Tipps für den Kauf von Biedermeier Schmuck

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Tipps für den Kauf von Biedermeier Schmuck

Das Tragen von antiken Schmuckstücken bietet immer wieder die Möglichkeit, sich stilvoll von der Masse abzuheben sowie Individualität und Persönlichkeit auszustrahlen. Viele antike Ohrringe, Halsketten oder Ringe sind heute Einzelstücke. Sie werden in der ursprünglichen Art und Weise einfach nicht mehr angefertigt. Das gilt auch für den Biedermeier-Schmuck mit seinen ganz charakteristischen Eigenschaften. Möchten Sie sich ein Schmuckstück aus dieser Epoche anschaffen, ist es hilfreich, etwas mehr über die Hintergründe dieser Stilrichtung, die typischen Gestaltungsformen des Schmuckes und die verwendeten Materialien zu erfahren. Mit diesem Wissen wird es Ihnen vielleicht leichter fallen, sich eine Vorstellung von den angebotenen Stücken zu machen und gezielter nach einem geeigneten Schmuckstück suchen zu können.

Besonderheiten des Schmuckes aus dem Biedermeier

Die Auswahl der eingesetzten Materialien und die Gestaltung der einzelnen Schmuckstücke der Stilepoche des Biedermeier kann man besser verstehen, wenn man etwas mehr über die damaligen politischen und gesellschaftlichen Hintergründe weiß.

Hintergründe der Zeitepoche des Biedermeier

Man bezeichnet die Zeit zwischen dem Wiener Kongress im Jahre 1814 und dem Beginn der bürgerlichen Revolution im Jahre 1948 als Biedermeier. Nachdem Napoleon die Schlacht bei Waterloo verloren hatte, wurde auf dem Wiener Kongress die Wiederherstellung der Verhältnisse in Europa beschlossen, die vor der Französischen Revolution herrschten. Dies erstickte die Hoffnung der Menschen, dass ihnen nach den geführten Befreiungskriegen vom Staat endlich mehr Freiheiten zugesprochen werden. Das Gegenteil war der Fall. Da kaum jemand den Mut fand, dagegen weiter anzukämpfen, war die Reaktion des Bürgertums der Rückzug in das Privatleben. Deshalb richteten die Menschen ihre Häuser möglichst gemütlich ein. Man wollte mit dem Staat so wenig wie möglich zu tun haben und schuf sich daher eine eigene kleine Welt, in der noch Hoffnung und Zufriedenheit herrschten.

Aufgrund der wirtschaftlichen Situation trugen die meisten Menschen nur relativ wenig Schmuck, wenn man das mit anderen Zeitepochen vergleicht. Allerdings gab es eine Ausnahme: Ohrringe wurden immer und zu jedem Anlass sowie im normalen Alltag getragen. Der Kleidungsstil, der weite Ausschnitte und stark taillierte Röcke beinhaltete, sowie die streng nach hinten gekämmten und zu einem Knoten zusammengebundenen Haare, ließen dennoch genug Stellen am Körper unbedeckt, sodass trotz der allgemeinen Sparsamkeit etwas Schmuck getragen wurde. Zu einer heilen Welt, die im Privatleben, fernab der Kontrolle und der Zensur durch den Staat, geschaffen wurde und die viel Raum für Gemütlichkeit, Vertrautheit und Romantik ließ, gehörte Schmuck für die Menschen einfach dazu. Das wollten sich die Menschen auch durch die angespannte Wirtschaftslage nicht gänzlich nehmen lassen.

Charakteristische Eigenschaften des Schmuckes aus der Biedermeier-Zeit

Am Anfang der Stilepoche des Biedermeier kamen vorwiegend Schmuckstücke mit naturalistischen Motiven auf. Ohrringe, Armschmuck, Ketten oder Broschen zeigten beispielsweise Blumen, Blüten, Blätter, Bäume oder auch verschiedene Tiere. Aus diesem Grund haben viele Armreifen aus dem Biedermeier die Form einer Schlange, Broschen sind dagegen häufig in der Form eines Blattes oder als Blüte gestaltet. Ganz filigrane Arbeiten stellen kunstvoll gefertigte Anstecker für Hüte oder Blusen und Jacken dar, die ein sehr detailliertes Astwerk zeigen. Auch die Ohrringe aus der Biedermeier-Zeit waren zunächst äußerst kunstvoll gearbeitet und zeigten überwiegend Blumen, Blüten und Blätter. Mit der Zeit wandelte sich der Stil jedoch und die Formen wurden wesentlich einfacher. Statt filigraner Gebilde setzte man nun auf glatte Oberflächen, die poliert werden konnten. Als Materialien wurden hier vorzugsweise Gold und Emaille verwendet, denn beide erhielten durch das Polieren eine äußerst ebene Oberflächenstruktur, die den Lichteinfall effektvoll spiegelte und damit sehr edel wirkte.

