Tipps für die Auswahl des richtigen NTBA-Geräts

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Tipps für die Auswahl des richtigen NTBA-Geräts

Ratgeber: Das sollten Sie vor dem Kauf eines NTBA-Gerätes wissen

Das Netzabschlussgerät bei einem ISDN-Basisanschluss bezeichnet man als NTBA (Network Termination for ISDN Basic rate Access oder Network Termination Basisanschluss). Damit erfüllt ein NTBA im Grunde die gleiche Aufgabe wie früher eine Telefonanschlussdose bei analogen Telefonanschlüssen. Es stellt für ISDN-Endgeräte die Verbindung zum Kommunikationsnetz dar.

Vor dem Kauf eines NTBA-Gerätes sollte man sich ein wenig mit den Aufgaben, Eigenschaften und Funktionen dieser Technik auseinandersetzen. Dieser Ratgeber versorgt Sie mit Hintergrundwissen und hält einige wertvolle Tipps bereit. Das erleichtert eine fundierte Kaufentscheidung.

Die unterschiedlichen Netzabschlussarten

Der Netzanschluss selbst gehört zum Kabelnetz des Netzbetreibers. An diesem Punkt kann der Teilnehmer jedes beliebige Endgerät anschließen, das für die jeweilige Netzabschlussart geeignet ist. Im Telekommunikationsnetz sind unterschiedliche Netzabschlussarten bekannt. Dazu gehören:

  • der analoge Teilnehmeranschluss,
  • der ISDN-Anschluss,
  • der Datenanschluss und
  • der Mobilfunk.

Beim analogen Telefonanschluss bezeichnet man den Netzabschluss als NTA (Network Termination analog). Vom NTA aus werden eine oder mehrere analoge Telefonanschlussdosen in Haus oder Wohnung mittels Anschluss- oder Verbinderdosen angeschlossen.

Bei ISDN-Anschlüssen gibt es neben dem NTBA, das für den Basisanschluss zuständig ist, noch weitere Netzabschlüsse. Das sind im Einzelnen:

  • NTPM: Der Netzabschluss für einen ISDN-Primärmultiplexanschluss. Hier gibt es zwei Varianten, von denen eine für Telefonleitungen aus Kupfer, die andere für Glasfaserkabel geeignet ist.
  • NTBIBA (Network Termination for Bilingual Basic Access): Diesen Netzabschluss benötigen Sie, wenn Sie noch über einen nationalen ISDN-Anschluss verfügen. Er stellt sicher, dass an jedem Euro-ISDN-Anschluss (Standard für Basisanschlüsse) auch noch Endgeräte des inzwischen nicht mehr gebräuchlichen 1TR6-ISDN betrieben werden können.

Kauftipp: Wenn Sie nicht sicher sind, ob ältere Telefone oder Faxgeräte, die Sie noch über ein neues NTBA-Gerät anschließen möchten, dem neuen Euro-ISDN-Standard entspricht, prüfen Sie das anhand der Bedienungsanleitung oder auf der Webseite des jeweiligen Herstellers. Wenn keine eindeutige Zuordnung möglich ist, sollten Sie anstelle des normalen NTBA-Gerätes ein NTBIBA-Gerät anschaffen. Es beherrscht beide Protokolle und schaltet damit Verbindungsschwierigkeiten aus.

Fernwartung des NTBA-Gerätes

Anders als die angeschlossenen Endgeräte gehört das NTBA zum Kabelnetz. Deshalb sind von vornherein bestimmte Fernwartungsfunktionen eingebaut. Das erleichtert es dem Netzbetreiber, die einwandfreie Funktion des NTBAs und der entsprechenden Leitungen zu überprüfen, ohne dass ein Servicemitarbeiter zum Kunden geschickt werden muss.

Übrigens: Am NTBA hört auch die Verantwortung des Netzbetreibers für die Betriebsfähigkeit auf. Für Fehlfunktionen, die hinter dem NTBA zustande kommen, ist der Teilnehmer zuständig.

Die beiden wichtigen Schnittstellen beim NTBA

Beim Basis-ISDN-Anschluss, für den ein NTBA benötigt wird, gibt es zwei wichtige Schnittstellen. Diese beiden miteinander zu verbinden und eine Kommunikation überhaupt erst möglich zu machen, ist die Hauptaufgabe des NTBA-Gerätes. Die sogenannte UK0-Schnittstelle gehört zum Kabelnetz, die S0-Schnittstelle – häufig auch S0-Bus genannt – ist die Schnittstelle für die Teilnehmerseite.

