Tipps für den Kauf von Freizeithemden: Button-down-Hemden, Leinenhemden und Kurzarmhemden

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Tipps für den Kauf von Freizeithemden: Die beliebtesten Button Down-, Leinen- und Kurzarmhemden

In heutigen Zeiten, in denen das tägliche Outfit im Grunde keinen Konventionen mehr unterworfen ist, bietet die Vielfalt der Kleidungsstile Optionen für jedermann. Ob Jeans zum Sakko oder das Oberhemd ohne Krawatte im Büro, der Rahmen ist in den meisten Berufsfeldern weit gesteckt - ganz zu schweigen vom Freizeitbereich. So taucht nach wie vor das altbekannte und aus der traditionellen Herrengarderobe stammende Oberhemd bei vielen Gelegenheiten auf. Sein Schnitt ist praktisch unverändert und gewährt seinem Träger ein gewisses Maß an Seriosität. Ursache dafür ist eine typische Begebenheit der Stilgeschichte: Eine spezielle Form des Einkleidens kristallisiert sich heraus und setzt sich in der Öffentlichkeit durch. Nach einiger Zeit erfährt die zur Gewohnheit gewordene Kleidung eine Veränderung, ohne dabei ihren Charakter oder ihr Erkennungsmerkmal wesentlich zu verändern.

Das Hemd ist immer Hemd geblieben, trotz oder gerade wegen der zahlreichen Veränderungen im Detail. Heutzutage gehört demnach das sogenannte „Freizeithemd" zum festen Inventar eines gut sortierten Herren-Kleiderschranks. Dabei unterscheidet es sich markant von den Exemplaren der feinen Garderobe, nicht zuletzt durch seine üppige Farbpalette. Erfahren Sie in diesem Ratgeber mehr über die Welt des Freizeithemds und lernen Sie die wesentlichen Hemdtypen leichter zu unterscheiden. Stellen Sie Ihre Garderobe auf den Prüfstein und optimieren Sie mit den passenden Einkäufen Ihr Outfit. 

Unantastbarer Klassiker: das Hemd für den Mann

Die Geschichte des Hemdes geht zurück ins 16. Jahrhundert. Damals trugen auch Frauen in erster Linie lange Hemden, sogenannte Gewänder bzw. Tuniken. Lange Zeit war das Hemd als offen zu tragendes Utensil nicht die Norm, das änderte sich erst mit der Durchsetzung der Knopfleiste, die ein unkompliziertes An- und Ablegen ermöglichte. Die Rolle der reinen Unterwäsche hat sich das Hemd in Form des populären Unterhemds allerdings bis heute bewahrt. Das Oberhemd als solches, so wie es heute ein vertrauter Anblick ist, fand um 1900 zu seiner jetzigen Variante. Ein langer Weg bis zum endgültigen Durchbruch, schließlich wurde das Patent auf das Hemd mit Leiste bereits 1871 vergeben. Bis dahin wurden Hemden zum An- und Ausziehen grundsätzlich über den Kopf gezogen. Auch die Damengarderobe blieb nicht außen vor, hier spielt eine Abwandlung des Hemdes eine bis heute bedeutende Rolle, nämlich die an der Taille engere Damenbluse.

Untrennbar mit dem Thema Kleidung ist der gesellschaftliche Faktor verbunden. Der entsprechende Kleidungsstil drückt stets eine gewisse Haltung aus und orientiert sich am Rahmen, in dem sich der Träger bewegt. Das ist in der bunten Welt der Freizeitkleidung nicht anders als im Bezug auf festliche Veranstaltungen, entscheidend sind auch hier die mit der Zeit entstandenen Konventionen. Am Strand wäre ein weißes Hemd mit dunkler Krawatte ebenso fehl am Platze wie ein gestreiftes Kurzarmhemd in der Oper. Anhand wesentlicher Merkmale lassen sich so einige Typen der Hemdenmode für den freizeitlichen Anlass bestimmen, deren Anfänge mitunter weit in die Geschichte zurückreichen – wie etwa das Leinenhemd – oder die erst wenige Jahrzehnte am Markt etabliert sind wie zum Beispiel das Button-down-Hemd. Ebenfalls noch recht jung und meistens als luftiges Bürooutfit gebraucht, überzeugt das Kurzarmhemd; bedingt durch seine Ärmellänge kommt eine Kombination mit einem Sakko nicht infrage. 

