Tipps für Ihre erfolgreiche Hausbesichtigung

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Tipps für Ihre erfolgreiche Hausbesichtigung

Wer seine Wohnsituation verändert und umzieht, dem steht oft eine Vielzahl an Wohnungs- und Hausbesichtigungen bevor. Sind Sie auf der Suche nach einem Haus, das Sie mieten oder kaufen wollen, dann sollten Sie sich die Immobilie sehr genau ansehen. Gehen Sie am besten zu zweit, damit Sie sich beraten und abstimmen können. Gerade beim Kauf ist es von enormer Bedeutung, ganz besonders sorgfältig vorzugehen, damit Sie nicht ein „Schätzchen" kaufen, dass es in sich hat. Das kann zum Beispiel eine veraltete Heizungsanlage, einfach verglaste Fenster, ein undichtes Dach oder ein feuchter Keller sein. Inspizieren Sie genau, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben. Es gibt zwar ohne Frage wundervolle Immobilien auf dem Markt, die sofort zu beziehen sind, doch genauso oft gibt es Häuer, in die Sie noch viel Geld stecken müssen, bevor Sie sie bewohnen können. 

Die Lage der Immobilie ist das A und O

Vom Fachmann bis zum Laien hat es sich herumgesprochen: Bei einer Immobilie ist eines ganz besonders wichtig, nämlich die Lage. Das Grundstück ist unbeweglich und bleibt unveränderlich. Ein Gebäude können Sie abreißen, umbauen und verändern. Die Lage eines Grundstücks jedoch nicht. Deshalb ist es von übergeordneter Bedeutung, dass Sie die passende Lage eingrenzen, bevor Sie sich auf die Suche nach einem Haus begeben.

Vorbereitung auf die Hausbesichtigung

Wenn Sie sich auf den Weg zu einer Hausbesichtigung machen, ist es wichtig, sich gut darauf vorzubereiten. Im Zuge der Erstbesichtigung sollten Sie das Haus so neutral wie möglich auf Herz und Nieren prüfen oder mindestens klärungsbedürftige Themen gegenüber dem Makler oder Besitzer ansprechen. So weiß dieser direkt, dass Sie sich ernsthaft interessieren und unterstützt Sie bei der Klärung Ihrer Fragen.

Prüfen Sie den allgemeinen Zustand der Immobilie

Ihr erster Blick sollte auf die Faktoren fallen, die den Allgemeinzustand eines Hauses ausmachen. Schauen Sie sich den Zustand des Kellers an, soweit einer vorhanden ist. Fassen Sie die Wände an, bitten Sie um Licht und setzten Sie Ihren Geruchssinn ein. Riecht es schimmelig oder fühlen sich die Wände feucht an, dann ist das ein sehr großes Manko für den Kauf oder die Anmietung eines Objektes. Dieser Punkt muss auf Ihre Liste von Dingen, die Sie vor Vertragsunterzeichnung rückstandslos klären sollten. Kellerwände müssen trocken sein, wenn Sie einziehen. Stellen Sie fest, dass das Mauerwerk vom Hausschwamm befallen ist, können Sie die Besichtigung abbrechen. Hausschwamm ist nicht nur gesundheitsschädlich, sondern er greift die Bausubstanz so stark an, dass ein Haus einstürzen kann.

Untersuchen Sie den Zustand der Wände

Auch sind die tragenden Wände und die Innenwände auf ihren Zustand zu untersuchen. Der Idealzustand ist natürlich ebenfalls der trockene Zustand. Stellen Sie Feuchtigkeit oder Schimmel fest, sind, wie im Keller auch, die Ursachen zu klären. Nicht immer ist Schimmel die Folge von feuchten Wänden, sondern kann sich auch durch Belüftungsfehler bilden. Nehmen Sie die Außenfassade des Hauses in Augenschein und schätzen Sie ein, ob diese in einem guten Zustand ist oder eher reparatur- bis erneuerungsbedürftig wirkt. Je schlechter sie aussieht, desto höher können die Kosten sein, die eine Sanierung mit sich bringt. Ein Tipp für die Praxis: Sehen Sie sich die Schlagregenseite ganz genau an. Setzen Sie die Fassade im Falle schlechter Bauqualität oder bei schlechtem Zustand mit auf Ihre Liste, deren Punkte Sie kostenmäßig vor dem Kauf des Hauses klären sollten. Gleichzeitig sollten Sie sich nach der Dicke der Außenwände und der eventuellen Dämmung erkundigen. Notfalls lassen Sie sich Baupläne zeigen.

