Tipps für Heimwerker: Wie kann man Kupfer künstlich altern?

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Tipps für Heimwerker: Wie kann man Kupfer künstlich altern?

In der Küche ist die blitzblanke, rotbraune Farbe von Kupfer erwünscht. In anderen Bereichen wie im Modellbau oder in der Herstellung von Modeschmuck wird gealtertes Kupfer mit einer grünlich-grauen Schicht, der sogenannten Patina, bevorzugt. Wer nicht so lange warten möchte, bis das Kupfer diese Schicht gebildet hat, kann selbst Hand anlegen und den Prozess beschleunigen.

 

Patina und Grünspan – zwei komplett verschiedene Schichten auf Kupferprodukten

Umgangssprachlich werden Patina und Grünspan oftmals irrtümlicherweise in denselben Topf geworfen. Jedoch bezeichnen die beiden Begriffe völlig unterschiedliche Beläge auf dem rötlichen Metall. Die Patina bildet sich aufgrund von Umwelteinflüssen aus der Luft. Dazu gehören zum Beispiel Kohlendioxid und Schwefeldioxid. Im Laufe der Zeit bildet Kupfer durch Einwirkung dieser Stoffe seine hübsche grünliche Verfärbung wie sie auf alten Hausdächern und Statuen zu sehen ist.
Grünspan dagegen ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Kupferacetat, ein Kupfersalz der Essigsäure. Dieser grüne Belag ist mäßig giftig und wird als Fungizid eingesetzt. Er entsteht gerne, wenn in Essig eingelegte Speisen wie Gurken oder Rollmöpse in Kupfertöpfen oder Kupferschüsseln aufgehoben werden. Daher können Sie Grünspan durch das Einlegen von Kupfer in Essig erzeugen, wie es häufig als Verfahren zur Erzeugung einer künstlichen Patina auf Kupferprodukten beschrieben wird. Das ist allerdings aufgrund der gesundheitsschädlichen Wirkung des Kupferacetats nicht ratsam. Außerdem ist Grünspan keine dauerhafte Schutzschicht.

 

Die Erzeugung einer echten Patina oder: Kupfer künstlich altern lassen

Wenn Sie Kupferkessel & Co. richtig altern lassen möchten, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Für alle benötigen Sie Zutaten aus der Apotheke. Ein einfacher Weg ist das Anfertigen einer Lösung aus Kaliumpolysulfid oder Schwefelleber und Wasser. Bestreichen Sie das Kupfer damit, bildet sich innerhalb kurzer Zeit eine schwarze Schicht auf dem Metall.

Eine Art um Schmuck, kleine Vasen oder Kannen aus Kupfer mit einer grünlichen Patina zu versehen, sind Bäder in zehnprozentiger Ammoniumsulfatlösung. Tauchen Sie das Kupfer ein und lassen Sie es anschließend gut an der Luft trocknen. Wiederholen Sie den Vorgang, bis der gewünschte Grad der Patinabildung erreicht ist.

Ab unter die Käseglocke – Kupfer mit Marmor und Salzsäure nachdunkeln lassen

Eine weitere Methode nutzt die Bildung von Kohlendioxid für den künstlichen Alterungsprozess des Kupfers. Dazu legen Sie Salzsäure und einige Stücke Marmor in eine Schale. Vorsicht: Salzsäure ist ätzend und reizend. Tragen Sie bei der Arbeit mit diesem Stoff unbedingt Schutzbrille und -handschuhe. Stellen Sie diese Schale zusammen mit den zu färbenden Kupferstücken unter eine Glasglocke. Schon bald stellt sich der antike Look auf dem Kupfer ein.

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