Tipps zum Kauf von Briefmarken-Katalogen auf eBay

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Tipps zum Kauf von Briefmarken-Katalogen auf eBay

Unverzichtbar für Briefmarkensammler – der Briefmarken-Katalog

Wer Briefmarken sammelt, möchte in der Regel auch gerne wissen, in welchem geschichtlichen Rahmen die Postwertzeichen stehen. Er möchte sie zuordnen und systematisieren können, aber vor allem auch wissen, was die bunten Papierstückchen wert sind. Wer postfrische Marken erwirbt, hat mit der Preisbestimmung zunächst kein Problem. In dem Zeitraum, in dem die Marken von der entsprechenden Behörde ausgegeben werden und die Marken selbst als Bezahlung für den Transport eines Briefes oder eines Päckchens anerkannt sind, ist die Sache klar. Der Wert einer gültigen Marke ist üblicherweise auf der Marke aufgedruckt. Aber was geschieht im Laufe der Zeit, wenn die Marke keine Gültigkeit mehr besitzt? Dann lässt sich der Wert nur ermitteln, wenn die von den Sammlern bezahlten Preise bei den Händlern oder auf den großen Tauschbörsen erfasst werden. Diese Arbeit leisten die Redaktionen der großen Verlage der Briefmarken-Kataloge. Und dabei ist auch klar, dass der Status Quo immer wieder aktualisiert werden muss, da sich die Preise natürlich mit fortschreitender Zeit aufgrund zahlreicher Umstände verändern. Bei eBay finden Sie Briefmarken aus Deutschland, Österreich, Frankreich und aus vielen weiteren Ländern.

Geschichte der Briefmarken-Kataloge

Bereits 1861 entstanden die ersten Briefmarkenkataloge in Frankreich. Der Buchhändler Oscar Berger-Levrault aus Straßburg veröffentlichte in jenem Jahr ein Briefmarken- und Ganzsachenverzeichnis unter dem Titel „Beschreibung der bis jetzt bekannten Briefmarken“. Allerdings gab es in diesem Vorläufer aller Briefmarkenkataloge noch keine Illustrationen, und er wies einige Fehler auf. Das Verzeichnis gab jedoch einen Überblick über sämtliche etwa eintausend bis zu diesem Zeitpunkt ausgegebenen Briefmarken der Welt, die der Buchhändler recherchieren konnte. Oscar Berger-Levrault hatte nicht die Absicht, seinen Briefmarkenkatalog einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Er gab ihn lediglich in einer Auflage von 40 bis 50 Stück an seine Freunde ab, eines der wenigen noch erhaltenen Exemplare befindet sich im Britischen Museum in London.

Nachdem der Staatsbeamte Alfred Potiquet ebenfalls in den Besitz eines Briefmarkenkataloges von Levrault gekommen war, fasste er den Entschluss, diesen zu überarbeiten. Potiquet ergänzte das Verzeichnis um Bilder und fehlende Marken, wobei er auch zahlreiche Fehler Levraults eliminierte. Im Dezember 1861 erschien die auf diese Weise überarbeitete Version, in der bereits 1.080 Postwertzeichen und 132 Ganzsachen beschrieben waren. Allerdings hatten sich noch immer einige Ungereimtheiten eingeschlichen.

1862 wurde eine Reihe von Katalogen in England und Belgien publiziert. Der Engländer John Edward Gray, der sich selbst gern erster Philatelist der Welt nannte, veröffentlichte 1862 ein Briefmarken-Verzeichnis ohne Abbildungen, das ebenfalls alle bis zu diesem Zeitpunkt erschienenen Postwertzeichen aufführte. Wegen des wachsenden Publikumsinteresses kam es kurze Zeit später zu einer raschen Verbreitung und zur Ausgabe weiterer neuer Kataloge. Bereits kurz darauf war die Zusammenfassung sämtlicher Briefmarken der Erde in einem Verzeichnis nicht mehr möglich. Im Zuge dessen wurden die Gesamtkataloge in einzelne Sammelgebiete aufgeteilt, die selbst erneut in einzelne Spezialgebiete unterteilt wurden. Dies ermöglichte vor allem kleineren Herausgebern, sich mit ihren Verlagen auf eines oder mehrere Länder zu spezialisieren und diese exakter zu bewerten. Daraus entstanden die ersten Spezialkataloge.

Heutzutage gibt es bereits Verzeichnisse von Briefmarken im Internet. Einen Online-Katalog bietet zum Beispiel die Firma Michel an, der allerdings kostenpflichtig ist. Weitere Beispiel für derartige Nachschlagewerke sind kostenfreie Kataloge von Catawiki, Philotax oder Colnect. Im Handel befinden sich auch Briefmarkenkataloge auf CD-ROM.