Checken Sie Fenster und Türen

Weitere wichtige Punkte, die Einfluss auf den Allgemeinzustand haben, sind die Fenster und Türen. Vor dem Hintergrund der steigenden Energiekosten sollten es mindestens isolierverglaste Fenster sein. Schauen Sie sich auch an, ob die Fenster einen Schleier haben, oder klar zu durchblicken sind. Sind die Fenster schon älter, kann sich durch das Entweichen des Gases aus den Zwischenräumen ein grauer Schimmer bilden. Haben die Fenster Rollladen, prüfen Sie diese auf Funktionsfähigkeit. Der Haustür kommt eine besondere Bedeutung zu. Eine massive Füllung und eine einbruchhemmende Ausstattung durch Metall wären wünschenswert. Zusätzlich sollten ein Getriebeschloss sowie Sicherheitsbeschläge vorhanden sein, die es Dieben schwer machen, das Haus aufzubrechen. 

Das Dach einer Immobilie sollte dicht und gedämmt sein

Das Dach bildet den Abschluss des Hauses und schützt es vor Wind und Wetter. Es sollte in einem einwandfreien Zustand sein, da Schäden am Dach oft kostenintensive Folgeschäden nach sich ziehen. Der Idealzustand eines Daches ist demnach isoliert, frei von Wasserkränzen und defekten Dachziegeln. Achten Sie darauf, ob die Decke von innen überstrichen wurde, das weist nicht selten auf ein Leck im Dach hin. Einen Fachmann benötigen Sie, wenn es um das Dachstuhl-Gebälk geht. Es sollte natürlich ebenfalls einwandfrei sein, das gilt besonders für Holz- und Fachwerkhäuser. Auf den ersten Blick sollte das Dach in jedem Fall eine funktionierende Dachentwässerung (Regenrinnen, Fallrohre) aufweisen. Auf den zweiten Blick dürfen einige kleine schadhafte Stellen vorkommen, die sich leicht ausbessern lassen sollten. Falls die Entwässerung erneuerungsbedürftig ist, stehen Ihnen Kosten ins Haus, die Sie im Zuge der Anschaffung finanziell mit einplanen müssen.

Treppen und Decken bei der Hausbegehung prüfen

Innerhalb eines Hauses gibt es bei mehrgeschossigen Objekten Treppen. Besichtigen Sie ein Haus mit Wendeltreppe, sollten Sie das Geländer auf seinen Zustand prüfen. Wackelt oder vibriert es, liegt ein Baumangel vor. Geländer sollten stabil sein, damit sie nicht im Falle der Belastung wegbiegen oder brechen. In zwei- oder mehrgeschossigen Immobilien ist die Schallisolierung der Geschossdecken ein weiterer wichtiger Punkt. Wenn Sie zu zweit unterwegs sind, sollte einer von Ihnen oben durch die Räume laufen, während der andere unten darunter steht und die Schallgeräusche beurteilt. Am besten wäre es sogar, wenn Sie beim Herumlaufen Schuhe mit harter Sohle oder Pumps tragen würden.

Die Heizung ist das Kernstück der Energie in einer Immobilie

Mit der Heizung steht und fällt der Energiestandard eines Hauses. Wer sich hier nicht genau informiert und absichert, bleibt später auf Kosten sitzen, die schnell in die Tausende gehen können. Vor dem Hintergrund stetig steigender Energiepreise ist die Art der Wärmequelle in der Immobilie besonders wichtig. Zunächst einmal sollten Sie das Alter der Anlage in Erfahrung bringen. Der Heizkessel und der Brenner spielen dabei eine wichtige Rolle. Behalten Sie im Hinterkopf, dass beide Bauteile durchschnittlich rund 10 bis 12 Jahre funktionsfähig sind, bevor erfahrungsgemäß ernstzunehmende und kostenintensive Mängel auftreten können. Lassen Sie sich vom Verkäufer die letzten Prüfprotokolle oder den Abgasbescheid zeigen und fragen Sie nach einer Kopie. Dann können Sie die Werte später mit einer offiziellen Abgas-Grenzwert-Tabelle vergleichen. Die Verrohrung des Hauses, besonders die wasserführenden Leitungen, sollte in einem einwandfreien Zustand sein. Akzeptabel wäre, wenn diese ein- bis zweimal gelötet bzw. repariert wurden. Falls öfter repariert werden musste, sollten Sie die Rohre vor einem verbindlichen Kauf von einem Fachmann prüfen lassen, um eventuell hohe Folgekosten abschätzen zu können.

