Tipps und Tricks zum Fotografieren mit analogen Kameras

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Analoge Fotografie – so machen Sie Bilder und Dias ohne digitale Hilfsmittel

Digitalkameras sind deutlich auf dem Vormarsch – nur noch rund 5 Millionen Menschen bevorzugen die analoge Fotografie. Hier spielt nicht nur die vermeintlich einfachere Bedienung eine Rolle. Viele verlassen sich blind auf die Automatik der digitalen Kameras, die die optimalen Einstellungen fast ohne manuelle Hilfe vornimmt. Dabei wird aber der Wert der analogen Kameras oft unterschätzt, der nicht nur in seiner Nostalgie liegt. Wer sich auf eine Art der bewussten Fotografie besinnen möchte, macht mit der analogen Fotografie nichts falsch. Wenn auch Sie gerne diese Technik der Fotografie wieder benutzen oder auch neu kennenlernen wollen, sind einige nützliche Tipps von Vorteil, um gute Bilder zu erzeugen.

Wesentliche Unterschiede zur Fotografie mit Digitalkameras

Zugegeben: Der richtige Umgang mit einer analogen Kamera erfordert durchaus Geduld. Das manuelle Einstellen der Kamera will gelernt sein, um primär ein korrekt belichtetes Bild zu erhalten. Wer sich damit aber ausgiebig beschäftigt, sollte dieses Hindernis bald überwunden haben.

Neben dem Einstellen der Kamera ist die Bilderfassung wohl der größte Unterschied. Das wird bei analogen Kameras mithilfe des Films ermöglicht, der das direkte Pendant zur digital verwendeten Speicherkarte darstellt. Die anschließende Bildverarbeitung findet schließlich erst bei der Entwicklung des Films statt. Eine Ausnahme stellt jedoch die Polaroidkamera dar, die Sofortbilder erstellt und daher die Bildverarbeitung bereits in der Kamera vornimmt - so auch die Digitalkamera, die die Bildinformationen durch interne Prozessoren direkt den vorher festgelegten Vorstellungen des Fotografen anpasst.

Natürlich unterscheidet die anschließende Bildbearbeitung sich zwischen den beiden Arten der Fotografie grundlegend. Während die digitale Bildbearbeitung am Computer mithilfe von entsprechenden Fotoprogrammen relativ einfach durchgeführt werden kann, ist bei der analogen Fotografie eine Labortechnik notwendig, die durchaus aufwendig sein kann.

Weiterhin sind auch in der Aufbewahrung der erstellten Bilder Unterschiede zu erkennen. Bilder von Digitalkameras können Sie einfach auf dem PC oder auf einem anderen Speichermedium wie einer CD abspeichern. Sowohl der PC als auch das entsprechende Speichermedium können aber durch technische Defekte irgendwann überraschend nicht mehr zu gebrauchen sein, sodass ohne entsprechendes Back-up alle Fotos verloren sind. Analoge Fotografien sind dagegen auf Negativen gespeichert, die bei guter Lagerung über Jahrzehnte zur steten Neuentwicklung für Sie zugänglich sind.

Insgesamt haben sowohl die analoge als auch die digitale Fotografie ihre Vorteile. Erstere bietet Ihnen die Möglichkeit, neue Erfahrungen mit den eigenen Fotokünsten zu sammeln und etwas beinahe gänzlich Neues auszuprobieren.

Motivauswahl, Bildgestaltung und Perspektiven: das ist zu beachten

Bei der Wahl der Motive sind Ihnen genau wie bei der digitalen Fotografie im analogen Sektor nur wenig Grenzen gesetzt. Sie lassen Ihren eigenen Vorlieben und Vorstellungen vom perfekten Bild freien Lauf. Allerdings gibt es dennoch ein paar Punkte, die Sie bei der Motivauswahl unbedingt beachten sollten. Es ist zum Beispiel sehr wichtig, nicht zu viele Details auf einem Bild verwirklichen zu wollen – auf das Wesentliche kommt es an, damit das Hauptmotiv auf den Betrachter wirklich wirken kann. Ihnen sollte ebenfalls bewusst sein, dass nicht jedes Motiv, das Ihnen vor Ort gefällt, später auf dem kleinen entwickelten Bild auch zur Geltung kommt. Ist das Hauptmotiv nicht groß genug, ist es auf dem späteren Ausgabeformat womöglich nur schlecht oder ohne positive Wirkung zu erkennen.

