Tipps und Ideen für Freunde von speziellen Loks für die Spur 0

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Modelleisenbahnen – eine ereignisreiche Erfolgsgeschichte

Die Modelleisenbahn kann auf eine lange, abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellen die ersten Firmen ihre Modelle auf Messen vor. Schnell erfreuen sich diese großer Beliebtheit und werden in Serie produziert. Aufgrund unterschiedlicher Hersteller wird früh ein Normsystem für verschiedene Spurweiten eingeführt, darunter auch die Spur 0. Wie das große Original entwickelt sich auch die Modelleisenbahn weiter. Bezüglich der Technik entwickelt sich der Antrieb vom Uhrwerkantrieb hin zu elektrischen Motoren bis zur digitalen Technologie.

In den Anfängen funktionieren die Bahnen nach den Regeln elementarer Mechanik und Technik. Viele Loks verfügen über einen Uhrwerkantrieb, erst später dominieren elektrische Motoren. Digitale Technik ist ein Phänomen der Neuzeit. Historisch steht bei der Modelleisenbahn zunächst die Verbindung von Unterhaltung und Lehre im Fokus. Die Modellhaftigkeit als eigenes Prinzip rückt erst später in den Vordergrund. In über 100 Jahren haben Modelleisenbahnen nichts von ihrer Faszination verloren und sind immer noch gern gesehen in Kinderzimmern und Hobbykellern. Einen entscheidenden Teil ihres Charmes macht die exakte Detailtreue aus. Dank dieser haben Sie die Möglichkeit, eine perfekte Modellwelt zu kreieren. Die Lokomotiven orientieren sich im Design an den großen Vorbildern und spiegeln dank filigraner Einzelheiten ganze Epochen der Geschichte der Eisenbahn wider. Dieser Einkaufsratgeber führt Sie durch die Welt der Spur 0 und gibt Ihnen einen Überblick über die Loks im Maßstab 1:45.

Spur 0

Um Einheitlichkeit und Kompatibilität zu gewährleisten, sind Nenngrößen für Modelleisenbahnen genormt. Die Baugröße der Spur 0 ist in den Normen Europäischer Modellbahnen (NEM), den Normen der National Model Railroad Association (NMRA) und in den Normen des British Railway Modeling Standards Bureau (BRMSB) festgelegt. Die Spur 0 wird bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeführt. Ihre Modell-Spurweite beträgt 32 mm bei einer Normalspur mit einer Vorbild-Spurweite von 1435 mm. Der Maßstab beträgt in Deutschland und den meisten Ländern Kontinentaleuropas 1:45. Ausnahmen bilden England und Frankreich, wo die Spur 0 einen Maßstab von 1:43,5 aufweist. In Nordamerika hingegen beträgt der Maßstab 1:48. Da sie weniger Platz benötigt und günstiger in der Herstellung ist, löst die Spur 0 nach ihrer Einführung die Spur 1, die einen Maßstab von 1:32 aufweist, als meistverwendete Größe ab. Damit wird die Spur 0 zur zweiten dominierenden Größe in der Modelleisenbahngeschichte. Diese Position behält sie inne bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Abgelöst wird sie von der Spur H0, die mit einem Maßstab von 1:87 halb so groß ist wie die Spur 0. Daher rührt auch ihr entsprechender Name: Halb Null.

Gleissysteme der Spur 0

Um fahren zu können, benötigen Lokomotiven selbstverständlich Gleise. Bei Modelleisenbahnen stellt sich an dieser Stelle oft die Frage, ob Gleichstrom oder Wechselstrom Verwendung finden sollten. Davon hängt später ab, welche Loks mit entsprechendem Motor darauf fahren können. Für die Spur 0 gibt es drei elektronische Gleissysteme: das Zweileiter-Gleissystem, das Dreileiter-Gleissystem und das Mittelleiter-Gleissystem. Bevor Sie eine neue Strecke aufbauen oder ein bestehendes Schienennetz um einen größeren Anbau erweitern möchten, empfiehlt es sich, zunächst einen Plan anzufertigen. Dieser sollte berücksichtigen, wie viel Platz Ihnen zur Verfügung steht und welches Gleismaterial vorhanden ist. So erhalten Sie einen Überblick darüber, welches Material noch fehlt und neu gekauft werden muss, um Ihren Wunschverlauf der Schienen zu realisieren. Aufgrund der unterschiedlichen Gleissysteme müssen Sie darauf achten, für welche die jeweilige Lok geeignet ist. Behalten Sie zudem im Auge, ob diese mit Gleichstrom oder Wechselstrom fährt. Diese Angaben finden sich in der Produktbeschreibung, gelegentlich sogar schon im Produktnamen oder -titel.

Loks für die Spur 0

Lokomotiven sind das Herzstück einer Modelleisenbahnanlage. Sie bringen Bewegung in eine detailgetreue Modellwelt und machen den Eindruck perfekt. Modelleisenbahnen zeichnen sich durch große Detailtreue aus. Dies reicht bis in die Merkmale, die charakteristisch für eine bestimmte Epoche stehen. Für Modelleisenbahnen existieren nach NEM sechs Epochen. Ob Sie Ihre Anlage einer bestimmten Zeit widmen oder einen Querschnitt durch die Geschichte der Eisenbahn zeigen, entscheiden allein Ihre persönlichen Vorlieben.

Epoche I

Die Anfänge der Eisenbahn – Epoche I – sind geprägt von individuellen Länderbahnen. Daraus ergeben sich vielfältige Bauformen und ein großes Farbspektrum. In den Jahren 1835 bis 1920 dominieren Dampflokomotiven das Bild auf den Gleisen.

Epoche II

In Epoche II, in den Jahren 1920 bis 1950, werden nationale Staatsbahnen wie die Deutsche Reichsbahn gegründet. Diese übernehmen nach und nach die Länderbahnen. Daraufhin verdrängt die Einheitsbauart der Staatsbahnen die Vielfalt der Lokomotiven und Wagen. In dieser Zeit erlebt die Dampflok ihre letzte große Blütezeit.

Epoche III

Die Jahre 1950 bis 1970 – Epoche III – sind geprägt von der Teilung Deutschlands. Dies wirkt sich auch auf die Bahn aus. So entwickelt sich das Eisenbahnwesen in Ost und West unterschiedlich, was zu einem vielfältigen Vorkommen der Loks und Waggons führt, der sowohl Dampfloks als auch Dieselloks und Elektroloks umfasst.

Epoche IV

Die Dampflok wird jedoch zwischen 1970 und 1990 – Epoche IV – endgültig von Diesel- und Elektroloks abgelöst. In dieser Zeit werden internationale Fahrzeug-Kennzeichen eingeführt. Des Weiteren erobern neue, schnellere Züge wie Intercitys die Schienen.

Epoche V

Die Anfänge der 1990er Jahre, die Epoche Nummer 5, sind geprägt von der Wiedervereinigung. Dies spürt auch der Bahnbetrieb – so arbeiten die beiden deutschen Staatsbahnen fortan unter dem Namen Deutsche Bahn AG zusammen. In dieser Zeit kommt auch der Hochgeschwindigkeitszug ICE auf die Schienen.

Epoche VI

Da die Bahn zum Teil privatisiert wird, wächst die Farbvielfalt auf den Gleisen wieder an. Ab 2007 - der 6. Epoche – wird eine neues Nummernschema nach UIC bsw. TSI eingeführt, das auch für Triebfahrzeuge als 12-stellig normiert ist.

Gleichstrom oder Wechselstrom?

Auch wenn sie im Zeitalter digitaler Technik immer seltener wird, so ist doch eine Frage fest mit der Modelleisenbahngeschichte verbunden: Gleichstrom oder Wechselstrom? Bei Gleichstrom (DC) ändert sich weder die Richtung noch die Stärke des elektrischen Stroms. Der Motor einer mit Gleichstrom betriebenen Modelleisenbahn erhält an einem Kontakt permanent den Pluspol, am anderen den Minuspol. Wird die Spannung erhöht, fährt die Bahn schneller, wird sie gedrosselt, fährt die Bahn langsamer. Wenn die Polung vertauscht wird, ändert die Lok die Richtung und fährt somit rückwärts. Bei einem Trafo für Gleichstrom-Bahnen hat der Drehknopf für die Regelung der Geschwindigkeit seine 0-Stellung mittig – von dieser Position lässt er sich in beide Richtungen drehen. Es existieren jedoch ebenfalls Modelle mit einem Umschalter.

Wechselstrom-Motoren hingegen drehen sich – unabhängig von der Polung – stets in die gleiche Richtung. Der Motor verfügt dabei über drei Anschlüsse, damit die Bahn auch rückwärtsfahren kann. Ein Anschluss ist für die Vorwärtsfahrt und einer für die Rückwärtsfahrt zuständig. Der dritte Anschluss fungiert als gemeinsamer Rückleiter. In diesem Fall wird ein Wechsel der Fahrtrichtung durch einen Umschalter am Trafo, der durch einen Spannungsimpuls betätigt wird, initiiert. Loks, die über einen Motor mit drei Anschlüssen verfügen, können rein technisch gesehen auch mit Gleichstromgleisen angetrieben werden, aber nicht mit einem normalen Fahrgerät für Gleichstrom-Bahnen. In diesem Fall wäre zwar ein Fahrbetrieb an sich, aber kein Richtungswechsel möglich. Im Gegensatz zum Gleichstrom-Trafo hat der Wechselstrom-Trafo seine 0-Stellung immer am Ende. Darüber hinaus nach links gedreht, ändert die Lok nach einem Spannungsimpuls die Richtung.

Unabhängig, ob Gleichstrom oder Wechselstrom: Das Angebot an Lokomotiven für die Spur 0 ist groß. Dabei legen die verschiedenen renommierten Hersteller großen Wert auf Detailtreue und hohe Qualität. Das Sortiment umfasst antike Länderbahnen und klassische Dampfloks von den Anfängen der Geschichte der Eisenbahn über Diesel- und Elektroloks bis hin zu modernen Hochgeschwindigkeitszügen. Von den hauchdünnen Nieten der Dampfloks über die filigranen Stromabnehmer der Elektroloks bis hin zu den schmalen Geländern der Dieselloks kreieren die Hersteller detailgetreue Loks im Maßstab 1:45. In jedem Einzelteil spürt man die Liebe zum Detail und zum Modellbau. Besondere Kreationen können Dampf ausstoßen und erzeugen dank digitaler Technik und Programmierung die gleichen Geräusche wie die großen Vorbilder. Dadurch schaffen Sie in Ihrer privaten Modelleisenbahnanlage ein einzigartiges und sehr realitätsnahes Gesamtbild.

Fazit

Bei genauer Betrachtung wird deutlich, wie vielfältig und groß das Angebot an individuellen Loks für die Spur 0 ist. Dieses reicht von klassischen Dampfloks über vielfältige Diesel- und Elektroloks bis hin zu modernen Triebwagen für Hochgeschwindigkeitszüge. Dabei leben die Modelle von exakter Detailtreue. Eben diese Treue zum Original macht jedoch auch den Charme einer Modelleisenbahn aus und erzeugt ein wirklichkeitsnahes Gesamtbild. Abgerundet wird jenes durch weiteres Zubehör wie Gleise, Brücken und Gebäude im gleichen Maßstab. Dabei sind viele Einzelstücke und wahre Schätze zu entdecken: Ihrer Fantasie bei der Gestaltung Ihrer persönlichen Anlage sind keine Grenzen gesetzt. Wer seine Modelleisenbahn einer bestimmten Zeit widmen möchte, dem wird dieser Wunsch dank großer Epochentreue der einzelnen Modelle ermöglicht.

 

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