Tipps für den Kauf von antiquarischen Versandhauskatalogen

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Tipps für den Kauf von antiquarischen Versandhauskatalogen

Wenn Sie sich für die Vergangenheit interessieren und dabei besonderen Wert auf die Erkundung vergangener Lebenswelten legen, liegen Sie mit antiquarischen Versandhauskatalogen richtig. Diese oft aufwendig gestalteten Druckerzeugnisse zeigen mit einem Seitenumfang, der zwischen zwölf und mehreren Tausend Seiten liegt, was im damals aktuellen Jahr in Mode war. So kann ein antiker Versandhauskatalog auch ein wichtiges Stück (nicht nur) für Katalogsammler sein. Auch wer sich für bestimmte Gegenstände und ihre Geschichte interessiert – beispielsweise für antike Spielzeuge, historische Elektrogeräte oder alte Bekleidung – kann hier viele spannende Eindrücke erhalten. Antike Versandhauskataloge aus unterschiedlichen Zeiten der Vergangenheit können Sie auch heute noch problemlos erwerben. Allerdings kann die Orientierung in der großen Menge an Angeboten schon einmal schwerfallen. Falls Sie sich eine Unterstützung bei der Suche nach den für Sie passenden Objekten wünschen, können Sie den hier vorliegenden Einkaufsratgeber nutzen. Er bietet ihnen viele Hintergrundinformationen zum Thema Versandhauskataloge. Darüber hinaus hält er zahlreiche Tipps für den Kauf historischer Versandhauskataloge für Sie bereit. Ihre Kaufentscheidung können Sie auf diese Art und Weise auf einer wesentlich fundierteren Basis treffen.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Geschichte des Versandhauskatalogs

Der erste Schritt für die gezielte Auswahl von Antiquitäten ist die Beschäftigung mit der Geschichte der Gegenstände. Bei antiquarischen Versandhauskatalogen handelt es sich ebenfalls um Antiquitäten oder zumindest um Ausgaben der Kataloge, die heute nicht mehr hergestellt werden. Werfen Sie einen Blick auf die Geschichte der Bestellkataloge, so werden Sie auf einige wichtige Fakten rund um den Versandhandel stoßen.

Die Geburtstunde des Versandhauskatalogs

Der erste Versandhauskatalog wurde im Jahr 1872 von Aaron Montgomery Ward in den USA als neue Vertriebsform eingeführt. Mehr als ein Jahr darauf, im Jahr 1888, kam dann auch die Konkurrenz in Person von Richard Warren Sears mit einem ähnlichen Konzept auf den Markt.

Auch in Deutschland mussten die Menschen nicht lange auf die Einführung des praktischen Bestellsystems warten. Die ersten Warenkataloge von Ernst Mey, die 1886 erschienen, gelten als die ersten Versandhauskataloge in Deutschland. Während hier vor allem landwirtschaftliche Produkte zum Kauf angeboten wurden, folgten schon kurze Zeit später viele weitere Kataloge anderer Anbieter. Vom Fahrradversandhandel des August Stukenbrok Einbeck, auch bekannt als ASTE-Katalog, bis hin zu Baur, Klingel oder Quelle kamen in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Versandhandelsbieter auf den deutschen Markt. Bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg hatten sich schon viele Anbieter in diesem Marktsegment etabliert, von denen einige auch in der Nachkriegszeit ihre Geschäfte wieder aufnahmen.

Verkaufsboom in der Nachkriegszeit

Darüber hinaus entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg mehrere große Versandhäuser, die sich sehr erfolgreich positionieren und die Bürger der jungen BRD mit Waren versorgen konnten. Waren in rauen Mengen begeisterten damals Jung und Alt und die Versandhauskataloge erfreuten sich insbesondere zur Zeit des Wirtschaftswunders einer sehr großen Beliebtheit.

Versandhauskataloge heute

Erst mit der weiten Verbreitung von Internetzugängen in Privathaushalten und dem daraus resultierenden Boom von Onlinebestellungen ging die starke Position der Versandhauskataloge nach und nach verloren. Noch heute können Sie zwar diverse Kataloge von Anbietern beziehen und auch noch klassisch per Post bestellen. Ihre Bedeutung ist allerdings angesichts der multimedialen Warenpräsentationsmöglichkeiten in den Onlinemedien stark zurückgegangen.