Besondere Broschen aus der Biedermeier-Zeit

Besonders eindrucksvolle Arbeiten können Sie auch heute noch in Form von emaillierten Biedermeier-Broschen erwerben. Die dafür benutzte Emaille ist eine Zusammensetzung aus anorganischen Stoffen, meist Silikate und Oxide, die durch das Schmelzen in glasig erstarrter Form hergestellt wird. Die so aufbereitete Masse wird in einer oder mehreren Schichten auf ein geeignetes Trägermaterial, in der Regel Metall oder Glas, aufgetragen und bei hohen Temperaturen geschmolzen. Dadurch wird der Träger mit der Emaille gleichmäßig überzogen. Mit dieser Technik gelang es den Künstlern der Biedermeier-Zeit, edel aussehende Broschen anzufertigen, die ein rundes, ovales oder eckiges Stück Emaille als Kern des Schmuckstückes enthielten. Oftmals wurden noch weitere Elemente integriert, so zum Beispiel Perlen, die so in die glatten Oberflächen eingearbeitet wurden, dass sie zu einem geringen Teil herausragten. Auch die Darstellung von Monogrammen war möglich, indem kontrastierende Farben für Buchstaben und Hintergrund gewählt wurden. Die einzelnen Monogramme bestanden teilweise aus echtem Haar, das zu Buchstaben geformt wurde. Ein besonders schöner Kontrast entstand beispielsweise durch die Verwendung von blondem Haar und einem schwarzen oder dunkelblauen Emaille-Untergrund. Auf diese Weise konnten individuelle und personalisierte Broschen hergestellt werden, die sicherlich als Einzelstücke anzusehen sind. Bei eBay werden verschiedene Broschen aus dem Biedermeier angeboten, auch emaillierte Varianten - vielleicht ist Ihr zukünftiges Lieblingsstück auch dabei.

Das typische Schmuckstück aus dem Biedermeier - das Medaillon

Ein besonders typisches Schmuckstück für diese Zeit ist das Medaillon. Dabei handelt es sich um eine Art Kettenanhänger, der aufgeklappt werden kann und in dem ein kleines Foto oder andere Andenken aufbewahrt werden können. Dadurch konnte man eine geliebte Person ganz nah am Herzen tragen, was der für diese Zeit typischen Rückbesinnung auf die Familie und das Private entsprach. Die ursprünglich religiöse Bedeutung dieser Schmuckstücke trat in den Hintergrund, nunmehr standen die Emotionen im Mittelpunkt. Die Medaillons der Biedermeier-Zeit waren meist flach und klein, ihre Form konnte rund, oval oder auch herzförmig sein. Die Gestaltung der kleinen Dosen war äußerst verspielt und detailreich. Als Materialien kamen jetzt, neben den bis dahin stets verwendeten Edelmetallen, auch Elfenbein oder Buchsbaumholz zum Einsatz. Die Oberfläche war oftmals emailliert, manchmal aber auch mit Edelsteinen oder Perlen besetzt. Getragen wurden die Medaillons, je nach Geschmack und Kleidungsstil, entweder an langen oder an kurzen Halsketten. Wenn Sie ein originales Medaillon aus dem Biedermeier kaufen möchten, sollten Sie mit relativ hohen Kaufpreisen rechnen, je nachdem, wie reichhaltig verziert das Schmuckstück ist. In Abhängigkeit der für die Fertigung verwendeten Materialien und des Arbeitsaufwandes wird sich aber sicherlich ein schönes Medaillon in nahezu jeder Preislage finden lassen.

