Tipps und Tricks, wenn die Muttermilch ausbleibt

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Tipps und Tricks, wenn die Muttermilch ausbleibt

Der Markt bietet eine riesige Auswahl fertiger Säuglingsmilch und Babyprodukte. Diese sind jedoch nicht notwendig und gegenüber Muttermilch immer die schlechtere Wahl. Sie sollten nur im absoluten Notfall verwendet werden. Muttermilch ist das Beste für alle Babys, da sie schon naturgegeben jederzeit genau auf die Bedürfnisse des Kindes zugeschnitten ist.

Doch auch die Mütter profitieren vom Stillen: Sie können nachts im Liegen stillen und dabei weiterschlafen. Bequemer geht es nicht.

Tatsächlich können fast alle Frauen stillen. Sie sollten sich im Wesentlichen an den Bedürfnissen des Kindes orientieren, denn das ist der beste Garant dafür, dass genügend Milch gebildet wird. Missachten Sie jegliche Zeitpläne oder Vorgaben zum Stillen. Jedes Kind ist einzigartig und ebenso ist es jede Stillbeziehung. Kein Außenstehender kann beurteilen wie oft und wie lange das Kind trinken soll. Das weiß es selbst am besten und wird dies tun, wenn Sie es dabei unterstützen.

Problematisch wird es, wenn die Milch nicht fließt. Stress, falsche Nahrungsmittel und andere Faktoren können bewirken, dass nicht mehr genügend Milch produziert wird. Lesen Sie in diesem Ratgeber Tipps und Tricks, damit die Milch (wieder) richtig fließt.

Die besten Voraussetzungen für das Stillen schaffen

Um unbeschwert Stillen zu können, sollten Sie sich eine kleine Oase schaffen. Richten Sie sich schon vor der Geburt einen Ort ein, an dem Sie sich ungestört zum Stillen zurückziehen können. Wenn Sie einen Platz haben, an dem Sie sich wohlfühlen, wird es Ihnen auch nichts ausmachen oft und viel Zeit an diesem Ort zu verbringen. Gut geeignet als Stillecke ist eine Polsterecke, ein kuscheliger Sessel, ein Schaukelstuhl oder auch ein bequemes Sitzkissen. Statten Sie den Stillplatz mit Kissen, nach Bedarf einem Stillkissen, Decken und anderen kuscheligen Accessoires aus.

Gesunde Snacks für zwischendurch

Doch nicht nur daran sollten Sie denken: Platzieren Sie Leckereien wie Vollkornkekse, selbst gemachte Stillkugeln, getrocknete Früchte oder andere haltbare Snacks an diesem Ort. Das Stillen verbraucht viele Kalorien, sodass eine kleine Extrazufuhr notwendig ist. Sie sollten allerdings auf hochwertige und gesunde Lebensmittel achten. Tabu sollten Lebensmittel mit ungesunden Fetten oder Konservierungsmitteln sein, da dies bei dem Baby zu Verdauungsproblemen führen kann.

Entspannende Musik

Zum komfortablen Stillplatz kann auch ein Radio mit CD-Player oder MP3-Player gehören. Sanfte ruhige Musik beruhigt und entstresst, wodurch Sie die Stillzeit als angenehme Unterbrechung des Alltags empfinden können, die Ihnen Ruhe verschafft und Sie neue Kraft schöpfen lässt. Es gibt spezielle Musik für Mutter und Baby, die besonders relaxend wirken soll. Generell eignen sich ruhige Musikstücke wie beispielsweise sanfte Instrumentalmusik.

Ein gutes Buch

Entspannend wirkt auch die Lektüre eines guten Buches. Sie können die Zeit des Stillens nutzen, um endlich das Lieblingsbuch zu Ende zu lesen oder den neusten Bestseller kennenzulernen. Aber auch Bücher zu Kinderthemen wie etwa zu den Themen Impfen, Schlafen oder Spielen sind unterhaltsam. Am besten, Sie legen sich in die Stillecke eine Auswahl an Büchern verschiedener Genres zurecht, so haben Sie für jede Laune garantiert das Richtige.

Haben Sie eine ruhige Umgebung geschaffen, in der Sie entspannen können, haben Sie bereits die wichtigste Voraussetzung geschaffen, damit die Milch gut fließen kann.

