Tipps und Tricks zum Kauf eines Aquamarin

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Tipps und Tricks zum Kauf eines Aquamarin

Was ist ein Aquamarin?

Der Aquamarin ist kein reines Mineral, sondern eine Varietät des Silikat-Minerals Beryll. Ein Silikat-Mineral ist eine anorganische chemische Verbindung, die aus Kieselsäuren (Salze der Kieselsäure) bestehen. Beryll ist ein Ringsilikat, also ein mit Salzen in Ringform angeordnetes Silikat. Charakteristisch für Berylle ist ihr Glanz, der auch Namensgeber ist (lat.: berillus, ital.: „brillare“ = „glänzen, strahlen“). Aquamarine kristallisieren hexagonal, ergo mit sechszähligen Dreh- oder Drehinversionsachsen. Das bedeutet, dass eine Symmetrieart vorliegt, bei der das Objekt durch einen gewissen Winkel wieder in sich selbst zur Deckung kommt. Sechszählige Symmetrie findet sich auch in der Natur, zum Beispiel bei Herbstzeitlosen. Die Farbe des Aquamarins ist blassblau, welche durch Mengenanteile von Titan- oder zweiwertigen Eisen-Ionen zustande kommt. Die Strichfarbe, also die Farbe des aus dem Mineral gewonnenen Pulvers, ist hingegen weiß.

Geschichte und Name des Aquamarins

Der Name Aquamarin leitet sich aus dem Lateinischen ab. „Aqua Marina“ bedeutet übersetzt „Meerwasser“ und stellt damit den Bezug zur Farbe des Edelsteines her. Bekannte Synonyme des Aquamarins sind „Blaugrüner Beryll“ und „Meerwasserstein“. Bereits im antiken Griechenland erfreute sich der Aquamarin großer Beliebtheit. Er wurde dort als Symbol der Reinheit, der Liebe und zum Schutze des ehelichen Glückes verehrt. Die Griechen sahen ihn als eine Art „Schutzstein der Meerjungfrauen“. Im Osmanischen Reich stand der Aquamarin für Freude und Harmonie, der seinem Träger dazu verhelfen sollte, vor allem ein harmonischeres Leben zu führen.

Fundorte und Gewinnung

Bevorzugt sind Aquamarine in sogenannten Pegmatit-Adern, eine grobkörnige Variante von Magmatit (magmatisches Gestein, das nach Ausbruch eines Vulkans erstarrt), zu finden. Auch in Graniten wurden bereits z.T. große Mengen des Edelsteines gefunden. Fundstätten sind auf dem ganzen Globus verstreut, doch entscheidet der Abbauort beziehungsweise die Abbauregion, wofür die gefundenen Aquamarine später genutzt werden. Die wichtigsten Abtragungsorte für Aquamarin-Schmucksteine liegen in Brasilien, Nigeria, Pakistan, Mosambik und auch Madagaskar. Aber auch in Indien oder auf dem nordamerikanischen Kontinent existieren Fundorte. Aquamarine finden sich auch im europäischen Raum, unter anderem in Österreich, Tschechien und sogar in Deutschland. Europäische Aquamarine sind allerdings nicht für den Edelsteinmarkt nicht von Bedeutung, sondern nur für mineralogische Belange interessant.

Färbung von Aquamarinen

Wie der Name schon andeutet, sind Aquamarine „meerwasserfarben“, ein leicht blasses Blau. Allerdings treten auch leicht grünliche Edelsteine auf. Die wirkliche Farbe von Aquamarinen ist jedoch nur unter neutralem Licht zu erkennen. So erscheint es, dass Aquamarine eine andere Farbe haben, wenn man sie unter künstliches Licht, z.B. das von Neonröhren oder Energiesparlampen, hält. Da meist ein sattes, tiefes Blau für die Schmuckindustrie wertvoller ist als blasses, ist es gängige Praxis, die Farbe durch Erhitzen künstlich zu verändern.

Größe

Wie auch bei anderen Edelsteinen gibt es für Aquamarine keine einheitliche Größe. Die Größe differiert von Fundort zu Fundort. So sind die besonders wertvollen nigerianischen Aquamarine beispielsweise nicht größer als eine 1-Cent-Münze. Der größte Aquamarinfund ist auf das Jahr 1910 datiert. Der gefundene Kristall wog 110,5 kg (das entspricht 520.000 Karat) und hatte an der längsten Stelle eine Länge von mehr als 48 Zentimetern. Damit gehört dieser Fund noch heute zu den schwersten jemals gefundenen Edelsteinen.

