Tipps für den Kauf von Bauschaum als Montage- und Pistolenschaum

Aufrufe 2 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Tipps für den Kauf von Bauschaum als Montage- und Pistolenschaum

Bauschaum ist ein vielseitiger Helfer auf jeder Baustelle oder bei Renovierungsarbeiten im eigenen Haus. Man bezeichnet ihn auch als Montageschaum oder Pistolenschaum und nutzt ihn für unterschiedliche Arbeiten. So kommt er beispielsweise beim Einbau von Tür- und Fensterrahmen zum Einsatz. Außerdem füllt der Schaum effektiv Hohlräume und offene Fugen aus. Nach dem Auftragen quillt der Schaum nach und wächst auf das doppelte Volumen oder mehr. Damit schließt er die kleinsten Zwischenräume aus und übernimmt eine dämmende und isolierende Funktion. Ein anderer Einsatzzweck ist das Verkleben von verschiedenen Materialien. Je nach Aufgabe und Arbeitsschritt kommen unterschiedliche Schäume zum Einsatz. Grob differenziert man zwischen den Ein- und Zweikomponenten-Schäumen. Sie funktionieren jeweils auf eine andere Art und Weise, sodass Sie bei der Verarbeitung einige Regeln beachten müssen. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie mehr über die unterschiedlichen Schäume. Außerdem geben wir Ihnen hilfreiche Tipps zur Verarbeitung und zeigen, wie man Bauschaum-Reste nach getaner Arbeit sicher und ohne Rückstände entfernt.

Zusammensetzung und Einsatzbereiche von Bau- und Montageschaum

Montageschaum wird hauptsächlich zum Abdichten bei Bauarbeiten verwendet. Oft trägt er die Namen Füllschaum, Dämmschaum, Zargenschaum oder PU-Schaum. Letzterer Begriff stammt von der chemischen Zusammensetzung des Stoffs. Die meisten Produkte basieren auf Polyurethan, sodass er auf den unterschiedlichsten Materialien haftet und diese effektiv zusammenkleben kann. Die Anwendung erfolgt direkt aus der Dose mit einem kleinen Sprühstäbchen. Nach dem Auftragen beginnt direkt der Aushärtungsprozess. Wenige Minuten später hat sich eine Haut auf dem Schaum gebildet. Zum vollständigen Aushärten benötigt der Schaum je nach Hersteller etwa fünf Stunden. Der häufigste Verwendungszweck ist die Dämmung bei der Fenstermontage. Der Fensterrahmen selbst ist mit Mauerdübeln direkt im Mauerwerk verankert. Somit übernimmt der Schaum keine verklebende Funktion. Die kleinen Zwischenräume rings um das Fenster lassen sich allerdings nur damit abdichten.
Bei Türzargen hingegen stehen das Abdichten und das Einkleben im Vordergrund. Türrahmen im Innenbereich halten nicht durch Schrauben oder andere Verankerungen, sondern werden mit dem Mauerwerk verklebt. Dies bringt den Vorteil mit sich, die Türen und Zargen später ohne Probleme auszutauschen. Bauschaum gibt es je nach Zusammensetzung in verschiedenen Varianten. Achten Sie beim Kauf darauf, ob es sich um einen Ein-Komponenten- oder Zwei-Komponenten-Schaum handelt.

Ein-Komponenten-Bauschaum: Die einfachste und gängige Variante

Ein-Komponenten-Schäume sind sehr häufig auf dem Markt zu finden. Es gibt sie in einzelnen kleineren Dosen, die ein eigenes Ventil zum Dosieren besitzen. Größere Mengen des Schaums lagern beispielsweise in Aerosoldosen oder in Fässern, die unter Druck stehen. Hier benötigen Sie ein zusätzliches Dosiergerät, um den Bauschaum aus der Flasche oder Dose zu bekommen. Die Zusammensetzung aus nur einer Komponente besagt, dass kein vorheriges Mischen mit anderen Komponenten oder Stoffen nötig ist. Der Vorteil bei diesem Bauschaum: Er kommt ohne zusätzlichen Härter aus und trocknet problemlos an der Luft ab. Dafür nutzt er die Luftfeuchtigkeit zum Aushärten. Dieser Bauschaum benötigt für die Reaktion grundsätzlich Wasser. Ein schnelleres Aushärten erreichen Sie, indem der Untergrund vor dem Auftragen leicht angefeuchtet wird. Bei frostigen Temperaturen im Winter darf der Schaum nicht zum Einsatz kommen. Eine vollkommene Aushärtung erreicht der Schaum nach etwa vier bis fünf Stunden. Die Oberfläche ist bereits nach 15 Minuten fest und klebt nicht mehr. Nach einer Stunde lässt sich der Schaum bereits schneiden. Ein-Komponenten-Bauschaum überzeugt mit weiteren Eigenschaften:

