Tipps zum Einsatz von Bastelscheren, Motiv- und Pinzettenscheren

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Scheren zum Basteln: Tipps zum Einsatz von Bastelscheren, Motiv- und Pinzettenscheren

Basteln ist ein schönes und vielseitiges Hobby, das bereits von Kindern geschätzt wird und vielen bis ins hohe Alter Freude bereitet. Für die unterschiedlichen Basteltechniken kommt man immer wieder zu einem Werkzeug zurück: die Schere. Sie ist praktischer als ein Messer und kommt immer dort zum Einsatz, wo Präzision und Sicherheit gefragt sind. Es gibt unterschiedliche Formen und Typen von Scheren, je nachdem, für welches Material und für welchen Zweck die Schere eingesetzt wird.

Wir möchten Ihnen in diesem Ratgeber unterschiedliche Scherenmodelle vorstellen und Ihnen gleichzeitig zeigen, wie Sie diese beim Basteln und Gestalten einsetzen können. So erhalten Sie neben dem theoretischen Einblick auch gleich ein paar praktische Anwendungsbeispiele zum Nacheifern.

Die richtige Schere für das richtige Material

Es gibt Papierscheren, Stoffscheren und sogar Pappscheren. Bezeichnend ist, dass die Beschreibungen nie das Material der Schere, sondern immer das Material des zu verarbeitenden Stoffes enthalten. Das hat seinen Grund: Scheren sind in der Regel aus Metall gefertigt. Dies kann in besonders hochwertigen Modellen Edelstahl sein, in anderen Fällen tun es auch preiswertere Legierungen. Die beiden Schneidmesser einer Schere sind scharf geschliffen, sodass sie in der Regel verschiedene Materialien durchtrennen können. Der Unterschied liegt hier in der Haltbarkeit. Denn Scheren, die eigentlich für Papier ausgerichtet sind, werden zum Beispiel bei längerem Gebrauch als Stoffschere schneller Stumpf als solche Scheren, die dafür ausgerichtet sind. Diese sind dementsprechend aus härteren Materialien gefertigt. Achten Sie darauf, dass Sie für Ihren Einsatzbereich eine dafür passende Schere auswählen.

Basteln, Kleben, Schneiden – diese Scheren benötigen Sie zur Arbeit mit Papier und Pappe

Der erste Einsatzbereich ist das Schneiden von Pappe und Papier. Mit den sehr vielseitigen Materialien können Sie Grußkarten basteln, Bilder oder auch schön gestaltete Scrap-Books erstellen. Die Pappe oder das Papier wird dabei in unterschiedlichen Formen ausgeschnitten und auf eine andere Oberfläche aufgeklebt. Durch verschiedene Lagen und Farben können so eindrucksvolle und nahezu dreidimensionale Bilder entstehen, die sich in Fenstern, als Türschilder oder als Grußkartenmotive perfekt eignen.

Der Klassiker – die gute alte Bastelschere

Mit ihr hat alles angefangen. Bereits im Kindergartenalter bekommt man eine Bastelschere in die Hand gedrückt und nicht selten sind es diese Momente, die eine Bastelleidenschaft begründen. Bastelscheren sind in den verschiedensten Formen erhältlich. Kinder üben das Schneiden von Papier mit Kinder-Scheren, deren Spitzen abgerundet sind. Dies verringert die Verletzungsgefahr beim Schneiden und auch beim Herumlaufen im Raum. Viele moderne Bastelscheren sind außerdem an den Klingen mit Kunststoff verkleidet. Für den besseren Halt sind heutzutage nahezu alle Bastelscheren am Griff mit ergonomisch geformten Plastikgriffen ausgestattet.

