Tipps für den Kauf von Doppel-Kassettendecks

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10 Tipps für den Kauf von Doppel-Kassettendecks

 

50 Jahre und kein bisschen leise 

2013 feierte die Audiokassette ihren fünfzigsten Geburtstag. Das bedeutet auch, dass der vormals so populäre Tonträger noch keineswegs tot ist. Im Gegenteil. Zwar ist die Hochphase seiner Verbreitung in den 1990er Jahren durch die „Compact Disc“ beendet worden. In Nischen hat die gute alte Audio-Kassette jedoch bisher überlebt.

So findet man die Kassette immer noch etwa im Kinder- und Hörspielbereich wieder. Das hat seinen Grund, denn schließlich zeichnet sich die Kassette durch eine äußerst robuste Bauweise aus.

In anderen Regionen der Welt fristet die Kassette hingegen überhaupt kein Nischendasein. In vielen afrikanischen und südostasiatischen Ländern gehört sie nach wie vor zum musikkulturellen Alltag der Menschen.

Daher wird der Ratgeber zunächst einen kurzen Blick in die Vergangenheit werfen, damit man versteht, was es mit dem Tapedeck und der Audio-Kassette überhaupt auf sich hat. Die Tipps und Hinweise zum Kauf und der Nutzung von Kassettendecks sind besonders für diejenigen gedacht, die wenig bis keine Erfahrung mit Tapedecks und Tonbändern aufweisen können.

Vom Magnetophon zur Compact Cassette

Als 1963 auf der Funkausstellung in Berlin die Audiokassette vorgestellt wurde, hatte waren Spulentonbänder und Schallplatten die am weitesten verbreiteten Tonträger. Das Minitonband „Compact Cassette“ schlug dabei wie eine Bombe ein und revolutionierte in großem Maße unseren Musikkonsum.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Tonband schon einen langen Weg hinter sich gebracht. Erste Tonbandgeräte, die Audiosignale elektromagnetisch auf beschichteten Kunststoffbändern speichern konnten, wurden bereits in den 1920, aber vor allen Dingen in den 1930er Jahren hergestellt.

Ihre direkten Vorläufer waren sogenannte Drahttongeräte, die – wie der Name schon sagt – Audiosignale auf aufgewickelten Metalldrähten speicherten. AEG stellte 1935 das sogenannte „Magnetophon“ vor. Dieses steht beispielhaft für alle weiteren weiteren Entwicklungen im Tonbandbereich.

Im Unterschied zur Audiokassette arbeiten Spulentonbandgeräte seit der Zeit in aller Regel mithilfe von offenen Tonbandspulen. Sie waren jedoch bis in die 1950er Jahre hinein sehr teuer und daher für viele unerschwinglich.

Die Audiokassette wird eingeführt und hat sofort großen Erfolg

Philips stellte 1963 die Audiokassette vor und feierte damit schnell Erfolge. Der dazugehörige tragbare Kassettenrekorder mit Mikrofonanschluss war zunächst für Diktierzwecke ausgelegt. Schnell wurden die Geräte jedoch zur Aufnahme externer Audioquellen benutzt.

Besonders bei Jugendlichen wurde das kleine Mini-Tonband in seinem robusten Kassettengehäuse dadurch sehr beliebt. Die Aufnahme von Radiosendungen und Schallplatten wurde (auch aufgrund fehlender Kopierschutzbestimmungen) immer populärer.

Dabei nahm der Kassettenrekorder schnell neue Bauformen an. Er wurde mit Radios kombiniert, war bald integraler Bestandteil des Pkws und darüber hinaus natürlich auch der heimischen Hi-Fi-Stereo-Anlage.

Neue Funktionen und Ausstattungsmerkmale traten mit der Zeit hinzu. Das Doppel-Kassettendeck mit seinem zwei Laufwerken war in diesem Zusammenhang erstmals in der Lage, innerhalb eines Gerätes von Kassette zu Kassette zu überspielen. Ein separates Gerät war dafür nicht mehr notwendig.

Als Anfang der 1980er Jahre die CD und der CD-Player vorgestellt wurden, begann der Stern der Audiokassette langsam zu sinken. Dennoch sollte es noch einige Jahre dauern, bis sie beinahe vollkommen von der CD und den neuen digitalen Medien ersetzt werden sollte.

Tipps zur Verwendung und zum Kauf von Doppel-Kassettendecks

Im Folgenden wird Ihnen der Ratgeber einige Hinweise zur Ausstattung und zum Erwerb eines Doppel-Kassettendecks geben. In vielerlei Hinsicht sind diese Hinweise natürlich auch auf Single-Kassettendecks anwendbar.

So lässt sich das Tapedeck bedienen

Single- wie Doppelkassettendecks sind mit grundlegenden Bedienungselementen ausgestattet. Diese befinden sich in den meisten Fällen auch an allen anderen modernen Audioabspielgeräten.

An der Deckvorderseite befindet sich die Taste für die Wiedergabe (Play). Die Taste für die Aufnahme (Record) bedingt die Löschung der alten Aufnahme auf dem Tonband. Tasten für Rück- und Vorlauf spulen das Band von der Abwickelspule oder auf die Aufwickelspule.

Die Stopptaste ruft das Abheben der Andruckrollen und des Tonkopfes vom Tonband hervor. Bei Betätigung der Pause-Taste werden nur die Andruckrollen angehoben. Des Weiteren gibt es eine Taste zum Auswurf der Kassette.

Eine Aussteuerungsanzeige und ein Aussteuerungsregler helfen beim Pegeln bzw. bei der Aufnahme. Über einen Bandwahlschalter lässt sich der Typ der eingelegten Kassette definieren.