Die Innenausstattung einer Immobilie in Augenschein nehmen

Sobald Sie sich ein Bild über den Allgemeinzustand des Hauses gemacht haben und noch immer interessiert sind, können Sie sich weniger kostenintensiven Punkten zuwenden. Sehen Sie sich bei der Begehung die Anschlüsse für Telefon, Internet und Fernsehen an. Sind ausreichend Anschlüsse vorhanden oder müssten Sie einen Fachmann kostenpflichtig beauftragen? Falls ja, setzen Sie den Punkt auf Ihre Liste. Prüfen Sie die Fußböden auf ihre Beschaffenheit - und zwar in allen Räumen. Küche, Wohnräume, Schlafzimmer, Flure und Badezimmer sollten genau inspiziert werden. Falls Sie Möbel oder eine Einbauküche übernehmen können, machen Sie sich ein Bild über den Zustand und fragen Sie nach dem Kaufjahr, um ggf. den Werteverfall abziehen zu können. Auch im Badezimmer und Gästetoilette ist Aufmerksamkeit geboten. Prüfen Sie die Nasszellen auf verkalkte Armaturen oder Duschwände. Auch ist wichtig, ob die Bodenfliesen rutschfest sind. WC-Becken, Waschtische, Duschen und Badewannen müssen stabil verankert sein und nicht wackeln. Haben die Kacheln Sprünge oder Risse, sind sie abgestoßen oder stumpf und weisen Schimmel auf, so könnte eine Badsanierung erforderlich werden.

Außengebäude, Garten und Terrassen eines Hauses prüfen

Gehören zur besichtigten Immobilie eine Garage, Schuppen oder Gartenhäuser, sollten Sie diese ebenfalls in Augenschein nehmen. Gemauerte Objekte sollten ein dichtes Dach und trockene Wände haben. Das Garagentor sollte schließen und der Boden der Garage im besten Fall sauber und trocken sein. Bei Terrassenflächen achten Sie darauf, ob das Gefälle vom Haus weg führt. Nur so fließt bei Regen das Wasser in die sickerfähigen Flächen wie Rasen oder Beete. Gibt es keine sickerfähigen Flächen, sondern grenzt die Terrasse an andere Bauteile, klären Sie mit dem Verkäufer, wie das Oberflächenwasser abgeführt wird. Sehen Sie einen Gully oder Drainagerinnen, sollten diese an der tiefsten Stelle der Pflasterfläche eingebaut sein. Die Pflasterung selbst spielt ebenfalls eine Rolle. Ist diese wackelig oder brüchig, müssen Sie sie langfristig erneuern. Der vorhandene Belag sollte rutschfest sein, auch bei Nässe.

Der Garten kann unter Umständen viel Arbeit machen, und je nachdem, ob Sie ein Gartenfan sind oder nicht, ist die Gestaltung des Gartens nicht unwichtig. Große Rasenflächen wollen regelmäßig gemäht werden, aufwendig gestaltete Blumenrabatten erfordern ein wenig Fachwissen und einen grünen Daumen. Außerdem sind sie regelmäßig zu wässern, was mit zusätzlichem Zeitaufwand verbunden ist. Hat der Garten ein Gartentörchen, sollte dieses funktionieren und sich schließen lassen. Ein besonderes Augenmerk sollten Sie auf einen eventuell vorhandenen Zaun legen. Ist dieser nicht in Ordnung, können die Kosten für die Reparatur recht hoch zu Buche schlagen, besonders, wenn Sie einen Fachbetrieb kommen lassen müssen.

Wenn Sie die genannten Tipps beachten und bereits bei der Hausbesichtigung vorausschauend vorgehen, können Sie im Zuge der Erstbegehung eines Objektes schon zahlreiche Punkte klären. Sie helfen Ihnen dabei, die Spreu vom Weizen zu trennen und die geeignete Immobilie in der passenden Lage zu finden.

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