Verwendung

Aquamarine als Schmuckstein

In der Schmuckindustrie sind Aquamarine sehr begehrt. Großer Beliebtheit erfreuen sie sich vor allem dank ihrer nicht aufdringlichen Farben. Es gibt neben Ketten, Ringen, Ohrringen, Anhängern auch Armbänder und Colliers. Eine große Auswahl an Aquamarin-Schmuck finden Sie bei eBay.

Aquamarine in der Steinheilkunde

Aquamarine sind mitunter die beliebtesten Heilsteine in der Steinheilkunde. Nicht nur wegen der ihnen zugesprochenen („magischen“) Eigenschaften, sondern insbesondere dank ihres Preises. Aquamarine sollen helfen, ein besseres Selbstwertgefühl entstehen zu lassen. Dank mehr Gelassenheit soll der Träger besser strukturieren können und somit in erster Linie alltägliche Prozesse und Abläufe besser koordinieren und meistern. Aquamarine sollen in der Ehe die Liebe und Treue vertiefen. Helfen soll er vor allem Menschen, die sich nur schwer auf etwas konzentrieren können oder die das Leben zu pessimistisch sehen oder gar an Depressionen leiden. Der Edelstein ist einerseits den bindungsaversen Sternzeichen Zwillinge und Wassermann, deren persönlichen Beziehungen er festigen soll, andererseits der Waage und den Fischen zugeordnet, denen er Klarsicht verleihen soll. Obgleich Fachkundige auf die Wirkung von Aquamarinen auf mentaler und seelischer Ebene schwören, spielen sie in der Mediation oder in Steinkreisen keine wesentliche Rolle. Auch auf physische Ebene gelten Aquamarine als „Alleskönner“. So sollen sie beispielsweise helfen, Sehschwächen zu lindern. Mildern und lindern sollen Aquamarine auch bei Magen- und Darmbeschwerden und bei Fehlfunktionen der Schilddrüse. Auch bei Allergien, wie zum Beispiel Heuschnupfen, sollen Aquamarine Abhilfe schaffen. Zu beachten ist hier, dass die lindernde Wirkung in Verbindung mit einem Bernstein noch höher ist. Im ganzen Nasen-/Augenbereich soll der Aquamarin seine Kräfte entfalten. Daher kann der Aquamarin bei brennenden Augen ein paar Minuten auf das geschlossene Lid gelegt werden, um das Auge zu kühlen und die Beschwerden zu bekämpfen. Auch bei Asthma oder Atemwegsstörungen kommen Aquamarine zur Anwendung.

Worauf Sie beim Kauf von Aquamarinen achten sollten

Beim Kauf von Aquamarinen sind einige Dinge zu beachten, damit sie am Ende auch zufrieden mit dem Produkt sind. Auch die Edelsteinbranche ist nicht vom Fälschungswahn verschont geblieben. Gerade Edelsteine werden immer öfter kopiert und zu hohen Preisen angeboten.

Fälschungen und Imitationen

Die Wahrscheinlichkeit, einen Aquamarin mit einem anderen Edelstein zu verwechseln, ist nicht gerade gering. Besonders ähnelt der „Blaue Topas“ dem Aquamarin in solchem Maß, dass optisch nur selten ein klares Urteil getroffen werden kann. Begünstigt werden die Fälschungen durch die künstliche Beleuchtung in Geschäften oder auf Bildern. So lassen sich auch minderwertigere Imitationen als qualitative Aquamarine darstellen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, einer Fälschung auf die Schliche zu kommen. Beste Möglichkeit dazu bietet ein Gewichtsvergleich der Steine. Ein Topas ist, bei gleicher Größe wie ein Aquamarin, deutlich schwerer. Darüber hinaus sind blaue Elbaite und Zirkone nur über das Gewicht von Aquamarinen zu unterscheiden. Auch der Brechungsindex, also das Maß und die Intensität wie durch den Stein Licht gebrochen und reflektiert wird, ist ein Indikator für die Echtheit eines Steines. Oftmals werden Aquamarine auch durch blaue Spinelle, synthetischen Quarz oder auch Glas imitiert. Am einfachsten zu enttarnen ist hierbei die gläserne Imitation, da Glas über eine geringere Mohshärte von etwa 5 (Aquamarine haben eine Härte von etwa 7,5-8) verfügt. Eine weitere Farbimitation sind gefärbte Achate, also gefärbte Quarzvarietäten. Neben Imitationen werden aber auch echte Aquamarine künstlich manipuliert, um eine sattere Farbe zu bekommen. Gängige Praxis ist es, die Edelsteine durch Brennen auf ein höheres Farbniveau zu bringen. Gebrannte Aquamarine sind nur schwer von ungebrannten zu unterscheiden; eine Angabepflicht des Brennens besteht nicht. Erst nach dem Kauf können sich negative Folgen aus dem Brennvorgang ergeben. So weisen gebrannte Aquamarine eine höhere Sensibilität gegenüber Wassereinflüssen und Temperaturen ab 100 Grad Celsius auf. Unter Umständen kann dauerhafter Wasser- und Temperatureinfluss zur Abschwächung der Färbung führen. Die Farbqualität allgemein kann durch Sonnenlicht- oder Kunstlichteinfluss beeinflusst werden.

