Tipps zum Kauf von Briefmarken aus Asien

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Tipps zum Kauf von Briefmarken aus Asien

Exotische Länder, exotische Briefmarken

Briefmarken zu sammeln ist eine abwechslungsreiche Beschäftigung, auch wenn diese für Außenstehende vielleicht nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich ist. Häufig steht die Entspannung beim Sortieren und Studieren im Vordergrund, gepaart mit ein wenig Stolz, wenn man ein besonders schönes Exemplar erworben hat, das perfekt zu den bisherigen Marken passt. Sammeln bedeutet jedoch auch, dass man sich intensiver mit einer Thematik beschäftigt. Man interessiert sich für bestimmte Länder, für eine bestimmte Art von Motiven oder orientiert sich an besonderen Jahrgängen und/oder Zeiträumen, die mit historischen Ereignissen verbunden sind. Wer Postwertzeichen als zusätzliche Wertanlage betrachtet, wird sich noch genauer mit der Materie beschäftigen und muss zudem eine ganz besondere Eigenschaft mitbringen: Geduld, denn ähnlich wie bei vielen anderen Wertanlagen, kann es Jahre dauern, bis es eventuell zu Wertsteigerungen kommt.

Lebt man in Europa, ist es vielleicht nicht ganz so naheliegend, Briefmarken aus Asien zu sammeln, aber es spricht absolut nichts dagegen, eher im Gegenteil. Letztlich bedeutet es, sich mit anderen Sichtweisen und einer anderen Bildsprache auseinanderzusetzen - und natürlich mit anderen Themen und Gepflogenheiten, die hier ein wenig fremd erscheinen mögen, aber genau das kann die zusätzliche Spannung ausmachen. Im nachfolgenden Einkaufsratgeber finden Sie neben allgemeinen Informationen speziellere Tipps zu Briefmarken aus Asien als Schwerpunktthema.

Asien, ein fremder und faszinierender Kontinent

Vielleicht ist es erst einmal interessant, die Dimensionen des Kontinents in Zahlen zu erfassen - mit weit über 40 Millionen Quadratkilometern gehört rund ein Drittel der Landfläche der Erde zu Asien. Zum Vergleich: Die Fläche von Europa liegt bei etwa 10 Millionen Quadratkilometern. Noch drastischer wird der Unterschied bei der Einwohnerzahl. In Asien leben circa 4 Milliarden Menschen gegenüber 750 Millionen in Europa, was etwa 60 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang China, dazu mehr in einem späteren Abschnitt. Eine weitere Besonderheit sind die interkontinentalen Staaten in Asien und damit ein recht guter Übergang zu den einzelnen Ländern. Zu den interkontinentalen Staaten zählen aktuell:

Es mag zunächst absonderlich klingen, aber auch geografische Teile von Ägypten liegen im Kontinentalbereich von Asien, obwohl das Land Nordafrika zuzuordnen ist. Dabei handelt es sich um die Sinaihalbinsel im Osten, auch wenn diese flächenmäßig nur einen kleinen Teil des Landes ausmacht. Noch extremer ist das Beispiel Japan: Zu Ozeanien gehört die sogenannte Marcusinsel mit einer Fläche von gerade einmal 1,5 Quadratkilometern. Die Koralleninsel besteht hauptsächlich aus einer Klimastation, einem Sendemast, Kriegsschrott sowie einer Landebahn - eigene Briefmarken gibt es soweit bekannt keine. Was die Türkei anbetrifft, gehört das heutige Anatolien zu Asien und wird auch unter dem Begriff Kleinasien geführt. Historisch interessierte Sammler könnten damit etwa eine Sammlung aus dem Osmanischen Reich in Verbindung bringen.

Anhand dieser Informationen wird einfach aufgezeigt, wie vielfältig Sammelgebiete sein können. Warum sich also nicht interkontinentale Länder aussuchen? Natürlich nur unter der Voraussetzung, bei Ihnen ist eine Affinität zu diesem Thema und zum Sammeln allgemein vorhanden.