Strukturierung von Briefmarkenkatalogen

Briefmarkenkataloge führen alle jemals erschienenen Postwertzeichen eines Landes in chronologischer Reihenfolge auf und nummerieren diese. Dadurch kann jeder Marke eine Katalognummer zugeordnet werden. In diesem Sinne werden die Marken illustriert und je nach Detailgenauigkeit des Katalogs in den verschiedenen Erhaltungsstufen nach Katalogpreisen eingestuft. Erhaltungsgrade, durch die die Briefmarken bewertet werden, sind etwa „gestempelt“, „postfrisch“, „gefalzt“, „unbenutzt“, „benutzt“, „ersttagsgestempelt“ oder „auf Brief“. Bei manchen, besonders bei älteren, wertvolleren Briefmarken erfolgt eine zusätzliche Unterteilung nach weiteren möglichen Aspekten wie Farbunterschieden, Zahnung, Papierarten, Wasserzeichen und Ähnlichem.

Verschiedene Formen der Briefmarkenkataloge

Der Standardkatalog

Standardisierte Briefmarkenkataloge listen lediglich die Postwertzeichen einzelner oder auch mehrerer Länder in relativ simpler Form nach ihren Ausgabedaten geordnet auf. Auf diese Weise kann sich der Sammler, der sich auf einzelne Staaten beschränkt, sowie der Neuling auf philatelistischem Gebiet einen brauchbaren Überblick über seinen Sammelbereich verschaffen. Allerdings gehen diese Kataloge nicht auf die zahlreichen Besonderheiten und Varianten der Markenausgaben eines Landes ein. Diese werden in den Spezialkatalogen aufgeführt. Die Standardkataloge sind in der Regel auch wesentlich preiswerter als die umfangreicheren Spezialkataloge.

Die Standardkataloge, die auch die älteste Art von Briefmarkenkatalogen darstellen, wurden in früheren Zeiten häufig als Jugendkataloge bezeichnet. Eine ganze Reihe an Herausgebern von Briefmarkenkatalogen verlegen sowohl Standard- als auch Spezialkataloge. Allerdings haben sich die meisten Verlage, wie der Verlag des MICHEL-Katalogs, auf die Veröffentlichung von Standardkatalogen bestimmter Länder spezialisiert, um auf diese Weise einen möglichst großen Kundenkreis zu binden.

Der Spezialkatalog

Im Gegensatz zu Standardkatalogen listen die Spezialkataloge die einzelnen Ausgaben von Briefmarken eines bestimmten Sammelgebietes wesentlich ausführlicher auf. Vor allem wird dabei in besonderem Maße Rücksicht auf Sonderformen mit Retuschen, Farbdifferenzen, Druckfehlern, Typunterschieden und Ähnlichem genommen. Wegen des auf diese Weise möglicherweise riesigen Umfangs der Kataloge werden diese üblicherweise in mehrere Bände aufgeteilt. Spezialkataloge beschäftigen sich sowohl mit den Ausgaben von Postwertzeichen einzelner Länder als auch mit dem Poststempel eines bestimmten Gebietes oder anderer Sondergebiete wie beispielsweise der Feldpost während des Zweiten Weltkriegs.
Nicht alle Herausgeber veröffentlichen Spezialkataloge. In der Regel werden Spezialkataloge – im Gegensatz zu den Standardausgaben – lediglich für eine geringe Anzahl von bestimmten Sammelgebieten angeboten. Sie werden normalerweise jährlich aktualisiert. Die sogenannten Handbücher – besonders ausführliche Spezialkataloge – erscheinen allerdings in größeren Abständen oder sogar nur einmalig und haben normalerweise einen wesentlich höheren Preis als alle anderen Kataloge.

Der Motivkatalog

Der Motivkatalog beschäftigt sich, wie der Name nahe legt, nicht mit den Briefmarkenausgaben eines einzelnen Sammelgebiets, sondern verzeichnet alle Briefmarken mit einem bestimmten Motiv. Dies können beispielsweise Bäume, Säugetiere, Denkmäler oder Fische der ganzen Erde sein. Derartige Kataloge beschreiben zum Teil auch andere philatelistische Objekte, wie zum Beispiel Stempel oder Ganzsachen mit den entsprechenden Motiven. Mit den ursprünglichen Länder-Briefmarkenkatalogen haben die Motivkataloge nicht mehr viel gemeinsam, ihre Beliebtheit bei den Motivsammlern schmälert dies nicht. Einige Verleger haben sich auf diese Form der Briefmarkenkataloge spezialisiert.

Philatelistisches Handbuch

Philatelistische Handbücher sind in der Regel wesentlich ausführlicher als alle anderen Briefmarkenkataloge. Die hierin veröffentlichten Texte liefern Informationen beispielsweise über den Druck, die Verwendung, die Ausgabe und weitere Hintergrundinformation zu den Sammelstücken. Das Wissen über die Briefmarken steht dabei im Vordergrund, die Wertbestimmung ist eher zweitrangig. Eine gewisse Anzahl von Handbuchprojekten sammelte in der Recherchephase eine solche Menge von Informationen, dass das Ganze ausuferte und sie letztlich nicht vollständig abgeschlossen werden konnten.

