Tipps für den Kauf von antikem Schmuck

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Tipps für den Kauf von antikem Schmuck

Mit antikem Schmuck lassen sich tolle Akzente setzen, denn es handelt sich meist um Einzelstücke, die es in dieser Form nicht mehr gibt. Die Stilrichtungen vergangener Zeitepochen faszinieren auch heute noch zahlreiche Menschen. Viele bevorzugen das eine oder andere Stilelement und möchten dieses auch in ihren aktuellen Schmuckstücken nicht missen. Hier bietet sich der Kauf von antiken Ohrringen, Armbändern, Kettenanhängern oder Ringen an. Auf diese Weise lässt sich ein Stück Kulturgeschichte im Alltag erhalten.

Die richtige Auswahl eines antiken Schmuckstückes

Vielleicht wissen Sie schon genau, wonach Sie suchen und welche Eigenschaften Ihr zukünftiges Schmuckstück haben soll. Eventuell sind Sie ein Anhänger einer bestimmten Stilrichtung und wählen auch Ihren Schmuck immer aus dieser Zeitepoche aus. Es kann aber auch sein, dass Sie einen Kettenanhänger oder einen Ring aus vergangenen Zeiten suchen, bereits Vorstellungen von Verzierungen, Formen und Farben haben, jedoch nicht genau wissen, welchem kunstgeschichtlichen Stil er zuzuordnen ist und wo Sie nun suchen sollen. Es ist daher hilfreich, einige wichtige Stilrichtungen der Schmuckmode anhand ihrer charakteristischen Merkmale grob unterscheiden zu können.

Antiker Schmuck aus der Biedermeier-Zeit

Als Biedermeier wird die Zeitepoche zwischen dem Wiener Kongress 1814 und dem Jahre 1848 bezeichnet. Die während der Befreiungskriege aufkeimende Hoffnung der Bürger auf mehr Freiheiten wurde durch den neu aufkommenden Absolutismus zunichte gemacht. Die Unzufriedenheit wuchs, aber kaum jemand wagte es, gegen diese Entwicklung anzukämpfen. Also zogen sich die Menschen in ihre Häuser zurück und versuchten, sich diese gemütlich und romantisch einzurichten. Es wurde sozusagen eine eigene Oase geschaffen, die den jeweiligen persönlichen Vorstellungen einer heilen Welt entsprach.

Das spiegelt sich auch im Schmuck aus der Biedermeier-Zeit wider. Zu Beginn der Epoche standen vor allem naturalistische Formen und Motive im Vordergrund, so zum Beispiel Armreifen in Schlangenform oder Anstecker aus filigran gearbeitetem Astwerk. Später wandelten sich die Formen und wurden wesentlich schlichter. Nun gab es vorwiegend polierte Oberflächen aus Gold oder Emaille. Die Menschen trugen aufgrund der wirtschaftlichen Umstände nur wenig Schmuck. Nicht davon betroffen waren Ohrringe, die bei den Damen ein regelrechtes Muss darstellten. Allerdings ließen der Kleidungsstil mit weiten Ausschnitten und streng nach hinten gebundenen Haaren ausreichend freie Stellen am Körper, die trotz aller Sparsamkeit gern mit Schmuck verziert wurden. Die für die Biedermeier-Epoche charakteristische Rückbesinnung auf die Familie und das Häusliche kam vor allem in der nun ansteigenden Herstellung und Verwendung von Medaillons zum Ausdruck, in die kleine Bilder oder sogar Locken einer geliebten Person eingesetzt und somit nah am Körper getragen werden konnten. Zu einer Halskette, an der ein Medaillon angebracht war, trugen die betuchteren Frauen der damaligen Zeit noch Diademe, Haarnadeln und kleine Zierkämme.Eine ganz typische Verarbeitungstechnik für Schmuckstücke aus dieser Epoche beinhaltete die Fertigung von Schaumgold. Dazu formte man mit Hilfe von Negativformen Hohlräume in dünne Goldbleche. Auf der Rückseite eines auf diese Weise gestalteten Goldbleches wurde ein weiteres angebracht, sodass eine Art dreidimensionales Schmuckstück entstand. Die Hohlräume wurden anschließend oftmals mit Kitt oder ähnlichen Materialien ausgefüllt. Zahlreiche Schmuckstücke aus Schaumgold gibt es in verschiedenen Ausführungen, beispielsweise als Brosche, Ohrringe oder Armbänder. Falls Sie auf der Suche nach einem solchen Schmuckstück sind, sehen Sie doch einmal das reichhaltige Angebot bei eBay durch.