Sonstiger Schmuck aus der Epoche des Biedermeier

Viele Halsketten aus der Biedermeier-Zeit waren aus Gold oder Silber gefertigt und teilweise mit Granaten und Perlen besetzt. Für das Tragen eines Medaillons wurden eher schlichte Ketten eingesetzt, da das Hauptaugenmerk auf dessen kunstvoller Gestaltung liegen sollte. Zu besonderen Anlässen wurden auch gern Colliers angelegt. Wohlhabendere Frauen trugen Diademe, Zierkämme und Haarnadeln. Diese Haarschmuckstücke konnten unterschiedlich aufwendig gearbeitet sein. So gab es beispielsweise schlichte Haarnadeln, die nur ihren Zweck erfüllten, aber auch schön gestaltete, die einen tollen Blickfang boten. Die Ringe der Biedermeier-Zeit bestanden meist aus Gold. Wenn Edelsteine verwendet wurden, waren das hauptsächlich Diamanten. Meist wurden mehrere als Blume in eine Goldfassung eingebettet.

Schaumgold als häufigstes Material in der Biedermeier-Zeit

Wenn im Zusammenhang mit der Epoche des Biedermeier die Rede von Gold ist, ist meist das sogenannte Schaumgold gemeint. Sein Name resultiert dabei aus der angewendeten Fertigungstechnik. Als Erstes wurde eine Negativform hergestellt, welche die spätere Form des Schmuckstückes fest vorgeben sollte. Anschließend wurden sehr dünne Goldbleche mit der Negativform bearbeitet, sodass in diesen Blechen kleine Hohlräume entstanden. Das auf diese Weise verformte Goldblech wurde nun auf einem weiteren, nicht geformten Blech angebracht. Das Ergebnis dieses Prozesses war ein Schmuckstück, das aufgrund der Verformung dreidimensional wirkte. Dieser Effekt konnte unterstützt werden, indem in die Hohlräume ein Kitt oder ein ähnliches Material gefüllt wurde.

Der mit Schaumgold gefertigte Schmuck wurde meist noch anderweitig verziert. Bei Ringen und Ohrschmuck wurden in die aus dem speziellen Gold bestehenden Fassungen Schmucksteine, zum Beispiel Jade, Granate oder Rubine oder auch Diamanten gebettet. Auch eine Gestaltung mit einer eindrucksvollen Kamee war möglich. Dabei handelt es sich um ein Relief, das durch die Gravur eines Schmucksteins, eines Lavagesteins oder einer Molluskenschale hergestellt wird. Durch die unterschiedlichen Farbschichten dieser Materialien hob sich der leicht erhöhte Teil meistens optisch gut sichtbar vom tieferen Teil der Gravur ab. Dieser Effekt passt hervorragend zu dem dreidimensionalen Effekt des Schaumgoldes, sodass Fassung und Verzierung sehr schön harmonieren. Falls Sie an einem dieser typischen Biedermeier-Schmuckstücke aus Schaumgold interessiert sind, sollten Sie auch die Angebote bei eBay durchsuchen, die unter anderem Broschen, Ohrringe und Armreifen beinhalten, die mit dieser Fertigungstechnik hergestellt wurden.

Was Sie beim Kauf von Biedermeier-Schmuck sonst noch beachten sollten

Wenn Sie ein bestimmtes Schmuckstück im Auge haben, sollten Sie sich vor dem Kauf von Ringen nochmals über Ihre Ringgröße informieren und gegebenenfalls zur Sicherheit nachmessen. Es wäre sicher ärgerlich, wenn der Ring später geliefert wird, Sie ihn aber umtauschen müssten, weil er zu weit oder zu eng ist. Solche Situationen lassen sich leicht vermeiden. Ähnliches gilt bei Ketten. Vielleicht haben Sie sich für eine Halskette mit Medaillon aus der Epoche des Biedermeier entschieden. Sie sollten nun bedenken, wie Sie dieses in Zukunft tragen möchten, schließlich handelt es sich um ein sehr persönliches Schmuckstück. Soll es oberhalb der Kleidung liegen, wäre eine relativ kurze Halskette angebracht. Möchten Sie es unter der Bekleidung, und damit besonders nah am Herzen tragen, sollte die Kette eine bestimmte Länge aufweisen. Messen Sie lieber noch mal nach, falls Sie sich unsicher sind. Wenn Sie diese Hinweise beachten, können Sie sicher schon bald Ihr neues Lieblingsstück aus dem Biedermeier in den Händen halten.

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