Wert der Briefmarken und Katalogpreise

Oft sind die angegebenen Preise in den meisten Briefmarkenkatalogen lediglich Hinweise auf das Wertverhältnis der Postwertzeichen untereinander und gelten als Tauschpreise für die Sammler. Die wirklichen An- oder Verkaufspreise liegen in vielen Fällen deutlich unter den im Briefmarkenkatalog angegebenen Preisen. Die besonderen Schwierigkeiten bei der Wertbestimmung rühren daher, dass die angegebenen Preise sich von Ausgabe zu Ausgabe ändern können. Es gibt sogar Briefmarken, die oberhalb des Katalogpreises gehandelt werden. Dies kommt aber nur dann vor, wenn die Marken besonders selten und/oder überdurchschnittlich gut erhalten sind. Sammler sollten sich in jedem Fall über Details erkundigen wie den Zustand der Marken und ob der Druck sauber und gut zentriert ist. Daneben kann es von ausschlaggebend sein, ob bei postfrischen Marken die Gummierung vollständig und ursprünglich ist und den Ansprüchen genügt, und ob die Qualität, Position und Art des Stempels bei gestempelten Marken ausreichend ist. Viele Verlage von Briefmarkenkatalogen verzichten meist auf eine sorgfältige Überarbeitung der Wertangaben, um Kosten zu sparen und um Spekulationen vorzubeugen.

Einige Briefmarkenkataloge wie Handbücher, die nicht regelmäßig aktualisiert werden, stellen meist keine direkte Preisbewertung an. Hier wird oft ein Punktesystem verwendet, mit dem die Sammler die Seltenheit verschiedener Briefmarken oder anderer philatelistischer Objekte untereinander vergleichen können. Diese Bewertungssysteme sind bei vielen Sammlern sehr beliebt, da diese es ermöglichen, den Wert seiner Sammlung in Punkten zu ermitteln.

Aktuell im Handel befindliche Briefmarken-Kataloge

Unter den aktuell im Handel befindlichen Briefmarken-Kataloge gibt es verschiedene Angebote von neuen oder bereits gebrauchten Nachschlagewerken. Einige Beispiele hierzu sind:

Leuchtturm DNK Deutschland Briefmarken Katalog 2013

Der DNK-Briefmarkenkatalog ist ein Verzeichnis zu sämtlichen deutschen Briefmarken. Das Sammelgebiet umfasst Altdeutschland, Memel, Danzig, Saar, die Kolonien und die besetzten Gebiete des ersten und Zweiten Weltkriegs sowie lokale Postwertzeichen. Der Katalog systematisiert und bewertet abgesehen von den Hauptausgaben auch die wichtigsten Farb-, Wasserzeichen- und Zähnungsabweichungen. Auch für Gelegenheitssammler ist dieser Briefmarkenkatalog mit Abbildungen von Details zu den verschiedenen Druckverfahren und der Darstellung aller bildverschiedenen bundesrepublikanischen Marken gut geeignet.

Lindner 5205-2012 SBK – Schweizer Briefmarken-Katalog 2013

Dieses Verzeichnis ist der offizielle Katalog des Schweizer Briefmarken-Händler-Verbandes. Hierin werden alle Neuheiten aus der Schweiz, Liechtenstein und der UNO (Genf) inklusive vieler Abarten und Fehldrucke aufgeführt. Der Katalog ist mit einem praktischen Griffregister ausgestattet und in Deutsch und Französisch gehalten.

MICHEL-DEUTSCHLAND-SPEZIAL-KATALOG 1935

Der vorliegende antiquarische MICHEL-Katalog wurde 1935 vom Verlag des Schwaneberger Album, Leipzig aufgelegt. Der Einband besteht aus Leinen, der Katalog selbst ist etwa 12 x 18 cm groß und hat 486 Seiten.

Abarten-Briefmarken-Katalog Bund+Berlin [PHILOTAX GMBH] bei averdo

Die beliebte DVD für Sammler von Fehldrucken und Abarten für die Sammelgebiete Bundesrepublik und Berlin. Mehr als 7.850 Abarten umfasst der PHILOTAX Abarten-Katalog auf DVD, wobei sämtliche Marken im Detail illustriert beschrieben sind. Darüber hinaus liegen die Bestätigungen der Plattenfehler der Bundesdruckerei vor.

Das Angebot an Briefmarken-Katalogen, das wesentlich größer ist, kann anhand der hier aufgeführten Beispiele nur beispielhaft dargestellt werden. Insofern versteht sich dieser Ratgeber als Anregung.

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