  • Besonders leicht und unkompliziert in der Verarbeitung
  • Sehr günstig in der Anschaffung
  • Auch für ungeübte Anwender und Laien geeignet

Einziger Nachteil: Dieser PU-Schaum darf möglichst nicht in geschlossenen Hohlräumen verwendet werden. Es besteht nicht genügend Luftfeuchtigkeit, um den Schaum komplett aushärten zu lassen.

Für eine professionelle Anwendung: Zwei-Komponenten-Schaum

Der Zwei-Komponenten-Bauschaum gilt als professionelleres Produkt und kommt meist an Türzargen und Fensterfugen zum Einsatz. Als spezieller Bauschaum dient er sehr präzisen Arbeiten und verschließt Öffnungen an Rohbauten luft- und wasserdicht. Der Unterschied zum herkömmlichen Bauschaum: Das Gebinde besteht hier aus zwei Komponenten, die vor der Verwendung zu mischen sind. Das kann nach verschiedenen Varianten funktionieren. Im Normalfall befindet sich der Bauschaum in einer Druckflasche. Sie führen vorher die zweite Komponente hinzu und vermischen die beiden Materialien miteinander. Beachten Sie dabei, dass der PU-Schaum direkt danach zu verwenden ist. Sobald beide Komponenten aufeinandertreffen, tritt die Reaktion ein und eine Lagerung des Bauschaums ist nicht mehr möglich. Mischen Sie den Schaum also nur, wenn Sie eine zeitnahe Verwendung anstreben.

Es gibt eine zweite Möglichkeit, die Komponenten zueinanderzuführen. Hierbei kommt eine besondere Kartusche zum Einsatz, die im Inneren zwei Kammern besitzt. Erst im Mischrohr verbinden sich die zwei Komponenten und reagieren miteinander. Sie mischen also nicht den kompletten Schaum auf einmal an, sondern dosieren den Zwei-Komponenten-Schaum je nach Verwendung. Dieses System ist etwas teurer, arbeitet jedoch effektiver. Es wird immer nur so viel Masse angemischt, wie letztlich auch bei der Verarbeitung benötigt wird. Damit entstehen keine Reste, die sofort nach dem Mischen aushärten und dann nicht mehr verwendet werden können. Der 2-K-Schaum trocknet deutlich schnell und lässt sich vielseitiger einsetzen, als die 1-K-Produkte. Allerdings ist die Anwendung etwas komplizierter.

Die Vorteile von 2-K-Schaum im Überblick:

  • Besser zu dosieren
  • Es entstehen keine Reste
  • Abschluss luft- und wasserdicht
  • Einfache Verwendung mit Rohbauten

Tipps und Tricks – so verarbeiten Sie Bauschaum richtig

Bauschaum dichtet effektiv Fugen und Löcher ab und verbindet zwei Teile dauerhaft miteinander. Darauf ergibt sich ein flexibler Einsatzbereich auf dem Bau. Einmal ausgehärtet zeigt er sich resistent gegen Wasser, Säure oder Öl. Die Inhaltsstoffe im Schaum verrotten nicht und setzen keinen Schimmel an. Den einzigen negativen Effekt erzeugt die UV-Strahlung. Sie macht den Schaum nach einigen Jahren spröde, sodass er seine Elastizität verliert. Damit ist er deutlich weniger dicht, als direkt nach dem Aushärten. Hochwertige Bauschäume sind trotz dieser Eigenschaft viele Jahre haltbar. Sobald der Schaum spröde scheint, sollten Sie an eine Aufbereitung denken.

Bei 1-K-Bauschaum ist der Untergrund leicht anzufeuchten, wenn er keine ausreichende Feuchtigkeit besitzt. Das benötigt der Schaum zum Aushärten. In diesem Punkt entstehen die häufigsten Fehler bei der Verwendung des Schaums. Fehlt es an Feuchtigkeit, kann nicht die volle Aushärtung erzielt werden. Damit ist die Stelle nicht ausreichend wasser- oder luftdicht abgeschlossen. Für das korrekte Verarbeiten von Bauschaum benötigen Sie etwas Übung und Erfahrung. Der Schaum nimmt während des Einsatzes enorm an Volumen zu, was unbedingt vorher mit berücksichtigt werden muss. Andernfalls beschädigen Sie ungewollt Bauteile durch das Aufquellen des Schaums.