Antiker Schmuck aus der Epoche des Historismus

Als Historismus wird die Zeit zwischen dem Biedermeier und dem Jugendstil bezeichnet. Es ist eine Sammelbezeichnung für die in diesem Zeitraum mehrfach durchgeführten Versuche, alte Stilrichtungen wieder aufleben zu lassen. Die in ihren jeweiligen Epochen, wie der Antike, dem Barock, dem Rokoko oder der Gotik, markantesten Merkmale wurden neu zusammengestellt und immer wieder unterschiedlich miteinander kombiniert.

Durch die Mischung der vergangenen Stilrichtungen weist der Schmuck des Historismus eine große Vielzahl ganz verschiedener Formen und Motive auf. Während zu Beginn des 19. Jahrhunderts eher die Stilelemente der Gotik und des Rokokos überwogen, tendierte man später zur Renaissance und zum orientalischen Aussehen. Besonders beliebt war die Verarbeitung des Schmucksteines Granat im Schmuck des Historismus. Für festliche Anlässe waren zudem mit Diamanten verzierte Schmuckstücke sehr begehrt.

Antiker Schmuck aus der Epoche des Jugendstils

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Menschen von der Nachahmung historischer Stile genug und verlangten nach neuen Formen und neuen Stilrichtungen. Von diesem Zeitpunkt an wurden vor allem florale Ornamente und Formen mit Schlangenlinien eingesetzt.

Der Schmuck aus der Jugendstil-Zeit stellte, im Gegensatz zu den vorangegangenen Epochen, nicht mehr den Wert der verwendeten Materialien in den Vordergrund, sondern die künstlerische Verzierung. Ein mit einem Diamanten besetzter Anhänger galt nicht mehr als notwendigerweise wertvoller als ein Schmuckstück ohne Diamant, das dafür reichhaltig künstlerisch bearbeitet war. Das perfekt ausgeübte Handwerk und ein daraus resultierendes dekoratives Ergebnis rückten in den Mittelpunkt. Die verwendeten Materialien sollten passend zu ihren Eigenschaften gestaltet werden, weshalb die Gestaltung dem jeweiligen Künstler überlassen wurde. Wegen dieses Umdenkens wurden nun wieder Bernstein, Perlmutt, Stahl und Kupfer für die Schmuckherstellung entdeckt. Die Hauptmotive zeigen Pflanzen, Schmetterlinge, Schlangen, Wellen und Frauenkörper. Falls ein Stein in einem Schmuckstück verarbeitet werden sollte, wurde er meist zum Cabochon geschliffen. Das ist eine runde oder ovale Schliffform, bei der die Unterseite des Schmucksteines flach, die Oberseite nach außen gewölbt ist. Dadurch wird der Schimmer des Steins verstärkt. Mit Jugendstil-Schmuck im Cabochonschliff besitzt man daher wohl die charakteristischsten Schmuckstücke dieser Epoche.

Antiker Schmuck des Art Deco

Im Anschluss an den Jugendstil begann die Epoche des Art Deco. Der Name geht auf die erste, 1925 in Paris stattgefundene, internationale Ausstellung des neuen Kunstgewerbes zurück und steht als Abkürzung für ihren offiziellen Namen: "Exposition des Arts Décoratifs et Industriels Modernes". Im Mittelpunkt standen Künstler, die ihre Objekte eindrucksvoll verzierten. Der Art Deco fehlt es an einem einheitlichen Stilmerkmal, da sie ganz unterschiedliche Stilformen umfasst. Eines ist diesen jedoch gemeinsam: Man versuchte, geometrisch lineare Formen mit kostbaren Materialien und ausdrucksstarken Farben zu verbinden. Besonders charakteristisch sind dabei stilisierte Darstellungen von floralen und organischen Mustern.