Weiterhin verfügt das Kassettendeck über digitale oder mechanische Bandzählwerke. Record Timer und Stillaufnahme (Record mute) können weitere Grundfunktionen des Tapedecks darstellen.

Gerade bei älteren Geräten nicht immer vorhanden: Auto-Reverse

Die Auto-Reverse-Funktion eines Kassettendecks ist normalerweise Standard, aber gerade bei sehr alten Geräten nicht immer integriert. Da das Tonband der Audio-Kassette doppelseitig bespielbar ist, wird die Kassette am Ende der Aufnahme umgedreht. Die Auto-Reverse-Funktion nimmt Ihnen diese Arbeit ab und spielt die zweite Seite der Kassette automatisch weiter.

High-Speed-Dubbing ist bei der Aufnahme von Kassette zu Kassette von Vorteil

Doppel-Kassettendecks ermöglichen die Aufnahme von Kassette zu Kassette innerhalb eines einzigen Gerätes. Das bringt einen Vorteil mit sich. Mithilfe der High-Speed-Dubbing-Funktion können Sie Kassetten in der doppelten Geschwindigkeit aufnehmen. Die Aufnahmezeit verkürzt sich entsprechend zur Länge des Aufnahmematerials.

So eliminieren Sie das Hintergrundrauschen bei der Bandaufnahme 

Bei der Aufnahme auf das Kassettentonband entsteht ein stetiges Hintergrundrauschen. Mit der Zeit haben sich Mittel und Verfahren etabliert, um dieses Bandrauschen so gut wie möglich zu minimieren.

Das für Kassettendecks am häufigsten genutzte Verfahren wurde von der amerikanischen Firma Dolby entwickelt. Hierbei kommt ein sogenanntes Kompanderverfahren zum Einsatz. Dabei werden bestimmte Frequenzen abhängig von ihrem Eingangspegel angehoben, bevor sie (bei der Aufnahme) gespeichert werden.

Bei der Wiedergabe werden diese Frequenzen entzerrt und unterdrücken dadurch einen großen Teil des Bandrauschens. Bei Kassettendecks kamen vor allen dingen die Dolby-Systeme B, C und später auch S zum Einsatz.

Welche Anschlüsse haben Kassettendecks?

Normalerweise sind Tapedecks, egal ob Single- oder Doppelvarianten, mit analogen Standard-Anschlüssen versehen. Diese besitzen Buchsen für Cinch-Stecker und transportieren das normale Stereosignal für den linken und den rechten Kanal.

Weiterhin sind einige Tapedecks jedoch auch mit Anschlüssen für Kopfhörer ausgestattet. Erst mit seinem digitalen Nachfolger, dem Digital Audio Tape (DAT), hielten auch digitale Anschlüsse wie etwa TOSLINK Einzug.

Das sollten Sie in puncto Bandtypen beachten 

Seit der Einführung der Audio-Kassette haben sich insgesamt vier verschiedene Bandtypen entwickelt. Zuerst gab es nur Bandtyp I. Diese Kassettenbänder besaßen als magnetisierbarer Träger eine Beschichtung aus Ferrit. In den darauffolgenden Jahren wurde die Magnetisierbarkeit der Bänder weiterentwickelt.

Weitere Bandtypen verwenden Beschichtungen von Chromdioxid (Typ II), Eisenoxid und Chromdioxid (Typ III) und metallischen Partikeln (Typ IV). Die Unterschiede liegen wie bereits erläutert in der verschieden hohen Magnetisierbarkeit. Mit Bandtyp IV lassen sich Aufnahmen viel lauter aussteuern und damit Rauschabstand und Dynamikbereich erhöhen.

Die unterschiedlichen Bandtypen lassen sich zum einen am Tapedeck per Bandwahlschalter definieren. Zum anderen verfügen die Kassetten über Einkerbungen am Gehäuse, die von den Kassettendecks abgetastet werden können.

Was tun, wenn das Band verzerrt oder dumpf klingt?

Wenn Sie ein gebrauchtes Tapedeck gekauft haben, kommt es vor, dass die erste Wiedergabe nicht die gewünschte Klangqualität mit sich bringt. Das kann in vielen Fällen an Verunreinigungen an Andruckrollen und Tonköpfen liegen. Hierfür sind im Handel spezielle Reinigungsets und Reinigungskassetten erhältlich.

Sollte nach einer solchen Reinigung keine bessere Tonqualität erreicht worden sein, ist es – als Laie – in jedem Fall ratsam, das Gerät vom Fachmann überprüfen zu lassen. 

Gibt es neu produzierte Kassettendecks?

Klare Antwort: nein. Ein Großteil der angebotenen gebrauchten Geräte stammen aus Privatverkäufen. Daneben bieten Sammler und Kenner fachmännisch überholte Geräte an.

Fazit

Warum man überhaupt noch über den Erwerb eines Doppel-Kassettendecks nachdenken sollte, wenn hierzulande nur nur noch die Kinder ihre Hörspiele damit hören? Abgesehen von den wirklichen Liebhabern und Nerds, die seit den 1970er Jahren tief in der Kultur des Tapedecks stecken und sie nicht missen möchten, wollen  Sie vielleicht eine neue (alte) Technik entdecken. Vielleicht haben Sie auch eine Kassettensammlung geerbt oder haben selbst eine solche über die Jahre zusammengetragen. Oder vielleicht ist Ihr altes Tapedeck defekt und nicht mehr reparierbar? Oder Sie möchten Ihre Tapes digitalisieren? In jedem Fall haben Sie noch immer die Möglichkeit gute gebrauchte oder generalüberholte Doppel-Kassettendecks zu kaufen und Ihre Audiokassetten in guter alter Qualität zu hören - statt sie schweren Herzens zu entsorgen.

 

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