Asien nach Regionen

Philatelie als Begriff steht für das systematische Sammeln von Postwertzeichen. Das bedeutet imgrunde, ein riesiges Sammelgebiet wie Asien in kleinere Häppchen aufzuteilen. Die geografischen Vorgaben bieten hier eine Möglichkeit, indem Sie Asien nach den einzelnen Regionen durchforsten. Dazu zählen derzeit:

  • Zentralasien
  • Vorderasien
  • Nordasien
  • Ostasien
  • Südasien
  • Südostasien

Dies sind die geografischen Einteilungen als Anhaltspunkte, die in dieser Konsequenz nicht direkt auf die Sammelgebiete für Briefmarken übertragbar sind, aber sie geben schöne Anhaltspunkte, um eben systematisch vorzugehen. Aus der Sicht eines Einsteigers betrachtet könnte man sich die bekanntesten Länder für die jeweiligen Regionen auswählen. Nachfolgend einige Beispiele: Stellvertretend für Zentralasien Afghanistan, für Vorderasien Israel, der Jemen, Iran oder Saudi Arabien, um nur vier Beispiele für diese Region zu benennen. Für Nordasien wäre die Mongolei ein Sammel-Exot. Zu Ostasien zählen China, Südkorea und aus politischer sowie gesellschaftlicher Sicht sehr speziell: Nordkorea. Urlauber, die Fernreisen bevorzugen, werden sicher schon einmal die Malediven in Betracht gezogen haben oder als etwas individuelleres und vor allem kulturell vielseitiges Reiseland Indien in Südasien. Auch Länder wie Laos, Kambodscha oder Osttimor in Südostasien sind erwähnenswert. Zu Südostasien zählen zudem die viel bereisten Länder Thailand oder die Philippinen.

Dies ist keine komplette Länderliste für die asiatischen Regionen, sondern ein weiterer Anhaltspunkt, um philatelistisch vorzugehen. 

China: ein Land der Superlative

Fast schon stellvertretend für den gesamten Kontinent Asien steht China. Die Philatelie ist wie gesagt eine der vielen Möglichkeiten, sich mit einem Land auseinanderzusetzen. China bietet hierfür sehr viele Ansätze. Historisch betrachtet könnte man das Land aufteilen in verschiedene Dekaden:

Warum das interessant ist? Das chinesische Kaiserreich bestand über 2000 Jahre lang und fand sein Ende im Jahr 1912. Wer sich mit Briefmarken näher beschäftigt weiß, dass die One Black Penny aus England die erste Briefmarke der Welt war, also handelt es sich bei dem chinesischen Kaiserreich im Vergleich um ein abgeschlossenes und nach Jahrgängen überschaubares Gebiet. Theoretisch besteht daher die Möglichkeit, eine komplette Sammlung anzulegen. Ähnliches gilt für die Republik China - diese hatte Bestand bis 1949. Für das Ende der Republik ist Mao Tse Tung mit verantwortlich, also ebenfalls ein zeitlich eingegrenztes Refugium für Briefmarken-Sammler. Die Volksrepublik China hat dagegen bis heute Bestand und ist daher ein offenes Territorium für Philatelisten, weil regelmäßig neue Postwertzeichen verausgabt werden.

Asien nach Hauptstädten

Je nachdem, wo man selbst lebt, entwickeln sich ureigene Interessen. Die Frage ist, wie weit man über den eigenen Tellerrand hinweg schauen möchte? Das in Europa etwa London, Paris, Wien, Berlin, Bukarest oder Budapest beispielhaft im Vordergrund stehen könnten, ist keine Frage. Wie aber steht es mit den Metropolen in Asien? An erster Stelle zu nennen ist derzeit mit weitem Abstand Tokio. Geschätzt leben hier über 30 Millionen Menschen, gefolgt von Seoul in Südkorea mit etwa 25 Millionen Einwohnern. In Bezug auf Jahrgänge wäre eine Eingrenzung auf 1988 eine Idee, wenn es ganz generell um Briefmarken zu einer Olympiade geht. Handelt es sich um die Türkei, ist nicht Istanbul die Hauptstadt, sondern Ankara, mit Asien in Verbindung zu bringen, weil die Stadt in Anatolien liegt.