Die Bildgestaltung ist ein weiterer wichtiger Punkt, denn Motiv ist nicht gleich Motiv. Schließlich kann die Fotografie mithilfe von verschiedenen Seitenformaten und Positionierungen der Bildelemente unterschiedliche Wirkungen auf den Betrachter ausüben. Diese können zum Beispiel durch die Wahl von Hoch- oder Querformaten erzielt werden. Vor jeder Fotografie sollte hierbei entschieden werden, welches Format für das gewählte Motiv am besten geeignet ist. Das ist besonders bei analogen Kameras wichtig, schließlich stehen, nicht wie bei digitalen Kameras, unzählige Versuche zur Verfügung - und einfach so ein Bild löschen, können Sie auch nicht. Sie sollten sich also unbedingt über die Wirkung des Motivs auf den späteren Fotos bewusst sein. Eine Hilfestellung ist hierbei, sich auf ein Format zu spezialisieren. Mit der Zeit können Sie auf diese Weise Ihre Fähigkeiten steigern und versuchen, auch Motive, die eher für ein Hochformat geeignet wären, mit einem Querformat gekonnt in Szene zu setzen. So können Sie nicht nur die Qualität, sondern besonders die Individualität Ihrer Fotografien verbessern.

Auch die Perspektive kann über die Wirkung eines Bildes entscheiden. Verändern Sie diese, können Sie mitunter sogar die Bildaussage im Kern beeinflussen. Durch den Wechsel der Position eröffnen sich automatisch andere Blickwinkel, wobei Sie am ehesten dazu tendieren sollten, Ihre Kamera an ungewöhnliche Orte zu verbringen.

Nicht zu vergessen sind natürlich die Stärke und die Länge der Belichtung. Die wird bei kleinen Digitalkameras in der Regel automatisch eingestellt, bei analogen Kameras müssen Sie das hingegen selbst übernehmen. Dabei ist die Belichtung nach Belieben abänderbar. Um die für Sie persönlich am besten geeignete Variante zu finden, heißt es auch hier: ausprobieren und üben.

Dias für Projektionen mit Flair

Dias sind heute kaum noch zu finden, doch Liebhaber und alle, die einen Geschmack für das Besondere haben, hängen noch immer an Ihnen. Dias sind als fotografische Filme genauso einfach zu erstellen wie digitale Fotos. Der herkömmliche Negativfilm erzeugt im Unterschied zum Dia-Film beim Erstellen von Fotos - wie der Name schon sagt - Negative, die nach der Entwicklung Grauwerte und Farben in den umgekehrten Tonwerten aufweisen. Ein Diafilm dagegen erzeugt Positive, die nach der Entwicklung Grauwerte und Farben in einer natürlichen Ansicht zeigen. Die einzelnen Positive werden dann oft für Projektionen genutzt größer dargestellt und machen eine breite Masse erfassbar.

Mit ihrer nur geringen Größe von 24x26 Millimetern sind Dias kaum mit dem bloßen Auge gut zu betrachten. Wenn Sie gerne Dias erstellen wollen, sollten Sie also folglich den Kauf eines Diabetrachters in Erwägung ziehen, bei dem Sie das Dia mithilfe einer Lupe ansehen können. Zur Projektion an der Wand sind Diaprojektoren notwendig, die die Dias auf einen hellen Untergrund projizieren. So können Sie Urlaubsfotos oder Aufnahmen von einer großen Familienfeier stolz präsentieren und dabei zugleich zeigen, dass die analoge Fotografie der digitalen in Nichts nachsteht.

