger ist oder ein Bausatz für fortgeschrittene Modellbauer. Die Betonung liegt hier auf Detailtreue. Dabei gilt die Faustregel: Je kleiner das Originalflugzeug ist, desto leichter lässt es sich als Modell umsetzen. Eine viersitzige Cessna bietet sich dabei sicher eher an als ein Jumbo Jet. Das hat nicht nur mit der Antriebsart und der Zahl der Motoren zu tun, sondern auch mit der Form des Rumpfes und der Tragflächen. Ein Großraumflugzeug hat ein wesentlich ungünstigeres Verhältnis zwischen Masse und Flügelfläche. Dennoch gibt es auch Modelle von Passagiermaschinen, die von fortgeschrittenen Tüftlern zum Fliegen gebracht werden. Von Maßstäben von 1:16 bis 1:5 ist alles möglich. Dabei können bei großen Maßstäben auch die Modelle schon einmal eine Länge bzw. Spannweite von mehreren Metern haben.

Motorsegler

Bei Motorseglern geht es nicht um die Nachahmung eines echten Flugzeuges. Die sportliche Herausforderung besteht hier darin, ohne Motor zu fliegen, nachdem sich das Modell mit Motorhilfe auf eine gewisse Höhe geschraubt hat. Nun ist der Flieger allein den Elementen überlassen. Strom wird nur noch für den Empfang des Funksignals sowie für das Bewegen der Servos verbraucht. Die Rotoren des Propellers klappen im Gegenwind nach hinten, um möglichst wenig Luftwiderstand zu bieten. Der Pilot ist bestrebt, thermische Aufwinde aufzuspüren und mit ihrer Hilfe Höhe zu gewinnen. Dabei ist es jedoch jederzeit möglich, den Motor während des Fluges erneut zu starten und so die Natur auszutricksen. Durch ihre große Spannweite und ihre guten Segeleigenschaften sind Motorsegler anderen Flugmodellen in puncto Reichweite bzw. Flugdauer überlegen. Die begrenzte Kapazität des mitgeführten Akkus wird optimal genutzt. So sind mit etwas Glück und dem richtigen Gespür für Thermik Flugzeiten von mehreren Stunden möglich.
In Deutschland gibt es an wechselnden Standorten jährliche Meisterschaften für Modelle mit Klapptriebwerk (KTW). Klapptriebwerke stellen die Hohe Schule des Motorsegelns dar. Dabei kann ein Ausleger, der den Propeller trägt, komplett im Rumpf versenkt werden, sodass das Modell wie ein reines Segelflugzeug aussieht. So gibt es keine Kompromisse bezüglich der Ästhetik. Mit einer makellosen Form kann sich das Modell in der Luft bewegen und auch – ganz wie ein echter Segler – ohne Motorhilfe landen.

Immer eine Handbreit Luft unter der Flugzeugnase

Egal, für welche Spielart des Modellfluges Sie sich entscheiden, Sie werden etwas erleben, das Sie nur auf diese Weise erfahren können: das Gefühl, ein autarkes Gerät im dreidimensionalen Raum zu bewegen. Sie trotzen den Elementen nicht, sondern spielen mit ihnen.

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