Das die Hauptstadt Baku in Aserbaidschan ähnlich groß ist wie Hamburg als die zweitgrößte Stadt Deutschlands nach Berlin, ist eigentlich eine Randnotiz, aber kein schlechter Ansatz. Natürlich sollte Peking nicht unerwähnt bleiben: Eine Stadt, die von der Einwohnerzahl her zehn Mal so groß ist wie Hamburg.

Asien nach Jahrgängen

Wer sich an Jahrgängen oder Zeiträumen orientiert, wird ähnlich systematisch vorgehen wie alle anderen Sammler auch. Die Ansätze dabei können natürlich völlig unterschiedlicher Natur sein. Ziel könnte es etwa sein, verschiedene Jahrgänge eines bestimmten Landes zu sammeln oder die Orientierung erfolgt anhand historischer Ereignisse und Eckdaten. Spezialgebiete stellen dabei ehemals europäische Kolonien in Asien dar, dabei handelt es sich um ein weiteres abgeschlossenes Sammelgebiet. In diesem Zusammenhang ist Britisch Indien zu nennen: Die Kolonie bestand von 1858 bis 1948 und umfasste den indischen Subkontinent sowie zum Teil Hinterindien. Welche Ideen Sie letztlich selbst verfolgen möchten, hängt maßgeblich von Ihren persönlichen Interessen ab.

Asien nach Motiven

Viele Sammler sind auf der Suche nach Motiven: Das können verschiedene Pflanzen sein, bestimmte Tierarten, technische Produkte wie Eisenbahnen oder bekannte und faszinierende Bauwerke, um nur einige Beispiele zu benennen. Asien als Motivmarken-Kontinent ist mit Sicherheit hochinteressant. Jedes Land entwickelt seine ureigene Bildsprache, zudem kommen noch die Schriftzeichen dazu, die sich zumeist von denen westlicher Länder unterscheiden. Asien ist landschaftlich ein Kontinent ohnegleichen und bietet vom frostigen Sibirien bis hin zu den Dschungelgebieten in Südostasien sehr viel Abwechslung, was sich sehr schön in Briefmarken-Motiven aufgreifen lässt. So können Sie eine außergewöhnliche Sammlung aufbauen, die optisch auf jeden Fall etwas hermacht.

Briefmarken-Kataloge als Informationsquelle

Als engagierter Philatelist kommt man kaum um Briefmarken-Kataloge herum, wenn man sich das Ziel gesetzt hat, eine Sammlung für bestimmte Bereiche, Regionen oder Jahre anzulegen. Zu den Standard-Werken zählen die Michel-Kataloge, herausgegeben von dem in Unterschleißheim ansässigen Schwanenberger Verlag. Abbildungen und Informationen über asiatische Länder finden Sie hier speziell in verschiedenen Übersee-Katalogen. Auf diesem Weg können Sie gezielt nach fehlenden Briefmarken oder nach besonderen Motiven suchen. Hilfreich sind zudem die Katalog-Nummern.

Kommunikation: ein Bestandteil der Sammelleidenschaft

In diesem Abschnitt geht es nicht darum, ob Sie die eine oder andere asiatische Sprache beherrschen. Dabei sind Philatelisten entgegen vieler Meinungen durchaus kommunikativ: Viele schließen sich einem Verein an, um sich regelmäßig zu treffen. Wichtig dabei ist der Austausch mit Gleichgesinnten. Wer etwa im Besitz eines seltenen Oldtimers ist, wird diesen auch nicht in der Garage verstecken, sondern freut sich, wenn es zu Gesprächen auf Augenhöhe kommt.

Bleibt abschließend anzumerken, dass dieser Einkaufsratgeber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern vielmehr als zusätzliche Informationsquelle gedacht ist - und als Ideengeber. Welche Wege sie selbst gehen, ist eine Frage der persönlichen Vorlieben - nicht mehr aber keinesfalls weniger. Die Hauptsache ist: Sie haben Spaß am Sammeln.

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