Tipps und Tricks zur optimalen Beleuchtung Ihres Terrariums

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Tipps und Tricks zur optimalen Beleuchtung Ihres Terrariums

Heizlicht, Tageslicht und UV-Strahlung – das A und O für Terrarien

Da in den letzten Jahren Terrarien immer mehr Anhänger finden, gibt es auch bei eBay eine immer größere Auswahl an Terrarienzubehör. Terrarien gibt es für die unterschiedlichsten Lebewesen, von Spinnen und Skorpionen angefangen bis zu Schlangen und Ameisen. Sie können aber auch Pflanzen in Terrarien halten. Da die unterschiedlichen Lebewesen unterschiedliche Ansprüche an die Umgebung, in der sie gehalten werden, haben, benötigen Sie auch unterschiedliche Beleuchtungskörper.

Heizlicht für eine behagliche Wärme im Terrarium

Da die meisten Terrarienbewohner aus wärmeren Gegenden stammen, ist es für eine artgerechte Haltung unumgänglich, dass die Bewohner genug Wärme erhalten. Viele der Tiere sind wechselwarm, das bedeutet, dass unter anderem die Herzfrequenz durch die Umgebungstemperatur bestimmt wird. Besonders Fische, Amphibien, Insekten oder Reptilien zählen zu den wechselwarmen Tieren.
Unter Heizlicht werden Lampen verstanden, die mittels Infrarotstrahlung Wärme erzeugen. Verwechseln Sie dabei aber nicht die Wärmestrahlung mit der Infrarotstrahlung, denn es handelt sich hierbei um zwei verschiedene Strahlungsarten. Während als Wärmestrahlung die Strahlung bezeichnet wird, die ein erwärmter Körper aussendet, werden als Infrarotstrahlung elektromagnetische Wellen im Spektralbereich bezeichnet.
Das Infrarotlicht kann in drei Teilbereiche aufgeteilt werden. Diese unterscheiden sich durch die Wellenlänge. Außerdem gibt es zwei Grundtypen der Infrarotstrahler. Eine davon kann man als rote Glühbirne bezeichnen. Sie kennen diese eventuell von der Fleischtheke, wo sie die Speisen warm hält. Die andere strahlt hingegen kein sichtbares Licht ab, sondern nur Infrarotstrahlung. Die Infrarotlampen müssen Sie unbedingt in sicherem Abstand zu den Tieren anbringen, denn diese erkennen nämlich nicht, dass dieses unsichtbare Licht Wärme erzeugt und können daher sehr schnell austrocknen.
Auch müssen Sie auf einen Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien im Terrarium achten und bei kletternden Terrarienbewohnern gegebenenfalls Schutzgitter anwenden. Für Amphibien sind die Infrarotstrahler ungeeignet, da diese zu schnell austrocknen. Richten Sie die Strahler zudem nicht auf das Glas des Terrariums, denn das könnte durch die punktuelle Hitzeeinwirkung springen. Die Wärme können Sie zudem durch das Anbringen von Reflektoren verstärken. Sie können die Wärmestrahlung dabei punktuell auf bestimmte Steine oder andere Gegenstände ausrichten, damit die Tiere eine Wärmeinsel zur Verfügung haben.

Tageslichtlampen im Terrarium müssen sein

Auch das Tageslicht spielt eine große Rolle bei der Haltung von exotischen Tieren. Die Tageslichtlampen sollten nicht nur hell sein, sondern auch so gut als möglich die Sonne simulieren. Tageslichtlampen sollten naturnahe Lichtstärken simulieren, wobei in der freien Natur an wolkenlosen und sonnigen Tagen Beleuchtungsstärken von über 100.000 Lux herrschen – eine Kerze hat dabei eine Beleuchtungsstärke von 1 Lux, wenn sie einen Meter entfernt steht. An einem bedeckten Sommertag herrschen immer noch über 20.000 Lux. Da die Tiere eine so hohe Beleuchtungsstärke gewöhnt sind, ist es unumgänglich, dass Sie die richtigen Tageslichtlampen mit einer hohen Lux-Ausbeute verwenden. Das Licht, das von den Lampen abgegeben wird, muss dabei das natürliche Spektrum des Tageslichts nachahmen.

Dabei gibt es unterschiedliche Designs, wie zum Beispiel Leuchtstoffbalken in unterschiedlichen Längen oder Spots.

