Tipps für die Suche nach einem gut erhaltenen VW-Käfer

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Darauf sollten Sie achten, wenn Sie einen gut erhaltenen VW-Käfer suchen

Der letzte VW Käfer rollte nach 65 Jahren Produktionszeitraum im Jahr 2003 von Band. Damit zählte der Käfer mit mehr als 21,5 Millionen verkauften Fahrzeugen Anfang dieses Jahrtausends zu den meistverkauften Autos der Welt. Der VW Käfer wurde zweitürig als Limousine oder Cabriolet hergestellt und war mit einem 4-Zylinder-Viertakt-Motor mit 18 bis 40 kW ausgestattet. Das Kultfahrzeug hat kein Vorgängermodell und auch der sehr ähnlich anmutende VW Beetle ist technisch nicht als Nachfolgemodell einzustufen. Der VW Käfer ist ein Unikat, eine Baureihe, die für sich steht. Wollen Sie sich einen Käfer bei eBay kaufen, sollten Sie auf einige Dinge achten, damit sie an dem beliebten Auto lange Freude haben.

Der größte Feind des VW Käfers ist der Rost

Fakt ist, dass es den Käfer innerhalb des langen Produktionszeitraumes in sehr vielen verschiedenen Varianten gab. Dennoch gibt es einige Konstruktionsmerkmale und auch Schwächen, die sich regelmäßig wiederfinden und bei einem Kauf mit erhöhter Aufmerksamkeit überprüft werden sollten. Der Käfer ist oft von Rost befallen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie sich das Auto daraufhin ganz genau ansehen. Die Karosserie und die Bodengruppe sollten Sie sorgfältig auf Rost hin inspizieren. Anfällig für Rost ist zum Beispiel die Mulde, in der das Reserverad untergebracht ist. Dieses befindet sich im vorderen Kofferraum, also ist es empfehlenswert, die Front des Autos zu öffnen und das Reserverad zu entnehmen. Die Fronthaube selbst ist ebenfalls rostanfällig. Weitere Schwachpunkte im Frontbereich sind die Radkästen, die in den Fußraum hinein rosten können. Lampentöpfe und Kotflügel vorn sind ebenfalls sehr anfällig.

Falls Sie mit dem Gedanken spielen, durchgerostete Kotflügel selber auszutauschen, sollten Sie wissen, dass es nicht ganz einfach werden könnte, die passenden Ersatzteile zu beschaffen. Mit ein wenig Glück könnten Sie jedoch auch bei eBay fündig werden. Trotzdem gilt: Je älter ein Modell ist, desto schwieriger wird die Ersatzbeschaffung der Kotflügel. Grund hierfür ist, dass die älteren Autos mit liegenden Scheinwerfern produziert wurden und deshalb die jüngeren Generationen nicht mehr als Kotflügel-Ersatzteillager dienen können.

Weitere beliebte Angriffspunkte für den Rost sind die Unterkanten der Türen und die Bereiche, die unter den Chromrahmen liegen. Wenn Sie das Auto auf Rost überprüfen, sollten Sie auf dem Fahrersitz und danach auch auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Beim Öffnen der Türen sollten Sie diese direkt auf Spielraum prüfen, gleichzeitig ist es empfehlenswert, die Fensterheber hinsichtlich der Gängigkeit auszuprobieren. Lassen sich die Fenster nicht dicht schließen, dringt sicherlich Wasser in den Innenraum ein, und dann hat das Auto ein grundsätzliches Dauerproblem mit Rost im Innenraum. Bei geöffneter Tür sollten Sie einen Blick auf die Schweller werfen. Die Seitenkanten der Trittbretter, die auf die Schweller angeschraubt sind, sind ebenfalls ein häufiger Angriffspunkt von Rost, weil sich an diesen Stellen leicht Wasser ansammeln kann. Die Trittbretter könnten Sie ebenfalls auf Qualität hin überprüfen. Das erfolgt mit einem gezielten Tritt auf das Anbauteil: Hören Sie ein Knirschen, befindet sich mit großer Wahrscheinlichkeit Rost darunter und ein Austausch des Trittbretts steht vermutlich an. Bei einem gut erhaltenen Käfer dürfte das allerdings nicht sein.

