Tipps für den Wechsel der Federung bei der XT 500

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Tipps für den Wechsel der Federung bei der XT 500

Sogenannte Enduros sind heute ein gewohntes Straßenbild, selbst wenn die Maschinen eigentlich eher für das Gelände konzipiert wurden. Allerdings sind Enduros nicht nur für Offroad-Strecken, sondern auch für die Straße ausgelegt. Tatsächlich könnte eine Enduro am besten als einer Geländemaschine inklusive Straßenzulassung bezeichnet werden.

Aufgekommen ist der Begriff übrigens erst Ende der 1970er Jahre, als Suzuki den Tank seiner damaligen XT 500 mit der Bezeichnung versah. Abgeleitet wurde das neue Wort aus dem Englischen von „endurance" (gleich „Ausdauer") sowie dem spanischen Wort „duro" für „hart". Wenn man es genau nimmt, gilt die Yamaha XT 500 sogar als erste Enduro der Welt, die in Großserie produziert wurde.

Heute gilt das Modell mitunter sogar schon als Klassiker, das jedoch trotzdem kaum vor Verschleiß gefeit ist. Typisch Enduro trifft es hier vor allem die Federung der Yamaha XT 500. Alles zur japanischen Maschine und vor allem zu besagter Federung folgt in diesem Ratgeber.

Yamaha XT 500: die offiziell erste Enduro der Welt

Nach der Premiere der XT 500 anno 1976 in Marrakesch kam die Enduro schon bald auf den Markt. Die Basis der Geländemaschine stellte die Yamaha TT 500, welche der japanische Hersteller speziell für den US-Markt als eine Art „Spaßmodell" ohne jedes Extra entwickelt hatte. Daher war die TT 500 eine eher spartanische Version und beispielsweise weder mit Blinkern noch einem Tacho versehen, womit die Enduro hierzulande natürlich nicht auf der Straße betrieben werden durfte.

Yamaha rüstete die entsprechenden Teile daher nach, änderte außerdem ein paar kleinere Details, womit die „neue" XT 500 geboren war. 1977 kam die XT 500 nach Deutschland, wobei schon 1976 gut 200 Modelle den Weg in die Bundesrepublik fanden. Die offiziellen Fahrzeuge zeigten daher ebenfalls einige Änderungen, beispielsweise war die Leistung zugunsten einer günstigeren Versicherungsklasse von 24 kW/33 PS auf nur noch 20 kW oder 27 PS bei 34,4 Nm maximalem Drehmoment gedrosselt. Zur Reduzierung der Geräuschkulisse war die deutsche Variante der Yamaha XT 500 zudem mit einer anderen Auspuffanlage versehen.

Zahlen und Fakten: einige Daten zur Yamaha XT 500

Für Yamaha entpuppte sich die XT 500 jedenfalls als Verkaufsschlager. Allein in Deutschland wurde die Enduro über 25.000 Mal verkauft. Als Motor war in der Geländemaschine ein Einzylinder-Viertakter verbaut, der auf 499 Kubikzentimeter und 84 Millimeter Hub kam. Bei 2,20 Metern Länge und 1,13 Metern Breite brachte es die Yamaha XT 500 auf 141 Kilogramm Leergewicht, mit vollem 8,5-Liter-Tank und dem typischen Bordwerkzeug auf 155 Kilogramm. Die elektrische Anlage leistete anfangs lediglich sechs Volt, wurde 1985 allerdings auf zwölf Volt erhöht.

Als Höchstgeschwindigkeit galten schließlich 135 Stundenkilometer, was einer typischen Enduro – Stichwort Offroad – genügen sollte. Dafür besaß die Yamaha XT 500 eine Bodenfreiheit von 240 Millimetern, allerdings unbelastet und somit ohne Fahrer, Sozius und eventuellem Gepäck. Und insbesondere im offenen Gelände abseits jeder befestigten Straße wusste die Yamaha XT 500 von Anfang an zu überzeugen.

