Tipps für Druckereien und grafische Betriebe zum Kauf von Druckfarben

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Tipps für Druckereien und grafische Betriebe zum Kauf von Druckfarben für hochwertige Ergebnisse

Im Bereich der Drucktechnik ist es nicht ganz einfach, den Kunden mit exzellenten Ergebnissen zu verwöhnen, wenn das Produkt auch noch wirtschaftlich sein soll. Oftmals werden speziell in diesem Bereich ganz gravierende Fehler gemacht, die sich dann schmerzhaft in den Folgekosten zeigen.

Was sich hinter dem Begriff "Druckfarben" verbirgt

Druckfarben werden oftmals mit Patronen für den Drucker in Verbindung gebracht. Dies ist zwar nicht verwerflich, jedoch oberflächlich. Hinter dem Begriff „Druckfarben" verbirgt sich mehr. Der Begriff beinhaltet verschiedene Informationen, die speziell hinsichtlich der professionellen Anwendung von großer Bedeutung sind. Druckfarben bestehen aus organischen Lösungsmitteln, Bindemitteln und stark verteilten Pigmenten.

Farbige Pigmente können aus Mineralien erzeugt oder über einen chemischen Prozess produziert werden. Schwarz dagegen besteht überwiegend aus Pigmenten, die Gasruß beinhalten. Abhängig vom Druckverfahren, werden unterschiedliche Farbrezepturen angewendet, um die geeignete Farbe für das gewünschte Druckverfahren zu erhalten.

Bemerkenswert hierbei ist jedoch die Tatsache, dass Tinten für Tintenstrahldrucker und Toner für Laserdrucker nicht durch den Begriff Druckfarben definiert werden. Im Gegenteil, es handelt sich um Farbe, die für aufwendige und hochqualitative Druckvorgänge geeignet ist. Das Druckverfahren, bei dem die Druckfarben zum Einsatz kommen, ist deutlich komplexer als das Bedrucken durch einen Drucker, der beispielsweise in einem durchschnittlichen Büro steht. Allerdings erwarten Sie auch deutlich bessere Ergebnisse und vor allem deutlich mehr Flexibilität hinsichtlich der Materialien, die bedruckt werden können. Bei der Auswahl der bedruckbaren Materialien sind die Möglichkeiten für Sie beinahe grenzenlos, denn mit Druckfarben können Sie nahezu jedes Material nach Ihren Vorstellungen bedrucken und designen. Druckfarben ermöglichen Ihnen also fast völlige Freiheit bei der Umsetzung Ihrer Idee und überzeugen gleichzeitig durch eine besonders lange Haltbarkeit.

Eigenschaften der Druckfarbe sind ausschlaggebend für das Ergebnis

Ganz egal, welches Verfahren zum Bedrucken zur Anwendung kommt, das Ergebnis soll natürlich immer ganz bestimmte Anforderungen erfüllen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es unterschiedlicher Farben sowie verschiedener Techniken. Zur Anwendung kommen oftmals Techniken, die das Ergebnis bzw. Produkt bei Bedarf hochwertiger erscheinen lassen. Die hochwertigere Wirkung wird beispielsweise durch Glanz- und Interferenzeffekte erreicht, welche durch die Verwendung von Lacken erzielt werden.

Die unterschiedlichen Glanzeffekte sind allerdings auch vom angewendeten Druckverfahren und dem Blickwinkel des Betrachters abhängig. Hinsichtlich der Effekte ist besonders der „Oberflächenglanz", der die bunte Erscheinung des Ergebnisses deutlich mindert, der „metallische Glanz", welcher durch winkelabhängige Reflexionen entsteht und der „Perlglanzeffekt" zu erwähnen. Letzterer wird durch Interferenzeffekte hervorgerufen.

Die Beschaffenheit der Druckfarben muss zusätzlich bestimmte mechanische Anforderungen für den Druckverkauf erfüllen. Diese Anforderungen werden auch als rheologische Anforderungen bezeichnet. Die Vielzahl der unterschiedlichen Druckfarben wird durch die Vielzahl der Druckverfahren und bedruckbaren Materialien erforderlich. Offsetdruckfarben für den Offsetdruck sowie Siebdruckfarben für den Siebdruck, die Sie bei eBay erwerben können, müssen durch den längeren Verarbeitungsweg während des Druckvorgangs über eine zähflüssige Konsistenz verfügen. Diese Zähflüssigkeit reduziert die Aerosolbildung beim Transport der Farben über die einzelnen Farbwalzen und trägt damit zu einem niedrigeren Wartungsaufwand der Geräte bei. Während die Druckfarben für den Offsetdruck dicker sein müssen, wird von Tiefdruckfarben erwartet, dass diese dünnflüssig sind.