Damit die Milch nach der Geburt gut fließt

Studien beweisen, dass Babys, die in der ersten Stunde nach ihrer Geburt zum Stillen an die Brust gelegt werden, weit weniger Stillprobleme haben, als Babys, die erst später trinken dürfen. Sie sollten deshalb unbedingt darauf achten, dass Ihr Baby direkt nach der Geburt trinken kann.

Die ersten Stilmahlzeiten sind Vormilch. Diese ist besonders fettreich und damit sehr sättigend, auch wenn es keine große Menge ist. Diese Nahrung reicht dem Baby in den ersten Tagen völlig aus. Speziell in Krankenhäusern wird das oft infrage gestellt und junge Mütter werden zum Zufüttern aufgefordert. Oftmals ist das der Hauptgrund, warum keine oder nicht ausreichend Milch produziert wird. Neugeborenen darf kein anderes Lebensmittel zugeführt werden, auch keine zusätzliche Milch oder Wasser. Auch wenn Sie ein Baby im Hochsommer bekommen, ist es allein mit Muttermilch gut versorgt und benötigt auch bei größter Hitze kein zusätzliches Wasser oder Tee.

Das Neugeborene sollte so häufig, wie es möchte, an die Brust angelegt werden. Manche Babys sind in den ersten Tagen nach der Geburt schlapp und verlangen von sich auch sehr selten nach der Brust. Diese Babys sollten unterstützt werden, indem die Brust öfter angeboten wird. Es ist durchaus normal, bei so kleinen Kindern stündlich zu Stillen. Sie sollten sich nicht nach Uhrzeiten richten, auch die Hinweise eines 4-stündigen Stillrhythmus' sind schlicht als falsch zu bezeichnen und sollten nicht beachtet werden, da diese zu Stillproblemen führen können.

Wird das Baby häufig und nach Bedarf angelegt, erfolgt zwischen dem dritten und fünften Tag der Milcheinschuss.

Wenn die Milch ausbleibt

Wird das Kind von Anfang an nach Bedarf gestillt, produziert die Brust der Mutter genau so viel Milch, wie benötigt wird. Die Milch befindet sich nicht in der Brust, sie wird erst während des Saugens gebildet. Während am Anfang der Stillzeit die Brüste oft prall, fest und groß sind, werden sie nach einigen Wochen oder Monaten deutlich weicher sein. Das bedeutet aber nicht, dass die Milch weniger geworden ist; lediglich der Mechanismus hat sich besser reguliert und angepasst.

Solange das Kind wächst und an Gewicht zunimmt, sollten Sie davon ausgehen, dass genügend Milch gebildet wird. Dass Frauen nicht stillen können oder zu wenig Milch haben, kommt tatsächlich äußerst selten vor.

Der Milchfluss wird durch die Häufigkeit des Anlegens reguliert. Bleibt die Milch aus, sollte das Kind einfach häufiger angelegt werden. Es kann bis zu drei oder vier Tagen dauern, bis sich der Milchfluss wieder reguliert hat. Generell ist es aber so, dass bei Müttern, die bereits gestillt haben, der Milchfluss schnell wieder in Gang zu bekommen ist. Bieten Sie am besten beide Seiten an, um die Milchmenge zu steigern.

Sollten Sie dennoch Stillprobleme haben oder einfach nur Sorge haben, dass Ihr Baby nicht satt wird, dann kontaktieren Sie eine Stillberaterin. Anders als die meisten Hebammen sind Stillberaterinnen eigens ausgebildete Beraterinnen, die Ihnen kompetente Hilfe leisten können. Einen ersten und sehr kompetenten Anlaufpunkt bietet die La Leche Liga mit Stillberatern, die auch per E-Mail Hilfe leisten oder auf Wunsch auch einen persönlichen Termin mit Ihnen vereinbaren. Die Kosten für die Stillberaterin übernimmt die Krankenkasse. Im Interesse des Kindes sollten Sie diese Hilfe unbedingt in Anspruch nehmen, bevor Sie beginnen künstliche Säuglingsnahrung zu füttern.