Die Rostprüfung im Innenraum eines VW Käfers

Unter den Fußmatten ist eine bevorzugte Sammelstelle für Wasser und deshalb ist es entsprechend rostanfällig. Deshalb sollten Sie die Bodenteppiche und Matten hochheben und nachsehen, ob alles trocken ist. Anschließend ist es ratsam, sich in den hinteren Bereich des Autos zu begeben. Nutzen Sie die Möglichkeit, die Rückbank hochzuklappen. Darunter befinden sich die hinteren Seitenschweller und der Batterieboden. Auch hier sollte alles trocken sein. Falls der Käfer, den Sie näher in Betracht ziehen, ein Faltdach oder ein Stahlkurbeldach aufweist – das für sich genommen eine Wertsteigerung darstellt und den Preis eines gebrauchten VW Käfers in die Höhe treibt – sollten Sie es ebenfalls genau untersuchen. Das Dach sollte dicht und funktionsfähig sein. Vergilbungen in der Regenabflussrinne oder Verfärbungen, Rostnester und andere schadhafte Stellen in der Falz zu den A-Säulen, sollten Sie aufmerksam werden lassen: Weder die Rinne noch die A-Säulen lassen sich auf lange Sicht sanieren. Sind diese Stellen schadhaft, kaufen Sie ein Dauerproblem ein, für das es keine zuverlässige Lösung gibt. Auch kritisch sind die Lüftungsschlitze im Heck, die sich bei Käfern ab dem Baujahr 1971 leicht mit Rost infizieren. Grund hierfür ist, dass dieser Bereich bauseits mit einem Schaum ausgefüllt wurde, der die Insassen vor Zugluft schützen sollte. Allerdings wies der Schaum eine hohe Absorptionsfähigkeit auf, die Feuchtigkeit speichert. Die gespeicherte Feuchtigkeit greift das Blech an und führt so zu massiven Rostschäden.

Kotflügel, Trittbretter und andere Schwachpunkte am Heck eines historischen VW Käfer

Im hinteren Bereich der Seitenteile zwischen Kotflügel, Trittbrett und Tür, treffen Sie auf einen Bereich, der bei fast jedem Käfer, der in einem aktuell guten Zustand ist, mindestens einmal grundlegend saniert wurde. Die Sanierung sollte jedoch professionell erfolgt sein und nicht, wie gelegentlich zu finden, per Spachtelmasse. Bei einem gut erhaltenen Käfer dürfen also die Probleme an diesen sensiblen Stellen nicht einfach mit Spachtelmasse überdeckt worden sein. Vielmehr sollte solides Metall die Schwachstelle komplett sanieren. Ein Tipp als Schnelltest: Nehmen Sie einen Magneten mit und probieren Sie aus, ob dieser hängen bleibt. Fehlt der Magnetismus, wurde gespachtelt.

Der Heckstoßfänger im hinteren Radkasten ist ebenfalls eine häufige Angriffsstelle für Rost, genauso wie Drehstabdeckel und Verstärkungsbleche. Prüfen Sie auch hier mit dem Magneten, ob unter der eventuell vorhandenen Lackierung Metall oder Spachtelmasse sitzt.

Mit einem historischen VW Käfer auf der Hebebühne

Ebenso wichtig, wie die sichtbaren Teile am VW Käfer, ist die Bodengruppe. Um diese einschätzen zu können, müssen Sie sich unter das Fahrzeug begeben, was am besten auf einer Hebebühne oder einer Grube in einer Werkstatt möglich ist. Notfalls können Sie das Fahrzeug auch mit dem Wagenheber aufbocken und sich darunter legen. Wie auch immer Sie vorgehen, Sie sollten die Bodengruppe unter allen Umständen prüfen. Wie Sie feststellen, ob es sich bei ausgebesserten Stellen um Spachtelmasse oder solides Metall handelt, wissen Sie inzwischen: Sie machen den Magnettest. Bei der Prüfung des Unterbodens sollten Sie sich die Reserveradmulde ansehen. Das haben Sie zwar bereits ganz am Anfang Ihres Checks gemacht, als Sie den Bereich unter der Fronthaube begutachtet haben, jedoch können Sie jetzt zusätzlich feststellen, ob die Radmulde von unten schadhaft ist. Danach ist es empfehlenswert, die Vorderachse an der Verbindung zu den Achsrohren zu prüfen. Bei Modellen ab der 1200er-Serie – das sind Käfer, die mit einem so genannten VW-1200-Motor ausgestattet sind - ist diese Stelle überdurchschnittlich oft beschädigt. Findet erst der TÜV-Prüfer ein Mangel an der Achse, kann das sehr teuer für Sie werden. Falls am, hinter der Achse liegenden, Rahmenkopf geschweißt wurde, was bei einem älteren Käfer zu erwarten ist, sollten die Arbeiten sehr sorgfältig ausgeführt worden sein. Auch hier kontrolliert später der TÜV ganz genau und kann die Plakette verweigern, wenn die Qualität der ausgeführten Schweißarbeiten nicht stimmt.

