Tipps zum Kauf von Briefmarken aus der Schweiz aus der Zeit vor 1945

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Tipps zum Kauf von Briefmarken aus der Schweiz aus der Zeit vor 1945

Wilhelm Tells Erben und das Briefmarkensammeln

Die ersten Postdienste in der Schweiz existierten bereits im Mittelalter. Von besonderem Interesse allerdings ist dieses Sammelgebiet, weil die Schweiz mit der Zürich 4 und Zürich 6 das erste Briefmarken ausgebende Land der Erde nach Großbritannien war. Der Zeitraum, in dem Kantonsmarken ausgegeben wurden, ist ein äußerst beliebtes Sammelgebiet. Auf den heutigen Schweizer Postwertzeichen findet sich die Beschriftung „Helvetia“. Dies wird so praktiziert, um keiner Sprache der Schweiz den Vorzug zu geben. Ein Postleitzahlen-System existiert seit dem Jahr 1964. Die Einführung der Postwertzeichen in der Schweiz fällt zusammen mit dem Ende der französischen Besatzung und der Stärkung der Souveränität der eidgenössischen Kantonsgemeinschaft. In den folgenden Jahren führte die große Eigenständigkeit zu einer weitgehend unabhängigen Entwicklung des Postwesens in der Schweiz. Die große Attraktivität des Sammelgebiets begründet sich für Briefmarkensammler vor allem durch den Umstand, dass viele kantonale Serien von Postwertzeichen herausgegeben worden sind.

Anfänge des Schweizer Briefmarkenwesens im Kanton Zürich

Nach dem Abzug der französischen Besatzer wurde in der Schweiz kein zentral gesteuertes Postwesen installiert. Für den gleichen Zeitraum kann auch im Deutschen Bund eine ähnliche Entwicklung festgestellt werden. Besonders die drei Kantone Genf, Zürich und Basel sind die Vorreiter bei der Entwicklung eines eigenen Postsystems, da diese als einzige Briefmarken zur Vereinfachung des Postsystems in Umlauf gebracht hatten. Die ersten Schweizer Postwertzeichen wurden im Kanton Zürich herausgegeben, was aufgrund einer Genehmigung des Zürcher Regierungsrats erfolgte.

Zwei unterschiedliche Wertstufen von 4 und 6 Rappen deckten zunächst die Tarife für den Postverkehr innerhalb des Kantons Zürich ab. Innerstädtisch kostet die Beförderung eines Briefes vier Rappen, während der Transport eines Schriftstücks innerhalb des Kantons sechs Rappen entrichtet werden mussten. Für ein Einschreiben war es notwendig, eine zusätzliche Marke von entweder vier oder sechs Rappen aufzukleben. Diese beiden Freimarken, die von Philatelisten wegen ihrer herausstechenden Zifferndarstellungen auch Zürich vier und Zürich sechs genannt werden, waren ab dem 1. März 1843 gültig. Diese ungezähnten Postwertzeichen wiesen noch keine Gummierung auf.

Kanton Genf legt nach

Bei der Herausgabe von Postwertzeichen folgte das Kanton Genf recht bald dem Kanton Zürich. Die Genfer Finanzverwaltung beschloss ebenfalls noch im Jahr 1843, die zuständigen Stellen mit der Ausarbeitung von Entwürfen eigener Briefmarken nach dem Vorbild Zürichs und Großbritanniens zu veranlassen. Wenige Monate später wurden die Tarife für die Beförderung von Dokumenten fixiert, diese beliefen sich innerhalb einer lokalen Einheit auf 5 Centimes und innerhalb des Kantons bis zu einem Gewicht von einer Unze auf 10 Centimes. Zu diesem Zweck wurde die sogenannte Doppelgenf von der Verwaltung der Genfer Post in Umlauf gebracht. Als vollständiges Postwertzeichen war die Marke 10 Centimes wert. Sie konnte in halbierter Form als 5 Centimes-Marke für den lokalen Gebrauch eingesetzt werden. Die Briefmarke hatte die entsprechende Form.

Diese Ausgabe wurde von der Genfer Bevölkerung zunächst nur sehr verhalten angenommen, zumal eine Verwendung von Briefmarken nicht unmittelbar vorgeschrieben war. Für viele Postkunden wirkte das Prinzip der halbierten Marken für die örtliche Post anfangs leicht befremdlich. Da die Behörde nicht die Restbestände vernichten wollte, entschloss sich die Verwaltung, ab dem Frühjahr 1844 eine halbe Doppelgenf mit einem Wert von 5 Centimes zum Preis von 4 Centimes zu veräußern. Auf diese Weise konnten die Postkunden durch die Verwendung dieser Postwertzeichen bei lokalen Briefen 1 und bei kantonsweiten Sendungen 2 Centimes einsparen.