Die lässige Variante: das Button-down-Hemd als Allzweckwaffe für alle Jahreszeiten

Das wohl charismatischste Exemplar für die Freizeit ist das Hemd mit einem sogenannten „Button-down-Kragen". Dem Namen nach verfügt es über einen Knopf (Button, in diesem Fall zwei) mit der Funktion des Herunterdrückens (down) des Kragens auf das Hemd. Optisch entsteht so ein weicher Kragen ohne abstehende Kragenschenkel. Die beiden Knöpfe am Kragenende links und rechts fixieren den Kragen, ohne ihn allzu streng am Hemd festsitzen zu lassen. Um den weichen und lockeren Eindruck zu verstärken, verfügen Kragenformen dieser Art über keine eingenähten oder herausnehmbaren Stäbchen, die Pflege eines solchen Hemdes fällt entsprechend unkompliziert aus. Krawatten oder Fliegen kommen bei dieser Variante nicht zum Einsatz. Der Eindruck eines Schlips tragenden Herrn, dessen Hemd mit einem Button-down-Kragen versehen ist, gehört zu den eher unglücklichen Kombinationen in der Herrenmode. Die Knöpfe sollten nicht in den Mittelpunkt eines gehobenen Outfits gerückt werden, besonders elegant wirkende Hemden verfügen aus diesem Grund über verdeckte Knopfleisten.

Als reine Freizeitgarderobe erfüllt das Button-down-Hemd allerdings seine Aufgabe, leger und dennoch aufgeräumt zu wirken, auf hervorragende Art und Weise. Ohne Einsatz von Accessoires entfalten gerade die auffälligen Knöpfe eine interessante Wirkung, das zugeknöpfte Bild im Kragenbereich hält gekonnt die Waage zwischen geschlossen und offen. Erfunden wurde diese Knöpftechnik in den 1950er-Jahren in den Vereinigten Staaten. Wie so oft im 20. Jahrhundert geht eine bestimmte Art des Zuschnitts von Kleidungsstücken zurück auf eine Firma, in diesem Fall handelt es sich um den auch heute noch am Markt vertretenen Hersteller von Freizeitkleidung „Gant". Die Farbgebung ist dabei ganz den Vorlieben des Trägers überlassen, Button-down-Modelle sind in allen nur erdenklichen Farbtönen erhältlich. Gleiches gilt für die Musterung, der Schwerpunkt liegt allerdings auf kariert und gestreift. Als Kontrast zu den üblicherweise unifarbenen Anzughemden ist eine nicht ganz unauffällige Gestaltung des Stoffes ratsam. Zwar sind auch entsprechende Hemden in Reinweiß erhältlich, was unter dem Strich aber eine Spur zu streng gekleidet ausfallen dürfte. Der Charakter des freizeitlichen Outfits sollte nicht durch die Wahl einer formellen Farbgebung getrübt werden.

Wie alles begann: Das Leinenhemd ist auch heute noch populär

Jahrhunderte lang war Leinen der Standardstoff in der Hemdenherstellung. Als mit der Industrialisierung die technischen Möglichkeiten erweitert wurden, löste die deutlich günstiger zu verarbeitende Baumwolle Leinen als Grundlage ab. Zudem wurden Hemden erstmals in Massen gefertigt und exportiert, auf diesem Wege erreichten bestimmte Tragegewohnheiten wie etwa das weiße Hemd als Symbol des nicht körperlich arbeitenden Mannes einen weltweiten Status. Leinen als Material wurde verdrängt, verschwand aber nie komplett aus den Sortimenten der Schneider. Abseits der sich durchsetzenden Fertigung in den Fabriken konnte der robuste und gleichsam geschmeidige Stoff ein Nischendasein fristen, das vor allem Liebhabern attraktive Optionen offen hielt. In der Breite bewährte sich – in den Haushalten hielten die Waschmaschinen Einzug – der deutlich gestiegene Tragekomfort der Baumwollexemplare und deren simple Reinigung auch bei höheren Temperaturen (Kochwäsche). Eine weitere Verfeinerung erfuhren Hemden aus Baumwolle in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Durch die Beigabe von chemischen Zusätzen wurden erstmals relativ knitterfreie Hemden hergestellt und mit Erfolg vertrieben. Hierfür war und ist ebenfalls die vielseitige Baumwolle der Garant.