Der Schmuck des Art Deco spiegelte die Gesellschaft der 1920er Jahre wider. Nach dem Ersten Weltkrieg wandelten sich etablierte Staatsformen um, zudem veränderte sich das Frauenbild. Die Frauen dieser Zeit waren emanzipiert und selbstbewusst. Ebenso bevorzugten sie bei Mode und Schmuck kühle Farben und klare Formen. Die Kleider waren nun kürzer geschnitten, was das Tragen von Schmuckstücken an Handgelenken und am Hals erlaubte. Aufgrund der Kurzhaarschnitte wuchs die Nachfrage an Kämmen und Haarnadeln. Viele Frauen trugen Hüte und verzierten diese mit Broschen und Spangen. Eine besondere Spange, die Doppelspange, wurde während der Zeit des Art Deco zum unverzichtbaren Accessoire. Sie hielt ein Kleidungsstück zusammen, konnte aber auch getrennt als Brosche und Nadel genutzt werden. Charakteristisch für sämtliche Schmuckstücke waren Motive aus Ägypten. Das resultierte aus der Entdeckung des Grabes von Tutenchamun. Von da an wurden vor allem Halsketten, Armbänder und Broschen mit Motiven des Skarabäus, der Sphinx und des Horusfalken gefertigt. Aber auch Sportmotive waren sehr beliebt, weshalb Abbildungen sportlicher Körper von Männern und Frauen oftmals als Verzierung dienten. Die bevorzugten Materialien in der Schmuckherstellung waren unter anderem Ebenholz, Onyx, Koralle, Jade oder Perlmutt. Ein großes Angebot an Schmuckstücken jeder Art aus der Zeit des Art Deco finden Sie bei eBay.

Antiker Schmuck aus den unterschiedlichsten Epochen aus anderen Staaten

Da die Ausprägungen der kunstgeschichtlichen Epochen natürlich auch im Ausland von zahlreichen Künstlern mitgestaltet oder gar initiiert wurden, können Sie natürlich auch Schmuckstücke aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen mit den Charakteristika des jeweiligen Landes erwerben. So wurden beispielsweise in Italien zu Zeiten des Jugendstils viele Schmuckstücke mit kleinen Mosaiksteinen verziert. Das Ergebnis waren kleine Kunstwerke, die man entweder als Ring, Brosche oder Kettenanhänger tragen konnte. Ebenfalls aus Italien stammt Schmuck aus dem sogenannten Millefiori-Glas. Das spezielle Glas wird hergestellt, indem ein Glasstab mit immer neuen Glasschichten überzogen wird, die verschiedene Farben aufweisen. Diese Art der Schmuckfertigung, die Ähnlichkeiten zur Mosaiktechnik hat, geht bis in die Antike zurück und die auf diese Weise produzierten Objekte erfreuen sich noch heute großer Beliebtheit. In Dänemark trat zum Beispiel das Silber in den Mittelpunkt der Schmuckindustrie. Auch England und Frankreich beeinflussten die Kunstepochen nachhaltig und ließen stets eigene Elemente mit einfließen. Antiker Schmuck aus Frankreich wirkt daher besonders verspielt, während der englische Schmuck einen prunkvollen Eindruck macht.

Was Sie beim Kauf von antikem Schmuck beachten sollten

Da vor allem antike Schmuckstücke sehr wertvoll und teuer sein können, sollten Sie stets auf die genauen Angaben des jeweiligen Verkäufers hinsichtlich der Originalität und der Echtheit der verwendeten Materialien achten. Fragen Sie genauer nach, wenn Sie Zweifel haben oder Unklarheiten bestehen.

Bei Ringen und Ketten sollten Sie unter Umständen Ihre eigene Größe nochmals nachmessen, bevor Sie einen Kauf tätigen. Möchten Sie eine Kette mit Medaillon erwerben, ist ebenfalls die Länge der Kette wichtig, damit Sie den Anhänger, je nach Wunsch, unter oder oberhalb des Kleidungsstückes tragen können.

Da originaler, antiker Schmuck nicht neu sein kann, allenfalls neuwertig oder ungetragen, ist auch der Erhaltungszustand wichtig und sollte korrekt angegeben werden. Die Metalle sollten keinen nennenswerten Kratzer aufweisen, die Schmucksteine keine Absplitterungen oder ähnliche Defekte. Sind kleine Mängel vorhanden, sollten diese vom Verkäufer beschrieben sowie idealerweise auf Fotos festgehalten werden. Eine dadurch entstehende Wertminderung sollte sich dann auch im Kaufpreis bemerkbar machen. Wenn Sie auf diese Dinge achten, sollte dem erfolgreichen Kauf Ihrer antiken Schmuckstücke nichts im Wege stehen.

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