Die UK0-Schnittstelle verfügt über zwei Nutzkanäle, die sogenannten B-Kanäle: einen Signalisierungskanal (D-Kanal) sowie einen Kanal für Servicezwecke, der als Maintenance bezeichnet wird. Über diesen Servicekanal kann die örtliche Vermittlungsstelle des Netzbetreibers anhand von Steuersignalen prüfen, ob das NTBA einwandfrei arbeitet und ob die Leitungsqualität ausreichend ist. Dabei wird auch die Bitfehlerhäufigkeit gemessen.

Übrigens: Das U steht für den jeweiligen Referenzpunkt der Schnittstelle, das K bezeichnet Kupfer als Leitungsmaterial, und die Null bezieht sich darauf, dass es sich um einen ISDN-Basis-Anschluss handelt.

Der S0-Bus

Der S0-Bus ist zuständig für die hausinterne Verkabelung und verbindet das NTBA-Gerät mit den jeweiligen Endgeräten. Er arbeitet im Vollduplex-Betrieb. Das heißt, Daten können gleichzeitig in beide Richtungen übertragen werden.

Achtung: Bei einem ISDN-Basis-Anschluss unterscheidet man grundsätzlich zwei Anschlussarten:

Hier verbindet der S0-Bus mehrere Endgeräte gleichzeitig mit dem NTBA. Dieses Verfahren wird auch als Point-to-Multipoint bezeichnet. Der Bus kann eine Entfernung von bis zu 150 Metern störungsfrei überwinden und maximal zwölf ISDN-Anschlussdosen verarbeiten. Allerdings dürfen nicht mehr als acht ISDN-Geräte gleichzeitig aktiv sein und nur vier Geräte können unmittelbar durch das NTBA mit Strom versorgt werden. Alle weiteren Endgeräte benötigen zusätzlich eine eigene Stromversorgung.

Wird der ISDN-Basis-Anschluss als Anlagenanschluss ausgeführt, darf an das NTBA nur ein einziges Endgerät angeschlossen werden. Das ist in diesem Fall üblicherweise eine Telefonanlage mit Durchwahlrufnummern.

Kauftipp: Überlegen Sie rechtzeitig, ob Sie mit Einzelgeräten oder mit einer Telefonanlage arbeiten werden. Günstige ISDN-Telefonanlagen bieten Ihnen eine Reihe von Vorteilen. Sie können zum Beispiel auch als kostenloses Haustelefon genutzt werden. Außerdem lassen sich so interne Verbindungen und Weiterleitungen problemloser lösen.

Entsprechend dieser Vorauswahl müssen Sie beim Kauf des NTBA-Gerätes dann darauf achten, ob es für einen Anlagenanschluss oder die Point-to-Multipoint-Verbindung geeignet ist. Hinweise dazu finden Sie in den detaillierten Produktbeschreibungen oder auf der Webseite des Herstellers.

Die S0-Bus-Typen unterscheiden sich nach ihrer Verkabelung

Grundsätzlich kommen für ein NTBA drei verschiedene Bus-Typen infrage.

  • Kurzer passiver Bus: Das ist die übliche Variante für einen Mehrgeräteanschluss mit einer maximalen Entfernung von 150 Metern zwischen NTBA und Endgeräten.
  • Erweiterter passiver Bus: Dieser Bus ist mindestens 100 und maximal 500 Meter lang. Endgeräte dürfen hier ausschließlich auf den letzten 50 Kabelmetern angeschlossen werden. Der erweiterte passive Bus kann mit 12 Anschlussdosen verbunden werden, erlaubt aber maximal vier gleichzeitig aktive Endgeräte. Auch dieser S0-Bus-Typ wird beim Mehrgeräteanschluss verwendet.
  • Langer passiver Bus: Hierbei handelt es sich um einen Punkt-zu-Punkt-Anschluss, der eine Entfernung zwischen NTBA und Endgeräten von maximal 1.000 Metern überbrücken kann. In der Regel wird dieser Bus-Typ für Anlagenanschlüsse verwendet. Vereinzelt kann er aber auch bei Mehrgeräteanschlüssen vorhanden sein.

Interner oder externer SO-Bus – darauf sollten Sie achten

Bei einem Anlagenanschluss unterscheidet man den S0-Bus im NTBA nach einer internen und einer externen Version. In einem Home Office mit einer kleinen Telefonanlage wird zum Beispiel häufig ein externer S0-Bus verwendet. Hier wird der S0-Bus aus dem NTBA durchgeschleift, Gespräche werden über die Vermittlungsstelle des Netzbetreibers abgewickelt.

Vorsicht: Bei einem externen S0-Bus in Ihrem NTBA sind kostenlose hausinterne Gespräche nicht möglich. Da hier alle Gespräche und Verbindungen über die Vermittlungsstelle laufen, fallen auch für Telefonate der Teilnehmer untereinander über die Telefonanlage Gebühren an.