Preis von Aquamarinen

Aquamarine gehören zur Gruppe weniger Edelsteine, deren Wert und der entsprechende zu zahlende Preis mit steigender Größe abnehmen. Grund dafür ist die Eigenschaft des Aquamarins, viel Volumen zu brauchen, um eine sattere Farbe zu haben. Ein kleiner Stein mit satter Farbe ist demnach wertvoller als ein großer, da der kleinere viel seltener auftritt.

Nach dem Kauf

Bei der Pflege von Aquamarinen gilt es, Einiges zu beachten. Es empfiehlt sich, den Stein regelmäßig unter fließendem kalten oder lauwarmen Wasser zu reinigen. Auch ist der Aquamarin, je nach Intensität und Häufigkeit der Benutzung, von Zeit zu Zeit in der Sonne aufzuladen. Weiterhin ist zu beachten, dass Aquamarine chemische Empfindlichkeiten aufweisen. So sollte der Stein von Flusssäure, auch Fluorwasserstoffsäure genannt, ferngehalten werden. In Flusssäure ist Fluorwasserstoff enthalten, das in wässriger Lösung giftig für den Menschen ist und ätzende Wirkung hat. Da geringe Mengen an Flusssäure in Textilreinigern enthalten sein können, sollte Aquamarin-Schmuck bei Gebrauch dieser abgelegt werden. Besonders Ringe können schnell in Kontakt mit ätzenden Substanzen kommen. Des Weiteren reagieren Aquamarine auf besonders hohe Hitze. Weitere physikalische Auswirkungen auf Aquamarine wurden bei Schwarzlichteinfluss festgestellt. Daher sollten Sie vermeiden, Aquamarine z.B. in Diskotheken zu tragen. Auch bei einem Besuch im Solarium sollten Sie ihre Aquamarine lieber Zuhause lassen.

Lassen Sie sich Zeit beim Einkauf

Damit Sie lange Freude an einem Aquamarin haben, lohnt es, sich Zeit für den Kauf zu nehmen. Wichtig ist, auf die Herkunft der Steine zu achten. Aus Asien stammende Aquamarine können modifizierte Zirkone sein. Gebrannte lassen sich erst nach einiger Zeit als solche bestimmen. Wenn Sie Aquamarine kaufen, sollten sie sich die Verkäuferbewertungen anschauen. Eine gute Möglichkeit, eine Fälschung zu erkennen, ist bei mindestens zwei verschiedenen Händlern Steine zu erwerben und diese dann zuhause unter neutralem Licht und hinsichtlich ihres Gewichtes miteinander zu vergleichen. Sollte das Gewicht keinen Aufschluss über die Echtheit der Steine im Vergleich bringen, können Farbänderungen unter neutralem Licht Imitationen entlarven. Auch sollten Sie den Preis eines Aquamarins mit der Größe und dem Preis in Relation setzen. So ist ein sehr kleiner Aquamarin mit satter Farbe, der zu einem Preis deutlich unter dem Durchschnitt angeboten wird, aller Voraussicht nach eine Fälschung. Das Schlüsselwort für den Onlinekauf von Aquamarinen heißt wie sooft vergleichen. Eine große und interessante Auswahl an Aquamarinen im Netz finden Sie bei eBay.

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