Trotz des zögerlichen Zuspruchs entschied sich die Genfer Postverwaltung, eine neue, gewöhnliche Serie von Postwertzeichen in Umlauf zu bringen, als alle Doppelgenf-Marken aufgebraucht waren. Darüber hinaus wurde entschieden, ab diesem Zeitpunkt sämtliche Briefe bis zu einem Gewicht von einer Unze innerkantonal zum Preis von 5 Centimes zu verschicken. Schwerere Poststücke mit einem Gewicht bis drei Unzen kosteten entsprechend 10 Centimes. Diese Neuerungen machten es erforderlich, eine weitere Briefmarkenausgabe in Umlauf zu bringen, weil die Doppelgenf in der Inschrift noch in Lokal und Kantonporto unterschieden wurde. Das erste neue Postwertzeichen zum Einheitsporto von 5 Centimes kam 1845 heraus und ähnelte der halbierten Doppelgenf. Allerdings war dies insgesamt größer als der Vorläufer und hatte eine dem neuen Tarifsystem entsprechende Beschriftung.

Die Basler Post und ihr Täubchen

Basel war der dritte Kanton, der 1845 ebenfalls eine eigene Briefmarke herausbrachte. Diese war im Gebiet der Stadtpost gültig und hatte einen Wert von 2,5 Rappen. Das Design dieser Briefmarke erregte zu ihrer Zeit gesteigerte Aufmerksamkeit: Das Motiv, das eine Brieftaube darstellte, hob sich von den damals üblichen Abbildungen von Wappen, Ziffern oder gekrönten Häuptern ab. Ferner gilt die von dem Architekten Melchior Berri entworfene „Basler Taube“ als weltweit erstes mehrfarbiges Postwertzeichen. In der Schweiz ist die Basler Taube eher unter der Bezeichnung Basler Dybli – Basler Täubchen – bekannt.

Erste allgemein gültige Briefmarken-Ausgaben der Schweiz

Die ersten Freimarken der neu gegründeten Schweizerischen Bundespost erschienen 1850. Diese bildeten zusammen mit den in den Jahren 1851 und 1852 folgenden Postwertzeichen die Serie Ortspost- und Rayonmarken. Zusätzlich zu den neuen Ausgaben behielten die älteren kantonalen Marken sowie die Serien der Übergangszeit ihre Gültigkeit. Die Ausgabe der Ortspost- und Rayonmarken war in der Absicht vorgenommen worden, dass das neue Tarifsystem der Schweiz für die Kunden freundlicher gestaltet werden sollte. Zusätzlich zu dem bildlichen Motiv, einem Schweizerkreuz mit Posthorn, waren die Inschriften Orts-Post oder auch Poste Local, Rayon I, Rayon II oder Rayon III auf den Marken angebracht. Die Beschriftung oberhalb des Posthorns bezeichnete das lokale Gebiet, in dem ein Brief mit einem Gewicht bis zu einem halben Lot verschickt werden konnte. Maßgeblich hierfür waren nicht nur die Wegstrecke, sondern auch die Stunden, die der Postbote benötigte, um das Schriftstück auszuliefern. Für die Postgebührenzone Rayon IV wurde keine eigene Briefmarken-Ausgabe in Umlauf gesetzt. Außerdem wurde sie schon im 1862 wieder aufgelöst und ab diesem Zeitpunkt als Rayon II behandelt. Für jedes weitere halbe Lot beim Gewicht mussten zusätzliche 5 Rappen entrichtet werden.

Schweizer Postwertzeichen und ihre bevorzugten Motive

In den folgenden Jahrzehnten wurden auf den Schweizer Postwertzeichen besonders patriotische Motive verwendet. Schon 1851 gab es innerhalb der Schweizer Postverwaltung Bestrebungen, die sich mit der Ablösung der Ortspost- und Rayonmarken beschäftigten, obwohl diese zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht alle im Umlauf waren. Angedacht war, das heraldische Motiv durch ein repräsentativeres Design ersetzen. Die Schweizer Post kam zu dem Entschluss, eine Ausgabe mit einem Helvetia-Motiv herauszubringen, das sich an den neuen Münzen des Schweizer Bundesstaates anlehnte.

Weil vorher sämtliche Schweizer Briefmarken mit Ausnahme der Basler Taube im Steindruck gefertigt worden waren, fehlte den Schweizer Behörden die Erfahrung, die neuen Helvetia-Marken termingerecht im Buchdruck zu produzieren. Daher wurden die ersten Helvetia-Marken, die am 1854 in den Handel kamen, in München hergestellt. Kurze Zeit später wurden diese Postwertzeichen in der Eidgenössischen Münzstätte in Bern produziert. Allerdings waren die Berner Drucke gegenüber den Münchner Drucken meist undeutlicher und weniger klar, wodurch beispielsweise der Siegeskranz der sitzenden Helvetia oft mehr an eine zerzauste Frisur erinnert. In der Bevölkerung wurde diese Ausgabe schon bald mit dem Spitznamen „Strubel“ in Anlehnung an den Struwwelpeter versehen.

Auch die darauffolgenden Serien zeigten die Darstellung Helvetias in unterschiedlichen Abbildungen, ab 1862 erstmals gezähnt. Das Motiv der Helvetia dominierte bis Anfang des 20. Jahrhunderts die Schweizer Postwertzeichen. Ab dem Jahresende 1942 tauchte dieses Motiv auf den Schweizer Briefmarken nicht mehr auf. Von 1907 an wurde sie mehr und mehr vom Motiv des Wilhelm Tell, Tellbrustbild ab 1914, und dessen Sohn, Tellknabe mit Armbrust, als Dauerserie bei den Marken abgelöst. Allerdings hatte die erste Ausgabe, die den kleinen Tell hinter einer Armbrust abbildet, enorme Anlaufschwierigkeiten.

Die Sicherheit der Schweizer Briefmarken

In dieser Zeit wurden die Sicherheitsmerkmale der Schweizer Briefmarken deutlich verbessert. Die ersten Postwertzeichen der Schweiz waren noch völlig ohne Sicherheitsmerkmale ausgegeben worden. Als erste Schutzmaßnahmen gegen Fälschungen wurden in das Briefmarkenpapier Seidenfäden in unterschiedlichen Farben eingearbeitet. Ab 1862 wurden die Schweizer Briefmarken mit rückseitigen Reliefstrukturen eines Kreuzes im Oval versehen. Ab 1905 wurde Papier mit Wasserzeichen benutzt, die das Kopieren der Marken verhindern sollten. Das Faserpapier wurde zwei Jahre später eingeführt.

Die Schweizer Post in der Zeit der Weltkriege

Wegen der Neutralität der Schweiz blieb das Land von den Auswirkungen der Weltkriege weitgehend verschont, was einen ungestörten Ausbau des eigenen Postwesens möglich machte. Die Schweiz begann schon vor dem Ersten Weltkrieg mit der Auflage von Wohltätigkeitsmarken für die Pro Juventute. In Kriegszeiten verwendete Pro Juventute die Erlöse aus den Briefmarkenverkäufen zu wohltätigen Zwecken. Auch in den Zeiten der Weltkriege versuchte das Schweizerische Rote Kreuz die Neutralität der Schweiz dazu zu nutzen, das Land als Umschlagplatz für die Post von Kriegsgefangenen einzurichten. Diese Korrespondenz war nach einer Verfügung des Weltpostvereins aus dem Jahre 1905 gratis zu transportieren.

Wie Schweizer Briefmarken in Deutschland im Internet angeboten werden

  • Schweiz 1854 bis 1963: Spitzen-Lagerbuch aus Uralt-Händlerbestand, ein Top-Objekt aus dem Inventar eines ehemaligen mitteldeutschen Einzelhandelsgeschäfts mit sicherlich enormem Katalogwert; eine große Palette philatelistischer Leckerbissen, unterschiedlicher Sammlungen und Einzelstücken
  • Schweiz 1941 Block 6 ** Pro Juventute, Luxus
  • Schweiz 8 II
  • Schweiz "Wappenschild" MICHEL-Nummer 194 -197 x gestempelt/o
  • Schweiz Helvetia 40 c. von 1908 , Mi. 101x , meist fehlend
  • Schweiz 61A 40c "Stehende Helvetia" von 1882 gestempelt

Die Schweiz ist für Briefmarkensammler ein sehr interessantes Gebiet, da es wegen der abwechslungsreichen Geschichte viele unterschiedlicher Ausgaben, Marken und Varianten gibt.

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