Erfolgreicher Sportler: die Yamaha XT 500 als Rallye-Sieger

Tatsächlich entpuppte sich die japanische Enduro schnell als erfolgreicher Sportler. 1978 unternahm beispielsweise Extremfahrer Peter Falb eine Tour, welche ihn auf der Yamaha XT 500 16.000 Kilometer durch Nordafrika und einmal quer durch die Wüste Sahara führte. Jene Wüste sollte die Yamaha XT 500 sogar öfter erleben. Bei der ersten Austragung der legendären Rallye Paris Dakar anno 1978/1979 konnte die Yamaha XT 500 mit Cyril Neveu prompt gewinnen, ein Jahr später gelang der zweite Triumph.

Danach musste Yamaha bis Anfang der 1990er auf einen dritten Sieg bei der Wüstenrallye warten, wobei die XT 500 zu diesem Zeitpunkt schon außer Produktion war. Tatsächlich wurde die Fertigung der Enduro seitens Yamaha 1989 beendet, was der Beliebtheit der Geländemaschine aber kaum einen Abbruch tat. Frühere Baujahre der Yamaha XT 500 gelten sogar bereits als sogenannte Klassiker oder Oldtimer, was der hiesige TÜV – bei Originalität und entsprechender Pflege – mit dem speziellen H-Kennzeichen und das Finanzamt mit einem pauschalen Steuersatz würdigt.

Ein fester Tritt: Vorsicht vor dem Kickstarter der XT 500

Trotzdem hatte die Yamaha XT 500 ihre Macken, was besonders heutige „Neukäufer" interessieren sollte. Versehen war die Maschine nämlich noch mit einem damals typischen Kickstarter, der allerdings etwas viel „Kraft" besaß. Angeblich zeigte dieser Kickstarter einen derart heftigen Rückschlag, dass es mehrere gebrochene Waden sowie Schienbeine gegeben haben soll. Wirklich belegt scheinen diese Brüche zwar nicht, trotzdem sollten Sie den Kickstarter mit Vorsicht handhaben.

Ansonsten galt die Yamaha XT 500 als robust und ebenso zuverlässig. Der XT-500-Motor wurde beispielsweise in leicht modifizierter Version auch in der späteren Yamaha SR 500 verbaut. Die Straßenmaschine basierte sogar selbst auf der Enduro, was ihre Qualität zusätzlich unterstreichen sollte. Dank jener SR 500 durfte die Yamaha XT 500 zudem später wieder auf die ursprünglichen 33 PS aufgerüstet werden, eine Drosselung war aufgrund einer neuen Begutachtung entsprechender Teile nicht mehr nötig.

Gut gepolstert: warum die Federung bei einem Motorrad wichtig ist

Eine Besonderheit der japanischen Enduro war die Federung des Motorrads. Im Gegensatz zu einigen anderen DT-Modellen setzte die Yamaha XT 500 nicht auf die typische Cantilever-Federung, sondern auf ganz normale Stereo-Federbeine konventioneller Art. Trotzdem wusste die Yamaha mit ihren hohen XT-Federbeinen zu überraschen, denn mit 195 Millimetern zeigte das Motorrad einen recht großen Federweg – für damalige Zeiten.

Den Qualitäten der Maschine im offenen Gelände kam die großzügige Auslegung selbstredend zugute, andererseits fördert permanenter Offroad-Gebrauch natürlich den Verschleiß. Beim Kauf einer Yamaha XT 500 gilt daher den Federbeinen eine besondere Beachtung.

Mal etwas Anderes: die Federung der Yamaha XT 500

Als typische Verschleißteile halten die Federbeine selbstredend nicht ewig, worauf der Fahrer allerdings einigen Einfluss nehmen kann. Einer Maschine, die öfter im Gelände bewegt wurde, sollten Käufer jedenfalls genauer auf die Federbeine schauen, denn billig sind entsprechende Ersatzteile nicht gerade. Tatsächlich kostet ein entsprechender Satz Enduro-Federbeine schnell einige Hundert Euro, weswegen eine Suche im Internet lohnt.

Obendrein kommt es auf Marke und Hersteller an, weswegen ein Vergleich der neuen Federbeine sogar einige Hundert Euro sparen kann. Greifen Sie daher nicht zum erstbesten Angebot, sondern schauen sie sich verschiedene Offerten an. Obendrein sind spezielle Börsen oder Auktionsportale sinnvoll, wo selbst hochwertige Neuware meist deutlich günstiger feilgeboten wird.

Gut gefedert: wie Sie die passenden Federn für eine XT 500 finden

In der Praxis dürfte es schließlich kaum schwierig sein, die passenden Federn für Ihre Yamaha XT 500 zu finden. Zuerst gehen Sie nach Hersteller und Modell – ergo Yamaha und XT 500 – vor, das Baujahr dürfte zunächst weniger wichtig sein. Wobei in puncto Originalität das Baujahr durchaus interessant ist. Erfüllt Ihre Yamaha XT 500 nämlich die Voraussetzungen für das H-Kennzeichen, sind unter Umständen Originalteile bzw. Originalnachbauteile nötig.

Eine Original-Federung des Motorrads dürfte für den Erhalt eines solchen Oldtimer-Kennzeichens zwar nicht nötig sein, doch eine vorherige Anfrage etwa beim TÜV schadet sicherlich ebenfalls nicht. Anders sieht es bei Teilen wie der Elektrik, den Lampen, Rädern oder sogar dem Tank und der Sitzbank aus. Diese Teile müssen original oder zumindest fachmännisch restauriert sein. Sollten Sie über Hersteller und Modelltyp keine passenden Federn finden, nutzen Sie Ihren Zulassungsschein.

Wichtig: warum Sie bei neuen Federn auf die ABE achten sollten

Diese hält Ihnen unter den Punkten 2.1 sowie 2.2 zwei Codes bereit, welche Hersteller und Modell verraten. Anhand dieser Codes, den sogenannten Schlüssel- oder KBA-Nummern, wird Ihnen jede Suchmaske die richtigen Ersatzteile nennen. Kurzum: Allein mit diesen Nummern können Sie nichts falsch machen und keinen Fehlkauf tätigen. Zu finden sind die Nummern übrigens ganz oben hinter dem Datum der Erstzulassung.

Wichtig beim Kauf neuer Federbeine ist zudem die ABE, die Allgemeine Betriebserlaubnis. Ohne diese ABE sind die neuen Federn nicht zugelassen, was einen Besuch bei einer entsprechenden Prüforganisation wie dem TÜV zur Pflicht macht. Mit einer ABE müssen Sie hingegen nicht beim TÜV vorbeifahren und können die Federn ohne Bedenken in die Yamaha XT 500 einbauen. Sollten Sie wiederum ohne ABE und TÜV-Gutachten unterwegs sein, droht Ihnen bei einer möglichen Verkehrskontrolle die Stilllegung des Motorrads. Obendrein werden Sie wohl mit einem Bußgeld belegt und eventuell sogar mit einigen Punkten in Flensburg.

Montage: Kann die Federung der XT 500 selbst gewechselt werden?

Ob Sie nun allein die Federn oder die kompletten Federbeine wechseln, der Austausch der Bauteile ist recht ähnlich und von jedem halbwegs versierten Schrauber selbst vornehmbar. Demontieren Sie einfach eine Seite des Federbeins, schrauben Sie das entsprechende Ersatzteil an und wiederholen Sie den Vorgang auf der anderen Seite des Bauteils. Danach tauschen Sie auf die gleiche Weise das andere Federbein, womit der Austausch tatsächlich schon abgeschlossen ist.

Wichtig ist, dass Sie jeweils eine Seite komplett wechseln und nicht die Federbeine auf beiden Seiten gleichzeitig lösen. In dem Fall würde Ihre XT 500 sprichwörtlich zusammenbrechen bzw. mit dem Schutzblech auf den Reifen treffen. Tauschen Sie daher die Federbeine nacheinander und niemals gleichzeitig.

Die Yamaha XT 500 gilt wie gesagt als recht robust und einfach, weswegen diese Reparaturen weder schwierig noch zeitaufwendig sind. Daher dürfte die XT 500 auch ihre direkten Nachfolger wie die Yamaha XT 550 oder die Yamaha XT 600 mehr oder weniger deutlich überlebt haben. Ob Ihre XT 500 übrigens als Oldtimer gilt, entscheidet das Baujahr. Für das H-Kennzeichen ist eine Erstzulassung nötig, die mindestens 30 Jahren zurückliegt.

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