Quecksilberdampf-Lampen

Am meisten sichtbares Licht produzieren dabei die Metalldampflampen wie die Quecksilberdampf-Lampe, kurz HQL-Lampe genannt. Dabei gilt im Allgemeinen, dass eine höhere Wattzahl eine höhere Lichtausbeute versprechen kann. Beachten sollten Sie bei den HQL-Lampen allerdings, dass diese sehr heiß werden. Da die Tiere dies nicht erkennen können, müssen Sie dafür sorgen, dass die Tiere oder Pflanzen den Lampen nicht zu nahe kommen können. Entweder Sie hängen sie in unerreichbaren Höhen auf oder Sie verwenden Schutzabdeckungen dafür. Achten Sie zudem darauf, dass die Hitze der Lampen nicht die Terrarienwände oder Dekorationsgegenstände in Brand setzen kann.

UV-Flächenstrahler und Terrarienröhren

Gleich nach den HQL-Lampen rangieren die UV-Flächenstrahler. Leuchtstoffröhren haben nicht nur eine kältere Betriebstemperatur als die HQL-Röhren, sie haben auch noch weitere Vorteile. Terrarienröhren sind speziell für Terrarien konstruierte Lampen, die eine ähnliche Lichtintensität wie die Tageslichtlampen erzeugen können. Eine Terrarienröhre hat aber den Vorteil, dass sie das Licht im gesamten Terrarium gleichmäßig abstrahlt. Somit können auch Bereiche aufgehellt werden, die sonst im Schatten liegen würden.

Zur optimalen Beleuchtung können Sie natürlich die verschiedenen Leuchtkörper kombinieren. Damit Sie wissen, wie es um Ihr Terrarienlicht steht und wie hell es ist, können Sie einen Fotometer einsetzen. Um eine grobe Faustregel zu haben: Wenn Sie beim Fotografieren Ihres Terrariums ein Blitzlicht benötigen, ist es für fast alle Lebewesen zu dunkel.

UV-Licht und UV-Lampen im Terrarium zur Verhinderung von Krankheiten

Eines der wichtigsten Dinge bei einer artgerechten Haltung ist das richtige Licht. Hierzu benötigt man aber unbedingt auch UV-Licht, denn mit der richtigen Beleuchtung können Sie so manche Reptilienkrankheit verhindern. Je nach natürlichem Lebensraum benötigen die Tiere unterschiedliche UV-Strahlung. Tiere, deren natürlicher Lebensraum im dichten Dschungel oder teilweise unter der Erde liegt, benötigen zum Beispiel weniger UV-Strahlung als Tiere, die in der Wüste beheimatet sind.
Bei den UV-Strahlen gibt es drei verschiedene Klassen.

UV-C-Strahlen

Die erste Klasse, die UV-C-Strahlen, werden in der freien Natur von der Atmosphäre geblockt und ist somit irrelevant für das Terrarium.

UV-B-Strahlung

Die zweite Art der UV-Strahlung, die UV-B-Strahlung, weist eine mittlere Wellenlänge zwischen 280 und 315 nm auf. Diese Strahlung ist bei der Haltung von Reptilien von Relevanz, da sie zur Bildung und Festigung der Knochen beiträgt. Somit können diverse Krankheiten wie die Rachitis vorgebeugt werden. Da die UV-B-Strahlung auch für die Vitamin-D3-Synthese der Tiere unbedingt notwendig ist, müssen Sie dafür sorgen, dass genügend von der Strahlung vorhanden ist. Nur so können sich die Reptilien gesund entwickeln.

UV-A-Strahlung

Die für Terrarientiere wohl wichtigste Art der UV-Strahlung ist die UV-A-Strahlung. Diese weist eine Wellenlänge von 315 bis 400 nm auf. Da die Erdoberfläche erreichende UV-Strahlung zu 10 bis 12 Prozent aus der UV-A-Strahlung besteht, wird sie von den Tieren benötigt, um artgerecht gehalten zu werden. Weil die UV-A-Strahlen für eine korrekte Farbwahrnehmung sorgen, kann auch das Futter besser als solches erkannt werden und der Appetit und somit der Gesundheitszustand der Tiere kann sich verbessern.