Des Weiteren zu berücksichtigen ist, dass ein externer SO-Bus beide B-Kanäle benötigt. Damit können keine zwei Gespräche parallel geführt werden.

Wesentlich günstiger und deshalb auch eher zu empfehlen ist also ein interner S0-Bus, wie er bei den meisten Telefonanlagen – auch im privaten Bereich – angeboten wird. Hier übernimmt die eigene Telefonanlage die Aufgaben der Vermittlungsstelle. Solange keine Verbindung zum öffentlichen Telefonnetz aufgenommen wird, sind Gespräche gebührenfrei. Außerdem wird jeweils nur ein B-Kanal belegt, sodass parallele Telefonate von zwei verschiedenen Geräten problemlos möglich sind.

Stromspannung, Notstrom und mehr – die Energieversorgung von NTBA und Endgeräten

In einem NTBA ist ein Netzteil eingebaut, das bis zu vier angeschlossene Endgeräte mit Strom versorgen kann, der eine Spannung von 40 Volt bereitstellt. Die Leistungsabgabe des Netzgerätes im NTBA liegt im Normalbetrieb bei maximal 4,5 Watt, im Notbetrieb bei maximal 0,4 Watt.

Das NTBA selbst erhält seine Speisespannung von etwa 96 Volt per Fernspeisung über die UK0-Schnittstelle aus der Vermittlungsstelle.

Übrigens: Analoge Anschlüsse erhalten eine Speisespannung von maximal 60 Volt. So kann allein durch die Messung der Leerlaufspannung einer Telefonleitung festgestellt werden, ob es sich um einen analogen oder einen ISDN-Telefonanschluss handelt.

Wenn das NTBA nicht an das normale Stromnetz angeschlossen wird, schaltet es in den Notbetrieb um. Dann erzeugt die UK0-Schnittstelle die notwendige Speisespannung für den S0-Bus, wechselt dabei aber die Polarität.

Kauftipp: Achten Sie beim Kauf von ISDN-Endgeräten, die an das NTBA angeschlossen werden sollen, unbedingt darauf, dass es sich um notspeiseberechtigte Telefone handelt. Diese erkennen den Polaritätswechsel automatisch und können im Notbetrieb mit eingeschränkten Funktionen weiter verwendet werden.

Achtung: Nicht notspeiseberechtigte Telefone funktionieren nicht, wenn das NTBA in den Notstrom-Modus umschaltet.

Das gilt übrigens nur für Geräte, die nicht über eine eigenständige Stromversorgung verfügen. Telefonanlagen, ISDN-Karten im PC und Telefone mit eigenem Netzteil funktionieren auch im Notbetrieb des NTBA-Gerätes einwandfrei.

Hinweis: Wenn Sie ausschließlich Geräte mit eigener Stromversorgung verwenden, ist es nicht notwendig, das NTBA mit dem Stromnetz zu verbinden. Das spart Energiekosten.

Ein paar Worte zur Sicherheit

Ein NTBA sorgt nicht dafür, dass Telefonleitungen abhörsicher sind. Im Prinzip kann also jede Telefon- oder Datenverbindung von jeder zum NTBA gehörenden Anschlussdose mitgehört werden. Das liegt daran, dass die Daten nicht durch das NTBA verschlüsselt werden. Mithilfe einer angeschlossenen ISDN-Karte können die Verbindungsdaten erfasst und gespeichert werden. Dazu sind allerdings spezielle ISDN-Karten notwendig, die in der Lage sind, auch auf den Sendeadern Daten zu empfangen.

In den meisten Fällen wird das NTBA vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt, da es als Netzabschluss zum Kabelnetz gehört. Hier kann man relativ sicher sein, dass es für den eigenen ISDN-Basis-Anschluss passend ausgelegt ist.

Wenn Sie jedoch selbst ein NTBA-Gerät kaufen wollen, wissen Sie nun durch diesen Ratgeber, worauf Sie bei der Auswahl achten müssen. Dabei geht es nicht nur um das NTBA, sondern auch um die Art des ISDN-Anschlusses und die Auswahl der gewünschten Endgeräte. Diese sollten dem Euro-ISDN-Protokoll entsprechen und entweder über einen eigenen Stromanschluss verfügen oder notstromberechtigt sein.

Achtung: Bei einem ISDN-Anlagenanschluss kann zusätzlich vor der Anlage ein eigenständiges ISDN-Telefon direkt an die ISDN-Leitung angeschlossen werden. Das ist immer dann sinnvoll, wenn zum Beispiel für ein Home Office ein komplett eigenständiger Telefonanschluss gewünscht wird. Außerdem hat das den Vorteil, dass bei einem kompletten Ausfall des NTBA-Gerätes oder bei Fehlern in der Telefonanlage immer noch eine Telefonverbindung genutzt werden kann.

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