Tipps zum Kauf von Briefmarken aus Frankreich und seinen Kolonien

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Tipps zum Kauf von Briefmarken aus Frankreich und seinen Kolonien

Vive la France – Postwertzeichen der Grande Nation

Unser Nachbarland Frankreich hat eine reiche Geschichte, die oft auch mit der deutschen Historie eng verbunden ist. Über viele Jahrhunderte bewirkte diese nicht immer reibungslose Nachbarschaft eine Erbfeindschaft, die sich erst mit der Aussöhnung der ehemaligen Gegner nach dem Zweiten Weltkrieg in eine Freundschaft zwischen den Staaten verwandelte. Bis in das frühe Mittelalter reicht die Postgeschichte Frankreichs, also auch die Historie der französischen Briefmarken, die natürlich auch erheblich von der abwechslungsreichen Geschichte der Nation geprägt ist. Für Briefmarkensammler ist besonders die Pariser Ballonpost attraktiv, die einen markanten Meilenstein in der Geschichte der Flugpost darstellt. Die französischen Briefmarken werden häufig mit der Marianne, der Symbolgestalt der Französischen Revolution, in Verbindung gebracht. Die Marianne ist als Motiv seit 1945 ohne Unterbrechung auf den Dauermarken Frankreichs abgebildet. Philatelisten schätzen das reichhaltige Sammelgebiet Frankreich gerade wegen der wechselvollen und imposanten Geschichte des Landes.

Französische Briefmarken ab 1849

Die französischen Behörden hatten sich bereits kurz nach der Gründung der Zweiten Republik unter Staatspräsident Louis Napoléon Bonaparte zur Einführung eigener französischer Postwertzeichen nach britischem Muster entschlossen. 1849 kamen die ersten beiden Freimarken zu 20 Centimes und 1 Franc heraus. Ein Standardbrief wurde mit der 20-Centimes-Marke – auch vingt centimes noir – frankiert. Die 1-Franc-Marke – auch un franc vermillon – war für größere Portostufen vorgesehen. Diese beiden Postwertzeichen waren Teil der französischen Freimarkenausgabe Cérès, die das Symbol der römischen Göttin des Ackerbaus darstellt und deren weitere Wertstufen in den darauffolgenden Jahren herausgegeben wurden. Die sechs Werte der gesamten Ausgabe zeigen jede für sich die einfarbige Darstellung der Cérès, die von der Wertangabe und der Inschrift REPUB FRANC umgeben ist. Die ungezähnten Postwertzeichen wurden im Buchdruck auf leicht getöntem Briefmarkenpapier gefertigt.

Zusammen mit den neuen Freimarken wurde auch ein neuer, einheitlicher Poststempel in den französischen Postbehörden verwendet. Diese einfachen Stempel wiesen jedoch weder eine Ortsbezeichnung noch ein Datum auf. Ihre vorrangige Funktion bestand darin, dass die meist gitterähnlichen Abdrücke der Poststempel ein weiteres Benutzen gebrauchter Briefmarken verhindern sollten. Zusammen mit den Cérès-Marken wurden diese jedoch nur eine kurze Zeit benutzt, weil die Postwertzeichen bald durch Marken mit dem Konterfei des Präsidenten ausgetauscht wurden. Auch diese Exemplare zeigten die gleiche Zeichnung und Beschriftung der Rahmen wie die der Cérès-Marken. Die Inschrift wurde lediglich nach der Wiedererrichtung des Kaiserreichs in EMPIRE FRANC gewandelt.

Die Briefmarken der folgenden Jahre bis zum Deutsch-Französischen Krieg zierte ohne Ausnahme der neue französische Kaiser, wobei die Abbildung und die Inschrift jedoch teilweise geändert wurden. Ab 1863 wurde die Landesbezeichnung EMPIRE FRANCAIS in voller Länge und nicht mehr abgekürzt auf den Marken verwendet. Bei diesen handelte es sich auch um die ersten gezähnten Postwertzeichen Frankreichs. Die etwa zur gleichen Zeit erschienenen Portomarken wiesen, im Gegensatz zu den Freimarken, nur die Abbildung einer Ziffer auf. Die ab 1868 ausgegebenen sogenannten Telegrafenmarken zeigten nicht den Herrscher selbst, sondern das kaiserliche Wappen als Hauptmotiv.