Lernen Sie die einzelnen Herausgeber von historischen Versandhauskatalogen kennen

Haben Sie bereits mehr über die Geschichte der Versandhauskataloge erfahren, so wird es Ihnen sicherlich leichter fallen, Ihre Wahl zu treffen. Noch gezielter kann Ihre Auswahl jedoch ausfallen, wenn Sie sich mit den wichtigsten Anbieterunternehmen befassen, die Versandhauskataloge für Ihre Kundschaft zur Verfügung stellten. Gerade dann, wenn Sie sich für einen sehr alten Katalog aus der Anfangszeit des Versandhandels entscheiden möchten, sollten Sie nach Katalogen Ausschau halten, die beispielsweise von Baur, Wenz, Bader oder Quelle stammen.

Versandhauskataloge von Wiit, Baur, Wenz und Quelle

Auch ein alter Katalog von Witt in Weiden gehört unter Umständen zu den sehr alten Stücken, denn das Unternehmen startete bereits 1907 mit seiner Geschäftstätigkeit. Der erste historische Baur-Katalog war ab 1925 verfügbar. Das Unternehmen war eines der Ersten, die in der Weimarer Republik auf das Vertriebskonzept Versandhandel setzten. Aus einer ähnlichen Zeit stammen antiquarische Kataloge von Wenz, antike Kataloge aus dem Hause Bader und historische Quelle-Kataloge.

Versandhauskataloge von Otto, Neckermann und Schwab

Die Kataloge von Otto und Neckermann, die Ihnen sicherlich auch heute noch ein Begriff sind, stammen aus einer etwas weniger weit zurückliegenden Zeit. So gab es den ersten historischen Otto Katalog, der damals natürlich eine Neuerscheinung war, im Jahr 1949. In diesem Jahr wurde der Otto-Versand in der Hansestadt Hamburg gegründet. Der Neckermann-Versand folgte im Jahr darauf und wurde im Jahr 1950 in Frankfurt am Main ins Leben gerufen. Ein historischer Neckermann-Katalog stammt also immer aus den fünfziger Jahren oder aus der Zeit danach. Auch der Schwab-Versand aus Hanau geht auf diese Phase zurück. Die Unternehmensgründung erfolgte im Jahr 1955.

Selbstverständlich waren diese „Klassiker“ aus dem Versandhandelsbereich nicht die Einzigen, die in Deutschland agierten. Der Grund dafür lag auf der Hand: Die Verbraucher konnten sich die Produkte in aller Ruhe und sehr bequem von zu Hause aus anschauen und von dort aus auch direkt bestellen. Wenn ein Objekt nicht gefiel, konnte es zumeist problemlos wieder zum Anbieter zurückgesendet werden.

Vertiefen Sie Ihren Einblick mit antiken Katalogen für bestimmte Produktgruppen

Zu den Anbietern mit einem umfangreichen Sortiment von Mode bis Haushaltsgerät gesellten sich auch bald solche, die Wert auf Spezialsortimente legten. Diese konnten unter anderem mit Bezug auf eine bestimmte Region für die Kunden zusammengestellt worden sein – ein Beispiel ist so manch ein antiker Katalog aus dem Erzgebirge, der zahlreiche Stücke erzgebirgischer Handwerkskunst in Katalogform präsentiert.

Antike Spielzeugkataloge

Auch die Anbieter von speziellen Produktgruppen setzten nach und nach stärker auf das Kataloggeschäft. Beispiele hierfür sind unter anderem antike Kataloge von Hausser. Das Unternehmen startete nach dem Zweiten Weltkrieg seine Produktion von Spielzeugfiguren aus dem Material Elastolin, einem Kunststoff. Bis zum Jahr 1983 stellt man die unterschiedlichsten Figurengruppen zum Spielen her, vom Wildwest-Cowboy bis hin zur mittelalterlichen Ritter nebst prächtigem Gefolge. Diese und andere antike Spielzeugkataloge waren in früheren Jahrzehnten natürlich besonders bei Kindern sehr beliebt und dienten nicht selten in der Vorweihnachtszeit dazu, umfangreiche Wunschzettel für das Christkind oder den Weihnachtsmann zusammenzustellen.

Historische Instrumentenkataloge

Doch nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene begeisterten sich für die Produkte und für die umfangreichen Produktbeschreibungen, die in den Versandhauskatalogen zu finden waren. Ein weiteres Beispiel für eine Spezialproduktgruppe sind die historischen Instrumentenkataloge, die Sie noch heute bei eBay kaufen können. Hier kommen Sie nicht nur auf Ihre Kosten, wenn Sie sich für Kataloge und andere Druckerzeugnisse interessieren, sondern auch dann, wenn Sie Instrumente und Musik lieben. Ein Instrumentenkatalog zeigt Ihnen beispielsweise auf detaillierte Art und Weise, welche Arten von Instrumenten zu welcher Zeit am Markt erhältlich waren.

Wählen Sie historische Versandhauskataloge nach Ihrer Entstehungszeit aus

Gerade dann, wenn Sie eine umfangreiche Sammlung mit Versandhauskatalogen aufbauen möchten oder wenn Sie vorhaben, eine bestehende Sammlung zu ergänzen, sollten Sie auch auf das Entstehungsdatum des Katalogs achten. So können Sie beispielsweise historische Kataloge aus den 1950er-Jahren oder einen antiken Katalog aus dem Jahr 1962 erwerben.

Der American Dream

Legen Sie Versandhauskataloge aus den unterschiedlichen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten nebeneinander, so können Sie übrigens wesentlich mehr als nur einen Unterschied in den Produktsortimenten erkennen. Auch die Kataloge selbst sehen ganz unterschiedlich aus. Die Merkmale, die für eine bestimmte Zeit sprechen, sind dabei weit gefächert und reichen von der verwendeten Papiersorte über das eingesetzte Druckverfahren bis hin zu den Besonderheiten der grafischen Gestaltung und Illustration. So war die Gesamtgestaltung in der Zeit des Wirtschaftswunders sehr stark von amerikanischen Vorbildern beeinflusst. Es dominierten knallige Farben in Kombination mit Pastelltönen und auch die Schriften und Grafiken erinnerten an Kinoplakate, Zeitschriften oder Kataloge aus den USA. Dies galt natürlich insbesondere für die räumlichen Regionen, in denen die westlichen Besatzungsmächte aktiv waren. Die Bevölkerung liebte damals alles, was aus den USA kam und es galt als äußerst chic, der amerikanischen Lebensart nachzueifern.

Entdecken Sie auch die antiken Versandhauskataloge aus der damaligen DDR

Ähnlich wie sich die westdeutsche Bevölkerung zur Nachkriegszeit an den amerikanischen Vorbildern orientierte, hatte man auch in der DDR ganz besondere Vorstellungen von Waren und deren optimaler Präsentation. Auch wenn damit natürlich nicht gesagt ist, dass dieser Geschmack dem Gros der DDR-Bevölkerung entsprach, gab es doch auch hier deutliche Trends bei der Gestaltung von Druckerzeugnissen. Darüber hinaus unterschied sich das Warensortiment in einem heute antiken DDR-Versandhauskatalog stark von der „Konkurrenz“ aus der BRD. Nichtsdestotrotz waren auch hier oft ambitionierte Gestalter am Werk und setzten alles daran, die seinerzeit verfügbaren Waren so hübsch und beeindruckend wie möglich in Szene zu setzen. Dies erkennt man beispielsweise an einem historischen DDR-Spielzeugkatalog oder auch an den zahlreichen antiken Katalogen aus dem Konsument-Versandhaus.

Konsument-Warenkataloge

Das Konsument -Warenhaus, auf dessen Versandhauskatalogen die DDR-Bürger zurückgreifen konnten, wurde im Jahr 1965 gegründet. Es entstand aus den berühmten Konsum-Warenhäusern und übernahm deren umfangreichere Produktsparten, während Konsum sich auf Lebensmittel konzentrierte. Neben dem Versandhandelsgeschäft betrieb das sogenannte ZU Konsument auch elf Kaufhäuser in Städten der DDR. Das größte dieser Kaufhäuser war die Filiale in Leipzig, die über eine Ladenfläche von 11.500 Quadratmetern in der sächsischen Stadt verfügte. Es hatte seinen Standort am Brühl in Leipzig.

Die Konsument-Warenkataloge hatten einen sehr unterschiedlichen Umfang und beinhalteten vor allem Modeartikel für Damen. In diesem Sinne eiferten sie – wie man annehmen kann – den Vorbildern der westdeutschen Katalogversender nach und griffen deren Machart in vielen Punkten auf. Auch Haushaltsgegenstände, Reise- und Freizeitartikel und weitere ergänzende Produktgruppen wurden über die Konsument-Kataloge angeboten.

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