Tipps rund um das Anlegen und das Bepflanzen von Sumpfzonen

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Sumpfzone als breites, flaches Ufer: Diese Pflanzen sind bei Teichbesitzern besonders beliebt

Die eigene Wasserstelle ist eine stimmungsvolle Oase und Rückzugsort in einem. Die Flora und Fauna des eigenen Teichs schenken Ihnen mit unzähligen Düften und Geräuschen viele Stunden voller Erholung und Entspannung. Feuchtbiotope sind eine ausgeklügelte Erfindung der Natur und ein autonomer Mikrokosmos, der sich direkt vor Ihrer Tür befinden kann. Der klassische Aufbau dieser Gebiete besteht aus drei Abschnitten – der Tiefwasser-, der Flachwasser- und der Sumpfzone. Letztere wird nicht umsonst häufig als Wassergarten bezeichnet, denn sie bietet vielen Tieren und Pflanzen ein Zuhause. Frösche suchen darin Schutz und Vögel nutzen sie zum Trinken und zum Baden. Zudem tummeln sich in diesen geschlossenen Ökosystemen unzählige Kleinstlebewesen und Mikroorganismen.

Wenn Sie mit den Gedanken spielen, eine Sumpfzone auf Ihrem Grundstück anzulegen, erfahren Sie nachfolgend viel Wissenswertes über diese faszinierenden Areale und finden heraus, welche Pflanzen in diesem Naturreich am besten gedeihen.

So werden Sumpfzonen definiert und darum sind sie so wertvoll

Als Sumpfzonen werden Gebiete bezeichnet, die an Flüsse und Seen grenzen und eine Schnittstelle zwischen Nässe und festem Boden bilden. In der Natur kommen sie häufig vor, müssen in Gartenbereichen jedoch angelegt werden, da Privatgrundstücke selten über ein hauseigenes Feuchtgebiet verfügen. Die Höhe des Wassers dieser Zone variiert umgebungsabhängig - ist jedoch nicht größer als 20 Zentimeter. Je nach Wetterlage und Jahreszeit kann sich der Sumpfbereich unterschiedlich ausdehnen, sodass der äußere Rand in Bewegung ist.

Seit der Jahrhundertwende sind in Deutschland mehr als 75 Prozent der natürlichen Kleingewässer, Tümpel und Dorfweiher verschwunden. Aufgrund des Städtewachstums mussten sie zugunsten der Expansion weichen und wurden trockengelegt und bebaut. Die Folge dieses Schwunds ist der Rückgang der Tiere und Pflanzen, die abhängig von einer solchen Umgebung sind. Inzwischen gelten mehr als 20 Pflanzenarten aus Feuchtstandorten als ausgestorben. Mit einem eigenen Sumpfgebiet können Sie ein Stück dieses Lebensraums erhalten und artgeschützte, seltene Gewächse beherbergen.

So legen Sie eine Sumpfzone in Ihrem Garten an

Bevor Sie sich voller Vorfreude an die Arbeit machen, sind zunächst einige Überlegungen und Planungen nötig, die Ihnen im Nachhinein viel Ärger und zusätzliche Arbeit ersparen können. Da wäre zunächst der Standort Ihres neuen Wasserreichs. Wählen Sie einen sonnigen Platz und nehmen Sie Rücksicht auf die anderen Gewächse Ihres Grundstücks. Einige von ihnen können möglicherweise keine Feuchtigkeit in ihrer Nähe vertragen und andere besitzen wiederum ausgeprägte Wurzeln, die durch die Grabungsarbeiten verletzt werden können. Haben Sie sich für die optimale Umgebung entschieden, können Sie direkt loslegen.

Als Grundlage aller Teiche und Sumpfzonen in Gärten und auf Terrassen dient eine spezielle Folie, mit der Sie die fertige Grube auslegen. Entfernen Sie alle großen und scharfkantigen Steine sowie Wurzeln mit entsprechendem Werkzeug – andernfalls kann die Unterlage beschädigt und somit undicht werden. Die einzelnen Folienstücke müssen Sie gründlich verkleben, über Nacht trocknen lassen und am nächsten Tag erneut kontrollieren. Achten Sie während der Grubenaushebung darauf, dass sich die einzelnen Schichten und Abschnitte nicht zu steil voneinander abgrenzen, sondern fließend in den nächsten Bereich übergehen. Wasserbewohner brauchen nämlich ungehinderten Zugang zu den Arealen. Sie können es sich einfacher machen und einen Fertigteich erwerben, doch sind diese Vorrichtungen in ihrem Fassungsvermögen begrenzt und lassen weniger Spielraum für individuelle Gestaltung.