Den Milchfluss unterstützen

Als stillende Mutter können Sie mithilfe der Ernährung den Milchfluss unterstützen. Einige Lebensmittel gelten als milchbildend. Bei vielen dieser bewährten Hausmittel ist die Wirkung allerdings medizinisch nicht nachgewiesen.

Stilltees

Das bekannteste Hilfsmittel ist ein spezieller Stilltee, der aus Kümmel, Fenchel und Anis besteht. Diese Teemischung gibt es fertig in Beutelform, von der allerdings abgeraten werden muss. Eine Wirkung ist nur bei frisch gestoßenen Samen zu erwarten. Am besten geeignet ist eine Mischung, die aus diesen drei Samen besteht. Diese sollten frisch sein und luft- und lichtdicht verpackt sein. Vor dem Trinken wird ein Esslöffel im Mörser angestoßen und mit kochendem Wasser übergossen. Die Tasse sollte während der 10-minütigen Ziehzeit abgedeckt werden, damit die wertvollen ätherischen Öle nicht entweichen können. Dreimal, über den Tag verteilt, sollte dieser Tee getrunken werden. Sie sollten allerdings darauf achten, dass er immer frisch zubereitet wird.

Neben diesen Samen, die auch ins Müsli gemörsert werden können, wirkt auch der Samen von Bockshornklee milchbildend. Dieses medizinisch wirksame Mittel wird ebenfalls als Tee getrunken.

Alkoholfreier Sekt

Neben diesen wirksamen Mitteln gibt es einige, die Hebammen häufig empfehlen. Die wohl häufigste Empfehlung ist ein Glas Sekt. Sie sollten in jedem Fall einen alkoholfreien Sekt wählen, da Alkohol dem Kind schadet: Es ist nicht der Alkohol, der die Milchbildung unterstützen soll, sondern die Gärstoffe der Trauben.

Malz

Eine Alternative bietet Malz: Sie haben die Wahl zwischen einem Malzkaffee, der auch kalt als Eiskaffee zubereitet werden kann, oder einem Malzbier. Malz ist besonders reichhaltig an Nährstoffen und bewirkt durch die Zufuhr an Kalorien einen wahren Milchschub.

Generell gilt, dass Sie probieren müssen, was bei Ihnen wirkt. Während manche Frauen nach einem Sekt volle, spannende Brüste haben, merken andere überhaupt keine Veränderung.

Stillkugeln

Stillkugeln sind kleine, leckere Snacks in Kugelform. Sie schenken stillenden Müttern eine Extraportion Kalorien und bestehen zudem aus Zutaten, die milchbildend wirken. Es gibt verschiedene Rezepte für Stillkugeln, sodass diese ganz nach dem individuellen Geschmack gefertigt werden können. Sie bestehen meistens aus Butter, Getreide und Nüssen. Als Getreide empfiehlt es sich, besonders Gerste zu verwenden, da diese als milchbildend gilt. Gehackte Nüsse, Kokosflocken oder Kakaopulver können in den Kugeln verarbeitet werden oder aber die äußere Hülle, in der die Kugeln abschließend gewälzt werden, bilden. Wer möchte kann statt gehackter Nüsse auch klein gehackte, getrocknete Früchte verwenden. Alle Zutaten werden zusammen in der Pfanne angeröstet und vermengt. Aus der abgekühlten Masse werden Kügelchen gebildet, die sich im Kühlschrank etwa 10 Tage halten. Alternativ können die kleinen Stillmahlzeiten auch eingefroren werden und dann portionsweise aufgetaut werden.

Die Stillkugeln sorgen dafür, dass junge Mamas auch dann mit genügend Kalorien versorgt werden, wenn Sie gerade einmal nicht zum Kochen kommen. Denn genau das ist die Voraussetzung für ein funktionierendes Stillgeschäft.

Einige Lebensmittel meiden

Wenn die Milch nicht fließt, kann das auch an Essgewohnheiten liegen. Bestimmte Nahrungsmittel wirken abstillend oder milchbildungshemmend. Bekannt für diese Wirkung ist Pfefferminze, die oft in Tees vorkommt. Noch extremer kann Salbei wirken. Frauen, die empfindlich darauf reagieren, können bereits durch ein Bonbon mit Salbeizusatz eine Störung der Milchbildung erleben.

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