Südsee, Lateinamerika, Afrika – Marken der Kolonien

In den Jahren des Kaiserreichs wurden auch die ersten Freimarken in den französischen Kolonien ausgegeben. Von 1859 an erschienen dort Briefmarken, die wie die Telegrafenmarken das Adlermotiv zeigten. Auch in der gesamten Darstellung zeigten sich große Unterschiede zu den französischen Freimarken. Gegen Ende des Kaiserreichs wurde diese Freimarkenserie durch Napoleon III. verdrängt. Die neue Ausgabe zeigte dabei nur noch geringe Unterschiede gegenüber der französischen Markenform. Wenn vorher die Inschrift „COLONIES DE L’EMPIRE FRANCAIS“ noch einen Hinweis auf die koloniale Bestimmung gegeben hatte, wurde dieser bei Napoleon III. durch ein einfaches EMPIRE FRANCAIS ersetzt. Bevor diese Kolonialmarken in Umlauf gelangten, wurden in mehreren Kolonien bereits die Marken des Mutterlandes verwendet und im Jahre 1859 durch die einheitlichen Kolonialmarken ausgetauscht.

Französische Marken zwischen den großen Kriegen

Im Zuge des Deutsch-Französischen Krieges, aber noch vor der Kapitulation Frankreichs am 28. Januar 1871, wurde schon 1870 eine provisorische Regierung gebildet. Für die neue, die Dritte Republik, wurden bereits am 11. Oktober 1870 ersten Postwertzeichen ausgegeben. Die neuen französischen Freimarken wurden nach dem Vorbild der Cérès-Marken der Zweiten Republik mit der Inschrift REPUB FRANC designt. Die französischen Kolonialmarken wechselten ebenfalls wieder zum alten Motiv Cérès. Das einzige Unterscheidungsmerkmal war die Zähnung der neuen Marken. In den Kriegszeiten war die Herstellung der Postwertzeichen nach Bordeaux verlegt worden. Nachdem die preußischen Truppen Paris wieder verlassen hatten, wurden die Freimarken wieder in Paris gefertigt.

Schon recht bald nach dem Krieg konnte die französische Post wieder ihre gewohnte Arbeit aufnehmen, wobei das bisherige System des Kaiserreichs im Hinblick auf Transport und Tarife erhalten blieb. In Frankreich wurde 1873 die Postkarte eingeführt, wobei das Standardporto hierfür auf 15 Centimes festgelegt wurde. Die französische Post war 1874 bei der Gründung des Weltpostvereins eine der ersten Mitgliedsorganisationen. Ab 1892 gab es die ersten Express-Beförderungen zu einem Preis von 50 Centimes. Diese Innovationen und tariflichen Regelungen wurden unverändert bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges beibehalten.

Erster Weltkrieg und die Wirren danach

Unmittelbar nach Beginn des Ersten Weltkriegs besetzte das Deutsche Reich einige französische Territorien in den nördlichen Gegenden des Landes, wobei es zur Ausgabe einiger deutscher Briefmarken-Besatzungsausgaben kam. Ab 1916 wurden diese gemeinsam mit dem vormals belgischen Raum als „Etappengebiet West“ zusammengefasst und mit einer einheitlichen Ausgabe von Postwertzeichen versorgt. Hierbei handelte es sich um die deutsche Ausgabe der Germania-Reihe mit französischem Wertaufdruck. Über die deutschen Besatzungsausgaben im eigenen Land hinaus wurden während des Ersten Weltkrieges auch eigene Postwertzeichen der französischen Armee ausgegeben, wozu zum Beispiel die Ausgaben der Mittelmeerinseln Ruad und Castellorizo gehörten. Wegen der ausbleibenden Gefechtserfolge wurden im Gegensatz zu den anderen Großmächten des Weltkriegs nur wenige Besatzungspostdienste implementiert. Im unbesetzten Bereich des Landes arbeitete das französische Postwesen überwiegend ungestört.

Nachdem Frankreich im Ersten Weltkrieg als Sieger hervor gegangen war, konnte der Staat sein Postwesen wieder im ganzen Land aufbauen. Das vormals deutsche Gebiet Elsass-Lothringen war nach der Kapitulation Deutschlands hinzugekommen. Durch den Vertrag von Versailles wurde Frankreich kurze Zeit Schutzmacht einiger anderer Länder. Zum Beispiel wurde zwischen 1920 bis 1923 im deutschen Memel-Land oder dem sogenannten Memel-Gebiet Briefmarken der französischen Mandats-Verwaltung ausgegeben. Die Tarife der französischen Post wurden bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs aufgrund einer kleinen, aber fortschreitenden Inflation in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts mehrmals erhöht. Die Gebühr für einen Standardbrief wurde bis Kriegsbeginn um den vervierfachen Wert erhöht. Die französische Flugpost wurde ebenfalls in den 20er-Jahren installiert. Schon im November 1919 fanden die ersten Flüge zwischen London und Paris statt, wobei die französischen Gebühren sich zunächst auf drei Franc beliefen. Besonders als Verbindung zu den Kolonien wurde die Flugpost verwendet.

Zweiter Weltkrieg und die Besetzung durch die Deutsche Wehrmacht

Das französische Staatsgebiet wurde in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in einen von den Deutschen besetzten Teil im Norden und den État français im Süden aufgeteilt. Dieser löste die Dritte Republik ab und kollaborierte mit Nazi-Deutschland. Elsass-Lothringen wurde vom Deutschen Reich annektiert. Selbstverständlich hatte der Zweite Weltkrieg eminente Auswirkungen auf das französische Postsystem. Es kam zu vielen Beschneidungen und zeitweiligen Betriebsschließungen. Im von den Deutschen besetzten Gebiet erschienen recht bald verschiedene deutsche Besatzungsausgaben. Von 1940 an benutzte das Vichy-Regime die ersten eigenen Freimarken, auf dem in der Regel das neue Staatsoberhaupt Henri Philippe Pétain abgebildet war. Zwischen 1941 und 1942 konnte für einige Zeit noch eine Flugpostverbindung vom État français betrieben werden.

Im Anschluss an die Befreiung Frankreichs zwischen 1944 und 1945 wurden in vielen Städten die kursierenden Freimarken mit République française oder ähnlichem überdruckt. In den letzten Monaten 1944 wurden die ersten französischen Freimarken des von den Deutschen befreiten Staates in den Handel gebracht. Zunächst wurden diese in den USA produziert und von den Alliierten übergeben. Darüber hinaus wurden kurze Zeit darauf die Ausgaben des Nationalen Befreiungskomitees Algier in Frankreich veräußert. Diese sollten ursprünglich lediglich in den französischen Kolonien verwendet werden. Motive hierfür waren der Pariser Triumphbogen, der gallische Hahn und das Portrait der Marianne.

Nachkriegszeit und Umstellung von Währungen

Der französischen Post gelang es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sehr schnell, die Postverbindungen im ganzen Land wieder aufzunehmen. Schon bald wirkte sich die Inflation der Nachkriegszeit auf die Tarife der französischen Post aus, wobei 1960 auf den neuen Franc umgestellt wurde. Die Kriege in Indochina und Algerien bedeuteten schließlich das Ende Frankreichs als Kolonialmacht und auch der Vierten Republik. In erster Linie sind die die französischen Ausgaben der Postwertzeichen durch die Marianne-Dauerserie geprägt, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs in verschiedenen Varianten angeboten wurde. Ab 1999 wurde die Umstellung auf die Doppelwährung betrieben und schließlich vollständig auf den Euro umgestellt.

Wie französische Briefmarken in Deutschland gehandelt werden

  • Frankreich Klassik: Spitzen-Sammlung mit Raritäten, Einheiten und seltenen Essays
  • Frankreich Block 223 Tour de France, neu
  • Reunion FR Kolonie 500 F CFA, Aufdruck 1000 F Paris, 1951, MICHEL-Nummer 363, MLH RR, Höchstwert Freimarken-Aushilfsausgabe, Freimarke im Großformat, Motiv Paris mit schwarzem Aufdruck in der Franc-Währung CFA (Colonies Francaises d'Afrique) für die von Frankreich regierte Insel Reunion, Ostafrika, im Indischen Ozean
  • Frankreich, MICHEL-Nummer 305 - 310, Flugpost 1936, gestempelt

Frankreich ist Briefmarkensammler ein sehr interessanter Bereich, da es aufgrund der wechselvollen Geschichte viele unterschiedlicher Marken, Ausgaben und Abweichungen gibt.

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