Weiterhin zu erwarten wäre bei einem gut restaurierten Fahrzeug, dass die Unterseite der Schweller saniert und frei von Rost ist. Ebenso sollte der Bereich über der Drehstabfederung, an der die Schläuche zur Beheizung des Innenraums hindurch führen, ohne Tadel sein. Dort liegen nämlich drei Bleche übereinander, die im Falle von Rostfraß nicht ohne weiteres auszutauschen sind. Der Durchgang zum Innenraum sollte also sauber und trocken sein.

Die Innenausstattung des VW Käfers sollte in einem Stil sein

Wenn der Zustand sämtlicher Karosserieteile stimmt und in Sachen Rost wenig auszusetzen ist, haben Sie einen der wichtigsten Punkte abgeprüft, mit dem die Einschätzung eines gut erhaltenen Käfers steht und fällt. Weniger elementar, aber für den Eindruck enorm wichtig ist die Innenausstattung. Hier gilt eine Faustregel: Sie sollte in einem ordentlichen Zustand sein und insgesamt zusammenpassen. Die Sitze sollten aus dem Baujahr des Fahrzeugs stammen, der Schacht für das Radio sollte die Originalgröße aufweisen und nicht für den Einbau moderner Musikanlagen verändert worden sein. Ein weiteres Merkmal sind die gut erhaltenen Originalanzeigen, wie das Tacho und die Tankuhr. Kritisch wird es schon, wenn das Fahrzeug in der Armatur nachträglich eingesägte Schächte aufweist, die nicht originalen Zusatzinstrumenten Platz bieten sollen. Zugegeben, es ist nicht einfach, Originalzubehör und Interieur für ein bestimmtes Baujahr zu bekommen, auch bei eBay müssen Sie einige Zeit suchen, bis Sie Erfolg haben werden. Doch eine unbedacht durchgeführte Sanierung unter Nutzung nicht zeitgemäßer Bauteile zerstört den Gesamteindruck eines Originalkäfers nachhaltig. Eine praktikable Alternative ist dann, sich auf Fotos die originale Ausstattung anzusehen und diese professionell nachzubauen, sei es bei den Sitzbezügen oder der Türbespannung. Der Mehraufwand lohnt sich und sollte für einen VW-Liebhaber fast selbstverständlich sein.

Motoren und Elektrik bei einem VW Käfer

Die Motoren des VW Käfers haben schon fast einen unheimlichen, legendären Ruf. Zuverlässigkeit steht hier ganz oben auf der Liste. Einige Schwachstellen weisen jedoch auch diese Urgesteine auf: Die luftgekühlten Vierzylindermotoren sind anfällig für Hitzeprobleme. In einem originalen Käfer wird es nicht richtig warm und so kommt es, dass viele alte Modelle nur in den Sommermonaten angemeldet und gefahren werden, und das gilt nicht nur für einen Käfer Cabrio. Wollen Sie den Käfer rund ums Jahr einsetzen, ist es vertretbar, einen funktionierenden Wärmetauscher in den VW einzubauen, wenn er nicht ohnehin schon vom Vorbesitzer installiert wurde. Das Bauteil ist zwar nicht original, unterstützt jedoch die Nutzbarkeit des Autos. Weist der ausgewählte Käfer einen Wärmetauscher auf, sollten die Heizbirnen intakt sein. Ansonsten ist zu erwähnen, dass ein Käfer gelegentlich mit Ölfeuchtigkeit zu kämpfen hat, allerdings darf der Motor nicht tropfen. Das Getriebe sollte leichtgängig sein und bei einer Probefahrt sollten Sie, insbesondere beim Schalten vom zweiten in den dritten Gang, darauf achten, ob es hier zu Problemen kommt. Bemerken Sie bei der Fahrt Spiel in den Hinterachsen, könnte das eine aufwändige Reparatur nach sich ziehen. Spiel in den Vorderachsen ist jedoch bauseits vorgeschrieben. Einstellungen lassen sich von einem Fachbetrieb problemlos vornehmen.

Die Elektrik im Käfer gilt ebenfalls als haltbar. Trotzdem sollten Sie Folgendes wissen: Autos, die vor 1967 gebaut wurden, sind mit sechs Volt ausgestattet. Das führt zu einer sehr schwachen Beleuchtung, die nicht verkehrssicher ist. Wollen Sie den Käfer im Straßenverkehr bei Dunkelheit und Regen bewegen, kommen Sie nicht umhin, die Umrüstung auf 12 Volt vorzunehmen oder beim Kauf eines Käfers darauf zu achten, dass die elektrische Ausstattung bereits die erforderlichen 12 Volt aufweist. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, steigen Ihre Chancen, einen gut erhaltenen Käfer bei eBay zu finden.

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