Leinen als Hemdenstoff ist mit einem gediegenen Sommerambiente verbunden. Da gemäß der Beschaffenheit der Garne ein Kleidungsstück aus Leinen stets Falten bildet, spricht der Kenner auch vom sogenannten „Edelknitter". Leinen ist atmungsaktiv und verhilft auch bei hohen Temperaturen zu einem frischen Tragegefühl. Neben den klassischen cremefarbenen Versionen erfreuen sich gefärbte Modelle großer Beliebtheit, insbesondere das stoffbedingte Ausbluten in den ersten Wäschen lässt einen signifikanten „Leinen-Look" entstehen, der ausgezeichnet mit entsprechenden Hosen, etwa Jeans mit leichter Waschung, zu kombinieren ist. Stark verändert hat sich im Kontext der langen Historie des Leinenstoffs die situationsbezogene Anwendbarkeit. Außerhalb der Freizeitmode sind Leinenhemden kaum auszumachen, der legere Knittereffekt verbietet in den meisten Fällen den Einsatz eines Accessoires, eine Ausnahme stellen lediglich Sommeranzüge aus Leinen dar.

Nicht nur im Büro: Kurzarmhemden als passable Begleiter des gut angezogenen Herrn

Beim Kurzarmhemd handelt es sich um eine ebenfalls der jüngeren Geschichte entsprungene Variante des Oberhemds. Zugleich stellt die Veränderung nichts weiter als eine lapidare Ärmelkürzung dar, bestimmte Stoffe oder Dessins sind mit den Kurzarmmaßen nicht verbunden. Der Vorteil eines solchen Hemdes liegt auf der Hand: Bei sämtlichen Schreibtischarbeiten entfällt das mitunter lästige Schleifen der Manschette über diverse Flächen. Ob vor der Tastatur, an der Kaffeemaschine oder beim Bedienen des Smartphones, stets sorgt das fehlende Ärmelteil für einen wohltuenden Spielraum. Diese Erleichterung geht allerdings auf Kosten der Eleganz, im Anzug oder Jackett kommt die kurzärmelige Version nicht zur Geltung, ein nackter Handknochen direkt am Ende des Sakkoärmels sorgt zwangsläufig für einen seltsamen Auftritt.

Dennoch: Als Alternative für alle Herren, deren Herz nicht unbedingt für das T-Shirt oder Polohemd schlägt, seien Kurzarmhemden wärmstens empfohlen. Der Oberhemden-Stil bleibt gewahrt und sorgt gegenüber den lockeren T-Shirt-Varianten für den nötigen Kontrast. Mit klassischen Mustern und Streifen in diversen Breiten liegen Sie goldrichtig, Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Applikationen zur Wahl stehen. Längst Bestandteil zahlreicher Kollektionen, wirken viele Logos und Embleme definitiv zu aufdringlich und stören den doch gediegenen Eindruck des Oberhemds. Gerade jenseits der Zwanzig wirken zu aufwendig gestaltete Hemden unfreiwillig aufdringlich.

Oben und unten: Keine Brüche in der Gesamtoptik

So vielfältig die Auswahl an Freizeithemden auch sein mag, so eng sollten Sie das bevorzugte Hemd mit dem Beinkleid abstimmen. Hier lauert die Hauptgefahr des missratenen Outfits, wenn die Hose einfach nicht den Vorgaben des Hemdes entspricht. Ein legeres Leinenhemd mit üblicher Knitterung verträgt sich kaum mit einer Nadelstreifenhose aus Schurwolle. Greifen Sie daher unbedingt – neben grundsätzlich miteinander harmonierenden Farbtönen – zu einer Hose aus einem dem Freizeithemd ganz ähnlichem Material. Baumwolle und Leinen ist die äußerste Kombination, eine glattere Wollart sollte es nach Möglichkeit nicht sein. Bei souveränen Kurzarmhemden aus üblicher Baumwollfertigung, also normal fallend und ohne besondere Eigenarten wie etwa auffälliger Knitterung, ist der Kombinationsrahmen deutlich weiter gefasst. 

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