Bastelscheren mit einer abgerundeten Spitze eignen sich zum Ausschneiden der Umrandungen von Papier- und Pappmotiven und sind weniger für Aussparungen innerhalb eines Motivs geeignet. Hierfür wird in der Regel eine kleinere und vor allem spitze Schere benötigt. Wer mit Kindern bastelt, sollte die Kinder mit dieser Art von Bastelscheren nicht unbeaufsichtigt lassen. Um eine Aussparung auszuschneiden, kann man sich auch damit behelfen, ein Kreuz in die betreffende Stelle zu schneiden und von dort aus die Aussparung herauszutrennen. Bastelscheren sind in verschiedenen Größen und von unterschiedlichen Firmen erhältlich. So können mit Bastelscheren auch filigrane Ausschneidearbeiten vorgenommen werden. Beliebte Marken, die Bastelscheren herstellen, sind unter anderem:

Für schöne Umrandungen und ausgefallene Muster: die Motivschere

Motivscheren haben, anders als normale Bastelscheren, keine geraden Klingen, sondern speziell geformte Musterklingen. Diese bilden beim Schneiden ein Motiv – daher der Name Motivschere. Motivscheren eignen sich weniger für filigrane Feinheiten sondern sind für schön gemusterte Ränder die richtige Wahl. Sie sind besonders zur Gestaltung von Grußkarten zu empfehlen, sind jedoch auch beim Scrapbooking sehr beliebt.

Motivscheren sind in einfachen Formen, wie zum Beispiel Wellenlinien, aber auch in verschiedenen Zackenmustern erhältlich. Diese wirken beim Ausschneiden wie eine Art Bordüre und bilden einen schönen Abschluss. Bei der Arbeit mit Motivscheren muss man aufpassen, dass man die Schere nicht zu oft neu ansetzt und am besten über die gesamte Klingenlänge schneidet. Nur so wirkt das Muster gleichmäßig und formschön.

3D-Bögen und filigrane Schneidarbeiten erledigen Sie mit etwas Übung und der Pinzettenschere

Eine Pinzettenschere ist ein relativ unbekanntes Werkzeug, das bei filigranen Arbeiten und in der Unterwasserbotanik in Aquarien Einsatz findet. Eine Pinzettenschere sieht zunächst etwas ungewöhnlich aus. Sie ist geformt wie eine Pinzette, an der Spitze befinden sich zwei kleine Klingen. Damit man nun schneiden kann, sind die anderen Enden der Pinzettenschere miteinander verbunden. So federt sie und kann mit kleinen Druckbewegungen genutzt werden.

Die Pinzettenschere eignet sich optimal für filigrane Arbeiten, da sie kleine und spitze Klingen aufweist. Daher ist die Pinzettenschere auch für Arbeiten mit 3D-Bögen geeignet, da hier besonders feine Motive ausgeschnitten werden. Mit 3D-Bögen kann man Grußkarten basteln, sie eignen sich jedoch auch zur Gestaltung von Dekorationsbildern oder Scrapbooking-Designs. Ein weiterer Vorteil der Pinzettenschere: Gerade bei kleineren Schneidearbeiten auf Pappe bekommt man schnell schmerzhafte Abdrücke der Schere an Daumen und Zeigefinger, diese fallen bei der Pinzettenschere komplett weg.

Für Zwischenräume und besonders kleine Motive: Cutter und Cutterunterlage

Bei besonders kleinen Motiven mit engen Zwischenräumen, wie zum Beispiel die Speichen eines Rades, ist der Cutter bzw. das Bastelmesser die beste Wahl. Mit ihm arbeitet man präzise und auch auf kleinstem Raum haargenau. Das Wichtigste: Achten Sie darauf, dass die Klinge des Cutters immer scharf genug ist. Diese kann bei Bedarf problemlos und schnell ausgetauscht werden. Ist die Klinge stumpf, kann gerade dünnes Papier schnell zerrissen werden. Benutzt man einen Cutter, sollte man niemals auf eine spezielle Cutter-Unterlage verzichten. Diese sorgt zum einen dafür, dass das Messer den Tisch oder sonstige Unterlage nicht beschädigt. Zum anderen garantiert die aus Gummi gefertigte Matte, dass das zu bearbeitende Stück nicht so leicht verrutscht.

Zum Nähen, Quilting und vielem mehr: Diese Scheren benötigen Sie zum Basteln mit Stoffen und Stoffresten

Beim Basteln mit Stoff oder Stoffstücken ist Ihnen sicherlich schon aufgefallen, dass normale Papierscheren hier keine sehr zuverlässigen Dienste tun. Andersherum werden Stoffscheren bei der Benutzung auf Papier auf Dauer auch stumpf und damit unbrauchbar. Eine Stoffschere muss her. Wir zeigen Ihnen nun, welche verschiedenen Arten der Stoffscheren Sie zum Basteln und Nähen einsetzen können.