Wenn Sie einen möglichst naturnahen Charakter der Anlage erzielen wollen, sollten Sie den Grund der Sumpfzone mit Substrat ausfüllen. Dabei dürfen Sie eine Mindesthöhe von zehn Zentimetern nicht unterschreiten, da die Wurzeln und Rhizome sonst nicht genug Halt finden können. Verwenden Sie ein möglichst nährstoffarmes Material wie Kies oder Sand, da sich das Wasser ansonsten eintrüben oder sogar veralgen kann.

Separate Sumpfzonen – so klappt es auch ohne Gartenteich

Sogenannte Sumpfbeete kommen ganz ohne Tiefwasserzonen aus und sind eine natürliche Zierde für Ihren Gartenreich. Sie haben den Vorteil, dass für Ihre Anlage nicht viel Platz benötigt wird – Sie also auch kleinere Grundstücke verschönern können. Wählen Sie einen hellen Platz und heben Sie eine flache Grube aus – 30 Zentimeter Tiefe sind genügend. Anschließend legen Sie Folie auf den Grund oder platzieren Sie eine fertige Wanne. Die Ränder des Erdlochs dürfen nicht zu steil sein, damit Amphibien und Kleinstlebewesen einfacher Zugang zum späteren Biotop möglich ist. Um natürliche Bedingungen zu schaffen, sollten Sie den Boden der Vorrichtung mit lehmiger Erde bedecken, der Sie Torf oder kompostierte Rinde beimischen. Bepflanzen sollten Sie das Beet frühestens im Mai und bis in den Juli hinein - und zwar, bevor Sie die Stelle mit Wasser befüllen.

Die Flora der Sumpfzonen – zahlreich und vielfältig

Bereits vor der Kultivierung der Pflanzen in ihrer neuen Umgebung ist es von Vorteil zu wissen, welche von ihnen mit den speziellen Bedingungen einer Sumpfzone zurechtkommen. Sie können grundsätzlich in vier Gruppen unterteilt werden. Zu den Röhrichtpflanzen zählen Exemplare, die besonders wasserfest sind und in Tiefen von bis zu 1,5 Metern vordringen können, ohne dass ihre Rhizome Schaden nehmen. Die bekanntesten Vertreter dieser Spezies sind Schilfrohre, die aus den Landschaftsbildern unserer Klimazone nicht wegzudenken sind.

Die sogenannten Seichtwasserexemplare passen sich gut den Schwankungen, denen das nasse Element unterliegt, an und können je nach Tiefe verschiedene Wuchsformen ausbilden. Dagegen benötigen die Nassbodenpflanzen, wie der Name bereits besagt, Standorte, die nicht zu trocken werden dürfen. Häufig auf Überschwemmungswiesen zu finden, sind die Feuchtbodengewächse, die nicht unbedingt mit Wasser durchsetzte Böden bevorzugen, mit vorübergehender Nässe jedoch problemlos zurechtkommen. Von diesen Standortanforderungen hängt es ab, an welchen Stellen Ihres Feuchtbiotops Sie die jeweiligen Exemplare platzieren.

So bepflanzen und pflegen Sie die heimische Sumpfzone

Bevor Sie Ihre Neuerwerbungen in der neuen Umgebung platzieren, sollten Sie einen Pflanzplan anlegen, den Sie im Hinblick darauf entwerfen, welche Standorte zu wählen sind und welches Gesamtbild Sie erwarten.

Zeitpunkt für die Bepflanzung

Wie bereits erwähnt, eignet sich der Frühling am besten für die Kultivierung Ihrer Sumpfgewächse. So haben sie genügend Zeit, kräftiger zu werden, und sind für die kalten Monate gut gerüstet. Vergessen Sie beim Einpflanzen nicht die passende Tiefe für jedes Exemplar. Nehmen Sie die Gewächse aus ihren Behältern und setzen sie sofort in die Erde oder das Substrat. Achten Sie darauf, dass sie nicht austrocknen, und drücken Sie den Boden um die Wurzeln herum gut an.