Das Druckobjekt bestimmt die Wahl der Druckfarbe

Das Verhalten der Farbe beim Trocknungsvorgang wird maßgeblich von den chemischen und physikalischen Eigenschaften der jeweiligen Druckfarbe beeinflusst. Bei Offsetdruckfarben wird die Trennung von flüssigen und festen Bestandteilen und die Bildung eines Films durch den internen Schmelzvorgang als Wegschlagen in das zu bedruckende Objekt bezeichnet. Der Entzug der Flüssigkeit, welcher durch das Verdunsten und die Kapillarwirkung des Papiers hervorgerufen wird, führt dazu, dass die in der Farbe enthaltenen Partikel aneinander gepresst werden. Dieser Vorgang hat das Verschmelzen der Farbpartikel zur Folge.

Um einen hochwertigen Druck zu erzielen, ist es im Vorfeld notwendig, das Wegschlagen der Farbe möglichst exakt zu ermitteln. Sie sollten bei der Wahl der Druckfarbe daher genau darauf achten, was bedruckt werden soll, da beispielsweise Papier ein ganz anderes Verhalten beim Aufnehmen und Trocknen der Farbe besitzt, als Folie. Aber auch der chemische Prozess der Oxidation hat große Auswirkungen auf den Trocknungsprozess der Farbe. Durch das dünne Auftragen der Farbe auf das zu bedruckende Material erfährt die Oberfläche der Druckfarbe gegenüber dem Volumen eine enorme Vergrößerung.

Durch das Einwirken des Sauerstoffs, der aus der Umgebungsluft stammt und auf die Doppelbindung erfolgt, wird eine Kettenreaktion der Bindemittelkomponenten hervorgerufen. Diese Kettenreaktion bewirkt eine robuste Vernetzung der Komponenten zu dreidimensionalen Gefügen. Durch diesen Vorgang erhalten Sie eine widerstandsfähige Druckschicht und einen robustes Druckergebnis.

Da verschiedene Druckvorgänge zum Bedrucken von Verpackungen für Hygiene- und Lebensmittel-Artikel verwendet werden, ist es unerlässlich, dass Sie sich vor dem Druck davon überzeugen, dass die Druckfarben, hinsichtlich der Zusammensetzung, toxikologisch unbedenklich sind. Bei dieser Überprüfung sollten Sie zusätzlich darauf achten, dass die Farbe keine Stoffe oder Bestandteile beinhaltet, die Allergien auslösen könnten. Dies ist speziell dann besonders wichtig, wenn Elemente von Spielzeugartikeln bedruckt werden sollen. Hier sollten Sie weiterhin dafür sorgen, dass die Druckfarbe geschmacks- und geruchsneutrale Eigenschaften besitzt. Natürlich sollten Sie zusätzlich auch auf die Umweltverträglichkeit der Farben achten und auf Druckfarben, die auf Lösungsmittel oder Schwermetalle enthalten verzichten.

Die richtige Dispergierung für einen klumpenfreien Druck

Ein Druck ohne Klumpen wird durch die richtige Dispergierung erreicht. Die Dispergierung hat, neben der Wasserechtheit, einen großen Einfluss auf die Pigmente im Druckfarbenfirniss. Firnisse sind Bindemittel, die zu etwa gleichen Anteilen aus Ölen und Harzen bestehen. Bei den Ölen, die zur Herstellung der Firnisse verwendet werden, handelt es sich ausschließlich um mineralische und pflanzliche Öle.

Eine ideale Dispergierung führt zu einer optimalen und feinen Verteilung der Pigmente. Ist die Dispergierung fehlerhaft, kann es zu Verklumpungen der Pigmente kommen. Die Verklumpung der Pigmente bezeichnet man auch als Pigmentagglomerate. Dringen Pigmentagglomerate durch die Oberfläche der Druckfarbe, führt dies zur Minderung der Druckqualität. Das spiegelt sich in der Stärke und im Glanz des Drucks wider. Die Auswahl der Pigmente hängt zusätzlich von der Benetzbarkeit, der Beständigkeit gegenüber chemischen Einflüssen und der Lichtechtheit ab.

Organische Pigmente, im standardisierten Offsetdruck, müssen neben den technischen Bedingungen, auch farbliche Anforderungen erfüllen. Hierfür stehen, wie beispielsweise bei Lacken auch, Farbskalen zur Verfügung. Diese Farbskalen, die Sie in ähnlicher Art auch im Bereich der Fassadenfarbe vorfinden, ermöglichen Ihnen die Reproduktion von Drucken. Die Erreichung des gewünschten Farbtons erzielen Sie dabei durch das Einsetzen bestimmter Pigmente. Die Absorption des Lichts wird maßgeblich durch die Konzentration der Pigmente, innerhalb der Farbe, der Größe der Pigmente und der Oberflächenbeschaffenheit beeinflusst. Die Druckfarben unterliegen Prüfverfahren. Diese Prüfverfahren für Druckfarben sind anwendungsorientiert und praxisnah. Auf physikalische Größen wird bei diesen Prüfverfahren verzichtet, da der Druckprozess ein komplexer Vorgang ist.