Entwicklung von Negativen in den eigenen vier Wänden

Die Entwicklung der Fotos zu Hause durchzuführen – das ist für viele etwas, das nicht nur teuer, sondern auch kompliziert und schwierig ist. Daher werden oftmals Dienste in Anspruch genommen, die das Entwickeln der Fotos übernehmen. Doch wenn Sie sich einmal mit der Tätigkeit auseinandersetzen, werden Sie feststellen, dass das alles nicht so schwierig ist, wie Sie denken. Im Gegenteil: Mit der Zeit kann das Entwickeln nicht nur Spaß machen - auf das Ergebnis, das nach der Arbeit sichtbar ist, können Sie dann richtig stolz sein. Um das Entwickeln selbst zu Hause durchzuführen, sind verschiedene Utensilien und Chemikalien notwendig. Diese können Sie mitunter in sogenannten Fotolabor-Sets mit Zubehör günstig auf eBay erwerben.

Neben diesen Gerätschaften ist natürlich auch ein abgedunkelter Raum als Dunkelkammer notwendig. Grundsätzlich ist dafür jede Örtlichkeit geeignet. Wenn Sie allerdings keinen separaten Raum einrichten wollen, ist das Bad aufgrund der vielen Chemikalien der optimale Arbeitsplatz. Achten Sie weiterhin unbedingt darauf, dass in der Zeit der Entwicklung niemand unachtsam die Tür öffnet und so die Fotos durch akuten Lichteinfall unbrauchbar macht. Eine Dunkelkammerlampe ist Ihr löblicher Assistent, der kein für die Fotos gefährliches Licht ausstrahlt und dennoch ein Mindestmaß an visueller Erfassung garantiert.

Eine etwas andere Art der Fotoentwicklung ist Entwicklung mithilfe von Kaffee. Hierbei sind mit Ausnahme eines Fixierers keine Chemikalien notwendig. Dafür wird Leitungswasser, Instant Kaffee mit Koffein, Waschsoda und Vitamin C Pulver benötigt. Genau wie bei den anderen Entwicklungsarten sind aber auch hier eine klassische Entwicklerdose und eine Stoppuhr zum Messen der Entwicklungszeit notwendig. Diese Methode ist bereits seit 1905 bekannt und wurde schon damals für die Entwicklung der Schwarz-Weiß-Fotografien genutzt.

Die Entscheidung für die richtige Kamera

Die Entscheidung für die richtige Kamera fällt auch im Bereich der analogen Fotografie schwer. Sie sollten sich überlegen, welche Motive Sie vorrangig fotografieren wollen. Sollen es eher Landschaftsfotos oder doch eher Porträts werden? Ist das Motiv weit entfernt, ist eine andere Einstellung erforderlich als für Nahaufnahmen. Daher ist es wichtig, vor dem Kauf sicherzustellen, dass die Wunschkamera dazu auch fähig ist. Ebenso zu beachten sind die Größe und das Gewicht Ihrer Neuanschaffung. Sind Sie gerne unterwegs, kann Ihnen auch die beste Kamera keinen Vorteil liefern, wenn sie unhandlich und nur schwer zu transportieren ist. Bei Herstellern wie Kodak und Minox können Sie eine große Auswahl an analogen Kameras finden. Analoge Spiegelreflexkameras oder die bekannten Rolleiflex-Modelle runden die Vielzahl im Detail ab.

Fotografie aus Leidenschaft und Nostalgie

Das Fotografieren mit einer Digitalkamera ist im Wesentlichen einfacher. Schließlich können Sie die Fotos gleich nach dem Erstellen begutachten und auswerten, ob das ausgewählte Motiv nicht doch noch einmal fotografiert werden muss. Zudem ist der Speicher größer, was mehr Platz für Fotos bedeutet. Die Bilder können anschließend gleich auf den PC geladen werden, ein Entwickeln der Bilder ist also nicht nötig.

Analoge Kameras dagegen haben nicht nur einen nostalgischen Wert. Zwar können die Fotos nicht eingesehen werden, sodass Sie erst nach dem Entwickeln erkennen, ob ein Foto gelungen ist oder nicht. Und auch das Entwickeln an sich kann einige Zeit beanspruchen. Wer das aber in Kauf nimmt, kann gerade aus diesen Dingen lernen.

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