Das Platzieren und Pflegen von Wasserpflanzen

Eine weitere Methode ist das Platzieren Ihrer Wasserpflanzen in Körben und Taschen aus Kokoswolle, die mit Nährböden gefüllt sind. Es gibt diese Behälter in verschiedenen Größen und sie verhindern den Austritt der darin enthaltenen Stoffe. Sie werden einfach in den Boden vergraben, bis sie nicht mehr zu sehen sind, und gewährleisten den Gewächsen optimale Nährstoffbedingungen.

In der Pflege sind die feuchtigkeitsliebenden Exemplare im Großen und Ganzen anspruchslos. Sie müssen allerdings bereit sein, Sich immer wieder von einigen von ihnen zu trennen. Da sie über einen ausgeprägten Wuchs verfügen, müssen sie in regelmäßigen Abständen ausgedünnt werden. Geschieht dies nicht, stehen die Pflanzen einander im Laufe der Zeit immer mehr im Weg und gefährden ihr Wachstum. Als Faustregel gilt: Mehr als die Hälfte des Wasserreichs muss frei bleiben, damit das Gleichgewicht im Ökosystem nicht durcheinandergerät.

Winterfeste und nicht winterfeste Sumpfflora

Im Herbst sollten Sie alle Gewächse zurückschneiden, die nicht dekorativen Zwecken dienen. Dadurch verhindern Sie, dass sich im Wasser zu viele faulende Pflanzenteile befinden. Die meisten Vertreter der Sumpfflora überwintern ohne besonderen Schutz. Nicht frostfeste Sorten können Sie vorsichtig entnehmen und in Pflanzenkübeln an einem warmen, hellen Ort unterbringen.

Die Bepflanzung von Neuanlagen

Bei einer Neuanlage benötigt die Feuchtzone eine Grunddüngung mit einem mineralischen Vollpräparat. Mischen Sie dieses einfach in das Substrat oder in die Erde. Weiterer Einsatz von Dünger ist meistens nicht erforderlich. Bestimmte Pflanzenarten haben jedoch einen Mehrbedarf an Nährstoffen und erhalten diese durch spezielle Tabletten, die im Erdreich platziert werden. Manchmal kommt es vor, dass einige Exemplare der Wasserflora gelbe Blätter entwickeln oder blühfaul werden. In solchen Fällen können Sie ein wenig nachdüngen. Beachten Sie, dass zu viele Nährstoffe unerwünschtes Algenwachstum zur Folge haben können, und dosieren Sie die Menge besonders sparsam.

Das können Sie gegen Algen in der Sumpfzone tun

Bei diesen mitunter schädlichen Wasserorganismen werden zwei Gruppen unterschieden – die Schweb- und die Fadenalgen. Zu der ersten Kategorie zählen einzellige Algen, die das Wasser trübe und grünlich erscheinen lassen. Die anderen dagegen bilden hellgrüne, watteartige Strukturen auf der Oberfläche. Sie beide entziehen den übrigen Pflanzen Sauerstoff sowie Licht und fügen diesen somit auf Dauer immensen Schaden zu.

Wann Sie etwas gegen Algenbildung unternehmen sollten

Eine gewisse Algenbildung ist ein natürlicher Vorgang und kann toleriert werden. Trübt sich jedoch das Wasser und große Teppiche werden sichtbar, dann ist ein Eingreifen notwendig. Chemische Mittel sollten Sie als letzte Lösung in Betracht ziehen, da Sie das empfindliche Gleichgewicht des Biotops zerstören können. Fischen Sie die Algen immer wieder ab und versuchen Sie so, ihre Ausbreitung einzudämmen. Die herausgeholten Pflanzen können Sie auf den Kompost werfen und somit einen Nutzen aus der Plage erzielen. Hilft das Abfischen jedoch nicht, sollten Sie eine Wasseranalyse vornehmen und aufgrund der Ergebnisse Gegenmaßnahmen ergreifen.

Gründe für Algenwachstum

Für ein starkes Algenwachstum sind einige Gegebenheiten besonders förderlich. Dazu zählen starke Erwärmung, ein zu hoher Nährstoffgehalt und PH-Wert sowie eine große Wasserhärte. Letzteres können Sie durch das Einlegen von Säcken mit ungedüngtem Torf mindern. Zur Vorbeugung können Sie bestimmte Gewächse in der Sumpfzone platzieren, die den Algen Nährstoffe, Licht und Lebensraum entziehen. Wasserumwälzungen mittels einer Pumpe verhindern ebenfalls das Wachstum der schädlichen Gewächse, da sie sich in bewegtem Wasser nicht gut entwickeln können.

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