Während eines maschinellen Druckvorgangs kommen zahlreiche variable Parameter zum Tragen, die bis heute noch nicht in einem Druckversuch simuliert werden können. Um Prüfverfahren zu erhalten, die sich für zuverlässige Ergebnisse eignen, ist es daher eine zwingende Voraussetzung, dass es stets gleichbleibende Bedingungen und konstante Parameter gibt. Im Regelfall werden Druckplatten, Feuchtmittel und das Substrat mitgetestet. Zusätzlich beachten sollten Sie jedoch auch, dass nur wenige Prüfverfahren nach Industrienormen wie DIN oder ISO zertifiziert sind.

Hilfsstoffe zum Erzielen von optimalen Druckergebnissen

Ja nach Druckverfahren können Sie unterschiedliche Hilfsmittel verwenden, um bestimmte Ergebnisse während des Druckverfahrens zu erzielen. Mit diesen Hilfsmitteln können Sie die Zeit zur Trocknung, die Scheuerfestigkeit, das Abliegeverhalten und die Hautbildung nach Ihren Bedürfnissen und Ansprüchen beeinflussen. Währen Sie die Trocknung durch die Verwendung von Katalysatoren verbessern können, kann die Hautbildung auf dem Material, das bedruckt werden soll, durch den Einsatz von Antioxidantien verhindert werden. In einigen Farben für den Offsetdruck wird als Bindemittel zusätzlich Wachs verwendet, welches die Scheuerfestigkeit der Druckfarbe deutlich verbessert. Das Abliegen verhindern Sie, indem Sie Stärkepaste hinzufügen.

Abschließende Schritte - die Veredelung der Druckerzeugnisse

Die Veredelung findet nach dem eigentlichen Druckvorgang statt. Der Träger des Drucks wird hierfür noch einmal nachbehandelt. Diese Nachbehandlung trägt nicht nur zu einer hochwertigeren Optik bei, sondern sie sorgt auch für eine längere Haltbarkeit. Oftmals kommt die Veredelung dann zum Einsatz, wenn eine höhere Scheuerfestigkeit erzielt werden soll. Durch die Veredelung des Materials erhöht sich meistens auch der Preis für das Produkt erheblich. Eine erfolgreiche Veredelung kann nur dann erfolgen, wenn die Druckfarbe bereits komplett trocken ist. Die Oberfläche, die veredelt werden soll, muss rein sein, und es dürfen sich keine Rückstände wie Wachs, Silikon oder Scheuerpaste auf der Oberfläche befinden. Zusätzlich sollten Sie beachten, dass die Veredelung Auswirkungen auf die Farbtöne haben kann.

Die Auswirkungen, die die Veredelung auf die Farben hat, sind dabei nur schwer zu beeinflussen bzw. zu berechnen. Es handelt sich überwiegend um Erfahrungswerte. Diese Beeinträchtigung ist somit im Vorfeld des Drucks schon mit zu kalkulieren, damit beim fertigen Produkt keine unangenehmen und unerwarteten Überraschungen auftauchen. Die einzelnen Druckverfahren und die Wahl der Farben bzw. die Konzentration der Pigmente lässt sich jedoch allgemein recht zuverlässig berechnen, was auch die Erzeugung von ganz individuellen Farbtönen recht komfortabel macht.

Es ist beinahe nichts unmöglich, wenn es um das Erzielen eines ganz bestimmten Farbtons geht. Das Rezept für solche Farbtöne kann durch eine einfache Dokumentation festgehalten werden, sodass auch zu einem späteren Zeitpunkt jederzeit ein Nachdruck realisiert werden kann. Um tatsächlich einen identischen Nachdruck zu erhalten, ist selbstverständlich wichtig, dass sich die Umgebungsvariablen in der Zwischenzeit nicht verändern, da diese, wie bereits erwähnt, einen großen Einfluss auf das Ergebnis haben können. Tatsächlich lassen sich mit Druckfarben brillante Ergebnisse erzielen, die keinerlei Wünsche offenlassen. Auch hinsichtlich der Wahl des Materials, das bedruckt werden soll, sind Sie mit Druckfarben äußerst flexibel und werden durch nahezu keine Materialart in Ihrer Kreativität gebremst. Lediglich das Trocknen auf vereinzelten Oberflächen, die bedruckt wurden, kann zu einer echten Geduldsprobe werden, wenn Sie diesen Vorgang nicht beschleunigen. Allerdings werden Sie für Ihre Geduld durch hervorragende Ergebnisse und eine lange Lebensdauer entschädigt.

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