Tipps für den Kauf einer neuen und preisgünstigen Zündspule

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Tipps für den Kauf einer neuen und preisgünstigen Zündspule

In Deutschland gilt das Auto als Garant für die ständige Mobilität, welche heute für viele Menschen ein Muss ist. Doch ein Auto besteht aus vielen einzelnen Teilen, die allesamt dem Verschleiß unterliegen, weshalb Reparaturen immer wieder fällig werden.

Geht beispielsweise die Zündspule kaputt, führt kein Weg an einem Austausch des Bauteils vorbei. Ganz einfach deshalb, weil Ihr Auto ohne funktionierende Zündspule nicht mehr fahrbereit ist.

Was eine solche Zündspule ist und was Sie beim Kauf eines entsprechenden Ersatzteils beachten sollten, möchte Ihnen dieser Ratgeber erklären.

Einem Transformator nicht unähnlich: Aufbau einer Zündspule

Für ein besseres Verständnis lohnt es sich, die Zündspule als Bauteil zu erklären. Die Zündspule ist vom Aufbau her einem Transformator beziehungsweise einem „Spartransformator" ähnlich und auch der Name „Zündspule" verrät bereits einiges. Die genaue Erklärung ist jedoch nicht ganz einfach. Wird die Zündung des Autos eingeschaltet, fließt Strom durch die Zündspule. Dadurch entsteht wieder ein Magnetfeld, was vereinfacht ausgedrückt einen Hochspannungsimpuls auslöst. Diese Hochspannung wird auf eine Zündkerze übertragen, die schließlich die Zündung des Benzin-Luft-Gemischs im Zylinder ermöglicht. Letzten Endes sorgt die Zündspule also für den Zündfunken und die Verbrennung des Kraftstoffs.

Diese Erklärung ist natürlich vereinfacht und die genauen physikalischen Vorgänge wesentlich komplexer. Zündkerzen kommen allein in Ottomotoren vor, womit auch die Zündspule allein dem Benziner vorenthalten ist. Dieselmotoren hingegen kommen ohne dieses Bauteil aus.

Dafür braucht die Zündspule zwei weitere Helfer, um funktionieren zu können. Zum einen ist das der Unterbrecher, zum zweiten der Kondensator. Nur im Trio können die Bauteile wirken und die Zündspule die nötige Spannung erzeugen, welche letzten Endes zum Zünden des Kraftstoffs führt. Um Zahlen zu nennen: Die Zündspule erzeugt gemeinsam mit Unterbrecher und Kondensator aus der typischen Bordspannung mit 12 Volt eine Hochspannung von 15.000 bis sogar 30.000 Volt.

Problemfall Elektronik: Zündspulen und Verschleiß

Eingebaut ist in einem Auto übrigens nicht nur eine Zündspule. Pro Zylinder ist eine Zündkerze und somit auch jeweils eine Zündspule verbaut. Ein Vierzylinder kommt daher auf vier Spulen, wobei oftmals Doppelzündspulen verbaut werden, die folgerichtig jeweils zwei Zündkerzen und zwei Zylinder bedienen.

Zündspulen gehören zur Elektronik, welche nach wie vor die meisten Pannen an einem modernen Auto verursacht. In diesem Punkt nehmen sich die Zündspulen leider nicht aus. Im Gegenteil, gerade die Zündanlage gilt als anfällig, wie alljährliche Pannenstatistiken immer wieder offenlegen.

Trotzdem kann die Zündspule eine relativ hohe Lebensdauer erreichen und im Schnitt einige Zehntausend Kilometer beziehungsweise einige Jahre halten. Als etwas kritischer aufgrund der schneller verschleißenden Zündspulen gelten auf Autogas umgerüstete Ottomotoren. Zwar fehlen zu dieser These genaue Studien und Zahlen, wegen der schlechteren Zündeigenschaft von Flüssiggas muss die Zündspule jedoch mehr Leistung erzeugen. Mehr Energieaufwand und somit Belastung könnte daher durchaus einen schnelleren Verschleiß verursachen.

Entscheidend: Ohne Zündspule geht es nicht

In der Regel fallen bei einem Defekt nicht alle Zündspulen gleichzeitig aus, sondern meist nur eine. Bei einem Vierzylinder wären somit ein oder - Stichwort Doppelzündspule - zwei Zylinder betroffen. Stehenbleiben und ausrollen würde Ihr Fahrzeug nicht, trotzdem zeigen sich direkte Folgen.

Arbeitet die Zündspule nicht mehr korrekt, erzeugt die Zündkerze wegen der fehlenden Hochspannung keinen Funken mehr. Die Folge: Das Benzin im Zylinder wird nicht mehr gezündet und somit auch nicht verbrannt. Das hat weitere Konsequenzen. Zum einen gelangt der unverbrannte Sprit in den Auspuff. Hier trifft der unverbrannte Kraftstoff auf den heißen Katalysator und wird sich plötzlich doch entzünden. Eben das wird den Kat relativ schnell zerstören. Neben der Zündspule müsste somit der Kat gewechselt werden, was einige Hundert Euro zusätzliche Kosten bedeutet.

Eine zweite direkte Folge einer defekten Zündspule sehen Sie auf Ihrem Tacho. Denn fallen ein oder gleich zwei Zylinder aus, kann der Motor nicht mehr die gewohnte Leistung liefern. Anzugverhalten und Spitzengeschwindigkeit werden somit bei einer kaputten Zündspule deutlich abfallen.

Obendrein wirkt das Zündsystem direkt auf den Katalysator, welcher die Emissionen Ihres Autos kontrolliert. Arbeitet das Zündsystem fehlerhaft, gilt Entsprechendes für den Katalysator. Die Reinigungswirkung sinkt oder fällt sogar komplett aus, womit der Ausstoß sämtlicher Schadstoffe im schlimmsten Fall auf das Zehnfache der üblichen Menge steigt.

Anzeichen: Symptome einer defekten Zündspule erkennen

Dass Ihr Auto mit defekter Zündspule nicht sofort stehen bleibt, ist also kein Grund zum Weiterfahren. Zumal allein das unverbrannte Benzin reine Geldverschwendung ist und besonders ein Schaden am hochsensiblen Katalysator droht. Immerhin können Sie selbst als Laie eine arbeitsunwillige Zündspule erkennen. Neben dem bereits erwähnten Leistungsabfall macht sich diese nämlich mit einigen weiteren Symptomen bemerkbar.

Beispielsweise wird Ihr Motor deutlich „rauer" als gewöhnlich laufen. Das schlechtere Ansprechverhalten wird sich vor allem bei einem kalten Motor und ebenso im unteren Drehzahlbereich zeigen. Das Anspringen könnte ein bis zwei Sekunden länger als gewöhnlich dauern. Selbst komplette Motoraussetzer können sich im Laufe der Zeit einstellen, wenn Sie nicht reagieren oder die ersten Anzeichen missverstehen. Üblicherweise müsste auch eine entsprechende Warnleuchte aufblinken, wobei diese den konkreten Defekt an der Zündspule wohl noch nicht verraten wird.

Der Schaden kündigt sich jedenfalls recht deutlich an, wobei sogar noch weitere Symptome möglich sind. Die genannten Zeichen sind bei einer nachlassenden Zündspule jedoch die häufigsten.

Runde 100 Euro: Das kostet eine neue Zündspule

Nach rund 60.000 bis 80.000 Kilometern müssen Sie mit einer defekten Zündspule rechnen, wobei manche Spule auch schon deutlich früher versagt. Der Preis einer neuen Spule beträgt im Schnitt um die 100 bis 130 Euro, je nach Hersteller und Modell. Im Internet finden sich sogar deutlich günstigere Angebote. Eventuell lohnt sich sogar ein gebrauchtes Ersatzteil.

Tatsächlich sind im Internet durchaus gebrauchte Zündspulen zu finden, die im Preis um einiges günstiger sind. Ob sich ein gebrauchtes Ersatzteil lohnt, ist jedoch eine andere Frage. Eine gewisse Vorsicht ist sicherlich geboten, denn wie lange die Zündspule bereits in Gebrauch war, ist selten bekannt. Trotzdem kann eine gebrauchte Spule bei älteren Wagen eine Alternative sein.

Ob neu oder gebraucht, beim Kauf nötiger Ersatzteile gilt es einiges zu beachten. Zum einen muss die neue Zündspule zu Ihrem Wagen beziehungsweise Motor passen. Trotzdem ist der Erwerb einer neuen Zündspule nicht sonderlich schwer - dank einem kleinen Helfer.

Passt: Wie Sie die richtige Zündspule für Ihr Auto finden

Um die richtige Zündspule für Ihr Auto zu finden, reicht Ihnen ein Blick in den Fahrzeugschein. Gleich auf der ersten Seite verrät Ihnen dieser die sogenannten Schlüsselnummern oder auch KBA-Nummern. Wenn Sie diese Nummern in eine Suchmaske eingeben, wird Ihnen jede Suchmaschine das richtige Ersatzteil nennen. Achten Sie allerdings auf Zahlendreher.

Damit dürften Suche wie Kauf der nötigen Zündspule schon erledigt sein. Versierte Hobbyschrauber mit halbwegs handwerklichem Geschick können die neue Spule gleich selbst einbauen. Einziges Problem ist möglicherweise benötigtes Spezialwerkzeug, was jedoch von Hersteller und Automodell abhängt. Meistens reicht die typische Ausstattung einer normalen Garage jedoch aus.

Der eigentliche Wechsel der Zündspule ist dann gar nicht so schwer. Tipp: Neben dem nötigen Werkzeug wie einen guten Knarrenkasten schadet etwas Rostlöser nicht. Mit etwas Begabung ist der Austausch in wenigen Minuten erledigt. Einige Dinge sollten Sie aber bei der Reparatur in Eigenregie beachten. Halten Sie sich daher genau an die Schrittfolge.

Anleitung: Zündspule daheim in Eigenregie wechseln

Zuerst klemmen Sie die Autobatterie ab. Wer sich weniger gut auskennt notiert sich die Steckverbindungen, um später wieder die richtigen Anschlüsse herstellen zu können. Sämtliche Stecker werden nun möglichst vorsichtig gelöst. Bei festen oder arg verrosteten Steckern hilft der Rostlöser, welchen Sie lediglich auf die betreffenden Stellen sprühen und einige Minuten wirken lassen. Gewalt ist keine Lösung, sondern verursacht lediglich weitere Schäden oder sogar Verletzungen.

Sind alle Verbindungen gelöst, können Sie schon die alte Zündspule demontieren. Die neue Spule wird natürlich an gleicher Stelle wieder eingebaut. Ziehen Sie die Schrauben gut fest. Danach befestigen Sie die Steckverbindungen neu – nutzen Sie die gemachten Notizen oder Skizzen. Kontrollieren Sie noch einmal alle Verbindungen und Anschlüsse. Zuletzt klemmen Sie die Batterie wieder an, womit die Reparatur der Zündspule tatsächlich schon beendet wäre.

Sind Ihre Zündkerzen bereits älteren Baujahrs, lohnt es sich, diese gleich mit der neuen Zündspule zu wechseln. Über die Jahre verändern Zündkerzen ihren Widerstand, was unter Umständen die Zündspulen beeinträchtigen kann. Daher können alte Zündkerzen die Zündspulen schneller verschleißen und sollten gleich mit ausgetauscht werden. Auch die Zündspulen an sich werden normalerweise zusammen statt einzeln gewechselt. Bei einem Vierzylinder verdoppelt das zwar die Kosten, trotzdem ist die Empfehlung keine schlechte. Bei neueren Modellen sind sowieso komplette Module verbaut, die nur noch als Ganzes zu wechseln sind und die Frage somit erst gar nicht aufkommen lassen.

Leider ist der Austausch einer defekten Zündspule nicht immer so einfach, wie gerade in der Anleitung beschrieben. Manch ein Hersteller oder Autotyp kann Probleme bereiten, etwa in Form nötiger Spezialwerkzeuge, ohne welche Sie die Reparatur ganz einfach nicht bewerkstelligen können. Schauen Sie daher nach, wie gut - oder schlecht - Sie in Ihrem Wagen die Zündspulen erreichen. Ein Blick in das Handbuch Ihres Autos ist ebenfalls anzuraten.

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