Die Stoffschere zum Zuschneiden des Stoffes

Stoffscheren ähneln von der Form her größeren Haushaltsscheren. Sie werden dazu genutzt, Stoffe zuzuschneiden und müssen so oft große Stücke schneiden – aus diesem Grund ist auch die Klinge sehr lang gehalten. Eine weitere Besonderheit der Stoffschere liegt in ihrer Form. Sie ist so gestaltet, dass sie mit der unteren Kante beim Schneiden flach aufliegt und den Stoff so nicht anhebt. So ist es möglich, größere Stoffbahnen gerade zu schneiden.

Für filigrane Arbeiten am Stoff: die Handarbeits- oder Fadenschere

Wesentlich kleiner und filigraner fällt die Handarbeits- oder Fadenschere aus. Anders als die Zuschneideschere wird die Fadenschere bei kleineren Arbeiten eingesetzt. Sie eignet sich dazu, überstehende Fäden an Rändern abzuschneiden oder kleinere Formenaus Stoffresten zu schneiden. Die Fadenschere ähnelt in der Form ebenfalls einer kleineren Haushaltsschere, doch ist sie vorne wesentlich spitzer gehalten.

Eine andere Form der Handarbeitsschere ist der Pinzettenschere im Prinzip sehr ähnlich. Sie sieht dabei eher aus wie eine Zange und besitzt sehr kurze Schneideflächen, die an einem Griff zusammengeführt werden. Durch einen Federmechanismus öffnet sich die Schere nach dem Schnitt wieder von selbst.

Auch hier ein Muss: die Papierschere zum Ausschneiden der Schnittmuster

Wer mit Stoffstücken bastelt oder näht, Patchwork-Muster fertigt oder die Stoffstücke auf Papier arrangiert, kommt um die klassische Papierschere nicht herum. Denn bevor man ein Muster erstellen kann, muss zunächst ein Schnittmuster auf Papier erstellt werden, das im Folgenden dann auf den Stoff gepaust wird. Um das Schnittmuster auszuschneiden, sollten Sie nicht auf Stoffscheren zurückgreifen, sondern eine spezielle Papierschere verwenden.

Besonders praktisch und unerlässlich ist das Trennmesser

Eine etwas speziellere Form der Schere ist das sogenannte Trennmesser, das bei Näharbeiten häufig zum Einsatz kommt. Das Trennmesser, auch Naht- oder Pfeiltrenner genannt, dient dazu, Nähte präzise zu öffnen, ohne den Stoff zu zerstören. Es besteht aus einer nadelartigen Spitze, die in eine sehr feine Klinge mündet. Damit das Trennmesser nicht zu schaden kommt, ist es meist mit einer Plastikkappe gesichert. Auch beim Einschneiden von Löchern in Stoff, zum Beispiel bei der Erstellung von Knopflöchern, ist das Trennmesser ein sehr nützliches Werkzeug.

Für fusselfreie Ränder: die Zackenschere

Die Zackenschere ist eine Art Motivschere, die besonders gerne bei Stoffen eingesetzt wird. Sie ist dabei sowohl für dicke als auch für sehr dünne Stoffe, zum Beispiel Organza, geeignet. Besonders praktisch sind sie bei dem Zuschnitt von Futterstoffen. Die Zackenstruktur des Schnittes sorgt dafür, dass die in Reihen gewebten Materialien nicht so leicht ausfransen und die Ränder schön sauber wirken. Dies spart viel Arbeit, da gerade Schnittkanten immer versäubert bzw. gesäumt werden müssen. Es gibt Zackenscheren in den verschiedensten Preisklassen und Ausführungen. Wenn Sie die Schere in regelmäßigem Gebrauch haben, lohnt es sich, auf Qualität zu achten.

Fazit: Probieren Sie aus, welche Schere Ihnen passt

Wie alle Werkzeuge müssen auch Scheren zu ihrem Benutzer passen. Dabei geht es nicht nur um den passenden Einsatzbereich, sondern auch um physische Merkmale, die eine Schere für den einen geeignet, für den anderen ungeeignet machen. Wenn möglich sollten Sie eine Schere, die wirklich häufig in Benutzung ist, vor dem Kauf ausprobieren. Hier gilt es vor allem darauf zu achten, wie die Schere in der Hand liegt und ob sie sich einfach öffnen und schließen lässt.

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