Normales Terrarienglas filtert sämtliche Arten der UV-Strahlung. Deswegen müssen die Lampen auch direkt im Terrarium aufgehängt werden. Wenn das nicht möglich ist, finden Sie auch spezielle lichtdurchlässige Deckel oder Netzterrarien. Da die Leuchtkörper im Betrieb hohe Temperaturen entwickeln, müssen Sie darauf achten, dass die Lampen für einen Dauerbetrieb vorgesehen sind. Deswegen müssen Sie bei den UV-Flächenstrahlern und generell bei Lampen über 50 Watt darauf achten, dass hochwertige Keramikfassungen verbaut worden sind. Mit diesen Keramikfassungen schützen Sie nicht nur sich und Ihre Tiere, sondern sorgen auch für maximale Sicherheit im Terrarium.
Da die Stärke der UV-Strahlung mit der zurückgelegten Distanz abnimmt, müssen Sie darauf achten, dass genug Licht vorhanden ist. Falls der Abstand von der Lampe bis zu den Tieren mehr als 40 cm beträgt, sollten Sie deswegen einen UV-Flächenstrahler verwenden. Zudem sollten Sie beachten, dass die UV-Strahlung bei den Leuchtmitteln mit der Betriebsdauer abnimmt. Deswegen müssen die Lampen nach ungefähr einem Jahr Dauerbetrieb ausgewechselt werden. Damit Sie wissen, ob noch genug Strahlung übrig ist, können Sie sich ein UV-Radiometer zulegen. So können Sie sicherstellen, dass noch genügend UV-Strahlung vorhanden ist.

Speziallicht und Zubehör fürs Terrarium

Sie finden auch Lampen, die weder Tageslichtlampen noch UV-Lampen sind. Unter diese fallen zum Beispiel Strahler, die UVA- und UVB-Strahlung abgeben. Zudem werden Lampen angeboten, die zusätzlich zu den beiden Strahlungsarten noch Wärme abgeben. Auch Lichtleisten lassen sich hier finden, ebenso wie diverses Zubehör zu den angebotenen Leuchtkörpern. Ebenso gehören die Mondlichtlampen zum Speziallicht, wobei diese stufenlos dimmbar sein können. Diese Mondlichtlampen werden zumeist mit LED-Lampen betrieben.
Bei der Wahl der richtigen Beleuchtung sollten Sie daran denken, nicht nur die verschiedenen Tageszeiten, sondern zusätzlich die Jahreszeiten zu simulieren. Da die innere Uhr der Tiere genau wie bei uns Menschen durch das Licht stimuliert wird, muss dieses genau gesteuert kontrolliert und gesteuert werden. Sie können dafür eine Zeitschaltuhr verwenden, aber für die Tiere ist es besser, wenn die natürliche Dämmerung nachgestellt wird. Sie können bei eBay entweder nur die Leuchtkörper, sprich die Glühbirnen oder Leuchtstoffröhren kaufen, oder Sie kaufen ein fertiges Set. Dieses besteht nicht nur aus dem Leuchtkörper, sondern beinhaltet bei HQL-Lampen das Vorschaltgerät. Dieses benötigen Sie, damit der Entladungsstrom nicht weiter ansteigen kann. Bei den Vorschaltgeräten gibt es magnetische und elektronische, wobei die magnetischen Vorschaltgeräte zum Betrieb einen Starter benötigen.

Da die verschiedenen Lampen und Leuchtkörper nicht nur Licht erzeugen, sondern auch Wärme, müssen Sie darauf achten, dass die Temperatur nicht zu hoch und die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig wird. Vereinfacht kann gesagt werden, dass je heller dabei eine Lampe strahlt, umso mehr Wärme gibt sie auch ab. Weil aber warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Luft, wird dem Untergrund und im ungünstigsten Fall sogar dem Tier die Feuchtigkeit entzogen. Diese feuchte Luft muss aber im Terrarium zirkulieren können, damit ein Sauerstoffaustausch erfolgen kann. Diese Stauwärme können Sie mit einem geeigneten Belüftungssystem an die Außenseite des Terrariums ableiten. Achten Sie allerdings darauf, dass keine Zugluft auftreten kann und die feuchte Luft nicht unmittelbar auf kalte Wände auftrifft. Dort kühlt die Luft samt dem enthaltenen Wasserdampf ab und kann auf diese Weise nicht mehr soviel Luftfeuchtigkeit halten wie warme Luft. Die Luft kondensiert somit und es bilden sich feuchte Stellen an kalten Wänden. Im ungünstigsten Fall bekommen Sie nicht nur feuchte Wände, sondern es können sich Pilze wie der Schimmelpilz ansiedeln.
Achten Sie beim Kauf der Lampen und Beleuchtungskörper auf gute Qualität. Dies macht sich nicht nur in der Lebenszeit der Lampen bemerkbar, sondern auch in der Gesundheit Ihrer Tiere. Bei den drei Beleuchtungsarten, UV-Strahler, Heizlichtstrahler und Tageslichtlampen, sollten Sie immer das Wohl der Tiere im Auge haben und ein Habitat anbieten, das so artgerecht als möglich gestaltet wurde.

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