Tipps für das richtige Fotopapier für den fotografischen Film

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Tipps für das richtige Fotopapier für den fotografischen Film

Obwohl digitale Kameras den fotografischen Film fast verdrängt haben, besitzt diese klassische Form der Fotografie immer noch ihren eigenen Reiz. Ein großer Teil davon liegt in den kreativen Möglichkeiten beim Abziehen von Negativen oder Dias auf Fotopapier begründet. Die notwendigen Materialien sind allerdings immer schwerer zu finden.

Fotopapiere für schwarz-weiße und farbige Abzüge

In der heimischen Dunkelkammer, dem privaten Fotolabor, hat die Farbfotografie im Gegensatz zu allen anderen Bereichen nie die Schwarz-Weiß-Prozesse verdrängen können. Dies liegt nicht nur daran, dass die Verarbeitung von Farbfilmen und die Herstellung farbiger Abzüge wesentlich aufwändiger ist und höhere Anforderungen stellt. Während beispielsweise Schwarz-Weiß-Fotopapiere bei einem relativ hellen orangeroten oder grünlichen Licht verarbeitet werden können, ist für Farbabzüge fast völlige Dunkelheit erforderlich.

Viel Raum für Kreativität mit Schwarz-Weiß-Fotopapier

Darüber hinaus ist bereits der Prozess der Erstellung von Abzügen vom Schwarz-Weiß-Negativ sehr komplex. Für einen perfekten Abzug muss nicht nur die Belichtungszeit und Blende am Vergrößerer korrekt eingestellt sowie die vorgegebene Zeit für die Entwicklung genau eingehalten werden, auch die Art und Temperatur des Entwicklers ist von Bedeutung. Durch die Kombination verschieden stark konzentrierter Entwicklerlösungen lässt sich die Zeichnung in den Schatten- und Lichterpartien des Bildes optimieren. Hier bietet sich viel Raum für Optimierungen und Experimente.

Auch die Wahl des richtigen Fotopapiers ist entscheidend. Sie hängt unter anderem von den Eigenschaften des Negativs ab. Damit der Abzug im Kontrast nicht zu weich oder zu hart erscheint, muss die Gradation des Fotopapiers zum Kontrastumfang des Negativs passen. Für die winterliche Nebellandschaft ist beispielsweise ein hartes Papier notwendig, für das Stadtpanorama in der sommerlichen Mittagssonne dagegen eins mit einer weichen Gradation. Eine Beeinflussung des Kontrastes durch eine Abweichung von der vorgeschriebenen Entwicklungszeit ist nicht zu empfehlen, da die Abzüge dann flau oder schleimig wirken.

Die richtige Gradation beim Fotopapier wählen

Klassische Schwarz-Weiß-Fotopapiere wurden ursprünglich in sechs Gradationsstufen von Null bis Fünf angeboten. Die Gradation Drei ist das Standardpapier, Vier und Fünf sind härter, Null bis Zwei weicher im Kontrast. Bei den beliebten Ilford Fotopapieren ist die Gradationsstufe auf der Verpackung mit schwarzen Balken auf rotem Grund gekennzeichnet, damit sie bei der üblichen Dunkelkammerbeleuchtung gut zu erkennen ist.

In den 1980er-Jahren kamen sogenannte Gradationswandelpapiere auf den Markt. Bei diesen Fotopapieren lässt sich die Gradation durch den Einsatz von Farbfiltern bei der Belichtung steuern. Dies ist entweder mit den Farbmischköpfen der Vergrößerer möglich, die für die Erstellung farbiger Abzüge verwendet werden, oder mit speziellen Einlegefiltern. Mit Gradationswandelpapieren lässt sich die Lagerhaltung im Fotolabor deutlich reduzieren, da von jeder benötigten Größe und gegebenenfalls Oberflächenart nur noch eine Papiersorte notwendig ist.

Schwierigkeiten bei der Farbfotografie

Farbfotopapiere bestehen aber aus drei Schichten, von denen jede einzelne wie ein eigenes Schwarz-Weiß-Fotopapier reagiert und für eine von drei Grundfarben zuständig ist. Die Farbschichten beeinflussen sich außerdem noch gegenseitig. Daher ist es bei Farbabzügen gar nicht möglich, alle den Bildeindruck beeinflussenden Parameter so genau zu steuern wie bei einem Abzug vom Schwarz-Weiß-Negativ. Die Schwarz-Weiß-Fotografie bietet daher mehr Raum für eine gezielte kreative Bildgestaltung. Unterstützt wird dies auch noch dadurch, dass ein Schwarz-Weiß-Foto wegen der fehlenden Farben im Allgemeinen abstrakter wirkt als eine Farbfotografie.

Farbige Abzüge vom Dia auf Fotopapier selbst herstellen

Fotopapiere für Farbfotos sind in zwei verschiedenen Arten im Angebot. Neben den Papieren für das Abziehen von Farbnegativen gibt es auch spezielle Fotopapiere, die vom Dia belichtet werden. Wie beim Diafilm ist auch beim Abziehen von Dias normalerweise eine Umkehrentwicklung notwendig, die das ursprünglich entstehende Negativbild in ein Positiv wandelt.

Eine Besonderheit ist hier das Silberfarbbleichverfahren, das auch unter dem Markennamen Cibachrome bekannt ist. Im Gegensatz zu den üblichen Farbfotopapieren, bei denen die Farben während der Entwicklung in der Emulsionsschicht entstehen, sind beim Silberfarbbleichverfahren hochwertige Farbpigmente in die Emulsion eingebettet. Beim Entwicklungsprozess werden diese Farbstoffe durch chemische Substanzen entsprechend der Belichtung zerstört. Das Silberfarbbleichverfahren ist nicht nur besonders einfach in der Handhabung, sondern liefert durch den Einsatz von Farbpigmenten auch sehr haltbare und lichtbeständige Abzüge.

Höchster Kontrast mit glänzendem Fotopapier

Einen entscheidenden Einfluss auf die Bildwirkung besitzt auch die Oberflächenbeschaffenheit des Fotopapiers. Ein mattes Fotopapier ist zwar weniger empfindlich gegen Fingerabdrücke als ein glänzendes, auf der anderen Seite reduziert das von der matten Oberfläche stärker gestreute Licht den Kontrast des Bildes. Eine Kompromisslösung zwischen diesen beiden Eigenschaften bieten Fotopapiere mit seidenmatter Oberfläche oder Satinoberfläche. Ein ähnlicher Kompromiss ist mit der Oberflächenart Seidenraster möglich. Hier ist die glänzende Oberfläche perlenartig strukturiert, weshalb dieser Oberflächentyp im Englischen auch die Bezeichnung Pearl trägt. Die Strukturierung macht aber feinste Details schlechter erkennbar. Die beste Bildqualität bietet daher immer noch das Hochglanzfoto.

Fotopapiere im Querschnitt betrachtet

Ein Fotopapier besteht grob betrachtet aus einem Papierfilz als Träger und einer lichtempfindlichen Emulsion, üblicherweise Gelatine mit eingebetteten Silberhalogenidkristallen. Da das Fotopapier nach der Belichtung im Entwickler und Fixierbad gebadet werden muss, ist das Trägerpapier meist beidseitig mit einem Polyethylen-Kunststoff beschichtet, damit es sich nicht mit den Fotochemikalien vollsaugt. Diese moderneren PE-Papiere werden nach der englischen Bezeichnung "Resin Coated" auch RC-Fotopapiere genannt und sind deutlich einfacher zu verarbeiten als die älteren, unbeschichteten Sorten. Trotzdem blieben letztere als sogenannte Barytpapiere für besonders hochwertige Abzüge im Handel.

Besonderheiten von Barytpapieren und ihre Verarbeitung

Bei einem Barytpapier besteht die Trägerschicht aus einem hochwertigen, nassfesten Karton mit einer Grammatur zwischen 140 und 240 g/qm. Ihren Namen verdanken die Barytpapiere einer Beschichtung aus feingemahlenem und in Gelatine gebundenem Schwerspat. Dieses feine Pulver aus Bariumsulfat sorgt für einen reinweißen Hintergrund, verhindert das Einsinken der Emulsion in den Papierfilz und ist für die üblichen Fotochemikalien undurchlässig.

Im Gegensatz zum RC-Papier saugt sich beim Barytpapier nicht nur die Gelatineschicht, sondern auch das Trägermaterial beim Bad im Entwickler und Fixierer mit den Chemikalienlösungen voll. Aus diesem Grund ist bei Barytpapieren in jedem Fall ein Stopbad zwischen der Entwicklung und dem Fixieren notwendig, um die alkalischen Entwicklerreste im Fotopapier zu neutralisieren, die sonst das saure Fixierbad schnell unbrauchbar machen würden. Auch die Schlusswässerung muss bei Barytpapieren gründlicher erfolgen, damit alle Fixierbadreste und Reaktionsprodukte ausgewaschen werden, die sich negativ auf die Haltbarkeit des Bildes auswirken.

Das richtige Trocknen macht ein Fotopapier erst schön

Für die Trocknung der Fotopapiere empfiehlt sich eine Trockenpresse. Diese besteht aus einer elektrisch beheizten Trommel, auf der sich beidseitig Fotopapiere mittels einer Stoffbespannung aufpressen lassen. In der Trockenpresse verarbeitete Fotos zeigen nach dem Trocknen eine optimale Planlage mit einer leichten Aufwölbung. Bei Fotopapieren, die an der Luft getrocknet wurden, biegen sich dagegen die Ecken nach oben, da die Gelatine beim Trocknen etwas schrumpft. Auch RC-Papiere können in der Trockenpresse verarbeitet werden, allerdings ist hier noch stärker auf die richtige Dauer der Trocknung zu achten. Der korrekte Zeitpunkt für die Entnahme der Fotos aus der Trockenpresse ist am leichten Knistern erkennbar, das entsteht, wenn sich das getrocknete Fotopapier von der Presse löst. Verbleibt das Papier zu lange in der Trockenpresse, dann schmilzt die Kunststoffbeschichtung und auch die Gelatineschicht. Bei einer zu kurzen Trocknung klebt das Bild dagegen an der Trockenpresse fest und kann beim Entnehmen beschädigt werden oder Fusseln von der Stoffbespannung auf der Oberfläche zeigen.

Für den perfekten Hochglanz ist die Trockenpresse unentbehrlich. Das nasse Fotopapier wird für die Hochglanztrocknung unter Einsatz eines Rollenquetschers mit der Bildseite auf eine verchromte Hochglanzfolie gepresst und diese dann in die Trockenpresse eingelegt. Beim Anpressen müssen alle Luftblasen zwischen Bild und Hochglanzfolie entfernt werden, da sie sonst als matte Stellen sichtbar werden.

Welche Fotopapiergröße für welches Foto?

Als wichtigste Standardgröße für Fotopapiere hat sich das Postkartenformat mit 10x15 Zentimetern Kantenlänge herauskristallisiert. Der optimale Betrachtungsabstand für die natürliche Bildwirkung einer normalen Aufnahme beträgt bei der Weltpostkarte rund 20 Zentimeter. Diese Größe ist also schon ein Kompromiss. Für den normalen Betrachtungsabstand von 25 bis 30 Zentimetern wäre eigentlich bereits das Format 13x18 notwendig. Für einfache Abzüge wird aber sogar das noch kleinere Format 9x13 gerne genutzt. Bilder zum Aufhängen an der Wand sollten dagegen mindestens auf ein Fotopapier im Format 18x24 Zentimeter ausbelichtet werden. Für dieses Format gibt es auch günstig passende Bilderrahmen im Handel.

Fazit

Fotopapiere für den fotografischen Film eröffnen umfangreiche, kreative Möglichkeiten für das eigene Fotolabor. Die Wahl des richtigen Fotopapiers ist für ein optimales Bildergebnis sehr wichtig. Hier spielt auch die Art und Beschaffenheit der Negative oder Dias eine bedeutende Rolle. Ein großes Sortiment verschiedenster Fotopapiere für den fotografischen Film finden Sie bei eBay.

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