Recycling – die Dosen gehören nicht einfach in den Hausmüll

Bauschaumdosen stehen unter Druck und lassen sich deshalb nicht restlos entleeren. Entsorgen Sie deshalb die vermeintlichen leeren Dosen nie über den Hausmüll, da es sich hier um Sondermüll handelt. Bauschaum auf Polyurethan-Basis darf beispielsweise an den Hersteller zurückgegeben werden. Im Detail handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen mehrerer Hersteller, das zum Entsorgen der Bauschaum-Dosen gegründet wurde. Viele Baumärkte bieten eine Sammelstelle für die leeren Dosen an. Die Rückgabe ist dabei kostenlos. Handelt es sich um eine größere Baustelle, können Sie den Schaum bequem in der Verpackung abholen lassen. Weitere Informationen dazu gibt der Hersteller meist auf der Umverpackung oder dem Karton des Bauschaums. Eine unachtsam entsorgte Dose Bauschaum kann heftige Strafen und Regressanforderungen mit sich bringen.

Risiko: Ist Bauschaum gefährlich für die Gesundheit?

Bauschaum besitzt im flüssigen Zustand noch Stoffe, die sich während des Aushärtens verflüchtigen. Dazu gehört beispielsweise Isocyanat. Derartige Stoffe können Reizungen auf Haut und Schleimhäuten hervorrufen, weswegen Sie den direkten Kontakt grundsätzlich meiden sollten. Im komplett ausgehärteten Zustand besteht jedoch keine Gefahr mehr für die eigene Gesundheit. Je nach Inhaltsstoffen teilt man Bauschäume in unterschiedliche Kategorien ein. Dies richtet sich vor allem nach der Grenze an Isocyanaten. Ist die Grenze überschritten, gelten die Schäume als gesundheitsgefährdend und dürfen nur noch in Gefahrgutschränken gelagert und von hier aus verkauft werden. Mit dem Zumischen anderer Stoffe ist die gesundheitliche Gefahr minimiert worden.

Wichtige Sicherheitsregeln für Sie. Tragen Sie bei der Verarbeitung grundsätzlich einen Atemschutz, da Polyurethan bei manchen Experten als krebserregend gilt. Die Schutzbrille bewahrt Ihre Augen vor versehentliche Spritzer. Außerdem ist das Tragen von Handschuhen empfehlenswert. Bei manchen Bauschaum-Dosen sind einfache Einweghandschuhe bereits im Deckel angebracht. Für ein präzises und längeres Arbeiten mit den Dosen sollten Sie auf spezielle Arbeitsschutzhandschuhe zurückgreifen.

Verschmutzungen nach dem Einschäumen effektiv entfernen

Für Verschmutzungen im frischen Zustand nutzen Sie spezielle Entferner auf Acteon-Basis. Reiben Sie hierbei die Fläche mehrfach mit einem sauberen Tuch ab. Einziges Problem stellen lackierte Oberflächen dar. Der Lack könnte von dem enthaltenen Acteon angegriffen werden. Ist der Schaum einmal ausgehärtet, erweist sich das Entfernen von Verschmutzungen deutlich schwieriger. Beseitigen Sie den Schaum mit einem langen Messer oder mit mechanischer Krafteinwirkung. Die übrigen Reste sind mit einem Spezialreiniger zu behandeln. Dabei sind nicht alle Verschmutzungen durch Bauschaum sofort sichtbar. Manche Flecke zeigen sich an Türen oder Fenstern erst nach mehreren Jahren mit einer bräunlichen Farbe. Auch diese Verunreinigungen lassen sich mit dem speziellen Reiniger noch entfernen.

Welche Untergründe sind problematisch für die Verwendung von Bauschaum?

Wählen Sie den Schaum grundsätzlich nach ihrem Arbeitseinsatz. Die handelsüblichen Produkte halten gut auf Holz, Beton und selbst auch Metallen oder lackierten Flächen. Problematisch sind nicht behandelte metallische Untergründe. Bei entsprechenden Temperaturen bildet sich Wasserkondensat, was die Korrosion vorantreibt. Mit der Zeit wird der Werkstoff instabil und die Schicht zum Schaum hält nicht mehr. Schutzanstriche bewahren das Metall vor der Korrosion und sichern die Haltbarkeit des Bauschaums.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden